Schöner Retrotest! Der Athlon hat damals richtig den Boden mit der P4 aufgewischt, der Athlon war immer erste Wahl und ging immer als Sieger vom Platz. Der Pentium 4 Extreme Edition 955 kann hier in Anwendungen nur aufgrund des sehr großen L2-Caches punkten.
Leider fehlen die Angaben zum Stromverbrauch, der P4 hatte auch viel mehr Strom geschluckt als die Athlons.
Ehe hier noch mehr Intel-Bashing wuchert, mal einen zeitgenössischen Test, in dem sich tatsächlich CPUs der gleichen Generation gegenüberstehen:
Test: Intel Pentium Extreme Edition 965 (Seite 4) - ComputerBase
Test: Intel Pentium Extreme Edition 965 (Seite 7) - ComputerBase
Test: Intel Pentium Extreme Edition 965 (Seite 19) - ComputerBase
Mehrverbrauch Pentium EE 965 vs. Athlon FX-60: +25% (in PCMark05)
Mehrleistung Pentium EE 965 vs. Athlon FX-60: +21% (PCMark05, CPU)
Mehrleistung Pentium EE 965 vs. Athlon FX-60: +1% overall
Merhleistung Atholon FX-60 vs. Pentium EE965: +2 bis +6% in Spielen
Preise zur Markteinführung des EE965 im April 2006:
950 € (Intel) vs. 1000 € (AMD, fiel dann im Conroe-Vorfeld im Mai auf 750-800 €)
So wirklich viel haben sich Presler und die AMD-Zeitgenossen also seinerzeit nicht gegeben. Wenn ich bedenke, dass PCGH in anderen Retro-Specials zumindest für die Pentium 4 deutliche Leistungsgewinne gemessen hat (z.T. hat ein P4 965 mit 3,6 GHz einen Athlon 64 4000+ in Spielen geschlagen, obwohl er seinerzeit dem 3600+) unterlag, dürfte es im heutigen Benchmarkparcours zumindest unentschieden stehen - ggf. sogar ein Sieg für Intel drin sein.
Interessiert haben diese CPUs aber zu Recht niemanden, denn schon einige Monate vorher waren die ersten Core2-Benchmarks durchgesickert.
Der P4 ließ sich doch auch verkaufen, obwohl er AMD Prozessoren klar unterlegen (auch mit Fertigungsvorteil) war.
Im produktiven Einsatz war der P4 klar überlegen. Nicht nur, dass er in Anwendungen oft mehr Leistung hatte - dank Hyperthreading war es schlichtweg nur mit ihm möglich, bei Belastung noch tatsächlich zu arbeiten. Bei AMD musste man warten, bis die Belastung vorbei war, ehe der Rechner normal auf Eingaben reagierte. Für Spiele war das egal -und dafür hat seinerzeit auch niemand einen P4 gekauft-, aber in Sachen Office&Co war AMD bis zur Einführung der X2 die schlechtere Wahl. Und letztere erschienen eben erst ein 3/4 Jahr vor dem hiesigen Duell und brauchten dann noch einige Zeit, bis sie billig genug für Arbeitsrechner waren.
Die normalen Athlons hatten auch im Jahre 2006 die P4 EE deklassiert, OBWOHL Intel einen Fertigungsvorteil hatte (65nm vs. 90nm).
Es gab nie einen P4 EE in 65 nm

Der letzte Pentium 4 EE erschien Anfang 2005, in 90 nm. (und der letzte, der den Namen verdiente, 2004 - in 130 nm. Und der hat sich, trotz Spiele-Schwäche, durchaus Wacker gegen die Athlons geschlagen - sogar in Sachen Effizienz. Nur schweine groß und teuer war er halt.)
Der P4 war NICHT klar unterlegen. Der P4 war in Andwendungen knapp vorne und in Spielen knapp hinten. Anwendungen sind aber 90% der benutze Software, Spielepcs machen im PC markt nur ganz wenig aus, weshalb de P4 sich gut verkauft hat.
In Spielen war er oft deutlich unterlegen - in Anwendungen oft deutlich vorn. Das konnten jeweils 20-30% im Schnitt sein, je nachdem, wie die Testparcours zusammengestellt wurden. (wenn man nur Q3 Spiele getestet hat, konnte Intel auch mal überall vorne liegen

)
AMD-CPU's abwärtskompatibel, ja man hatte den Schritt gewagt.
Mal so aus Neugierde, welche Intel-CPU's waren den eigentlich abwärtskompatibel?
Die CPUs eigentlich alle - kritischer ist die Gegenfrage: Welche Mainboards waren aufwärtskompatibel?
- Zu Slot- und So370 Zeiten gabs da quasi keine Probleme, Adapter haben sogar die mechanischen Inkompatibilitäten beseitigt und Intel hat noch sehr lange die niedrigeren FSBs alter Boards mit neuen CPUs versorgt.
- Zu So423 und 478 Zeiten galt ersteres immer noch, aber da die Pentium4 dringend eine schnelle Anbindung benötigten, explodierten FSB-Geschwindigkeiten förmlich (Faktor2 von Ende 2001 bis Anfang 2003). CPUs und Boards sind zwar meist kompatibel (So478 CPU zu So423 Sockel auch mittels Adapter), aber aufgrund des niedrigen FSBs und fester Multiplikatoren machte das keinen Sinn - alte CPU auf neuem Board funktionierte dagegen gut. (War bei AMD aber offiziell auch nicht anders, nur war es da mit Bastelmethoden möglich, den Multi freizuschalten, so dass für versierte Nutzer nur die Barriere zwischen Athlon und Athlon XP blieb, bevor mit So754/940/939 das Aufrüsten in beide Richtungen nahezu unmöglich wurde)
- Mit dem So775 begann der "Spaß" bei Intel: Chipsätze
Gestartet er mit i915 und, durch ne Freischaltung etwas schneller, i925. Letzterer wurde gezielt für EEs vermarktet. Kurze Zeit später hat man den i925XE nachgeschoben - der unterstütze den schnelleren FSB neuerer EEs. Der i925 nicht, zumindest nicht offiziell.
Noch heftiger aber: Alle drei Chipsätze unterstützen keine Dualcores. Auch das war eine künstliche Beschneidung. Wer sich Ende 2004 ein Mittel- oder Oberklasse-Pentium4 System gekauft hat, konnte nicht auf Pentium D aufrüsten. Wer dagegen ein Low-End-Modell mit dem veralteten i865 (aus Sockel478 Tagen - noch wegen DDR1 und AGP in Billig-Rechner verwendet) erwischt hatte, der konnte es! (später hat Asrock sogar zwei i865 Boards rausgebracht, die Core2duos unterstützten)
- Zur Einführung der Core2 kam der nächste gag: Spannungsversorgung
Deren Ansteuerung wurde für die neuen Stromsparmodi geändert. Trotz gleichen Spannungsbereich liefen neue CPUs nicht auf alten Boards. D.h. ...: Auf einigen der späten i975X Boards liefen sie sehr wohl, denn Intel hat die neuen Specs irgendwann zwischen Markteinführung des i975X und der neuen CPUs rausgebracht.
- Danach ging es wieder: Unter den Core2 gab es nur FSB-Anhöhungen, die oft mit OC verdaut wurden.
- umgekehrt gibt es übrigens keine Hemmnisse: Theoretisch nehmen alle So775 Boards alle So775 CPUs, die älter sind, als das Board. Viele Boards sind auch offiziell dafür freigegeben - und damit, dank der sehr langen Einsatzdauer des So775, die kompatiblelsten Boards überhaupt. Umgekehrt gilt aber eben: Wer immer die neueste Intel-CPU auf der zugedachten Plattform nutzen wollte, der hat im Worst-Case 6-7 mal das Board getauscht. Man kann auch noch 1-2 weitere Wechsel dazu dichten, wenn jemand mit einem Einsteigerboard anfing und/oder noch einmal zum Wechsel auf Multi-GPU ein neues kaufte.
- danach wars bei Intel Essig mit Kompatibilität. Dank des Abschieds vom FSB sind alle neueren Plattformen genauso inkompatibel zueinander, wie bei AMD. Mit Ausnahme des So1156 heißt das: Zwei CPU-Generationen je Sockel. Beim 1156 sogar nur anderthalb.
