ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Ich fand den Ansatz auch (an der Stelle willkommen Emp1 in der Diskussion) ganz interessant.
Welche Voraussetzungen meinst du, ruyven_macaran?
Die Möglichkeit, mit Leichtigkeit innerhalb von Bruchteilen einer Lebensspanne interstellare Distanzen zurückzulegen. Es ist eine Sache über die Besiedlung fremder Systeme nachzudenken. Das will ich nicht gänzlich ausschließen, Generationenschiffe sind denkbar, Keimzellen sind eingefroren nahezu unbegrenzt lagerbar und es gibt auch genug Lebensformen, die Überdauerungsstadien annehmen können. Aber es ist eine Sache, in einem Jahrtausende dauernden Flug ein anderes System zu erreichen und eine ganze andere, eine interstellare Zivilisation aufzubauen. Auch wenn der nächste Stern nur 3 LJ entfernt wäre, würde eine Reise dorthin immer noch Jahrhunderte dauern. Das ist vergleichbar mit Europa-Nordamerika im Neolithikum, zu Fuß über die trockengefallene Beringstraße als sich fortpflanzende Siedlungskette. Zu kulturellem Austausch kam es aber erst, als die Reisezeiten ein Tausendstel davon betrugen, also die Wikinger innerhalb eines Jahre hin und zurück reisen konnten, und von einer gemeinsamen zivilisatorischen Entwicklung sprechen wir erst seit dem 19. Jhd., als sich die Rundreisezeit auf einen Monat verkürzte und zumindest für 5 Prozent der Bevölkerung erreichbar war. Das sind die Maßstäbe, die eine Zivilisation interstellar erreichen muss, ehe sie Teilen der Galaxis eine "Bedeutung" zuschreiben kann. Wer interstellaren Austausch dagegen als Jahrtausendereignis betrachten muss, der kann Systeme allenfalls nach ihrem Zielwert für ein Kolonieschiff sortieren, sofern seine Fernbeobachtungsmöglichkeiten das zulassen.
Ich glaube im Übrigen nicht, das irgendwer sich bei dem Stichwort interstellarer Raumfahrt noch Gedanken über chem. Antriebe macht.
Schätze, dass künftige interstellare Sonden, sofern sie gebaut werden, mit Ionenantrieb +Solarsegel + swing-by-Beschleunigung um unsere Sonne herum wohl funktionieren werden.
Deep Space 1 – Wikipedia
677 Tage in Betrieb und erreichte in dieser Zeit eine kumulierte Beschleunigung von ∆v = 4,3 km/s = nicht schlecht für in Summe 72 kg Xenon als Treibstoff
Nicht schlecht?? Um innerhalb von 40 Jahren (also innerhalb eines Menschlebens abzüglich Kindheit + Ausbildung und Alter, die man vielleicht nicht im All verbringen möchte) zu einem 3 LJ entfernten System zu fliegen und wieder zurück, brauchst du eine Durchschnittsgeschwdindigkeit von 45000000 km/s beziehungsweise eine Höchstgeschwindigkeit von 90000000 km/s, die du innerhalb von 10 Jahren erreichen musst. 4 km/s nach 2 Jahren (und das ohne Treibstoff für die nächsten 8 und noch einmal die gleiche Menge für 10 Jahre bremsen) passen nicht so ganz dazu. Und auch die anderen von dir genannten Techniken sind nicht schneller. Wie gesagt: 17 km/s durch Swing-By ist unser aktueller Rekord. Die in meinem obigen Beispiel geforderten 0,292 m/s² Beschleunigung liegen weit über den Möglichkeiten von Ionenantrieben.
Was eben nicht zwingend sein muss.
So rein theoretisch wäre eine Weiterentwicklung unsere Oktopoden hin zu einer intelligenten Spezies durchaus möglich inkl. Unterwasserarchitektur, Bildung, Kommunikation usw.
Er hat sogar acht Manipulatoren um Großartiges zu bewerkstelligen und jetzt schon mindesten so gute Augen wie wir.
Nur wird eine solche Spezies auf Grund seiner Lebensumgebung nur im unwahrscheinlichsten Falle sich Gedanken machen, wie er zu anderen Sternen kommt, zumindest ist die Hürde ungleich größer.
Somit kann eine ähnliche kognitive Leistungsfähigkeit nicht zwingend etwas darüber aussagen, wie sich eben diese Spezies in Hinblick auf die Technikanwendung entwickeln wird.
Es gibt Berichte über Kraken, die systematisch in der Uferzone oberhalb des Wasserspiegels Beute machen. Da ist es eigentlich kein langer Schritt mehr zu "Auftaucheranzügen" zur Erschließung neuer Ressourcen, die Menschheit hat rund 2000-3000 Jahre für eine Umsetzung in großem Maßstab gebraucht. Und quasi parallel hat sie den Luftraum erschlossen, nur wenig später den Weltraum.
Wir können verdammt von Glück reden, dass Kraken nur wenige Jahre leben (wenn sie sich fortpflanzen können) und kein Lehrverhalten zeigen, sonst säße Homo sapiens[/u] schon lange im Aero-Zoo.
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Wenn die natürlichen Konstanten wie man annimmt wirklich konstant sind, braucht man nicht lange diskutieren: Höchstwarscheinlich wird keine Spezies Herr über die kosmischen Distanzen.
Wenn Licht die Geschwindigkeitsgrenze bildet mit seinen 300k km/s und Materie laut Einstein nicht so schnell beschleunigt werden kann, dann hilft keine noch so bahnbrechende Technologie, denn die Natur stellt allen Spezies die selbe Grenze.
Angenommen Wesen die im Durchschnitt 1000 Jahre leben und sich mit Antriebstechniken bis 90% der L.Geschw. fortbewegen können, wie groß wäre der Teil ihrer kosmischen Zone des Erreichbaren ? Immernoch sehr klein, sie wären praktisch regional![]()
90%? Rechne dir nurmal die Energie für 10% aus. Absolut unpraktikabel. Die einzigen Möglichkeiten interstellarer Reisen die Eingangs geschilderten. Aber die ermöglichen keine Interaktion zwischen Planeten. Für alles andere braucht man Antriebe, die mit unserem bisherigen Physikverständniss unvermeidbar und reine Science Fiction sind.
(An der Stelle seit auf Marion Zimmer Bradleys Darkover-Zyklus verwiesen. Der die Geschichte eines ohne FTL-Antrieb von einem Schläferschiff besiedelten Planten beschreibt, der Jahrtausende später von einem sich dank zwischenzeitlich entwickelten FTL ausbreitenden Imperium vereinnahmt wird.
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