"Einfach da" bedeutet hier, das die Abgase immer mit Druck aus dem Motor geblasen werden. Das werden sie beim Saugmotor, das werden sie beim Turbomotor, dass werden sie beim Kompressormotor.
Beim Saug- und Kompressormotor lässt man die Abgase einfach durch, beim ATL leitet man sie halt über die Schaufeln, die den Turbo antreiben. Die Arbeit, deren Ergebnis die Abgase sind, wurde aber vorher schon erledigt, im Zündraum des Motors.
Wenn man nun aber einen mechanischen Verdichter an den Motor hängt, muss der Motor neben der Kurbelwelle noch die Mechanik dieses Verdichters antreiben. Man nimmt kein ohnehin schon vorhandenes Medium wie die Abgasströmung, sondern baut extra Zahnräder und wellen an den Motor, die den mechanischen Verdichter antreiben.
Das das aufwendiger ist, ist doch logisch?!
Warum dann überhaupt Kompressormotoren: Weil, wie Stefan schon erwähnte, das Ansprechverhalten eines mechanischen Verdichters natürlich besser ist. Untenheraus ist zu wenig Abgasdruck für den ATL, ein Kompressor läuft aber immer mit, egal wie schnell oder langsam der Motor dreht.
Andererseits ist er halt an die Drehzahl des Motors direkt gekoppelt und muss synchron sein, während der ATL obenheraus "frei" blasen kann.
Technisch sind mechanische Verdichter glaubich nicht unbedingt robuster. Der G-Lader von VW ist doch auch mechanisch, oder? Der ist ja bekannt dafür, dass man ihn ordentlich behandeln muss.
Den Wirkungsgrads des Antriebs erhöhen beide Komponenten afaik, denn bei beiden kann man den Hubraum dann verkleinern bei gleichen PS gegenüber einem Saugmotor. Aber der Turbo bringt mehr Zusatzleistung. Wurde ja früher auch im Rennsport eingesetzt, z.B. bei den 1000PS Rallye-Wagen, bis zum Verbot dann...
Heute ist Turbo Standard, vor allem bei Dieseln, aber auch bei den neueren kleinen Benzinmotoren zum Spritsparen. Autos mit Kompressor oder irgendeinem mechanischen Verdichter sind eher selten. Wie es bei LKWs aussieht, weiß ich nicht.