Wenn man das so liest hat es fast den Anschein jemand hätte dir das erfolgreich als positiv verkauft. Das ist aber eben nicht so.
Nicht ? Oh, dann weißt du ja wohl mehr als der gesamte Volkswagen Konzern, die BMW AG und Mercedes (und wahrscheinlich auch noch weitere Hersteller)
Beim anziehen nach Drehmoment wird muss ja gewährleistet sein dass das Material weder überanstrengt wird, noch dass die Mindestanforderungen nicht unterschritten werden. Also wird das ganze Element so ausgelegt, dass es diesen Sicherheitsbereich aushält. Also ein etwaige überspannen.
Du würfelst da was durcheinander

Nicht das Drehmoment am Kopf lässt eine Schraube reißen, sondern die Vorspannkraft im Schraubenschaft. Und die kann man eben nicht nur mit dem Drehmoment bestimmen. Vergleicht man eine leicht geölte Schraube mit einer trockenen, reißt die geölte Schraube im Gewinde ab, trotz Sollmoment.
Dadurch dass sich die Reibung im Gewinde und unter dem Schraubenkopf verringert, steigt die Vorspannkraft stark an. So stark, dass die Schraube abreißt.
Denn wie du vielleicht weißt, gehen nur ~10% des Anzugmoments in die Vorspannkraft über. Der Rest wird durch Reibung "verbraten".
Ist die Schraube korrodiert, dann erreichst du zwar dein Sollmoment, die Vorspannkraft der Schraube beträgt dann aber nur ~1/3 der Sollkraft -> Bauteil kann sich lösen/ist lose trotz Sollmoment.
Das Drehwinkelverfahren ist nur dafür da, Materialkosten zu sparen. Punkt.
Nein, s.o.
Die Drehwinkelverschraubung ist sicherer, da eben unabhängig der Reibung und dadurch eine sehr geringe Streuung der Vorspannkraft.
Dadurch werden Produktschwankungen ausgeglichen.
Ja, natürlich. Oder kannst du dir sicher sein, dass bei einer Massenproduktion z.B. keine Hohlraumkonservierung in ein Gewinde gelangt ? Oder Lack ? Oder eine Schweißperle ? Oder minimale Feuchtigkeit ? Nein, kannst du nicht.
Die Schraube fängt leicht an zu rosten, kostet dafür aber nur die Hälfte? Okay, lässt sie uns ölen. Das innengewinde ist weniger genau wenn wir den billigen Fräser nehmen und doppelt so schnell fahren lassen?
Siehe einen Punkt weiter oben. Kannst du dir bei einem Pro Tag Verbrauch von mehreren hunderttausend Schrauben sicher sein, dass wirklich jede Schraube perfekt ist ? Nein, kannst du auch nicht.
Genau dafür würde das erfunden. Es spart Gewicht, Materialkosten und die Qualitätssicherung hat weniger zu tun.
Nö, s.o.
Das würde ich nicht als positiv bewerten. Das beste daran ist ja dass sie es die entsprechend verkaufen und für diese "Innovation" dann die Karren von mal zu mal noch teurer machen. Im Rennsport hat das seinen Platz, da zählt wirklich jedes Gramm, im 0815 Serienwagen ist das aber hauptsächlich Materialqualität senken und Geld sparen.
Falsch, es geht um die Qualität !
Nur mit Drehmoment bekommst du quasi jede Schraube fest, außer das Gewinde reißt dir aus. Über Winkel+Winkelfenster gibt es deutlich mehr n.i.O Verschraubungen.
Nicht umsonst sind bei uns fast alle Verschraubungen Drehmoment inkl. Drehwinkel gesteuert, was einen deutlichen Mehraufwand bedeutet, die Qualiät aber stark verbessert. Mittlerweile sind wir mit der Überwachung sogar noch ein Stück weiter und können noch mehr Fremdeinflüsse während der Verschraubung erkennen, was übringens auch nur die Qualität fördert, das Produktionsvolumen aber minimal senken und die Kosten steigern kann.
Man könnte auch für einen Bruchteil der Kosten jedem Werker einen Knickschlüssel in die Hand geben. Funktioniert auch, ist sehr günstig und man hat in der Produktion deutlich weniger n.i.O. Verschraubungen.
Klingt doch klasse

Nur zerlegen sich dann wahrscheinlich recht viele Fahrzeuge im Feld, dann wird es richtig teuer
Ich komme aus dem Bereich der Schraubtechnik und hab da jeden Tag mit zu tun, ich werde wohl wissen was wir da jeden Tag so veranstalten
