Der "Naturwissenschaften" Thread

Aber nur, wenn es kein Kohlenstoff gibt, denn sonst entwickelt sich das Leben auf Kohlenstoff und für Silizium bleibt nur Sand übrig.
 
Das ist jetzt aber alles spekulativ. ;)

Na ja, eigentlich nicht.
Wenn man die Erde als Maßstab nimmt, gibt es hier eine Menge Silizium. Deutlich mehr als es Kohlenstoff gibt.
Das Leben basiert aber auf Kohlenstoff, weil er eben auch da ist.
Was ja auch kein wunder ist, wenn man sich die Kernprozesse in den Sternen mal so anschaut.
Die Elemente bis Eisen werden relativ problemlos erzeugt. Erst danach wird es kritisch.
Und Elemente wie Stickstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff ist weit verbreitet und das Leben sucht sich ja den Weg des geringsten Widerstandes aus.
Wenn Verbindungen aus Silizium Milliarden Jahre brauchen, schaffen das Verbindungen aus Kohlenstoff in Millionen Jahren und da muss man kein Prophet sein um zu erkennen, wer der kürzeren ziehen wird.
 
Silizium ist im Vergleich zu Kohlenstoff so reaktiv wie ein Teenager, wenns darum geht das Zimmer aufzuräumen. :D

Ich glaube mich zu erinnern, dass es da durchaus heftige Reaktionen geben kann :ugly:

Aber bei extraterrestrischen Reaktionsmöglichkeiten (und nicht nur denen - schon in der Tiefsee gibt es einiges interessantes) muss man sich eh von der klassischen 20 °C, 1 bar Chemie trennen. Silizium ist unter sogenannten "Normalbedingungen" nicht sehr reaktionsfreudig und komplexe Moleküle daraus viel zu stabil für dynamische Prozesse wie "Leben". Aber bei 400 °C und 100 bar kann das schon ganz anders aussehen. Leider ist unser Wissen darüber sehr beschränkt, weil man auf der Erde keine Verwendung dafür hat und auch nur mit enorm viel Aufwand überhaupt Ergebnisse erhält, während Standard-Chemie auf dem Labortisch genauso gut funktioniert, wie in der nächstbesten Produktionsanlage. Entsprechend einseitig ist das Wissen der Menschheit.
Gilt übrigens nicht nur für Silizium, sondern auch für H2O. Wasser ist unter irdischen Bedingungen ein 1A Medium für Leben. Aber bei anderen Temperaturen und Drücken ...?


Ja aber du hattest auch geschrieben...



Also im gesamten Universum gibt es ja bestimmt viel mehr Kohlenstoff, oder nicht?:)

Aufgrund der nuklearphysikalischen Bildungsprozesse ist das anzunehmen, ja. Aber das sagt wenig über die Bildungsmöglichkeiten für Leben aus, denn einerseits kann das durchaus aus dem selteneren Element entstehen, wie Inu schon ausgeführt hat, andererseits stecken sowieso 99% der Masse eines Sonnensystems im Zentralgestirn, das ein eher unwahrscheinlicher Ort für die Bildung von Leben ist. Die Elementverteilung an der Oberfläche von Planeten kann deutlich vom universalen Mittel abweichen.
 
Ich glaube mich zu erinnern, dass es da durchaus heftige Reaktionen geben kann :ugly:

Aber bei extraterrestrischen Reaktionsmöglichkeiten (und nicht nur denen - schon in der Tiefsee gibt es einiges interessantes) muss man sich eh von der klassischen 20 °C, 1 bar Chemie trennen. Silizium ist unter sogenannten "Normalbedingungen" nicht sehr reaktionsfreudig und komplexe Moleküle daraus viel zu stabil für dynamische Prozesse wie "Leben". Aber bei 400 °C und 100 bar kann das schon ganz anders aussehen. Leider ist unser Wissen darüber sehr beschränkt, weil man auf der Erde keine Verwendung dafür hat und auch nur mit enorm viel Aufwand überhaupt Ergebnisse erhält, während Standard-Chemie auf dem Labortisch genauso gut funktioniert, wie in der nächstbesten Produktionsanlage. Entsprechend einseitig ist das Wissen der Menschheit.
Gilt übrigens nicht nur für Silizium, sondern auch für H2O. Wasser ist unter irdischen Bedingungen ein 1A Medium für Leben. Aber bei anderen Temperaturen und Drücken ...?

Wir kennen im Sonnensystem ja einen Ort mit 400 Grad und 100 Bar.
Nur hat man bis heute nichts entdecken können, was irgendwie nach Leben aussieht.
Und jeder möchte ja Leben entdecken, mit dem man kommunizieren kann. Also mehr als irgendeinen Schleim, den es vermutlich hier und da schon eher anzutreffen gibt.
Es geht ja um höheres Leben, um komplexes Leben.
Das Leben auf der Erde wurde ja erst dann komplex als es freien Sauerstoff gab.
Kann es komplexes Leben geben mit 400 Grad und 100 Bar Druck? daran glaube ich nicht.
 
Nur auf 50% der gründlich untersuchten und 33% der ingesamt untersuchten Planeten, deren astronomische Parameter erdähnliches Leben zulassen könnten, unserem Wissen nach überhaupt Leben hervorgebracht. Aber davon wiederum 100% auch höheres Leben. (ob es als "intelligent" zählen sollte, ist strittig)

Glauben kann man also viel, aber dass wir bei minimalster Beobachtung eines Planeten dort kein Leben entdeckt haben, sagt wissenschaftlich so gut wie nichts über die Möglichkeit von derartigem Leben auf solchen Planeten aus und noch viel weniger wissen über etwaige zusätzliche Voraussetzungen, die für höheres Leben erforderlich sein könnten.
 
Ich denke wenn man einen Planeten findet, der sehr erdähnlich ist und er genug Zeit hatte, wird das Leben dort genauso vielfältig sein wie hier.

Weil ich das immer noch sehr fasizierend finde: entweder sind die Bedingungen sehr schlecht. Und Leben kann wahrscheinlich dort gänzlich ausgeschlossen werden.
Oder die Bedingungen sind optimal (was eher selten ist) und dann entsteht, mit genug Entwicklungszeit, sehr viel Leben.

Und was auch noch interessant ist, dass es mehrere große Arten bzw Massensterben gab, sich das Leben aber trotzdem immer wieder erholt hat und sehr viele neue Arten enstanden sind.
Das zeigt eigentlich wie gut die Bedingungen hier auf der Erde hier insgesamt sind. Und das Leben auch sehr anpassungsfähig ist.
Nur weiß ich nicht wie sich das zukünftig verhält, da der Mensch leider das natürliche Klima stark verändert und die Umwelt verschmutzt.:ka:
 
Zuletzt bearbeitet:
Und Elemente wie Stickstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff ist weit verbreitet und das Leben sucht sich ja den Weg des geringsten Widerstandes aus.
Wenn Verbindungen aus Silizium Milliarden Jahre brauchen, schaffen das Verbindungen aus Kohlenstoff in Millionen Jahren und da muss man kein Prophet sein um zu erkennen, wer der kürzeren ziehen wird.

Das ist aber kein in Stein gemeißelter,

zwangsläufig auftretender Prozeß.
 
Wir haben bisher nur einen Planten gefunden, auf dem komplex Leben existiert.
Und da ist Kohlenstoff die Basis obwohl Silizium deutlich häufiger vorkommt.
Es scheint ja auch der Standard zu sein, dass der Stern als Energiequelle genutzt wird. Also Photosynthese.
Bakterien und Pflanzen machen das.
Wie müsste also der Stern aussehen, damit das nicht möglich ist? Vermutlich kann das nur ein roter Zwergstern, der so eine schwache Leuchtkraft hat, dass Photosynthese höchstens im Infrarot Bereich möglich ist. Allerdings ist die Energieausbeute sehr gering.
Solche kleinen Sterne haben aber eine geringe Schwerkraft. Ergo umkreisen mögliche Planeten den Stern sehr nah. Rote Zwergsterne neigen jedoch zu starken Ausbrüchen, die jeden Planeten sterilisieren.

Komplexes Leben scheint flüssiges Wasser und freien Sauerstoff zu bevorzugen.
 
Wir haben bisher nur einen Planten gefunden, auf dem komplex Leben existiert.
Und da ist Kohlenstoff die Basis obwohl Silizium deutlich häufiger vorkommt.

Richtig,

das hängt aber auch damit zusammen,
dass sich unsere "genauen" Analysen sich auf einen beschränkten
Radius von ca. 100 LJ beschränken. ;)

Weiter entfernte Planeten,
sind mit unserer Technik leider noch nicht erforschbar.

Was sind denn dagegen Millionen LJ?
 
Aber wonach willst du denn jetzt genau suchen?
Nach unserer Kenntnis braucht es freien Sauerstoff. ergo sucht man nach Planeten mit einer Sauerstoff Atmosphäre.
Und so eine Atmosphäre ist nicht groß. Die Erde hat 12.000km Durchmesser. Die Atmosphäre hat aber nur 100km.
Das ist extrem wenig. Vor allem, wenn man bedenkt, wie weit die anderen Sterne und Planeten entfernt sind.
 
Ich denke wenn man einen Planeten findet, der sehr erdähnlich ist und er genug Zeit hatte, wird das Leben dort genauso vielfältig sein wie hier.

Wenn wir irgendwo Leben auf einem Planeten mit einem ähnlich hohen Flüssigkeitsangebot finden, würde ich sogar sagen, dass es auch auf nicht-erdähnlichen Planeten sehr vielfältig sein wird. Das liegt, wortwörtlich, in der Natur des Lebens. Noch wissen wir aber viel zu wenig über die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Leben, um zu sagen, wo wir es finden könnten. Wir können erdunähnliche Planeten für erdähnliches Leben ausschließen, das wars.


Wir haben bisher nur einen Planten gefunden, auf dem komplex Leben existiert.
Und da ist Kohlenstoff die Basis obwohl Silizium deutlich häufiger vorkommt.
Es scheint ja auch der Standard zu sein, dass der Stern als Energiequelle genutzt wird. Also Photosynthese.
Bakterien und Pflanzen machen das.
Wie müsste also der Stern aussehen, damit das nicht möglich ist? Vermutlich kann das nur ein roter Zwergstern, der so eine schwache Leuchtkraft hat, dass Photosynthese höchstens im Infrarot Bereich möglich ist. Allerdings ist die Energieausbeute sehr gering.
Solche kleinen Sterne haben aber eine geringe Schwerkraft. Ergo umkreisen mögliche Planeten den Stern sehr nah. Rote Zwergsterne neigen jedoch zu starken Ausbrüchen, die jeden Planeten sterilisieren.

Ein geringerer Energieeintrag würde zunächst nur alle Prozesse auf dem Planeten verlangsamen. Bedenkt man, wie intensiv das Leben auf der Erde mit sich selbst beschäftigt war, wie oft es tiefe Einschnitte wieder ausgebügelt hat und wie jung es im Vergleich zum Universum ist, kann sich ein Planet deutlich langsamere Prozesse leisten und trotzdem noch hochentwickeltes Leben hervorgebracht haben. Die Stabilität des Eintrages wäre für höheres Leben aber tatsächlich wichtig, Schwankungen beschränken Ökosysteme auf vergleichsweise geringe Produktivität und wenige, möglichst robuste=primitive Generalisten. Allerdings beweisen Venus und Mars, das auch die Eigenschaften des Planeten einen großen Einfluss auf die Stabilität der Bedingungen haben. Da kann ein Planet mit passender Rotationsgeschwindigkeit und ausreichender Schwerkraft um einen "schlechteren" Stern also die besseren Bedingungen liefern. Ob gut genug: S.o., keiner weiß es.


Richtig,

das hängt aber auch damit zusammen,
dass sich unsere "genauen" Analysen sich auf einen beschränkten
Radius von ca. 100 LJ beschränken. ;)

Die genauen Analysen, ob es Leben gibt, beschränken sich auf einen Radius von im Moment knapp über 20 Lm und das ist schon eine überdurchschnittlich hohe Angabe. ;)
 
Wenn wir irgendwo Leben auf einem Planeten mit einem ähnlich hohen Flüssigkeitsangebot finden, würde ich sogar sagen, dass es auch auf nicht-erdähnlichen Planeten sehr vielfältig sein wird. Das liegt, wortwörtlich, in der Natur des Lebens. Noch wissen wir aber viel zu wenig über die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Leben, um zu sagen, wo wir es finden könnten. Wir können erdunähnliche Planeten für erdähnliches Leben ausschließen, das wars.
Die Bedingungen dürfen nur nicht zu extrem sein. Z.B. zu starke Temperaturenschwankungen und Gegensätze. Oder kosmische Strahlung welche ungefiltert auf die Oberfläche trifft.
Dann wir sich auch mit viel Flüssigkeit wohl kein Leben entwickeln.
 
Dann wir sich auch mit viel Flüssigkeit wohl kein Leben entwickeln.

Möglich schon, aber das Leben wird sich dann nicht zu erkennen geben.
Genauso könnte es Leben auf den Monden der großen Gasplaneten leben aber von der Erde aus würden wir das niemals entdecken. Man muss hinfliegen und nachgucken.
Und darum geht es ja auch erst mal. Noch ist das Leben einzigartig im Universum -- also für uns -- weil es nur auf der Erde nachweislich Leben gibt.
Entdeckt man aber Leben auf den Monden im Sonnensystem ist klar, dass sich das Leben immer einen Weg sucht und dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Leben im Universum gibt deutlich höher als jemals angenommen.
 
Genauso könnte es Leben auf den Monden der großen Gasplaneten leben aber von der Erde aus würden wir das niemals entdecken. Man muss hinfliegen und nachgucken.
Und darum geht es ja auch erst mal. Noch ist das Leben einzigartig im Universum -- also für uns -- weil es nur auf der Erde nachweislich Leben gibt.

Naja, das Problem ist nur,
wir kommen nicht weiter. ;)

Und unsere astronomischen Instrumente sind halt beschränkt.
 
Mit Hilfe der Technik sind wir in der Lage das Spektrum eines Sterns bzw. Planeten zu sehen. Die Frage ist jetzt, ob wir irgendwann Ozon darin entdecken.
Das wäre der Hinweis auf Leben ohne hinfliegen zu müssen.
 
Die Bedingungen dürfen nur nicht zu extrem sein. Z.B. zu starke Temperaturenschwankungen und Gegensätze. Oder kosmische Strahlung welche ungefiltert auf die Oberfläche trifft.
Dann wir sich auch mit viel Flüssigkeit wohl kein Leben entwickeln.

Zwei der drei schönen Eigenschaften von Flüssigkeiten ist die Stabilisierung von Temperaturschwankungen und die Abschirmung von Strahlung ;)
(Die Dritte ist der Transport einer breiten Palette an Molekülen, insbesondere von größeren.)



Mit Hilfe der Technik sind wir in der Lage das Spektrum eines Sterns bzw. Planeten zu sehen. Die Frage ist jetzt, ob wir irgendwann Ozon darin entdecken.
Das wäre der Hinweis auf Leben ohne hinfliegen zu müssen.

Das meiste Ozon auf der Erde geht auf athmosphärische, nicht auf maschinelle oder gar biologische Prozesse zurück. Ozon würde es uns erleichtern, ein Überangebot von Sauerstoff zu entdecken, was ein Hinweis auf Photosynthese nach irdischem Vorbild sein könnte. Das wars aber auch schon.
 
Zwei der drei schönen Eigenschaften von Flüssigkeiten ist die Stabilisierung von Temperaturschwankungen und die Abschirmung von Strahlung ;)
(Die Dritte ist der Transport einer breiten Palette an Molekülen, insbesondere von größeren.)
Ich meine starke Temperaturschwankungen wie wenn z.B. die Planetenachse "eiert". Wie es z.B. ohne den Mond bei uns der Fall wäre.
Und ich weiss nicht... wenn ungefilterte Strahlungen auf die Wasseroberfläche treffen, mit hoher Intensität und über lange Zeit, ob sich dann stabile Molekühle oder sogar Organismen bilden würden.
Ich glaube eher nicht.

Edit: Also eine Atmosphäre sollte mindestens vorhanden sein.
 
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