Denke hier werden wir in den nächsten Jahren noch die massive Gegenbewegung erleben: Die qualitativ hochwertigen Webseiten halten sich meistens nur durch ein starkes Print-Magazin, welches die Redakteure bezahlt. Wenn diese wegsterben, verliert automatisch auch die Qualität der Webangebote. Nicht umsonst experimentieren die Verlage mit Bezahlschranken. Das Webangebot generiert schlicht nicht genug Einnahmen, um qualifizierte Redakteure in Vollzeit zu bezahlen. Problematiken wie
Adblocker sind da nur die Spitze des Eisberges - gute Webseiten werden nicht kostenfrei und unabhängig bleiben, solange Werbung im Web nicht als nötiges Übel hingenommen wird. Da reden wir nicht von Kellerkind[at]schimmelwebseite.de, dem als Bezahlung ne Gratiskopie vom Publisher reicht.
Grüße

Die Werbebranche hat sich doch im Internet mit layoutvernichtenden Fullscreen-Overlays, nervigen Soundeffekten und generell Performance und Ladezeiten verkrüppelndem Flash selbst das Loch ins Boot gebohrt.
Am besten noch mit mikroskopisch kleinem "Aus"-Schalter welcher bei Klick eine neue Seite öffnet... .
Das war erst der Grund, wieso so mancher User nach einer Lösung wie Adblock gesucht hat, weil es unerträglich wurde.
Bezüglich der Heftsituation:
Früher habe ich noch alle 3 (PCG, PCA und PCGH, sowie auch Gamestar und ab und an CHIP, PC Welt, c't o.Ä.) gekauft.
Schon damals fiel mir auf, dass Artikel in der PCA und der PCG erschienen, selbiges im Hardwareteil von PCG und PCGH (
IIRC war es auch genau umgekehrt mit Artikeln zu Spielen in der PCGH, welche von der PCG stammten).
Als die PCA sich dann differenzieren wollte und gewaltsam Downs induzierte war für mich das Heft 3 Ausgaben später gestorben.
Gamestar, PCG und den Rest hörte ich etwas später auf zu kaufen da ich die Inhalte der Artikel in 9 von 10 Fällen bereits nach 2 gelesenen Sätzen dank Internet vorhersagen konnte, während es in Heftform 3 Wochen später neu-formuliert erschien.
Hinzu kamen noch Review-Wertungen, anhand derer man schnell erkennen konnte wie tief das betroffene Magazin im Rektum des Publishers stecken geblieben ist - unrühmlichstes Beispiel Gothic 3, kollektiver Realitätsverlust der Schreiberlinge quer durchs Land.
Zu guter Letzt fehlte mir im Heft einfach eines: Usererfahrungen.
Zusätzlich zu Reviews gucke ich mir Gameplay-Videos an bevor ich mir ein Spiel kaufe anstatt es mir nur in Schriftform und Standbildern umschreiben zu lassen.
Im Gegensatz zu Heft-DVDs sind diese unverfälscht und ungeschnitten und können auch schon einmal unschöne Seiten des Spiels zeigen.
PCGH kaufe *ich nur mehr selten, meist 4-5 Mal im Jahr - Tendenz weiter abnehmend.
Netter Seitenhieb zum Schluss übrigens auf Leute welche klein anfangen haben (z.B. Anand mit 15) und möglicherweise ihr Interesse/Hobby später zum Beruf gemacht haben (dazugehörige Ausbildung erleichtert die Sache natürlich um ein Vielfaches).
Dumm nur dass gerade diese den Printmedien den Rang ablaufen und immer mehr "in-depth" sowie aktuelle Entwicklungen (gutes Beispiel: Techreport Radeon 7950 frame times) schneller berichten können, während eben Hefte(oder deren Webseiten) oftmals nur Meldungen von dort Wochen später regurgitieren (nicht selten auch ohne Quellenangabe).
Ein einzelnes Magazin mit originalem Content kann halt grundsätzlich nicht mit der Vielzahl an Tech-news sites und -blogs aufgrund deren gesamter Masse auf einem Level konkurrieren.
Dazu kommen noch Usererfahrungen und -eigeninitiative (Usertests, Ursachen- oder Lösungssuche bei Fehler/Anomalien - Microruckler anyone?, R.I.P. tombman) aus den Communities, auch ein riesiger Informationsbestand.
Und wo sind denn bitte die Magazine unabhängig? Neben den Einnahmen durch den Heftverkauf wird doch auch gerne das Geld für das Schalten von Werbung in Print und Web genommen. Mich würde es nicht wundern wenn das Verhältnis Inhalt:Werbung in Heften schlechter ist als auf blogs oder news sites.
Auch wenn Anand mit Werbung von Intel&Co zugepflastert ist, er war einer der Ersten (wenn nicht DER Erste) zur Stelle als SSDs Fahrt aufnahmen und veröffentlichte einen "in-depth"-Artikel welcher die Technik dahinter erklärte welcher selbst heute noch durchs Internet hallt.
Pressemitteilungen wiedergeben und Einladungen zu Previews mit Vollversorgung des Redakteurs annehmen können alle Formate gleich gut oder schlecht.
Sollen Verlage ruhig im Web mit Paywalls den Zugang beschränken, man wird endlich erfahren ob genug User überbleiben und sich das Modell lohnt oder nicht (was musste ich blöd grinsen als ich die Mondpreise sah die Charlie auf semiaccurate verlangen will

).
Ich bin gespannt wie diese Wandlung enden wird.
MP3s, Streams und Filme bei denen auch oft gesagt wurde dass man diese nicht verkaufen kann (da dieser Content auf P2P-Tauschbörsen in Unmengen vorhanden ist) zeigen, dass es auch anders geht - wobei dort die Gesetzgebung und deren Behandlung von P2P in verschiedenen Ländern den Content-Providern einiges an Rückenwind verschafft hat.
Darauf werden Magazine nicht bauen können, da es kaum möglich sein wird news sites und blogs für illegal zu erklären.

Eines könnte aber allen 3 zum Verhängnis werden: Leistungsschutzrecht, oder auch "Wie viel Geld machen andere mit meinem Content und warum kriege ich davon nichts?".
Wenn das Abschreiben voneinander (worin das Web ja Weltmeister ist) komplett verboten wird und man nur noch mit originalem Content sein Geld verdienen darf, dann wird die Luft aber seeehr dünn für alle Beteiligten.
Gefundene Rechtschreibfehler werden mit Goldsternchen belohnt.
PS: Behämmerter kann man das Bilder einfügen im Forum wohl nicht mehr realisieren?