Ich halte das, wie schon geschrieben, eher für Ad-hoc-Beschleunigungswerte in jede Richtung - also wie sie bei Jagdszenarien auftreten. Beschleunigung im Wasser als erogenes Medium ist noch etwas komplexer als in der Luft und ich denke, wie meinen hier grundsätzlich dasselbe:
Ein schnelles U-Boot kann schneller eine höhere Maximalgeschwindigkeit erreichen als ein Pottwal, aber eben nur auf annähernd gerader Linie, die so ziemlich der Ausrichtung der Schraube -(nwelle) entspricht.
Das biomechanische Antriebssystem des Pottwals ist flexibler. Ein Flossenschlag bringt weniger Vorwärtsschub als die mögliche Zahl an Schraubenumdrehungen im selben Zeitraum, jedoch ist der Energieverlust beim Abweichungen vom Hauptvektor durch "Verstellen" der Flossen einschließlich Biegen des Körpers deutlich geringer. Der Wal kann intuitiv und fließend die bestmögliche Stellung aller Flossen und Schlagfrequenz-/Winkel der Schwanzflosse an die stets veränderlichen und sich zudem durch die eigene Bewegung dynamisch ändernden Strömungsverhältnisse anpassen. Ein U-Boot kann das nicht, denn seine Seiten- und Tiefenruder haben jeweils weniger Stellwinkel und der Schub durch die Schraube kann zwar ruckzuck durch Erhöhung und Reduzierung der Maschinenleistung (bei zahlreichen U-Booten auch der Übertragung) geändert, jedoch nicht umgeleitet werden, da die Schraube keine eigene Stellrichtung hat.
So sieht's aus.
Diese (scheinbare) Diskrepanz gibt es nicht nur im Wasser, aber da wird es eben besonders deutlich. Ein Strahlflugzeug im Kurvenflug erreicht beispielsweise auch höhere Beschleunigungswerte als eine startende Rakete, was am Ende wenig mit den erreichten Geschwindigkeiten über wechselnde Strecken zu tun hat.
Das mit dem Krafteinsatz für Richtungsänderungen schein rübergekommen zu sein: Der Wal kann praktisch auf der Stelle drehen und dafür nährungsweise seine volle Leistungsfähigkeit einsetzen. Ein konventionelles militärisches U-Boot kann im Prinzip nur eine enge Kurve zu fahren versuchen, bei der seine Maschine weiterhin geradeaus powered und man irgendwie mit Ablenklappen (Pumpjets können durchaus schräg strahlen

) eine Richtungswirkung abzuleiten. Das war auch der Kern meiner Aussage.
Was ich aber nicht angesprochen habe: Scheinkräfte im Zuge von Richtungsänderungen. Ich meine schon echte Beschleunigung durch Vortriebskraft, insbesondere Rotationsbeschleunigung. Im Gegensatz zum U-Boot oder gar Jet kann der Wal das auch nach einem Vollstop ohne erst wieder Fahrt aufnehmen zu müssen. Das wiederum, und da muss ich dir auch widersprechen auch wenn es bislang kein Thema war, kann der Wal erst recht besser. Abgesehen davon, dass bis heute kein Ingenieur ein mit der Leistungsfähigkeit von Säugermuskeln vergleichbares Kraftpaket hinbekommen hat und die Schubleistung eines Festblattpropellers eben nur träge über die Drehzahl der gesamten Anlage variiert werden kann (bei größeren Änderungen ist zusätzlich noch die noch einmal viel trägere Reaktorleistung anzupassen), ist auch eine Flosse bei niedrigen Geschwindigkeiten um Längen effizienter als eine Schraube. Erst in der Nähe seiner Maximalgeschwindigkeit würde der Wal nachlassen, was im Vergleich zu U-Boot natürlich deutlich früher ist, aber von 0 m/s bis 9 m/s wäre er hoffnungslos überlegen. Und da er, wie gesagt, jederzeit stoppen und drehen kann und als zu Verfolgender die Richtung vorgibt, muss er sich nie auf ein Hochgeschwindigkeitsduell mit einem großen Nuklear-U-Boot einlassen.
Dass dieses mit einer höheren Zahl im Guinessbuch der Rekorde steht, ist am Ende auch nur ein Skaleneffekt: Im Gegensatz zum Volumen wachsen Ober- und Stirnfläche nur quadratisch, nicht kubisch. Wenn die 240 fache Menge Material mit nur dem 20-fachen des Grundwiderstandes antreten lässt, ist es keine große Kunst, irgendwann schneller zu sein. "Irgendwann" ist hierbei aber wörtlich zu nehmen: Unsere Antriebskraft ist so ineffizient, dass Anchar selbst bei Maximalgeschwindigkeit nur rund das 80 fache an Widerstand im Vergleich zum Wal überwinden musste. Umgekehrt lieferten die Turbinen also auch nur maximal die 80 fache Kraft - und das in dem Geschwindigkeitsbereich, für den die Schraube optimiert war. Umgelegt auf eine 240 mal höhere Masse bedeutet das ein Drittel der maximalen Walbeschleunigung im Bestfall und das ist für das U-Boot eben nicht der Start aus dem Stand.
Nimmt die Skaleneffekte weg und nimmt ein Vehikel, dessen Größe überhaupt nur eine Annäherung an Wale ermöglichen könnte, ist das aber alles sowieso vollkommen lächerlich. Die Deepflights als wohl mit Abstand dynmischste Designs, die für eine Walbeobachtung einiges an extra Ballast mitführen müssten, schaffen kaum mehr als 1 m/s und selbst Challenger als 1-Personenvehikel hat nur 15 Meilen Reichweite. Da hat manch harpunierter Wal als Sprint-Entfernung geschafft und so ein Beobachtungsboot müsste erstmal zum Wal hin kommen und soll ihm noch in die Tiefe folgen.
tl;dr: Wir sind meilenweit davon entfernt irgend etwas zu haben, dass einen jagenden Pottwal im Sucher behalten könnte.
Vermutlich ist es eher einen Versuch wert, eine Ecke besonders klaren Ozeans zu finden und sehr, sehr leistungsfähige Scheinwerferbatterien zu versenken. 50-100 m Sicht sind unterhalb der euphotischen Zone mit normalem Äquipment wohl durchaus zu schaffen, vielleicht kann man mit total überdimenstioniertem Equipment 500 m schaffen und so einen 1 km Kreis im Blick behalten. Gut - Wal und Krake sind danach blind, aber man hat die Bilder
