AW: Der "Astronomie" Thread
Gravity fand ich super. Der erste Filme, der sich mit Weltraumschrott befasste.
Leider weder der erste noch der letzte, der Schrott im Weltraum war

(Im Ernst: Ich kann nur teilweise mitreden. Nach 20 Minuten stand ich vor der Wahl: Hand an den Tisch nageln, massen-facepalm bedingte Kopfschmerzen ertragen oder ausschalten. Ich hab mich für letzteres entschieden.)
Ich fand da auch einige Punkte nicht stimmig. Wieso sollte man auf einen Planeten umsiedeln, der nah an einem schwarzen Loch ist? Hab ich nie verstanden.
Das schwarze Loch war eher nebensächlich, ausgehend vom Basissetting hatte die Menschheit nur zwei Möglichkeiten:
-verrecken
-auf einen Planeten kurz hinterm Wurmloch umsiedeln
Das hinter letzterem auch ein schwarzes Loch war, war alles andere als schön (siehe Film), aber halt nicht zu ändern und prinzipiell ja erstmal kein intollerables Problem, solange die Umlaufbahnen stabil sind. (was ich übrigens nie verstanden habe respektive wo ich mich an keine Erklärung im Film erinnern könnte: In Anbetracht der kurzen Entfernungen scheinen die Planeten direkt um das schwarze Loch zu kreisen. Wo kommt dann aber das Tateslicht her, wenn es kein Zentralgestirn gibt?)
Die 10g waren auch etwas überspitzt betrachtet.

Ich hatte mal gelesen, dass die Sonde, die jetzt zur Sonne fliegt und die Venus zur Beschleunigung nutzen wird -- interessant fand ich ja, dass man die Sonde nicht direkt zur Sonne schicken kann, da sie sonst von der Schwerkraft der Sonne einfach aus dem Sonnensystem geschossen würde -- die Sonde für einige Tage mit 5-6g beschleunigen wird.
Ich fand Achterbahn ja schon nervig, wenn man mit 5g für ein paar Sekunden lang in den Sitz gepresst wird. Aber über Tage? Ich weiß nicht.
Sollten sich Beschleunigungen zwingend erforderlich sein, die über 5 g für wenige minuten/2,5 g für wenige stunden/1,5 g für wenige Tage hinausgehen, müsste man vermutlich mit Wasserbecken arbeiten. Würde das Raumschiff zwar 1-2-3 Tonnen schwerer machen (je nachdem, wieviel Bewegungsfreiheit man im Becken haben will), aber in einer isotonischen Salzlösung sollten selbst 20-30 g, zumindest liegend, machbar sein und 5 g über mehrere Tage ganz locker und solange zu tauchen ist für Menschen ohne medizinische Probleme möglich. Ggf. kann das Ganze einen doppelten Nutzen als Schutzräumlichkeit bei besonders intensiver Strahlung übernehmen und/oder man nutzt diese Hoch-G-Fähigkeit in Kombination mit einem ohnehin robust/stabilen Raumschiff für eine deutlich höhere und damit insgesamt energiesparendere Startbeschleunigung.
Du musst das Raumschiff ja auch wieder abbremsen, ansonsten saust du am Mars vorbei oder du prallst am Mars ab und verschwindest in den Weiten des Alls. Gibt ja Sonden, denen das passiert ist, weil die Flugbahnen falsch berechnet wurden.
Man kann mit swing-by auch bremsen und der Jupiter bietet reichlich Monde für derartige Manöver. Kostet halt nur wieder Zeit und die ist bei bemannten Missionen auch teuer
Absolut wichtiges Thema. Aber niemand kann abschätzen, wie Menschen wirklich auf Stress reagieren, wie sie sich verhalten. Ich glaube auch nicht, dass man das üben kann. Man stelle sich vor, ein Unfall wie bei Apollo 13, aber kein Kontakt mit Houston möglich, weil man zu weit weg ist. Keine Ahnung, was dann an Bord ablaufen würde.
Unfälle sind meist das kleinere Problem. Gerade prinzipiell auf eine Situation vorbereitete Menschen verfallen im Gegensatz zum Hollywood-Klischee selten in Panik, sondern eher in einen teilnahmslos-unemotionalen Schockzustand, in dem sie rein rational-mechanistisch handeln. Die Ergebnisse sind zwar (ohne viel spezifisches Training für den einen Fehler) auch nicht optimal, wenn wir reden hier ja von Situationen die so arg sind, dass "überhaupt durchkommen" schon ein Wunder ist.
Sozial viel problematischer sind nicht-Problem-Situationen. Wenn Menschen nichts zu tun haben, gehen sie sich nämlich ganz schnell gegenseitig auf die nerven. Und wenn sie viel zu tun haben, in dem sie aber nicht einen gemeinsamen Sinn sehen (also wenn es nicht eine große Aufgabe für die ganze Manschaft gibt, sondern alle irgendwie beschäftigt werden) geraten sie sich in die quere und sind bei hoher Arbeitslast dann genauso gereizt. Die Balance zu finden ist verdammt schwierig und wir reden hier immer noch von einem halben Dutzend Suzizidgefährdeten ohne (familiäre) Bindung(sfähigkeit)en, also psychisch denkbar unpassendes Ausgangsmaterial.
Und du musst auch wieder zurück kommen. Also musst du Treibstoff und Versorgungsgüter schon vorher zum Mars schicken, damit alles da ist, wenn das Raumschiff ankommt.
Compi will nicht zum Mars und zurück, er will zum Jupiter, ihn einmal von einem Monat aufgehen und dann erfrieren
Ich glaube der idealste Weg wären zwei bemannte Missionen. Die erste würde auf dem Mars nicht landen sondern nur als Vorhut im Orbit kreisen, dafür wichtige Fracht abwerfen. Darin wären mehrere kleine Raketen die sich selbst aufstellen, positionieren und zünden können, um wieder zum Raumschiff im Orbit anzudocken. Ebenso kann sie vom Raumschif faus positioniert und gezündet werden, ein kleines Einwegtaxi. Das Raumschiff trainiert diesen Vorgang bis es sitzt und tritt dann wieder die Heimreise an. Die zweite Mission betritt dann den Mars, findet schon große Teile der Fracht vor und hat eine sichere Rückkehroption.
Abgesehen davon, dass es nicht zum Mars geht:
Welche Funktion hätte die Besatzung auf der ersten Mission abgesehen von einem reinen Funktionstest?
Ich finde bemannte Raumfahrt ja ohnehin schon sinnlos, aber wenn man nicht einmal fliegt um wohin zu gelangen, dann sollte man es wirklich sein lassen.
Welchen Sinn soll denn eine bemannte Mission zum Jupiter (oder seinen Monden) haben?
"geilen Abgang haben" war der Plan.