Der Philosophie Thread

Und schon wieder eine gefühlte Wahrheit. Und gleichzeitig widersprichst du dir selbst. ;-)
Wieso? Ich verstehe nicht ganz was du meinst?

Natürlich ist der Glaube an Gott oder einen intelligenten Designer eine Glaubenssache.
Solange man nichts beweisen kann.

Oder das sich manche Fragen nicht beantworten lassen? Ja das kann eine gefühlte Wahrheit sein.
Kann aber leider auch auf ewig "echte" Wahrheit bleiben. Unseren Intellekt aller Ehren. ;)
Genauso wie die Frage was "vor dem Urknall" war.
 
[...]
Oder das sich manche Fragen nicht beantworten lassen? Ja das kann eine gefühlte Wahrheit sein.
Kann aber leider auch auf ewig "echte" Wahrheit bleiben. Unseren Intellekt aller Ehren. ;)
Genauso wie die Frage was "vor dem Urknall" war.

Genau das meine ich. Aussagen wie "Da muss ein intelligenter Plan/Schöpfer hinter gestanden haben" oder "auf diese Frage werden wir wohl nie die Antwort finden" sind intellektuelle Kapitulation. Weil man damit - relativ egal, wie es nun im Detail formuliert ist - de facto das tatsächliche Vertrauen darauf aufgibt, dass wir irgendwann eine wissenschaftliche Erklärung finden werden. Auch wenn es in noch so ferner Zukunft liegen mag.

Nur weil jetzt irgendein Sachverhalt noch zu komplex ist, als dass wir ihn mit unserem momentanen Kenntnisstand verstehen könnten, bin ich nicht bereit, den Wissensdurst in diesem Feld aufzugeben oder eine "Antwort" zu akzeptieren, die noch viel komplexer und unwahrscheinlicher ist, als das Eingeständnis unseres momentanen Nichtwissens bzw. Unverständnisses.
 
Auf der anderen Seite: wenn man alles beantworten könnten was wäre dann mit den "Tugenden" der Neugier und des Staunens? Deswegen ist gut das manche Fragen offen bleiben und sie Interpretations-Spielraum bieten.
Wenn man alles wüsste wäre das doch auch irgendwie langweilig.
Und so ist noch Platz für Glauben. Welchen ich nicht unwichtig finde.
 
Auf der anderen Seite: wenn man alles beantworten könnten was wäre dann mit den "Tugenden" der Neugier und des Staunens? Deswegen ist gut das manche Fragen offen bleiben und sie Interpretations-Spielraum bieten.
Wenn man alles wüsste wäre das doch auch irgendwie langweilig. [...]

Da wir uns alles neue Wissen immer erst erarbeiten müssen, wird es Neugierde und Staunen immer geben und sie sind einer der wichtigsten Antriebe für die Weiterentwicklung der Menschheit.

Und so ist noch Platz für Glauben. Welchen ich nicht unwichtig finde.

Was verstehst du unter "Glauben"?
 
Was verstehst du unter "Glauben"?
Ich meine damit religiösen Glauben das es einen Gott geben muß.
Auch eine Art Halt. Besonders in schlechten Zeiten.

Es muß alles einen Sinn irgendwo haben, auch wenn wir den noch nicht erkennen.
Und solange wir nicht alles wissenschaftlich erklären können, gibt es metaphysischen oder religiösen Spielraum.
Weil erst wenn man alles wissenschaftlich erklären kann, Gott ausschließen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich meine damit religiösen Glauben das es einen Gott geben muß.
Auch eine Art Halt. Besonders in schlechten Zeiten.

Es muß alles einen Sinn irgendwo haben, auch wenn wir den noch nicht erkennen.
Und solange wir nicht alles wissenschaftlich erklären können, gibt es metaphysischen oder religiösen Spielraum.
Weil erst wenn man alles wissenschaftlich erklären kann, Gott ausschließen kann.
Man kann aber auch glauben dass es keinen Gott gibt, ohne es beweisen zu müssen oder so. Ein Atheist ist ja in erster Linie nicht jemand der etwas gegen Gott hat sondern jemand der sich mit Gott nichteinmal befassen muss um sich die Welt zu erklären. Ein Glaube ohne Gott wenn man so will, aber mMn eben auch im Atheismus ein Glaube. Glauben tuen wir untersm Stich dann doch alle, nur eben Gegenteiliges.
 
Man kann aber auch glauben dass es keinen Gott gibt, ohne es beweisen zu müssen oder so. Ein Atheist ist ja in erster Linie nicht jemand der etwas gegen Gott hat sondern jemand der sich mit Gott nichteinmal befassen muss um sich die Welt zu erklären. Ein Glaube ohne Gott wenn man so will, aber mMn eben auch im Atheismus ein Glaube. Glauben tuen wir untersm Stich dann doch alle, nur eben Gegenteiliges.

Ein Atheist ist jemand, der nicht glaubt, dass es einen Gott gibt. Das muss nicht aggressiv und auch nicht endgültig sein - am rationalsten ist vermutlich folgende Herangehensweise: "Da man wissenschaftlich die Nicht-Existenz einer Sache im Grunde nicht beweisen kann, betrachten wir die Existenz göttlicher Wesen einfach als die bei weitem unwahrscheinlichste aller denkbaren Erklärungen. Der Erkenntnisstand ist natürlich immer "subject to change", aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir irgendwann nicht mehr drum herum kommen als die Existenz eines göttlichen Schöpferwesens wissenschaftlich zu bestätigen, ist vernachlässigbar gering. Und selbst das würde wieder mehr wissenschaftliche Fragen aufwerfen, als es beantworten würde."

Und nein, religiöser Glaube ist etwas anderes als bspw. der "Glaube an die Wissenschaft". Letzterer ist nämlich evidenzbasiert. "Gott" erklärt nichts, die Wissenschaft schon. Religiöser Glaube stellt sich bewusst abseits jeglicher Erklärbarkeit, Wissenschaft sich selbst immer wieder auf den Prüfstand.
 
Man kann aber auch glauben dass es keinen Gott gibt, ohne es beweisen zu müssen oder so. Ein Atheist ist ja in erster Linie nicht jemand der etwas gegen Gott hat sondern jemand der sich mit Gott nichteinmal befassen muss um sich die Welt zu erklären. Ein Glaube ohne Gott wenn man so will, aber mMn eben auch im Atheismus ein Glaube. Glauben tuen wir untersm Stich dann doch alle, nur eben Gegenteiliges.
Stimmt. Und Überzeugungen (von einer Sache) gibt es auch in der Wissenschaft.
 
Der Erkenntnisstand ist natürlich immer "subject to change", aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir irgendwann nicht mehr drum herum kommen als die Existenz eines göttlichen Schöpferwesens wissenschaftlich zu bestätigen, ist vernachlässigbar gering.
Ich glaube das kann man jetzt garnicht beurteilen. Wo wird die Wissenschaft in 500 Jahren sein ? Wo 5.000 ? In 50.000 ? Angenommen wir werden die Frage nach einem Anfang mal geklärt haben und ein 1zu1 Modell besitzen dafür wie alles iwann mal begann, und alles andere wäre auch erklärt, dann würde man sich hinsetzen und darüber fachsimpeln ob es nun eine Berechtigung für die Frage nach dem "warum" gibt oder nicht.
 
Ich glaube das kann man jetzt garnicht beurteilen. [...]

Doch, das kann man. "Gott" ist die unwahrscheinlichste aller Erklärungen. Alles ist wahrscheinlicher, als dass irgendwo eine mysteriöse Intelligenz mysteriösen Ursprungs sitzt, die mit mysteriösen Kräften die Naturgesetze erfunden hat, ggf. in Balance hält und sich vielleicht sogar noch in unsere Welt einmischt.
 
Doch, das kann man. "Gott" ist die unwahrscheinlichste aller Erklärungen. Alles ist wahrscheinlicher, als dass irgendwo eine mysteriöse Intelligenz mysteriösen Ursprungs sitzt, die mit mysteriösen Kräften die Naturgesetze erfunden hat, ggf. in Balance hält und sich vielleicht sogar noch in unsere Welt einmischt.
Ich bin der Meinung dass kein Mensch der Welt eine gescheite Äußerung darüber zu machen vermag was am warscheinlichsten ist über einen Zustand der sich vor 14 Mrd Jahren auf Planklängen abgespielt haben soll. Die Sammlung unserer Schlussfolgerungen ist schlicht zu dünn und lässt keine Analysen diesbezüglich zu die man auch nur im Ansatz als falsifiziert oder iwie gesichert ansehen könnte, ebensowenig verstehen wir unser geschlossenes System als ganzes nicht, bzw können nicht mal mit Sicherheit sagen ob es ein geschlossenes System ist wie vermutet.
Ich würde meine Hand dafür nichts ins Feuer legen.

Und Gott ist zu variabel, aber einigen wir uns mal auf Schöpfung bzw eine Systematik in den Dingen die uns umgeben. Ich erkenne hier sehr wohl ein Prinzip und kann mir vorstellen dass das von etwas ausgeklügelt ist, und kein Produkt reinen Zufalls. Zum Thema Warscheinlichkeiten sind wir mMn einfach noch zu tief in den Kinderschuhen um wahrhaftige Aussagen zu tätigen die über reine SPekulation hinaus gehen.
 
Ich hab mal ein Gleichnis vor zehn Jahren gehört, was sich bei mir eingebrannt hat: Keiner würde ernsthaft annehmen, dass eine Boeing 707 rein zufällig durch unzählige Windstöße zusammengebaut werden kann, aber dass etwas unvorstellbar komplexeres wie das Universum rein zufällig sich bilden konnte, erscheint plausibel zu sein.
 
Und nochmal: ein mysteriöses Schöpferwesen mit mysteriösen Schöpferkräften, die ja nochmal komplexer sein müssen als all die Wunder des Universums... Ist tatsächlich plausibler und wahrscheinlicher, als dass wir schlichtweg noch nicht in der Lage sind, zu begreifen, wie sich das Universum und die Naturgesetze so entwickeln konnten, wie sie das offensichtlich getan haben im Laufe diverser Milliarden Jahre?
 
Und nochmal: ein mysteriöses Schöpferwesen mit mysteriösen Schöpferkräften, die ja nochmal komplexer sein müssen als all die Wunder des Universums... Ist tatsächlich plausibler und wahrscheinlicher, als dass wir schlichtweg noch nicht in der Lage sind, zu begreifen, wie sich das Universum und die Naturgesetze so entwickeln konnten, wie sie das offensichtlich getan haben im Laufe diverser Milliarden Jahre?
Die Naturgesetze bestanden ja eigentlich von Anfang an. Kurz nach dem Urknall.
Also kann man das gar nicht "über sehr lange Zeiträume" erklären.
Ist mir jetzt im nachhinein klar geworden.
Woher kommt diese Systematik? Also logische Eigenschaften der Natur?
Unser Körper und unser Gehirn sind Anpassungen an diese Eigenschaften.
Um zu erkennen das es diese gibt und Naturgesetze zu formulieren.
Aber irgendwie beisst sich die Katze da in den eigenen Schwanz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, was die Naturgesetze im engeren Sinne angeht, hast du natürlich Recht. Wenn wir es auf die Evolution des Lebens ausdehnen, passt es wieder besser.

Ich denke, das menschliche Gehirn ist einfach stark auf das Suchen nach Mustern und Absichten gepolt und mag gleichzeitig keine Unklarheiten. Deswegen die Neigung vieler Menschen, an irgendeine Form von "Intelligent Design" zu glauben. Ich schließe es ja auch nicht aus, halte es aber für sehr unwahrscheinlich.
 
Forscher kommen immer wieder zu der Erkenntnis, dass das menschliche Gehirn das komplexeste bekannte Objekt im Universum ist. Wir sind in der Lage das zu erkennen, aber noch lange nicht zu erklären.
Ich finde die Frage wie das menschliche Bewusstsein oder überhaupt ein Bewusstsein entsteht, sehr spannend.
Aber solange man sich nicht auf Definitionen einigen kann, die alle (involvierten Wissenschaftsbereiche) zufriedenstellen, wird es schwer das auch zu beantworten.
 
Nun, ich könnte damit anfangen zu beschreiben, was Leute dazu sagen, die wegen Meinungsverbrechen bestraft wurden. Es hat sehr viel zu tun mit dem Gang Gottes durch die Welt zu sich selbst.

Ich wollte schon mal anklopfen hier und freundlich Hallo sagen, denn hier werde ich mich wohl am meisten austoben können.

Viele Grüße an alle
 
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