Mahoy
Volt-Modder(in)
Alles schön und gut aber die Zeiten in denen wir um unser Überleben kämpften sind jetzt vorbei. Der Mensch dominiert die Erde und das Tier, und eine intelligente Spezies welche 100.000 Jahre als Cilivisation besteht wird das wohl auch tuen.
Naturam expellas furca, tamen usque recurret - die Natur weicht der Hacke, aber sie kehrt stets zurück.
Das schrieb ein kluger Mann namens Quintus Flaccus Horaz vor über 2000 Jahren, und noch heute hat es nicht jeder eingesehen.
Wir kämpfen immer noch ums Überleben. Jeden Tag und mit jedem Atemzug. Wir müssen ständig kämpfen, damit uns nicht irgendwelche primitiven Einzeller den Garaus machen. Wir sind absolut machtlos gegen unzählige Naturereignisse - darunter auch solche, die wir selbst provoziert haben und die sich trotzdem unserer Kontrolle entziehen. Und wenn wir mal kurz die Oberhand über die äußere Natur haben, wird uns unsere eigene Natur zum Verhängnis.
Wir schaffen es nicht, mehr als einen kleinen Teil unserer eigenen Spezies auf einen halbwegs akzeptablen Lebensstandard zu bringen. Und selbst damit richten wir bereits Schäden an, die wir nicht wieder beheben können.
Kurz, wir sind immer noch Affen, nur mit elektrischem Licht und dem Bedürfnis, ab und zu ausgewählte Vertreter unserer Art in lebensfeindliche Umgebungen zu entsenden, damit sie nachschauen, ob es dort irgend etwas gibt, was unsere bisherige, nicht (ganz so) lebensfeindliche Umgebung noch etwas aufwerten könnte.
Auch "Neugier" wird viel zu sehr poetisiert - sie ist nichts anderes als eine Funktion die dafür sorgt, dass wir nicht erst dann tätig werden, wenn es zwingend nötig und womöglich schon zu spät ist. Deshalb ist Neugier auch sehr gerichtet, und zwar nach dem, was notwendigerweise unser Interesse hat.
Die hypothetische Schneckenzivilisation wäre auch neugierig. Sie steckt die Fühler raus, stellt fest, dass da nichts ist, was heranzuholen oder abzuwenden wäre und optimiert dann einfach weiter ihren Lebensraum, der ihr an sich alles bietet, was sie braucht, nur halt noch nicht ihrem Verständnis von Perfektion entsprechend.
Eine Hochkultur die den Wissensgrad und die technologische Kapazität erreicht hat um 100.000 Jahre zu exstieren, also faktisch weiter wäre als wir, ihr Denken abzusprechen nur um eine Erklärung dafür zu haben wieso sie bisher unsichtbar für uns waren, ist eine schlechte Erklärung![]()
Deshalb hat es auch niemand so erklärt. Es geht nicht darum, dass sie nicht denken, sondern dass sie *anders* denken. In Strukturen und Schwerpunkten, die für uns so schwer zu verstehen sind wie die Duftsprache von Ameisen oder die Details des Balztanzes des Gemeinen Niederbayrischen Heidenwolpertingers.
Realistischer ist die, dass es sie garnicht gibt. Nach bald 80 Jhren Geschichte von kosmischen Aufzeichnungen weiterhin gähnende Leere in unserer Milchstraße. Unter Umständen werden uns immer neure Technologien nur zeigen, dass wir allein sind.
Das ist in etwa so, als ob du bei einem riesiges Haus mit zigtausend Räumen durch einen engen Fensterspalt lugst, einen Raum teilweise überblicken kannst, daraus keine dir bekannte Sprache hörst und daraus schließt, das Haus wäre unbewohnt.
Womöglich meditiert jedoch zwei Räumen weiter jemand leise, in der anderen Richtung schmettert jemand Arien im Ultraschallbereich und ganz am anderen Ende des Hauses findet ein Party statt, die eigentlich voll dein Ding wäre, von der aber nichts bei dir ankommt, weil zu viele Wände dazwischen sind.

Was beherrschen wir?
