Der "Naturwissenschaften" Thread

Bekannter Maßen ist Raumfahrt sehr teuer, auch für Aliens.
Gründe, eine erfolgreiche interstellare Expedition loszusenden, können nur extrem Wichtige oder Existenzielle sein.
Rohstoffe gibt es an jeder Ecke in der Galaxis, dazu bedarf es keinen Lichtjahre weiten Tripp.
Somit verbleiben:
Erweiterter Siedlungsraum (aus welchen Gründen auch immer)
Eroberungsdrang
Wissenschaftliche Neugier

Die oberen zwei sind gekoppelt, für den letzten Grund ist in der Regel kein Geld da.

Raumfahrt ist nicht *grundsätzlich* teuer, sondern material- und arbeitsintensiv. Irdische Gesellschaften sind dabei jedoch ineffizient; im Guten wie im Schlechten. Grob vereinfacht: Bei uns sollen von der Raumfahrt und allen zuarbeitenden Branchen Arbeitgeber Geld verdienen und Arbeitnehmer davon leben können, es fließen nur geringe Anteile aller aufgebrachten Ressourcen tatsächlich da rein, gesteckte Ziele zu erreichen. Eine außerirdische Gesellschaft, die eher wie ein Schwarm organisiert und/oder - Gott bewahre! :D - irgendwie den real existierenden Kommunismus etabliert hat, wäre da viel besser am Start.

Bei den Gründen hast du genetische Determination ("Wir müssen zu den Sternen, unsere mottenartigen Vorfahren haben uns den Drang hinterlassen, diese komischen Lichter da oben zu erreichen ...") oder religiöse Gründe ("Der große Knorx hat befohlen, das wir uns das All untertan machen!") vergessen.

Bei "erweiterter" Siedlungsraum würde ich das "erweitert" punktuell streichen. Es kann auch ein sehr triftiger Grund sein, das der bisherige Siedlungsraum zunehmend unbewohnbar wird, ohne dass dies mit technischen Mitteln aufzuhalten wäre, die aber durchaus geeignet sind, bewohnbare Welten ausfindig zu machen und zu erreichen. So eine Endzeitstimmung sorgt auch gleich dafür, dass die Gesellschaft wirklich alles investiert, denn auf andere Dinge sparen muss man nicht mehr.
Was in diesem Punkt auch mit hieneinspielt: Bei bewohnbaren Welten ist die Chance deutlich höher, dass sie bewohnt sind - bzw. Zeichnen von Leben sind der Beweis einer bewohnbaren Welt.

Ehrlich gesagt, bin ich daher gar nicht so scharf darauf, dass hier jemand von outerspace hier vorbeikommt.
Der Faktor L wird dann bei uns endlich sein.

Traurig, aber wahr: Die Wahrscheinlichkeit dafür, es zu einem Kontakt mit intelligentem außerirdischen Leben kommt, ist extrem gering. Die Chance, dass dieser Kontakt gut ausgeht, ist noch geringer - dafür muss ja noch nicht einmal eine grundsätzlich böse Absicht von irgend einer Seite vorhanden sein.
 
Raumfahrt ist nicht *grundsätzlich* teuer, sondern material- und arbeitsintensiv. Irdische Gesellschaften sind dabei jedoch ineffizient; im Guten wie im Schlechten. Grob vereinfacht: Bei uns sollen von der Raumfahrt und allen zuarbeitenden Branchen Arbeitgeber Geld verdienen und Arbeitnehmer davon leben können, es fließen nur geringe Anteile aller aufgebrachten Ressourcen tatsächlich da rein, gesteckte Ziele zu erreichen. Eine außerirdische Gesellschaft, die eher wie ein Schwarm organisiert und/oder - Gott bewahre! :D - irgendwie den real existierenden Kommunismus etabliert hat, wäre da viel besser am Start.

Alles ist grundsätzlich teuer.
Das Problem ist, dass sich die Unternehmen die Kosten von der Allgemeinheit bezahlen lassen und die Gewinne abschröpfen.
Sieht man gut an den Umweltkosten, die in keinem Produkt eingepreist sind, die aber die Allgemeinheit bezahlen muss -- Kläranlagen, Nitratproblem.
Die Frage ist halt, welches Wirtschaftssystem ist wirklich sinnvoll, wenn man als Gesellschaft Tausende oder Millionen von Jahren überleben will?
 
Bei den Gründen hast du genetische Determination ("Wir müssen zu den Sternen, unsere mottenartigen Vorfahren haben uns den Drang hinterlassen, diese komischen Lichter da oben zu erreichen ...") oder religiöse Gründe ("Der große Knorx hat befohlen, das wir uns das All untertan machen!") vergessen.

Genetische Determination kann man ausschließen, da sie sich nur durch evolutionäre Mechanismen verstetigen könnte. Dafür müssten aber Arten mit "wir müssen zu den Sternen"-Gen eine signifikant höhere Überlebensfähigkeit erreichen, also innerhalb von einer oder einiger wenigen Generationen von ihren Bemühungen profitieren. Da selbst planetare Raumfahrt nicht von heute auf gleich geht und erst interstellare Raumfahrt eine deutliche Ausbreitung ermöglichen könnte, kann man das ausschließen. Religion würde ich als Ausgangsmotivation auch ausschließen. Religiöse Kulte sind eher ein Umsetzungsmechanismus für Ideen, aber zunächst muss diese irgend ein Vorbeter aus anderem Anlass in die Welt setzen. Zumindest auf der Erde haben Konzepte ohne praktischen Nutzen (sprich: Mehr Gläubige, mehr Macht oder mehr Reichtum für die religiöse Elite) außerdem eine eher kurze Halbwertszeit und beschränkte Reichweite, was ebenfalls interstellare Raumfahrt ausschließt.

Bei "erweiterter" Siedlungsraum würde ich das "erweitert" punktuell streichen. Es kann auch ein sehr triftiger Grund sein, das der bisherige Siedlungsraum zunehmend unbewohnbar wird, ohne dass dies mit technischen Mitteln aufzuhalten wäre, die aber durchaus geeignet sind, bewohnbare Welten ausfindig zu machen und zu erreichen. So eine Endzeitstimmung sorgt auch gleich dafür, dass die Gesellschaft wirklich alles investiert, denn auf andere Dinge sparen muss man nicht mehr.
Was in diesem Punkt auch mit hieneinspielt: Bei bewohnbaren Welten ist die Chance deutlich höher, dass sie bewohnt sind - bzw. Zeichnen von Leben sind der Beweis einer bewohnbaren Welt.

Zumindest aus unserer heutigen technischen Perspektive ist es wesentlich einfacher, künstliche Habitate für sehr viele Menschen innerhalb unseres Sonnensystems anzulegen, als auch nur einen einzelnen Menschen in ein Nachbarsystem zu transportieren. Und bei den bislang beobachten Abständen zwischen Planeten mit möglicherweise vergleichbaren Bedingungen wie auf der Erde wird ein Umzug selbst bei voller Ausnutzung des physikalisch Möglichen unrentabel.
 
So primitiv sind unsere Mittel ja nicht. Die ersten Planeten, die man entdecken konnte, waren Gasriesen direkt in der Nähe des Sterns.
Heute können wir Planeten entdecken, die kleiner und weiter weg vom Stern sind.
Keine Ahnung, was in 20 oder 50 Jahren möglich ist.

Das sehe ich etwas anders

Exoplanet.:D – Wikipedia

Einen wirklichen Quantensprung wird das
Extremely Large Telescope – Wikipedia liefern,

dagegen war Hubble nur ein Furz. :D:daumen:
 
Genetische Determination kann man ausschließen, da sie sich nur durch evolutionäre Mechanismen verstetigen könnte. Dafür müssten aber Arten mit "wir müssen zu den Sternen"-Gen eine signifikant höhere Überlebensfähigkeit erreichen, also innerhalb von einer oder einiger wenigen Generationen von ihren Bemühungen profitieren. Da selbst planetare Raumfahrt nicht von heute auf gleich geht und erst interstellare Raumfahrt eine deutliche Ausbreitung ermöglichen könnte, kann man das ausschließen.

Ein unmittelbares "Ad astra!"-Gen wird es nicht geben, aus den von dir genannten Gründen. Aber es kann durchaus Triebe geben, die zum Überleben nützlich sind und trotzdem in Richtung Weltraum zielen. Die menschliche Neugier ist ja im Grunde nichts Anderes.

Religion würde ich als Ausgangsmotivation auch ausschließen. Religiöse Kulte sind eher ein Umsetzungsmechanismus für Ideen, aber zunächst muss diese irgend ein Vorbeter aus anderem Anlass in die Welt setzen. Zumindest auf der Erde haben Konzepte ohne praktischen Nutzen (sprich: Mehr Gläubige, mehr Macht oder mehr Reichtum für die religiöse Elite) außerdem eine eher kurze Halbwertszeit und beschränkte Reichweite, was ebenfalls interstellare Raumfahrt ausschließt.

Religiöse Führer pflegen Bedingungen/Ziele zu formulieren, ab wann und/oder durch was der Zustand der Seeligkeit eintritt. Gläubige wiederum zeigen eine bemerkenswerte Geduld, wenn es darum geht, einem fernen Ziel ohne unmittelbar erfahrbaren odr abstrakt prüfbaren Nutzen zu folgen. "Führe ein beschissenes Leben mit viel Arbeit, die nur Anderen zugute kommt, mucke nicht gegen die göttlich-weltliche Ordnung auf und dann kommst du nach deinem Ableben ins Himmelreich!" hat zum Beispiel über Jahrhunderte hinweg bemerkenswert gut funktioniert.
Da kann man sicher auch "Folgt mir, dem Propheten und meinen Nachfahren! Meine Sippe wird euch zu den Sternen führen, um dort Gott zu treffen, der alle eure verstorbenen Lieben bei sich aufgenommen hat und euch auch zu Göttern machen wird!" formulieren.

Zumindest aus unserer heutigen technischen Perspektive ist es wesentlich einfacher, künstliche Habitate für sehr viele Menschen innerhalb unseres Sonnensystems anzulegen, als auch nur einen einzelnen Menschen in ein Nachbarsystem zu transportieren.

Das sowieso. Habitate kann man in idealer Sonnenentfernung für maximale Energieeffizienz parken und sich die Rohstoffe innerhalb des Sonnensystems zusammensuchen. Nicht so kommod, wie in der Scholle zu graben, aber man nimmt ja, was man kriegen kann.

Allerdings sind wir dann auch schon beim nächsten Punkt: Ein Habitat kann nicht oder zumindest nicht sofort den Komfort und die Sicherheit eines bewohnbaren Planeten bieten. Sprich, auch da wird eine gewisse Opfer- und Risikobereitschaft sowie Generationen übergreifende Geduld verlangt. Das Habitat beweglich zu machen und mit Aussicht auf eine neue Erde auf eine Generationenreise zu schicken, ist dann kein allzu entfernter Schritt.
Die Investition ist nicht höher, als stationären Habitate mit irdischen Annehmlichkeiten zu bauen. Ob man nun in x Generationen ein Habitat mit irdischen Annehmlichkeiten hat oder in x Generationen eine neue Erde besiedeln kann, macht ggf. für die Pioniere keinen Unterschied.

Ich kann mir auch vorstellen, dass dann zweigleisig gefahren würde: Stationäre Habitate, um schnell Lebensraum zu schaffen und eine Basis zu haben, von der aus man weitere Untenehmungen starten kann.
Wenn man schon mal im All lebt, sind viele technische und mentale Hürden obsolet. Man muss keiner irdischen Schwerkraft entkommen und in den Habitaten wachsen Generationen heran, die an die Lebensfeindlichkeit des Weltraums und das Leben und Arbeiten in künstlichen Umgebungen gewöhnt sind. Ob sich die Erinnerung an die planetare Abstammung und die Sehnsucht nach planetaren Lebensraum verflüchtigt oder ganz im Gegenteil ins Sagenhafte steigert, kann man aus unserer Perspektive unmöglich absehen.
 
Ein unmittelbares "Ad astra!"-Gen wird es nicht geben, aus den von dir genannten Gründen. Aber es kann durchaus Triebe geben, die zum Überleben nützlich sind und trotzdem in Richtung Weltraum zielen. Die menschliche Neugier ist ja im Grunde nichts Anderes.

Damit wärst du dann aber wieder bei Forschungs-/Erkundungsdrang, nicht bei Besiedlung. Und in beiden Fällen muss eine weitere Motivation diesen Drang in Richtung Raumfahrt lenken. Und genau um diesen Anlass geht es ja - das ein gewisse Progressivität für jeden Fortschritt von nöten ist, ist sowieso klar.

Da kann man sicher auch "Folgt mir, dem Propheten und meinen Nachfahren! Meine Sippe wird euch zu den Sternen führen, um dort Gott zu treffen, der alle eure verstorbenen Lieben bei sich aufgenommen hat und euch auch zu Göttern machen wird!" formulieren.

Kann man formulieren. Ob die Religion damit ein Erfolg wird, darf aber bezweifelt werden, denn hier wird eine Belohnung nicht am Ende eines einzelnen Lebens, sondern erst nach mehreren Jahrhunderten aufeinander aufbauender Arbeit versprochen.

Allerdings sind wir dann auch schon beim nächsten Punkt: Ein Habitat kann nicht oder zumindest nicht sofort den Komfort und die Sicherheit eines bewohnbaren Planeten bieten. Sprich, auch da wird eine gewisse Opfer- und Risikobereitschaft sowie Generationen übergreifende Geduld verlangt. Das Habitat beweglich zu machen und mit Aussicht auf eine neue Erde auf eine Generationenreise zu schicken, ist dann kein allzu entfernter Schritt.

Das ist ein ziemlich großer Schritt. Denn dafür braucht das Habitat einen leistungsfähigen Antrieb und eine autarke Energiequelle großer Stärke. Annehmlichkeiten sind dagegen vergleichsweise einfach umzusetzen und für ein Generationenschiff so oder so nötig, denn das ist nun einmal nicht mit Pionieren bemannt. Sondern mit Kindern, Rentnern,...

Wenn man schon mal im All lebt, sind viele technische und mentale Hürden obsolet.

Zum Beispiel "wir müssen einen Planeten finden!". Für ein bereits im All lebendes Volk ist so Gravitationstrichter voller unkontrollierter Umwelt eigentlich nur ein Rückschritt. Also wieso sollte man einen erobern?
 
Damit wärst du dann aber wieder bei Forschungs-/Erkundungsdrang, nicht bei Besiedlung.

Da nimmt man statt der Analogie zur menschlichen Neugier eben den ebenfalls menschlichen Drang, seinen Nachkommen Lebensraum zu verschaffen. Wie lange der Planet ausreicht (oder parallel stattfindende Verdrängungskämpfe als bewohnbar übersteht), hängt dann von vielen Faktoren ab.

Man ist grundsätzlich schnell dabei, gänzlich fremdartigen Spezies menschliche Verhaltensmuster zu unterstellen oder bestenfalls solche, die man sich als Mensch abstrakt vorstellen kann, auch wenn man diesen als solcher nicht folgt. Interessant wird es bei Verhaltensmuster, die uns gänzlich unverständlich sind, weil wir die zig evolutionären, sozialen und geschichtlichen Faktoren nicht kennen, die zu deren Ausprägung geführt haben.

Kann man formulieren. Ob die Religion damit ein Erfolg wird, darf aber bezweifelt werden, denn hier wird eine Belohnung nicht am Ende eines einzelnen Lebens, sondern erst nach mehreren Jahrhunderten aufeinander aufbauender Arbeit versprochen.

Beispielsweise wird Buddhisten das Durchleiden von unzähligen Leben/Inkarnationen verkauft, bis sie *vielleicht* irgendwann den angestrebten Zustand erreicht haben. Den Buddhismus gibt es seit 2600 Jahren und er zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen.

Bei den Zeugen Jehovas schaffen es nach Ende aller Tage lediglich 144.000 Auserwählte an die Seite des Herrn, trotzdem sind 8,5 Millionen Zeugen missionarisch tätig - nicht zu verwechseln mit der Zahl der Bekennenden. Tendenz steigend.

Sprich, bei Menschen klappt das. Warum sollte es bei Außerirdischen mit einem dafür möglicherweise sogar empfänglicheren Mindset nicht möglich sein?

Das ist ein ziemlich großer Schritt. Denn dafür braucht das Habitat einen leistungsfähigen Antrieb und eine autarke Energiequelle großer Stärke.
Annehmlichkeiten sind dagegen vergleichsweise einfach umzusetzen und für ein Generationenschiff so oder so nötig, denn das ist nun einmal nicht mit Pionieren bemannt. Sondern mit Kindern, Rentnern,...

Das sehe ich anders. Das Habitat bis zur "Beziehbarkeit" aufzubauen wäre ebenfalls ein Generationenprojekt. Es wird womöglich Jahrzehnte dauern, bis das Ganze auch nur *ein wenig* mehr ist als eine Baustelle in Form einer Raumstation - und Generationen, bis es ein Lebensraum ist. Und das leisten Pioniere.
Die selben Pioniere, die in so einem Setting auf einer ungemütlichen Raumstation für zukünftige Generationen und das Überleben der Spezies Mensch ackern, steigen auch in ein Generationenschiff. Dafür muss man zwar Antriebe und Energiequelle beschaffen, aber das ist letztlich keine weniger enorme Leistung als die Schaffung von Millionen Quadratkilometern künstlichen Lebensraums, der mit Schwerkraft, atembarer Luft und Einrichtungen zur autarken Versorgung und Schutz vor Strahlung und Meteoriten etc. versehen werden muss.

Um zugängliche Rohstoffe für ein Habitat in einem solaren Orbit zu bekommen, muss man ohnehin jahrelang durchs Sonnensystem tingeln - und zwar immer und immer wieder mit tonnenweise Rohstoffen im Gepäck. Wenn man das technisch leisten kann und die Geduld dafür hat, kann man die selben techniischen und zeitlichen Ressourcen auch in eine interstellare Reise stecken.

Grundsätzlich ist die Umsiedlung der Menschheit in Habitate ist ein ebenso ambitioniertes, wenn nicht unmögliches Unterfangen. Wir haben bald acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten, und man kann sich ja ausrechnen, wie viel Platz diese brauchen und wie absurd viele Flüge man benötigt, um diese in die Habiate umzuziehen. Das ist mit Kindern und Senioren und etlichen anderen Menschen rein von der physischen Verfassung her nicht zu machen.
Kurz, es würden immer ein paar Auserwählte sein, die ein Mammutprojekt zu stemmen haben, ohne dass sie, ihre Kinder oder Kindeskinder, sondern erst viel spätere Generationen in den Genuss des vollendeten Werks kommen können.

Zum Beispiel "wir müssen einen Planeten finden!". Für ein bereits im All lebendes Volk ist so Gravitationstrichter voller unkontrollierter Umwelt eigentlich nur ein Rückschritt. Also wieso sollte man einen erobern?

Wenn ich mich mal eben selbst zitieren darf: "Ob sich die Erinnerung an die planetare Abstammung und die Sehnsucht nach planetaren Lebensraum verflüchtigt oder ganz im Gegenteil ins Sagenhafte steigert, kann man aus unserer Perspektive unmöglich absehen."
Aber: Grundbedürfnisse ändern sich nicht mal eben, nur weil man notgedrungen (!) im All an deren Erfüllung arbeiten muss. Keine Ahnung, wie Außerirdische da womöglich ticken, aber Menschen werden meiner Erfahrung immer nach einem Lebensumfeld streben, in dem sie sich entwickelt haben - also entweder ein möglichst erdähnliches Habitat oder eine erdähnliche neue Welt. Was es wird, hängt stark davon ab, was in diesem hypothetischen Setting aussichtsreicher zu bewerkstelligen ist - das kann, wie schon geschrieben, auch ein zweigleisiger Weg sein.

Und erobern ... Nun ja, die Frage ist, was das ausmacht. Ich muss es meiner Spezies leider zutrauen, dass sie eine andere Spezies auslöschen würde, um sich Lebensraum zu verschaffen. Das wäre eine Frage der Selbsterhaltung und der Machbarkeit: Wenn es machbarer oder effektiver erscheint, ein paar Generationen unterwegs zu sein und am Ende eine fremde Spezies auszulöschen (Unterwerfen geht nicht, zur Besetzung einer Welt fehlt so einer Expedition die Mannstärke ...), als sich im eigenen Sonnensystem zukunftssichere Habitate zu schaffen, würden Menschen das tun.
Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass außerirdische Spezies das ebenso tun würden. Es gibt aber auch keinen Grund anzunehmen, dass sie es nicht tun würden.

Daher ist es zum gegenseitigen Vorteil tatsächlich besser, dass intelligente Leben im All bleibt fein säuberlich da, wo es gerade ist - so faszinierend ich mir das Gegenteil auch ausmalen kann.
 
Und selbst wenn man ein Signal entdeckt, könnte das auch bedeuten, dass diese Zivilisation ihre gesamte Energie genutzt hat um dieses Signal zu senden und ist danach untergegangen.
Wieso? Soviel Energie braucht man dafür doch gar nicht.

Ich gehe auch schwer davon aus, dass es im All weiteres Leben gibt.
Schon Stephen Hawking hatte gesagt, dass es ja Platzverschwendung wäre, wenn die Menschen die einzigen intelligenten Lebenwesen im Universum wären.
Natürlich wäre Ozon ein starkes Indiz für Leben, da freier Sauerstoff nicht einfach so entsteht und der ja auch immer wieder nachgeliefert werden muss.
Aber es wäre trotzdem nur ein Indiz. Mehr nicht.
Einen wirklichen Beweis für Leben außerhalb der Erde müsste man zuerst in unserem Sonnensystem suchen.
Es gibt ja Kandidaten. Dort muss man ansetzen und wenn man tatsächlich Leben in irgendeiner Form fände, wäre das der Beweis, dass Leben zumindest der Normalfall wäre.
Es würde schon reichen erstmal Einzeller zu finden. Das wäre ein enormer Schritt nach vorne.


Lange Rede kurzer Sinn:
Die Formel ist Quatsch, weil es viel zu viele Unbekannte gibt.

Ich persönlich glaube (aber glauben ist nicht wissen), dass es da draußen noch andere gibt.
Aber ob es nun 1 (wir) oder 20 oder 5000 innerhalb der Galaxis sind, ist einfach derzeit nicht abschätzbar.

Und:

Bekannter Maßen ist Raumfahrt sehr teuer, auch für Aliens.
Gründe, eine erfolgreiche interstellare Expedition loszusenden, können nur extrem Wichtige oder Existenzielle sein.
Rohstoffe gibt es an jeder Ecke in der Galaxis, dazu bedarf es keinen Lichtjahre weiten Tripp.
Somit verbleiben:
Erweiterter Siedlungsraum (aus welchen Gründen auch immer)
Eroberungsdrang
Wissenschaftliche Neugier

Die oberen zwei sind gekoppelt, für den letzten Grund ist in der Regel kein Geld da.

Ehrlich gesagt, bin ich daher gar nicht so scharf darauf, dass hier jemand von outerspace hier vorbeikommt.
Der Faktor L wird dann bei uns endlich sein.
Ich denke der Hauptgrund wird sein, wenn der bisherige Lebensraum (aus welchen Gründen auch immer) lebensfeindlich wird.
Dann ist die Spezies gezwungen alles zu mobilisieren und zu flüchten oder sie stirbt aus.
 
Wieso? Soviel Energie braucht man dafür doch gar nicht.

Abstandsquadratgesetz.
Was ist denn von den ersten Fernsehsignalen noch übrig, wenn man 70 Lichtjahre weit hinausreisen könnte?
Ein Quasar sehen wir nur, weil der eine Menge Energie rausballert.
Das schwarze Loch in der Milchstraße sehen wir nicht.

Vielleicht haben Außerirdische schon vor Millionen Jahren die Erde ausgemacht, weil sie dort Ozon entdeckt haben.
Und vor 2000 Jahren haben sie alles auf eine Karte gesetzt und eine Anlage gebaut, mit der sie ein Signal drauf schicken können.
1900 Jahre lang haben sie immer wieder ein Signal geschickt, bis die Energiereserven verbraucht waren -- aber eine Antwort kam nie.
 

Ich spreche nicht davon, Kinder auf Generationenschiffe umzusiedeln. Ich spreche davon, dass Kinder ein fester Bestandteil von Generationenschiffe sind. Deswegen heißen die so. Und du kannst dir die zweite Generation nicht aussuchen, du musst nehmen was geboren wird und brauchst somit ein Lebensumfeld, in dem der durchschnittliche Mensch (oder Alien) funktioniert und nicht nur ein paar selbstopfernde Harcore-Pioniere.

Daher:
Schritt 1 = Dauerhafte Lebensumgebung für die eigene Art im Raum künstlich aufbauen
Schritt 2 = Diese Umgebung unabhängig vom Zentralgestirn machen
Schritt 3 = Dieser Umgebung die Möglichkeit geben, sich in den interstellaren Raum zu begeben
Bis hierhin erreicht: Eine eigene, voll kontrollierte Welt unabhängig von irgendwelchen Systemen. Mit Einwohnern, die seit Jahrhunderten/Generationen nichts anderes mehr gesehen haben, ehe sie auch in die Nähe des nächsten Sternes kommen und die damit offensichtlich zufrieden sind/sich nicht gegenseitig zerfleischt haben. Warum sollte die plötzlich ihre (künstliche) Welt aufgeben und einen Eroberungskrieg auf einem Planeten beginnen, dessen Bedingungen für ihre Art sogar schlechter als die maßgeschneiderten im Habitat sind?
 
Ich denke der Hauptgrund wird sein, wenn der bisherige Lebensraum (aus welchen Gründen auch immer) lebensfeindlich wird.
Dann ist die Spezies gezwungen alles zu mobilisieren und zu flüchten oder sie stirbt aus.

Um eine Flucht erstmal zu ermöglichen, muss man aber zeitig genug erkennen,
das man auf einen "Point of no Return"-Moment zusteuert.

Dann braucht man alle (noch) verfügbaren Ressourcen, wahrscheinlich über Jahrzehnte,
um solch ein Projekt technologisch überhaupt verwirklichen zu können.

Sorry, wir werden das nicht packen,
und wenn es andere gibt/gab,
sind sie auch daran gescheitert.:D
 
Ich spreche nicht davon, Kinder auf Generationenschiffe umzusiedeln. Ich spreche davon, dass Kinder ein fester Bestandteil von Generationenschiffe sind. Deswegen heißen die so. Und du kannst dir die zweite Generation nicht aussuchen, du musst nehmen was geboren wird und brauchst somit ein Lebensumfeld, in dem der durchschnittliche Mensch (oder Alien) funktioniert und nicht nur ein paar selbstopfernde Harcore-Pioniere.

Eine hermetische Umgebung ist eine kontrollierte Umgebung. Die nächste Generation würde dort implizit und explizit auf die Aufgabe vorbereitet, wegen der man unterwegs ist. Sprich, sie wachsen in der festen Überzeugung auf, dass sie die Strapazen einer eben *nicht* idealen Lebensumgebung (So ein Generationenschiff wird vielleicht mehr als das absolut Lebensnotwendige bieten, jedoch niemals den Komfort einer planetaren Umgebung ...) ertragen, eine fremde Welt erreichen und diese für die Spezies Mensch in Besitz nehmen müssen - entweder als Erstsiedler oder als Eroberer.

Selbstverständlich kann niemand garantieren, dass das ursprüngliche Ziel die Generationswechsel übersteht. Dieses Effekt hast du allerdings bei jedem Projekt, dass nicht in einem Lebensalter abgeschlossen werden kann. Ein Generationenschiff hat allerdings den Vorteil, dass es dort keinerlei "störende" äußere Einflüsse gibt, sondern lediglich ein Umdenken innerhalb der Gruppe stattfinden kann.
Vieles wird auch durch die technischen Möglichkeiten definiert werden: Wenn das Generationenschiff nur darauf ausgelegt und dafür ausgestattet ist, einen bestimmten Planeten zu erreichen uns diesen zu besiedeln und/oder zu erobern, *kann* die Besatzung gar nicht mal eben umdisponieren, selbst wenn sie es wollte. Sie können die Beschleunigungs- und Bremsphasen nicht mal eben abändern. Sie haben nicht den Treibstoff für vom Plan abweichende Manöver innerhalb des Zielsystems. Sie Ausrüstung für einen ganz bestimmten Zweck an Bord, nicht aber dafür, sich selbst Ressourcen zu verschaffen und mal eben alles umzubauen, während sie die Melodie vom A-Team pfeifen. Kurz, ihr Handlungsspielraum wäre begrenzt und sie stehen unter Handlungsdruck - denn die Bewohner des Zielplaneten werden es womöglich mit sehr gemischten Gefühlen aufnehmen, reingerauschte Nachbarn zu haben, die mit ziemlicher Sicherheit um mehr als nur ein Päckchen Zucker bitten müssen.

Das alles außen vor, ist dein Argument, dass sich menschliche Bedürfnisse ändern und auch innerhalb der hermetischen Umgebung ein anderer Plan entstehen könnte, ist selbstverständlich nicht von der Hand zu weisen, allerdings sind unzählige menschliche Bedürfnisse keine Gewohnheitssache, sondern werden durch unsere biologische Form bestimmt, die sich nun einmal in einer irdischen Umgebung entwickelt hat. Und diese wiederum wird sich angesichts unseres eher langsamen Generationswechsels auch an Bord eines beweglichen oder stationären Habitats nicht so bald ändern. Auch nach zig Generationen mag Homo sapiens sapiens das, was Homo sapiens sapiens mag.

Welche Probleme jeweils entstehen, ist überhaupt nicht absehbar. Wie ich bereits schrieb und du übergangen hast: Wenn das Versorgungskonzept eines stationären Habitats nicht funktionieren sollte, werden Menschen auf das zurückfallen, was sich in fünf Millionen Jahren Mensch bewährt hat, nämlich einen bewohnbaren Planeten unterm Hintern zu haben.
Wir haben beispielsweise außer ein paar, teilweise sehr weit auseinander gehenden Hypothesen keinrlei Vorstellung davon, wie gut zugänglich extraplanetare Resssourcen zugänglich sind - oder ob diese überhaupt zugänglich sind. Aber wir haben eine sehr genaue Vorstellung davon, wie gut planetare Ressourcen zugänglich sind. Diese beuten wir seit Jahrtausenden erfolgreich aus.
 

hehe, Psychologen finden über Psychologen heraus, dass sie hauptsächlich sich selbst untersuchen?, sehr geiler Selbstbezug :stupid: :D

Zitat:
"Unsere Vorstellungen von menschlichem Verhalten und kognitiver Entwicklung basieren demnach erheblich auf Untersuchungen an einer Subgruppe, die – zumindest psychologisch betrachtet – in hohem Maße unrepräsentativ für die Spezies Mensch zu sein scheint"
...
"Und was müsste sich zukünftig in der psychologischen Forschung ändern, falls dies tatsächlich so sein sollte?"


hmm, vielleicht Job wechseln und nach Zentralafrika ziehen (=andere Subgruppe)? oder noch einfacher, dem "psycholgische Forschung" noch ein "Pseudo" spendieren, "Psychopseudologie" klingt doch auch nicht schlecht :D

ich muss zugeben, ich war auch mal Opfer eines "Psychologiestudenten" den ich kannte und hab an so einer Studie für Ihn mit fMRT mitgemacht ^^, war für ca. 20 min in der Röhre und musste aller 30 s hochkomplexe Matheaufgaben beantworten, wie 37+12 oder 83-25, dafür gabs nen 50€ Büchergutschein oder so, von daher sind solche Studien doch nicht ganz unnütz ;D
und da ich selbst kein Psychologiestudent war, ist die Studie mit meinen Messwerten viel repräsentativer! :hmm: ^^
 
Interessant, aber auch nicht wirklich verwunderlich, wenn man drüber nachdenkt.

Neben den in der WEIRD-Definition angegebenen Dingen würde ich noch weitere, verzerrende Effekte hinzufügen: wer mehrfach an entsprechenden Studien teilnimmt, weiß eventuell schon was sie oder ihn erwartet. Bekannte Tests, etwa das mit der im Artikel beschriebenen optischen Täuschung, funktionieren dann vielleicht gar nicht mehr. Auch der Einfluss der sozialen Erwartungshaltung in Kombination mit dem sozio-ökonomischen Status und dem Habitus und Selbstbild können sicher leicht zu verzerrten Ergebnissen bei manchen Tests führen. Nach dem Motto "Nee, so eine Antwort kann ich doch als liberaler Nachwuchs-Akademiker nun wirklich nicht geben!".
 
Interessant, aber auch nicht wirklich verwunderlich, wenn man drüber nachdenkt.

Neben den in der WEIRD-Definition angegebenen Dingen würde ich noch weitere, verzerrende Effekte hinzufügen: wer mehrfach an entsprechenden Studien teilnimmt, weiß eventuell schon was sie oder ihn erwartet. Bekannte Tests, etwa das mit der im Artikel beschriebenen optischen Täuschung, funktionieren dann vielleicht gar nicht mehr. Auch der Einfluss der sozialen Erwartungshaltung in Kombination mit dem sozio-ökonomischen Status und dem Habitus und Selbstbild können sicher leicht zu verzerrten Ergebnissen bei manchen Tests führen. Nach dem Motto "Nee, so eine Antwort kann ich doch als liberaler Nachwuchs-Akademiker nun wirklich nicht geben!".

Es hat seine Gründe, dass gerne Erstsemester für solche Tests genommen :ugly:
Wiederholungen sehe ich jedenfalls als das kleinere bzw. leicht zu behebene Problem: Man fragt einfach danach, lässt solche Kandidaten aber trotzdem teilnehmen. Einen Grund zu lügen haben sie dann nicht und man kann es bei der Auswertung getrennt berücksichtigen und möglicherweise sogar weitere interessante Details über den Test und seine Fehleranfälligkeiten herausfinden.

Das ganze Problem betrifft übrigens nicht nur Psychologie, sondern den gesamten medizinischen und sozialwissenschaftlichen Bereich (womit es hier eigentlich nichts zu suchen hat :P). Nicht nur Studenten selbst, auch Einwohner von Universitätsstädten sind bei günstigeren Studien absolut überrepräsentiert. Um im ganzen Land Teilnehmer zu suchen, braucht man eben Zeit und Geld - und selbst dann wird man am Ende noch korrigieren müssen, weil studierte tendentiell eher "bin dabei" sagen.
 
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