Na hier sagst du das doch oder nicht ?
Soulstyle meint damit, dass das Wort Allah alle Muslime weltweit benutzen, da das Wort Allah im Arabischen keinen Plural zulässt. Somit sind und bleiben Glaubensgrundlagen der Muslime durch die arabische Sprache konserviert, unabhängig davon welche Muttersprache sie sprechen. Auch nur der Qur'an in arabischer Sprache darf Qur'an genannt werden, während alle Übersetzungen als ungefähre Bedeutung des Qur'ans kategorisiert werden.
Das ist sehr komplex.
Ich versuche zu verkürzen.
Rückbesinnung auf das "genetische Erbe" in einem jahrelangen Prozess.
Spiritualität im Sinne, über Meditation, Rituale, Trance, Eins mit der Natur zu werden.
Erkennen, dass alles um uns herum "Gott" ist.
Es gibt nicht DEN Gott, Gott ist im Stein, im Gras, im Baum, in der Blume, im Wasser, am Himmel, in jedem Tier, in jedem Menschen, überall.
Man muss ihn nur erkennen.
Wir Muslime glauben auch daran, dass wir Allah in seiner Schöpfung erkennen, allerdings in seinen Attributen und nicht in seinem Wesen. Allahs Wesen ist laut Qur'an mit nichts zu vergleichen und somit fern von jeglicher Vorstellung. Es gibt hier eine strikte und klare Trennung von Schöpfung und Schöpfer. Der Schöpfer gleicht seiner Schöpfung in keinster Weise und ist von ihr unabhängig, während die gesamte Schöpfung in Abhängigkeit, Vergänglichkeit und Unvollkommenheit sich befindet. Daher ist die Definition von Allah nur mit absoluten Adjektiven zulässig.
Es gibt daher keinen Mangel und nichts, was Allah nicht weiß, nicht sieht, nicht hört, nicht kann usw.
Und selbst die Gegenteilige Behauptung bleibt mangelhaft in der Sprache des Menschen, denn wenn wir auch sagen Allah sieht, hört und weiß alles, entzieht sich das "wie?" dem Fassungsvermögen unseres Verstandes. Beziehungsweise es wird immer durch den begrenzten, fehlerhaften Filter unseres Verstehens gezogen, was wir wiederum von uns weisen. Wir können Allah in Vollkommenheit nicht begreifen!
Nichtsdestotrotz zieht sich die Aufforderung Allah zu erkennen, indem wir Menschen die Naturphänomene und uns selbst als Teil der Schöpfung beobachten, als roter Faden durch den gesamten Qur'an, was aus heutigem Sichtpunkt sehr verwunderlich und äußerst interessant ist, weil wir nicht mal die Naturphänomene um uns herum so richtig begreifen.
Das ist unser Glauben in sehr stark komprimierter Form.
Jetzt zur islamischen Spiritualität:
Unsere Spiritualität bedeutet sich Allah nahe und verbunden fühlen und dass hängt damit sehr zusammen, dass wir unsere Begierden, Triebe und Sehnsüchte kontrollieren, indem wir die von Allah aufgestellten Grenzen (arab. Haram) bewahren. Daher geht bei uns Verzicht (arab. Zuhd) mit Spiritualität Hand in Hand. Durch die Struktur des Islams lebt ein Muslim somit in ständiger Spiritualität. Unser Tag fängt damit an, dass wir, bevor die Sonne schon aufgeht unser Erstes von 5 Gebeten verrichten. Das Gebet ist ein ständiger Rhytmus aus Aufstehen, sich verbeugen und auf den Knien mit dem Gesicht zum Boden niederwerfen, um dadurch, dass wir unsere höchste Stelle am Körper runter auf die Erde legen, somit unsere vollkommene Ergebenheit Tag für Tag demonstrieren. Im Ramadan verzichten wir auf Essen und Trinken und zeigen wieder Ergebenheit. Durch die Armensteuer trennen wir uns vom Vermögen und sind wieder in Ergebung.
Das Wort Islam ist nämlich auch das arabische Substantiv für Ergebenheit. Muslim ist das Partizip aktiv, also der Ergebene.
Das ist jedoch nur ein Aspekt der Spiritualität. Ein weiterer sehr großer Aspekt ist Dankbarkeit. Dankbarkeit für das Sein und Existieren dürfen in Allahs Schöpfung. Dankbarkeit für alle unzählige Gaben, denen wir bewusst oder auch unbewusst sind.
Ok, das war jetzt viel und ist trotzdem nicht Mal ein Sandkorn von dem, was in über 1400 Jahren islamischer Theologie darüber geschrieben wurde.