Der Asylstreit oder auch der Konflikt der Union

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Carsten Lindemann kommt mal wieder mit einem "geistreichen" Vorschlag um die Ecke.

Nach seiner Auffassung sollte man alle Kinder die bis zur Einschulung nicht ausreichend Deutschkenntnisse erworben haben nicht mehr einschulen:

Kein Deutsch, keine Einschulung - CDU-Politiker stoesst Diskussion an | WEB.DE

Eine solche Maßnahme würde vor allem Kinder von Migranten und Flüchtlingen treffen.
Wie eine solche Maßnahme allerdings dafür sorgen soll das sich die Situation ändert, das inzwischen 16% der Erstklässler zur Einschulung nahezu gar kein Deutsch mehr können, und nicht nur für weitere Ausgrenzung und Stigmatisierung sorgt lässt Herr Lindemann natürlich mal wieder völlig offen.

Das soll nicht heißen dass die Sprachentwicklung von Kindern und Grundschülern in Deutschland inzwischen zunehmend problematische Züge annimmt (etwa 40% der Erstklässler können so gut wie kein bis unzureichend Deutsch).
Die Lösung kann aber nicht sein die Kinder, meistens für die Versäumnisse ihrer Eltern, durch Entzug / Vorenthalten der Bildung dafür zu bestrafen.

Hier sehe ich viel mehr die Notwendigkeit die Eltern durch Druck dazu anzuhalten selbst die Sprache ihres "Gastlandes" zu erlernen (wo es meist schon anfängt warum auch die Kinder dann Deutsch nicht richtig lernen) und in der frühkindlichen Betreuung (Kindergarten, Grundschule) für mehr sprachliche Förderung und geschultes Personal zu sorgen.
 
Nur weil sie kein Deutsch können soll ihnen Bildung vorenthalten werden?
Wie soll man an einer deutschen Schule was lernen ohne Deutsch zu können? Nein, dann lieber ein Jahr Sprachschule und dann in die Grundschule.
Wird mit Kindern die geistig noch nicht so weit sind ja auch gemacht.
 
Hat eigentlich irgendjemand gute Gründe gegen die Idee vorgebracht?
Denn sorry, das ist doch kein Ausschluss aus der Bildungsgesellschaft, wenn man denen noch ein Jahr Deutsch beibringt und es ist nun wirklich kein großer Makel im Lebenslauf, wenn man ein Jahr älter ist.
 
Halte ich für den einzig gangbaren Weg, entweder Vorschule mit sprachlicher Förderung, oder spezielle sprachliche Förderklassen für die ersten 2 Grundschuljahre, mit eventuell 2 Lehrern und abgestimmten Lernprogramm.

Mit allem anderen tuen wir allen Kindern keinen gefallen, die einen "langweilen" sich, die anderen sind permanent überfordert.
 
Den Vorschlag sehe ich jetzt auch nicht als katastrophal an. Aber meiner Meinung nach sollte einfach schon früher angesetzt werden. Einmal damit, dass es mehr Integrationskurse (=Sprachkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge [Bamf]) geben sollte, die Kinderbetreuung anbieten bzw. die Möglichkeit zusätzlicher Drittmittel für das Angebot einer Kinderbetreuung nicht ausschließen. Das war nämlich bis vor kurzem (arbeite jetzt in einem etwas anderen Bereich, daher habe ich aktuellste Entwicklungen evtl. nicht mitgekriegt) ein Riesenproblem: die Mütter, die nunmal hauptsächlich mit der Erziehung zuhause beschäftigt sind, hocken mit den Kindern da, und können mangels Betreuungsangeboten schlicht keinen Sprachkurse besuchen, also auch quasi nicht Deutsch lernen und es dementsprechend nicht an die Kids weitergeben. Integrationskurse ohne Kinderbetreuung sind dementsprechend ein ziemliches Eigentor, was kommunale Verwaltungen nur mit sehr kreativen Lösungen in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren etwas abmildern können.
Ein anderer Ansatz wäre eine bundesweite KiTa-Pflicht für mindestens (!) das letzte Jahr vor der Einschulung, inkl. entsprechender personeller Ausstattung in Form von Sprach(früh)förderkräften.
 
Oder einfach Unterricht nicht in Deutsch. Man sollte mehrsprachig unterrichten.

In welchem Rahmen? Feste, mehrsprachige Klassen, wo die Kids dann schön säuberlich ethnolinguistisch aufgeteilt werden? Auch nicht integrationsförderlich, oder? Oder denkst du da an Binnendifferenzierung nach dem Motto: "So Kinders, Mathe-Unterricht! Alle Schwarzköpfe bitte in den Nebenraum zu Herrn Kümmeltürk!" ? Mehrsprachiger Unterricht kann gut klappen, wenn es eine gemeinsame Sprache (kann ja auch eine Zweitsprache sein) und eine gemeinsame Lingua Franca gibt. Mit diversen verschiedenen Sprachen ohne gemeinsame Sprache halte ich effektiven Unterricht, der allen Kindern in einer Klasse gleichermaßen gerecht wird, für sehr schwierig. Wenn du Ideen oder Vorschläge hast, immer raus damit!
 
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Die Kritik an Linnemann ist doch nur ein weiterer Beleg das viele Politiker in einer von der Realität abgeschotteten Filterblase leben. Wie soll denn ein Kind das kein Deutsch kann dem Unterricht folgen? Ein paar würden es schaffen und dadurch die Sprache lernen, die meisten aber nicht.
 
Die Kritik an Linnemann ist insofern schon berechtigt, als es halt nur medienwirksamer Aktionismus ist. Es ist gut, dass die Problematik angesprochen wird, aber eigentlich muss an anderer Stelle geschraubt werden. Allerdings hat, wenn ich mich recht erinnere, gerade die Union sich bspw. einer Kita-Pflicht immer verweigert.

/edit: und die wäre genau eine solche Stellschraube. Richtig ist aber, dass wie so oft der hysterische Ton der Kritik nicht angemessen ist. Ja, es wäre keine gute Lösung mit den Vorschulklassen. Der jetzige Status Quo ist aber ebenso wenig ein guter. Das ist mal wieder ein Problem, das über Jahre und Jahrzehnte vor sich hergeschoben worden ist. Und nun ist das sprichwörtliche Kind eben schon lange in den Brunnen gefallen. Der Vorschlag von Linnemann ist ein Versuch, eine Sofortmaßnahme anzubieten und sich damit ins Gespräch zu bringen. Das allein ist aber nicht nachhaltig, sondern muss im Rahmen einer größeren Strategie gedacht werden. Da ist das Schlagwort "Familienbildung" ein wichtiger Ansatz. Alle in einer Familie müssen über Kurz oder Lang Deutsch lernen, schon allein um ihre eigenen, individuellen Möglichkeiten zu stärken, sich hier zurecht zu finden. Und ebenso dazu gehört, dass Bildung nicht allein in der Schule passiert (auch wenn es in vielen anderen Ländern genau so ist, dass man als Eltern die Bildung komplett den Lehrern überlässt, weil alles andere wäre respektlos, schließlich sind das die Experten), sondern wichtige Weichen dafür eben auch zuhause gestellt werden. Und es von daher wichtig ist, dass zuhause (auch) Deutsch gesprochen wird, dass Eltern zu Elternabenden/-gesprächen gehen (wobei dort wiederum die Möglichkeit für Sprachmittlung gegeben sein muss, je nach Bedarf!) etc. etc.
 
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Das kostet aber Geld.
Und seit wann gibt der Staat für Bildung Geld aus?
Das Problem liegt hier aber auch im Förderalismus begründet. Bildung ist Ländersache und demzufolge haben auch die die Kosten dafür zu schultern. Kitas und vorschulische Bildung sind m.W. nach Aufgabe der jeweiligen Kommune. Wenn man sich anschaut wie die finanzielle Lage so mancher Kommunen aussieht, insbesondere solchen die einen hohen Anteil an Menschen haben die in prekären Verhältnissen leben, und das nicht nur temporär sondern dauerhaft, dann kann man sich ausmalen wie es um das Angebot in diesem Bereich steht.
 
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Thema fremdsprachiger Unterricht:
Das ist keine schlechte Idee, aber in welcher Sprache sollen wir das tun? Ich wäre ja für die Sprachen anderer EU Staaten wie Frankreich und Spanien. Aber das bringt bei dem Klientel auch nichts. Nein da müssen wir konsequent Deutsch unterrichten.
 
Schule ist kein Selbstzweck, sondern soll Heranwachsenden dabei helfen, einen guten und chancenreichen Start ins Leben zu haben (stark idealisiertes Ziel, I know). Man muss den Gedanken nicht moegen, aber - dabei sollten auch die Erfordernisse von anschliessenden Bildungseinrichtungen und schliesslich des Arbeitsmarktes beruecksichtigt werden. Und da waeren bessere Deutschkenntnisse sicher hilfreich. Uebrigens auch bei den Edeldeutschen.
 
In welchem Rahmen? Feste, mehrsprachige Klassen, wo die Kids dann schön säuberlich ethnolinguistisch aufgeteilt werden? Auch nicht integrationsförderlich, oder? Oder denkst du da an Binnendifferenzierung nach dem Motto: "So Kinders, Mathe-Unterricht! Alle Schwarzköpfe bitte in den Nebenraum zu Herrn Kümmeltürk!" ? Mehrsprachiger Unterricht kann gut klappen, wenn es eine gemeinsame Sprache (kann ja auch eine Zweitsprache sein) und eine gemeinsame Lingua Franca gibt. Mit diversen verschiedenen Sprachen ohne gemeinsame Sprache halte ich effektiven Unterricht, der allen Kindern in einer Klasse gleichermaßen gerecht wird, für sehr schwierig. Wenn du Ideen oder Vorschläge hast, immer raus damit!

Manche Fächer eben in Arabisch, manche in Türkisch, andere in Englisch und nur Deutsch in Deutsch.
 
Diese Posts nerven nur noch!

Wenn du außer Sarkasmus und Provokation nichts zur Debatte beizutragen hast, enthalte dich doch einfach!

Es handelt sich weder um internationale Schulen, noch um türkische oder arabische Schulen, insoweit wird außerin Fremdsprachen an allgemeinen deutschen Schulen in Deutsch unterrichtet!
Ich weiß auch nicht was es daran zu diskutieren gibt, oder wer jemals etwas anderes vorgeschlagen hat?!
 
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