Es gibt ja durchaus Theorien, dass unsere Hirnkapazität eher ein Abfallprodukt ist. Eigentlich ging es wahlweise nur um mehr Radiatorfläche oder es blähte sich zufällig durch eiweißreichere Ernährung auf. Und wenn man schon ein großes Hirn hat, können sich natürlich auch leichter gescheite Gedanken darin verlaufen, statt sich gleich wieder zu verflüchtigen.
Halte ich beides für fragwürdig. Es gibt keine schlechtere Form zur Wärmeabgabe als eine Kugel und sämtliche anderen Tiere, die mehr Abstrahlungsfläche brauchten, haben passenderweise verlängerte Körperanhängsel entwickelt. Und Nahrungsqualität kann zwar bestimmte Merkmalsausprägungen ermöglichen, aber nicht auslösen. Sonst werde der physische Aufbau jedes Exemplars stark von seiner Nahrungsversorgung abhängig und nie ausgewogen. Sowas können sich Pflanzen und ein paar sehr niedrige Tiere erlauben, aber alles was auf das Zusammenspiel von Gliedmaßen und Organen angewiesen ist, kann maximal 1-2 alternativ-Baupläne evolvoieren, die je nach Nahrungslage an- und abgeknippst werden (Migrationsphase bei Heuschrecken als Beispiel) und nicht einfach Hirnwucherungen entwickelt, nur weil mehr Eiweiß auf dem Teller war.
Wenn man den Menschen mit größeren Säugetieren vergleicht ist afaik die Hirn-Oberfläche das was die Anatomie selbigens besonders macht, nicht die Masse.
Da hat der Mensch erstaunliches Talent, sich den für ihn besten Vergleich rauszusuchen:
"Wir haben ein viel größeres Gehirn als alle anderen Affen! Nur wir sind intelligent!" => "Ersteres stimmt. Aber schon mal einen Wal gesehen? Oder auch nur einen Elefanten?"
"Wir haben ein viel größeres Gehirn relativ zur Körpermasse! Nur wir sind intelligent!" => "Und Mäuse auch?"
"Unser Gehirn ist viel feiner gefurcht als alle anderen! Nur wir sind intelligen!" => "Spatzenhirn!"
(to be continued)
Meiner Meinung nach geht es bei der menschlichen Intelligenz eher um die Sozialisation. Wenn man sich die Leistungen mancher Tiere in mancher Hinsicht anguckt, die Unfähigkeit vieler zivilisierter Menschen bei den banalsten Überlebensfragen und umgekehrt das komplett andere Fähigkeitenprofil von "wild" aufgewachsenen
Homo sapiens, dann sieht es für mich eher so aus, als wäre unsere "intelligente" zu denken etwas trainiertes denn etwas vererbtes. Schlaue Menschen denken nicht soviel besser, sondern sie denken oft nur über die Dinge nach, die als schlau gelten und haben Defizite in Bereichen, die niemand bewertet. Vergleiche mit Tieren, die naturgemäß nicht den gleichen Anreizen, Themen und vor allem nicht dem kulturell überlieferten Vorwissen ausgesetzt sind, erübrigen sich somit fast vollständig.
Das wäre ja ein "Generationenraumschiff". Ich denke auch das sowas am realistischsten sein wird.
Noch nicht ganz, da in meinem Beispiel praktisch niemand an Board lebt. Ein echtes Generationenschiff ist die nächst naheliegendere Alteranative, müsste aber 2-3-4 Zehnerpotenzen größer ausfallen, um eine stabile Populationsgröße aufnehmen zu können. Meiner Meinung nach ist so etwas ein dritter Schritt nach der systematischen Errichtung Heimatplanet-naher Weltraumhabitate und Besiedlung innerer Planeten und der Kolonilisierung der äußeren Bereiche des Heimatsystems mit künstlichen, bereits größtenteils energieautarken Habitaten. Da muss dann "nur" noch der Antrieb dazu kommen. Aber bis man soweit ist, sich überhaupt aus der habitablen hinauswagen zu müssen, vergehen Jahrtausende, ein Generationenschiff würde ich erst Jahrzehntausende nach den ersten Raumflügen erwarten. Die Entsendung von Dauerstadien kann dagegen bereits nach einigen Jahrhunderten beginnen, da die Investition gegenüber einer reinen Robotorsonde vergleichsweise klein ausfällt, sofern man die nötigen medizinischen Techniken schon für heimatliche Verwendung bereit stehen hat.
Danke für das Vorrechnen, das eignet sich ideal um den Dänniken Spinnern mal ein bisschen Wahrheit beizubringen

Fand die Frage selbst faszinierend, möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass Mitternacht-Wikipedia-Auswertungen auch Fehler enthalten können. Aber selbst wenn ich 2-3 Zehnerpotenzen daneben liegen, ist interstellarer Pendelverkehr immer noch physikalisch unmöglich. Sowas wäre nur für Spezies mit Generationszyklen von vielen Jahrtausenden oder einer komplett unbegrenzten Lebenserwartung möglich. Aber wir wissen von der Erde, dass so etwas für entwicklungsbiologischen Stillstand sorgt. Es ist also beinahe ausgeschlossen, dass eine hochentwickelte Art mit diesen Eigenschaften evolviert.
So viel ich noch weiß besitzen wir auf der Erde auch nichtmal annähernd das Material um im großen Stil unsere Region der Galaxie zu bereisen. Hab es noch wage im Kopf aber, für ein Raumschiff nach heutigem Stand, bräuchten wir für die Größe für nur paar tausend Person, Kunststoffmengen aus zwei Erden. Dazu noch Metalle usw.
Sprich auch wenn es eines Tages mal möglich sein sollte dann vermutlich so dass das Raumschiff zur Erde zurückfinden, um recyceld zu werden.
Solche Rechnungen habe ich noch nicht gesehen, aber wenn man nicht mein bewusst absurdes Beispiel eines chemischen Antriebs aufgreift, der das gesamte Sonnensystem verbrauchen würde, halte ich das für übertrieben. Wir bauen ja schon reihenweise Schiffe von ein paar 10000 Tonnen, die tausende Menschen für mehrere Wochen am Leben erhalten können (sogenannte Kreuzfahrer). Mit Luft-Regereneration und Nahrungsanbau wäre man vielleicht bei eine paar 100000 Tonnen, wenn man die gleiche ineffiziente, übergewichtige Technologie nimmt, aber das ist immer noch weiter weniger Materialeinsatz als bereits auf den Weltmeeren herumschwimmt. Und ein Reaktor sowie etwas Teilchen-Beschleuniger ähnliches als Antrieb für diese Masse hätte auch keine größeren Dimensionen als ein paar hundert Kraftwerke. Technologisch wäre das eine Meisterleistung, aber verglichen mit der Infrastruktur der Menschheit ein Klacks. Und letztere hat zwar den Planenten ganz schön belastet, aber nur wegen der belegten Fläche und der mangelhaften Abfallentsorgung, nicht wegen der verbauten Elemente. Rein aus Transportgründen gehen sämtliche Pläne für Raumfahrzeuge dieser Größe aber ohnehin von einem Bau in einer Mond-Umlaufbahn oder im Asteroidengürtel aus.
Oder man sendet nur die Information über Erbgut, Aufzuchtanleitung, Erziehung und Kultur. Das ist immer noch eine beträchtliche Datenmenge, die fehlerfrei ankommen und korrekt interpretiert werden muss, aber immerhin geht das schon einmal lichtschnell. Was daraus im Erfolgsfall wird, wäre vom Wesen her auch kein Mensch, wie wir ihn kennen, aber als solcher kämen Menschen ja auch körperlich nicht am Ziel an.
Dafür bräuchte man aber erst einmal einen Empfänger mit der nötigen Infrastruktur. Und bei Anwortzeiten in der Größenordnung von Jahrzehnten bis Jahrhunderten, wenn nicht mehr, würden allein die nötigen Absprachen Jahrzehntausende dauern.
Hmm -- was würde passieren, wenn wir sowas bekämen?
Eine technologisch weit fortgeschrittene Zivilisation ist ausgestorben, weil der Heimatstern zum roten Riesen wurde.
Sie haben es aber geschafft, Schiffe zu bauen und dort ihr Gene samt technische Errungenschaften zu speichern.
So ein Schiff landet auf der Erde und ein künstliche Intelligenz bittet nun die Menschen darum, die ausgestorbene Spezies wieder aufzubauen und neu anzusiedeln.
Im Gegenzug erhalten sie Einblicke in die Kultur und die Technologie.
Wenn die Spezies ausgestorben ist, kann sie keine Kultur und Technologie mehr zurückhalten.