Wer gerade ein Haus abbezahlt, der macht generell keine großen finanziellen Sprünge. Da wird man sich zwar irgendwann mal ne PV leisten können, aber vielleicht nicht gerade in dem Moment wo die Butze gerade fertig geworden ist.
Definitiv. Die Anlage kostet auch noch mal gut und gerne 15k Euro. Aber:
Da wir aktuell ein Haus bauen, kann ich sagen: PV Anlagen sind bereits fester Bestandteil und werden gefördert. Nur leider das absolute Minimum, ohne Speicher und nur einer Mindestzahl an Kollektoren damit man die Förderung bekommt. Wer die Anlage sinnvoll betreiben will muss wieder was extra bezahlen für mehr Kollektoren und Speicher.
Meinst du die KfW Förderung? Die aktuellen Programme 297, 298 und 300 verlangen nach einem Effizienzhaus 40 Standard und der enthält meines Wissens immer eine PV Anlage. Kennst du da noch weitere Förderungen für einen Neubau?
Wenn man von vorne herein eingerechnet hätte, was es *wirklich* kostet, fossile Brennstoffe zu verfeuern, dann hätte es nie eine Industrialisierung in dieser Form und einen Individual-Verkehr auf Basis dieser Brennstoffe gegeben.
Die KI Kapazitäten hatte man damals einfach noch nicht.

Aber mal ernsthaft. Die hatten damals noch nicht so viel Ahnung, dass der ganze Fossile Kram so viel CO2 emittiert, dass sich das Zeitalter der Industrialisierung zu einer Katastrophe planetaren Ausmaßes entwickeln würde. Dass ein Großteil der Bevölkerung mit Mikrochips im Nanobereich arbeitet und ein nicht geringer Teil auch sein Eigene nennt, wäre wohl nie möglich gewesen. Auch die wachsende Bevölkerung hat nach Industrialisierung und Maschinen gefragt. Heute erleben wir womöglich die Hochzeit der Menschheit mit dem bevorstehenden Ende dieser, wenn fossile Rohstoffe knapp werden und sich die Förderung wirklich kaum noch lohnt. Es werden Menschen sterben. Darunter wohl überwiegend und am Anfang die billigen Arbeitskräfte, die am Anfang der Kette stehen. Das wird niemand aufhalten können. Die Frage ist, wie werden "die da oben" darauf reagieren, um das Wachstum zu erhalten? Synthetisches Benzin? Wasserstoff? Ja, kann man beides machen, ist aber sehr energieintensiv und diese Energie muss erst mal erzeugt werden. Rapsöl? Ich sehe schon die nächste Schlagzeile, dass die Böden völlig ausgelaugt sind. Nukleare Energie? Ja, danke. Ein Kredit mit einem unmöglich zu bezahlenden Zinssatz. Klingt nach einem Plan.
tl;dr: Wir sind gearscht. Genug der Schwarzmalerei. Wenn alle jetzt auch noch vor dem Untergang in Depressionen verfallen und wird es nur noch schlimmer... Könnte man auch ausrechnen, wie es dann ausgeht.
Wie schon von Grestorn gesagt wurde, Menschen sind ziemlich schlecht darin langfristig zu denken - und wenn man ehrlich ist ists auch heute nicht selbstverständlich, dass man 10+ Jahre lang da bleiben kann wo man ist. Wenns dann noch etwas komplizierter beim Einbau ist und man vielleicht bei 15 Jahren rauskommt wo so ne Anlage 20-25 Jahre hält (so mein letzter Stand...) dann ists schon schwer vermittelbar.
Gut gesagt. In Zeiten von "Ich will jetzt sofort" und next day Deliveries, wo Leute schon der Hut steigt, weil es doch 2 Tage wurden, sehe ich da nicht viel Potential. Ich erlebe so viele Menschen, die kaum noch eine Woche eigenständig planen können. Der Supermarkt ist ja direkt um die Ecke und Hello Fresh liefert nimmt einem sogar das noch ab, wenn es nur ums Essen geht und man sich wenigstens selbst sagen will, dass man ja nicht täglich Essen ordert.
Meine Eltern haben sich damals für 30000 Euro eine 9 kWp Anlage aufs Dach schrauben lassen und die großzügigen 30 oder 40 Cent pro kWh zahlen lassen. Das endet bald, aber die Anlage hat sich schon längst amortisiert.
Wenn ich so mit anderen Leuten rede, die ihre modernen 20+ kWp Anlagen auf dem Dach haben... die können im Sommer öffentliche Ladestation betreiben. Die verschenken den Strom wortwörtlich an die Netzbetreiber (nicht ganz, aber die 2 Cent sind ein Witz gegenüber den Stromtarifen). Das Problem sind Nächte und Winter. Gegen Energiebedarf in der Nacht hilft eine intelligente Steuerung und etwas Anpassung der Menschen, dass man jetzt mal nicht "sofort" etwas haben kann. Da läuft die Waschmaschine halt erst am nächsten Tag. Machbar. Gegne den Winter... Der ist teuer und Luft-Luft Wärmepumpen weniger effektiv und dementsprechend Energiehungrig, gerade dann wenn wenige, schwache Sonnenstunden am Tag anfallen. Die Rechnung geht tatsächlich nicht so gut auf.
Da benötigt man zuverlässig viel Energie gegen die Kälte und neben Speicherkraftwerken stehen Wind und ganz alternative Lösungen wie Gezeitenkraftwerke zur Verfügung. Die Grundlast ist trotzdem ein Problem und durch mehr E-Autos und Wärmepumpen wird das Problem sogar noch verschärft. Kein Wunder, dass die Netzbetreiber gerade sehr stark gefordert sind, mit einer Lösung um die Ecke zu kommen, die nicht auf Uran, Öl, Kohle oder Gas basiert. Und ich bezweifle, dass man im Sommer so viel Wasserstoff erzeugt bekommt, dass man damit durch den Winter kommt...