ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Bin ich eigentlich der einzige, der ein alternatives Modell vorgestellt hat?
Wie bleibt der TE? Der wollte doch auch eins vorstellen.
Und sonst hat keine eine Idee, wie man die Welt neu sortieren kann?
Wenn gute Ideen dafür so leicht wären, dann sähe die Welt anders aus...
Letztlich hat der Threadersteller in einem Punkt recht: Das System als solches ist zweitrangig. Es geht um die Menschen. Die muss man dazu bringen, "das Richtige" (oder zumindest irgendwas) zu machen. Der Kapitalismus ist deswegen so erfolgreich, weil er dieses Problem auf die primitivste und robustetste Art löst: Jeder darf und soll auf alle soviel Zwang ausüben, wie er kann. Das Problem, dass einige dabei sehr viel Macht ausüben und andere ausbeuten/für sich schuften lassen/vernichten, während andere nur noch Opfer des Systems sind, wird kurzerhand vom Problem zum Ziel erklärt (""Leistungs"gerechtigkeit") und gut ist. Damit hat man (aus Sicht von nicht-Kapitalisten) zwar keinen schönen oder gar haltbaren Zustand geschaffen, aber einen, der sich nicht aus sich selbst heraus auflöst, weil eben diejenigen, die ihn ändern könnten nicht diejenigen sind, die ihn ändern wollen.
Im Gegensatz dazu stehen z.B. Systeme, bei denen (auf verschiedene Art und Weise) der Druck zentral von oben aufgebaut wird (Monarchien, real existierender Sozialismus). Historisch betrachtet waren die aber nie in der Lage, allen Leuten ein schönes Leben zu ermöglichen, so dass auch hier Motivation für Systemänderungen vorliegt - in dem Fall aber auch bei denen, die diese durchsetzen können: Der breiten Masse. Das führt solange zu Machtwechseln, bis eine dieser Änderungen mal beim Kapitalismus landet, dessen redundanter Unterdrückungsmechanismus eben quasi nicht zu stürzen ist.
Alle Vorschläge neuer Systeme, die mir bislang begegnet sind und die allen Leuten ein schöneres Leben ermöglichen wollen, als die bislang umgesetzten Konzepte, versuchen mehr oder minder auf externe Zwecke obiger Natur zu verzichten (um eben kein Leid zu verursachen), erfordern dafür aber die Kooperation (also den Selbstzwang) des Inviduums. Dabei ist es egal, ob du gewaltfreie Anarchisten, Kommunisten oder Kommunale Initiativen fragst: Immer ist freiwillige Kooperation die Grundlage.
Auch dein System beinhaltet z.B. bislang keinen Mechanismus, der die Leute dazu bringt, auch tatsächlich mit maximalem Eifer zu arbeiten. Es enthält auch keinen Mechanismus, der eine Schattenwirtschaft unterbindet. Entweder ergänzt du hier staatliche Zwangsmaßnahmen nach Vorbild des real existierenden Sozialismus', oder du hoffst ebenfalls darauf, dass sich die Leute von selbst im Sinne des Systems verhalten.
Werden sie aber höchstwahrscheinlich nicht.
Und genau dieses Problem gilt es zu lösen - wer das schafft, der kann mit nahezu jedem System tolle Bedingungen schaffen. Da ist es letztlich egal, ob man einen Kapitalismus hat, in dem niemand mehr versucht, dem anderen zu schaden, oder ob man eine Monarchie hat, in der der Herrscher alles für sein Volk tut, oder eine praktische Umsetzung des theoretischen Kommunismus. Leider ist der beste Ansatz zur Lösung dieses Problem bislang "Bildung und Hoffen auf Einsicht"

Weiß ich nicht mehr, war, wenn ich nicht irre, bei der Folge, wo sie die Menschen in den Stasiskaplsen gefunden haben, die man im 20. Jahrhundert eingefroren haben.
Gibt mehrere Star Trek Folgen und iirc auch in den Filmen Hinweise darauf, dass die Förderation komplett ohne Geld arbeitet. Es macht ja letztlich auch keinen Sinn: Was für einen Wert hat Geld in einem Wirtschaftssystem, in dem Energie offensichtlich unbegrenzt verbraucht werden kann und in der mittels Energie alles repliziert werden kann? Star Trek ist die perfekte Überflussgesellschaft, jeder muss nur noch das machen, was er will bzw. wozu er sich verfplichtet wird.
Die unbeantwortete Frage ist eben: Wieso gibt es in der Förderation so viele Leute, die sich dazu verpflichtet fühlen, im Alter von 20 Jahren als Redshirt bei einer vollkommen unnötigen, bemannten Bodenmission draufzugehen, aber offensichtlich keinen einzigen Faulenzer?
Survival of the fitest! Natürliche Selektion!
Es lebe die Ratte!
Du kannst das erst dann ändern, wenn sich der Mensch von der Evolution löst, aber das kann er nicht, denn er unterliegt er wie jedes andere Lebewesen auch.
Der Mensch (und eine Reihe andere Lebewesen imho auch) kann sein gesamtes Verhalten bewusst steuern. Wenn sich nur nach Trieben richtet, die in einem Szenario vor 100.000 Jahren sinnvoll erschienen, dann ist es sein freier Wille, sich wie ein Steinzeitmensch zu verhalten - aber es ist unausweichbarer Zwang. Unsere heutige Gesellschaft ist ein offensichtliches Beispiel dafür, wie wir unsere Triebe kontrollieren, leiten und z.T. blockieren können. Denn mitlerweile zeigen wir eine ganze Reihe von Verhaltensweisen, die sich eigentlich auf die eigene Person oder maximal die eigene Familie beziehen sollten, in Bezug auf unseren Heimatort, unseren Arbeitsgeber oder unseren Staat. Wir beklauen auch nicht mehr unseren Nachbarn, sonder unseren Nachbarkontinent.
Es gibt durchaus Einzelbeispiele altruistischer Menschen, die zeigen, dass wir unseren Bezugsrahmen auch soweit ausdehnen können, dass die gesamte Menschheit oder gar alle Lebewesen zum "wir" gehören und nicht mehr als Gegner/Konkurrent behandelt werden. Aber das erfordert eben persönlichen Einsatz (s.o.) - in höherem Maße als die bisherige Ausweitung von der evolutionären Veranlagung von vielleicht 1-2 dutzend Menschen auf die heute umgesetzte Handhabung von im Schnitt vielleicht 1-2 hundert.





