• Hallo Gast, du kaufst gerne günstig ein und erfährst oft vor deinen Freunden von interessanten Angeboten? Dann kannst du dein Talent als Schnäppchenjäger jetzt zu Geld machen und anderen PCGH-Lesern beim Sparen helfen! Schau einfach mal rein - beim Test der Community Deals!

Der Asylstreit oder auch der Konflikt der Union

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Wo zum Henker ist der religiöse Bezug erkläre das mal?!
CDU = Christlich demokratische Union Deutschlands
Alle Bevölkerungen von Europa sind christlich geprägt oder willst du das bestreiten?
Das streite ich nicht ab. Nur wenn man konsequent ist und Staat und Religion trennen will, dann dürfen die Parteien sich auch nicht so benennen und auch nicht darauf berufen.

Ich bin selber evangelisch. Aber ich habe mir schon öfter die Frage gestellt.
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Das streite ich nicht ab. Nur wenn man konsequent ist und Staat und Religion trennen will, dann dürfen die Parteien sich auch nicht so benennen und auch nicht darauf berufen.
Aha!
Und woraus schließt du das?
Hat die CDU in ihrem Parteiprogramm Punkte stehen, die Trennung von Staat und Religion aufzuheben?
Die CDU beruft sich in ihrem Namen lediglich auf christliche - Werte, daraus kann man weder eine strikte religiöse Zuordnung ableiten und vor allen dingen nicht, dass bei der CDU keine Trennung zwischen Staat und Religion statt findet.
 
TE
S

Sparanus

Volt-Modder(in)

Mahoy

Volt-Modder(in)
Wenn der Vater seine Tochter tötet, weil sie die Familienehre "beschmutzt" hat (weil sie als Frau in einem freien Land, frei leben wollte), kommt es nicht selten vor das a) andere Familienmitglieder (teilweise die Brüder oder die Mutter) helfen und b) das innerhalb der Familie die Rechtmaßigkeit der Tötung bejaht wird, weil die Tochter ja die Familienehre "beschmutzt" hat.
Die Frage ist: Wie verbreitet ist das? Wie viele sogenannte "Ehrenmorde" gab es in Deutschland und wie viele Töchter aus islamischen Familien brechen aus dem traditionellen Korsett aus, ohne dass das irgendwelche schwerwiegenden oder überhaupt negative Folgen für sie hätte?
Ich habe den Eindruck, die wenigen Fälle werden überproportional aufgebauscht und sind überhaupt nicht häufiger als tödliche "Familientragödien" in der urdeutschen Bevölkerung. Und was sind da die Gründe für Mord und Totschlag? In der Regel gehörnte Ehemänner und/oder drohender Verlust des sozialen Status - die Täter argumentieren nicht mit einem anachronistischen Ehrbegriff, der Grund ist jedoch trotzdem verletzter Stolz.

Ich war übrigens damals, das müsste '83 oder '84 gewesen sein, gut ein Jahr mit einer Deutschtürkin zusammen. Ihre Familie ziemlich konservativ, aber dennoch maximal entspannt, was die überhaupt nicht traditionelle Lebensweise ihrer Tochter anging. Ich will nicht behaupten, dass ich dort als Schwiegersohn-Material gehandelt wurde, aber es gab auch keinerlei Feindseligkeit. Das Ganze hat letzendlich nicht gehalten, sie hat später einen Niederländer geheiratet, einer ihrer beiden Brüder gehört bis heute zu meinem aktiven Bekanntenkreis (und würde mich vermutlich über Mord und Totschlag in der Familie auf dem Laufenden halten).
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Ich war übrigens damals, das müsste '83 oder '84 gewesen sein, gut ein Jahr mit einer Deutschtürkin zusammen.
Wohl sehr schlecht vergleichbar, weil damals auch bei türkischen Migranten der Kemalismus vorherrschte und die Reislamisierung oder Rereligiösierung die in den 1990er begann, noch gar nicht stattgefunden hatte, da es weder Satelittenfernsehen gab, noch den Einfluss von Moschhenverbänden wie Heute.
Es gab auch bis in die 1990er Jahre keinen islamischen Terror oder sichtbaren Islamismus in Deutschland, genauso wie das Kopftuch in Schulen eine absolute Ausnahme war.
 
TE
S

Sparanus

Volt-Modder(in)
Das ist jetzt kein gutes Argument Don.

Wenn Ehrenmord ein traditionelles Problem ist gab es das auch damals schon.
 

soulstyle

Software-Overclocker(in)
Wohl sehr schlecht vergleichbar, weil damals auch bei türkischen Migranten der Kemalismus vorherrschte und die Reislamisierung oder Rereligiösierung die in den 1990er begann, noch gar nicht stattgefunden hatte, da es weder Satelittenfernsehen gab, noch den Einfluss von Moschhenverbänden wie Heute.
Es gab auch bis in die 1990er Jahre keinen islamischen Terror oder sichtbaren Islamismus in Deutschland, genauso wie das Kopftuch in Schulen eine absolute Ausnahme war.
Aber schau Dir doch heute mal an wieviele deutsch / türkische Ehen es gibt, wieviele Deutschtürken es gibt.
Also Türken, die deutsche Statsbürger sind und sich auch damit identifizieren.
Meine Kinder haben mehr deutsche Tugenden in sich als türkische Traditionen.
Das geht vielen Migranten Kindern so, wer von denen kennt die Landessprache von dem sie ursprünglich stammen noch richtig?
Von der Landesgeschichte und Traditionen ganz zu schweigen.

Meine jüngste Tochter, 5 Jahre alt, kam mal nach Hause und beschwerte sich darüber das im Kindergarten ein Junge zu Ihr gesagt hat, Zitat:" Du bist ein Türke"
Da war meine Tochter traurig darüber, wir haben uns darüber amüsiert.
Aber vileicht gibt dieses Beispiel ja dem einen oder anderen doch ein Denkanstoss.

Ohne weitere Bedeutung, nur sachliche Anmerkung:

Was den Kemalismus angeht, die Türkei war immer schon ein sehr relgiös geprägtes Land auch in der Zeit wo Kemalismus vorherschte.
 
Zuletzt bearbeitet:
TE
S

Sparanus

Volt-Modder(in)
Meine jüngste Tochter, 5 Jahre alt, kam mal nach Hause und beschwerte sich darüber das im Kindergarten ein Junge zu Ihr gesagt hat, Zitat:" Du bist ein Türke"
Das ist doch genau die richtige Einstellung.
Ihr seid hier, ihr seid deutsche Bürger, dann seht euch doch bitte als Deutsche.

Und wenn euch irgendjemand sagt ihr wärt keine Deutschen dann zeigt ihm den Finger.
 

soulstyle

Software-Overclocker(in)
Das ist doch genau die richtige Einstellung.
Ihr seid hier, ihr seid deutsche Bürger, dann seht euch doch bitte als Deutsche.
Nee mach ich nicht mehr, da waren wir bei deutsch deutschen Nachbarn zum Grillabend, da habe ich zu meiner Frau gesagt "Du bist die einzige Ausländerin" habe ich direkt ein aufs Auge bekommen und durfte auf der Couch übernachten.:wall::lol:.

Spass bei Seite.

Machen wir auch, aber wir vergessen nicht unseren Ursprung und wahren unsere Religion, (deutsche) Tugenden und türkische Traditionen.
 
Zuletzt bearbeitet:

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Machen wir auch, aber wir vergessen nicht unseren Ursprung und wahren unsere Religion, (deutsche) Tugenden und türkische Traditionen.
Das ist auch wichtig!

Ich habe oft von Türkischstämmigen gehört das sie in Deutschland noch als Ausländer gesehen werden oder "Die Türken" und in der Türkei als "die Deutschen" oder "Deutsch-Türken".
Das sie dazwischen stehen und teilweise kein richtiges Zugehörigskeitgefühl haben bzw Akzeptanz in der Gesellschaft.
 

Ja---sin

Software-Overclocker(in)
Ich habe oft von Türkischstämmigen gehört das sie in Deutschland noch als Ausländer gesehen werden oder "Die Türken" und in der Türkei als "die Deutschen" oder "Deutsch-Türken".
Die sogenannten Almanci=Deutschländer :ugly:

Ich würde gerne eine Frage in den Raum werfen, die mich selber, als Kind mit Migrationswurzeln und in Deutschland aufgewachsen, wahrscheinlich immer mehr beschäftigt hat, als andere: Was macht eigentlich einen Deutschen aus? Fängt das allein mit der Staatsbürgerschaft an? Oder mit einer Kultur? Spielt Religion dabei auch eine Rolle? Gehört dazu die Bekenntnis zur Geschichte?

Oder auch anders gefragt: Ab wann ist man Deutsch?

Um es vorweg zu nehmen: Ich selber bin mir bei der Antwort sehr unschlüssig.
 
Zuletzt bearbeitet:

seahawk

Volt-Modder(in)
Im wesentlich steht Deutsch für "White Privilege". Da ist nichts erstrebenswert dran.

Ansonsten ist jede Besitzer*in eines deutschen Passes automatisch Bürger*in der Bundesrepublik Deutschland.
 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Was macht eigentlich einen Deutschen aus?
Wenn du selbst sturzbetrunken den WM Sieg im Fußball noch aktiv feiern kannst. :daumen:
Natürlich bei den Männern. Frauen gilt nicht. :D
Oder auch anders gefragt: Ab wann ist man Deutsch?
Jetzt mal ernsthaft.
Deutscher Staatsbürger ist der, der eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.
Ob er die erst gestern bekommen hat oder ob seine Urgroßeltern schon Deutsche waren, ist dabei irrelevant.
Ebenso irrelevant ist es, wo er/sie/es mal herkam, wie das äußere Erscheinungsbild ist oder an was er/sie/es glaubt.
 
TE
S

Sparanus

Volt-Modder(in)
Rechtlich gilt natürlich die Staatsbürgerschaft.

Ansonsten würde ich sagen:
Deutsch ist wer sich dazu bekennt, diese Sprache spricht und dieser Gesellschaft dabei helfen will voran zu kommen.

Ich lebe gerne mit dieser Definition, denn sie kann den Flüchtling aus Syrien genau so gut einschließen wie den, der seit Generationen hier lebt.
 

soulstyle

Software-Overclocker(in)
Es gibt schon wie ich finde, auch gut finde was typisch deutsch ist.
Ich rede mal ab dem Jahr 1970

Pünklichkeit
Genauigkeit
Präzision
Analytisch
Wissensorientiert
Unparteiisch (In bezug auf manch andere Länder)
Inovativ
Wertschätzung
Vorerst Distanz zum fremden (Was ich für den Selbstschutz gut finde).
Modern
Multikulturell

Ähm der muss leider sein, ich mache es auch, sorry

IM URLAUB SANDALEN MIT SOCKEN :ugly:

Ich lebe gerne in Deuschland und mit den Deutschen und dem Multikulti Volk.
 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Es gibt schon wie ich finde, auch gut finde was typisch deutsch ist.
Ich rede mal ab dem Jahr 1970
Das sind aber nur Klischees.
Genauso wenig kann man sagen, dass alle Chinesen Kung fu können oder dass alle Amerikaner übergewichtig sind.
Jedes Individuum ist anders. Ich kann z.B., nichts mit Karneval anfangen oder finde es albern, wenn man im Ausland denkt, dass alle Deutsche aus Bayern stammen.
Ich hab damals im USA Urlaub erst mal ein paar Amerikaner beigebracht, wie man "Porsche" richtig ausspricht. :D
 

Ja---sin

Software-Overclocker(in)
Das sind aber nur Klischees.
Aber interessant ist doch, dass wir klischeehafte Annahmen in der Realität zu erkennen meinen. Vielleicht sollten Klischees nicht zu pauschalisierend verstanden werden, ohne angesprochene Tendenzen zu negieren. In anderen Worten: tendenziell sind die Menschen im Süden unpünktlich, weil exaktes Zeiterleben nebensächlich ist, tendenziell sind Menschen in den USA übergewichtig, weil Fast Food günstig und überall in Massen verkauft werden, oder Kung Fu eine sehr beliebte Sportart in China ist, weil es als ein kulturelles Erbe verstanden wird, usw. usf.
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Rechtlich gilt natürlich die Staatsbürgerschaft.

Ansonsten würde ich sagen:
Deutsch ist wer sich dazu bekennt, diese Sprache spricht und dieser Gesellschaft dabei helfen will voran zu kommen.

Ich lebe gerne mit dieser Definition, denn sie kann den Flüchtling aus Syrien genau so gut einschließen wie den, der seit Generationen hier lebt.
Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, das muss jeder für sich selber entscheiden.
Abgesehen von der Bekenntnis und der Sprache, fühlt man sich wohl, kann man sich vorstellen hier den Rest seines Lebens zu verbringen, ist es die richtige Gesellschaft und das richtige Umfeld, um Kinder in die Welt zu setzen, um in dieser Gesllschaft aufzuwachsen, hat man gesellschaftlichen Anschluss und Teilhabe.
Ich glaube all das kann man nur über die Sprache erreichen und wenn man sich wohl fühlt, kommt der Rest eher von selbst.
Spielt Religion dabei auch eine Rolle? Gehört dazu die Bekenntnis zur Geschichte?
Jein und Jein! Aber eher Nein.
Man sollte seinen religiösen "Stil" der hiesigen Gesellschaft etwas anpassen, ansonsten komplett egal.
Man kann von keinem Migranten eine Bekenntnis zur Deutschen Geschichte erwarten oder verlangen, vielleicht die Anpassung, dass es in der deutschen Geschichte Vorkommnisse gibt, die man Wissen sollte und entsprechend "feinfühlig" darauf reagieren.
 
Zuletzt bearbeitet:

Nightslaver

PCGH-Community-Veteran(in)
Das sind aber nur Klischees.
Genauso wenig kann man sagen, dass alle Chinesen Kung fu können oder dass alle Amerikaner übergewichtig sind.
Jedes Individuum ist anders. Ich kann z.B., nichts mit Karneval anfangen oder finde es albern, wenn man im Ausland denkt, dass alle Deutsche aus Bayern stammen.
Ich hab damals im USA Urlaub erst mal ein paar Amerikaner beigebracht, wie man "Porsche" richtig ausspricht. :D
Es gab irgendwo letztens einen interessanten Beitrag, das an Klischees oft doch in ihren Kern mehr wahres dran ist als man glaubt, weiß nur leider nicht mehr wo er war, da nicht abgespeichert.

Natürlich heißt das nicht das jedes Klischee auch stimmt, oder das nur weil es Klischee ist jeder Deutsche deswegen pünktlich und fleißig ist, oder jeder Bayer Weißwurst mag, oder jeder Amerikaner fett ist, aber es sind durchaus oft Sachen die schon eine gewisse weite Verbreitung in den jeweiligen Gruppen / Ländern haben / hatten und deshalb durchaus zutreffend sind (62,9% der US-Amerikaner sind übergwichtig, 50% davon mit einem BMI über 30, als Beispiel).

Weiter hieß es das solche Klischees natürlich nicht für alle Zeiten unumstößlich sind und sich durchaus auch im Laufe der Zeit in einer Gesellschaft / Gruppe ändern können, bei uns träfe das z.B. auf das Klischee von Fleiß und Pünktlichkeit zu, wo nach Untersuchungen im Ausland wohl abnehmende Tendenzen gibt dies mit Deutschen in Verbindung zu bringen (wenn ich Touri wäre und die Deutsche Bahn & BVG erlebe würde ich auch nicht mehr an Deutsche Pünktlichkeit glauben *ugly*).
 
Zuletzt bearbeitet:

Ja---sin

Software-Overclocker(in)
Es gab irgendwo letztens einen interessanten Beitrag, das an Klischees oft doch in ihren Kern mehr wahres dran ist als man glaubt, weiß nur leider nicht mehr wo er war, da nicht abgespeichert.

Natürlich heißt das nicht das jedes Klischee auch stimmt, oder das nur weil es Klischee ist jeder Deutsche deswegen pünktlich und fleißig ist, oder jeder Bayer Weißwurst mag, oder jeder Amerikaner fett ist, aber es sind durchaus oft Sachen die schon eine gewisse weite Verbreitung in den jeweiligen Gruppen / Ländern haben / hatten und deshalb durchaus zutreffend sind (62,9% der US-Amerikaner sind übergwichtig, 50% davon mit einem BMI über 30, als Beispiel).

Weiter hieß es das solche Klischees natürlich nicht für alle Zeiten unumstößlich sind und sich durchaus auch im Laufe der Zeit in einer Gesellschaft / Gruppe ändern können, bei uns träfe das z.B. auf das Klischee von Fleiß und Pünktlichkeit zu, wo nach Untersuchungen im Ausland wohl abnehmende Tendenzen gibt dies mit Deutschen in Verbindung zu bringen (wenn ich Touri wäre und die Deutsche Bahn & BVG erlebe würde ich auch nicht mehr an Deutsche Pünktlichkeit glauben *ugly*).
Das bestätigt tatsächlich, was ich zuvor geschrieben hatte, dass Völker gewisse Tendenzen aufweisen, die ihren Ursprung wahrscheinlich in soziologischen, geografischen und historischen Gegebenheiten haben.
 

seahawk

Volt-Modder(in)
Das bestätigt tatsächlich, was ich zuvor geschrieben hatte, dass Völker gewisse Tendenzen aufweisen, die ihren Ursprung wahrscheinlich in soziologischen, geografischen und historischen Gegebenheiten haben.
Haben Sie das? Man stelle sich vor das Saarland wäre nach dem 2.WK an Frankreich gefallen. Die Bewohner*innen würden heute französisch sprechen und sich als Franzosen identifizieren. Was heute Polen ist war mal Deutschland und ob man Libanese oder Syrer ist, entschied ein Strich der Kolinalmächte auf der Landkarte.
 

HenneHuhn

Volt-Modder(in)
Haben Sie das? Man stelle sich vor das Saarland wäre nach dem 2.WK an Frankreich gefallen. Die Bewohner*innen würden heute französisch sprechen und sich als Franzosen identifizieren. Was heute Polen ist war mal Deutschland und ob man Libanese oder Syrer ist, entschied ein Strich der Kolinalmächte auf der Landkarte.
Abgesehen davon, dass du nicht argumentierst, sondern spekulierst, weißt du glaube ich selbst nicht so recht, was du sagen willst. Denn du bestätigst das, was Ja---sin schreibst, obwohl du es auf konfuser Grundlage widerlegen willst: kulturelle Eigenheiten einer Population (und das betrifft ja nicht mal nur die spezifischen Variationen von Handlungs- und Kulturpraktiken von Menschen, sondern auch einige andere höhere Säugetiere, wie wir mittlerweile wissen) entwickeln und verändern sich auf Grundlage der realen Umstände, unter denen diese Population existiert. Führen aber unter Umständen irgendwann auch ein Eigenleben. Sie werden zu "sozialen Tatsachen/Tatbeständen" (Émile Durkheim), die unser soziales Handeln und auch unser individuelles Denken (bei jedem in unterschiedlichem Maße) beeinflussen.
Das ist halt nur nicht festgeschrieben, sondern eben in Veränderung begriffen und kann auch individuell abgelegt werden. Fällt dem einen schwerer, dem anderen leichter.
 

seahawk

Volt-Modder(in)
Für mich ist die Idee, dass Personen eine Gemeinsamkeit haben nur weil sie zu einer Nation gehören ziemlich unlogisch. Stolz auf die Nationalität zu sein ist für mich eine kranke Idee. Ich kann das bei Migrant*innen verstehen, die sich bewusst für ein Land entscheiden, aber für Personen die einfach im Land geboren wurden, ist das für mich nicht nachvollziehbar.
 

HenneHuhn

Volt-Modder(in)
Für mich ist die Idee, dass Personen eine Gemeinsamkeit haben nur weil sie zu einer Nation gehören ziemlich unlogisch. Stolz auf die Nationalität zu sein ist für mich eine kranke Idee. Ich kann das bei Migrant*innen verstehen, die sich bewusst für ein Land entscheiden, aber für Personen die einfach im Land geboren wurden, ist das für mich nicht nachvollziehbar.

Wo zauberst du denn jetzt den Nationalstolz hervor? Ich habe hier niemanden davon schreiben sehen, vielleicht habe ich das übersehen.

Die Gemeinsamkeit ist, dass sie unter den gleichen Rahmenbedingungen aufgewachsen sind. Und "Kultur", als Oberbegriff für eine ziemlich große, ungeordnete und nicht immer widerspruchsfreie Sammlung von Werten, Orientierungen, sozialen Erwartungshaltungen, erlernten Handlungs- und Betrachtungsweisen etc. etc. etc. entwickelt sich eben nicht im luftleeren Raum, in den Köpfen von Menschen oder durch einen abstrakten "Weltgeist" (sorry Hegel, aber zum Glück wurdest du ja später noch auf die Füße gestellt), sondern durch/unter eben jene/n Rahmenbedingungen. Das ist letztlich das, was dahinter steckt, wenn gesagt wird, dass Menschen aus Land ABC eine so andere "Mentalität" hätten als "wir". Das wird halt eklig, wenn diese "Mentalität" nicht reflektiert wird (so wie ich das auf materialistischer Grundlage oben getan habe), sondern als irgendwie "natürlich" oder gar "gottgegeben" und somit nicht oder kaum veränderlich angesehen wird. Quasi als essentialistische Eigenschaft von Menschen aus einer bestimmten Region. Und das ist natürlich völliges Bullenexkrement.

@Sparanus:
Kleiner semantischer Unterschied: stolz auf "sein" Land sein oder stolz auf die eigene Nationalität (wie seahawk es formulierte). Da sehe ich schon große Unterschiede.
 

HenneHuhn

Volt-Modder(in)
Wenn man Nationalität Biologisch sieht ja.

Das müsstest du erläutern, ich weiß nicht, wie du es meinst.

Ich sehe den Unterschied darin, dass man natürlich zu recht stolz auf eine große Leistung sein kann, wenn man aktiv daran mitgewirkt hat. Als Beispiel: wenn man es in einer gesamtgesellschaftlichen Kraftanstrengung schaffen würde, soziale Ungleichheit/Ungerechtigkeit weitestgehend abzuschaffen, dann könnte ich Stolz auf die so geschaffene Gesellschaft/das entsprechende Land nachvollziehen.
Stolz auf die eigene Nationalität setzt für mich einen anderen Fokus. Da macht man ja sich selbst, als Inhaber/Vertreter jener Nationalität, zum Objekt des Stolzes. Das wiederum kann ich nicht nachvollziehen bzw. halte ich für eine ziemlich lahme Ego-Krücke.
Und natürlich kann auch Ersteres in Zweiteres umschlagen. Dann landet man schnell beim klassischen Chauvinismus, "am xyz Wesen soll die Welt genesen", "God's own country" etc.
 
TE
S

Sparanus

Volt-Modder(in)

Ja---sin

Software-Overclocker(in)
Hast du was dagegen, dass ich es ablehne den Deutschen als Rasse/Ethnie zu definieren?
Wenn man Nationalität Biologisch sieht ja.
Du vermischst mit diesen beiden Kommentaren gerade soviel, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu antworten. Ganz kurz dazu, da ich gerade doch lieber im Garten mit der Familie sitze.

Nation/Nationalität ist ein moderneres, politisches Konstrukt und hat viel mit einem abgrenzenden Hoheitsgebiet zu tun. Biologisch kann man da nichts sehen.

Ethnie ist nicht gleich Rasse. Rassen gibt es nur bei Tieren. Ethnien gibt es jedoch bei Menschen, diese lässt sich tatsächlich auch genetisch im Vorkommen bestimmter Erbmerkmale feststellen. Die Ahnenforschung arbeitet auch damit. Eine homogene Ethnie gibt es, bis auf ein paar indigene Völker, auf dieser Welt nicht wirklich. Da wir alle aufgrund vieler verschiedener Faktoren ethnisch gemischt sind.
 
TE
S

Sparanus

Volt-Modder(in)
Und wieder vollkommen am Thema vorbei, aber ich kläre dich gerne auf.
Nation/Nationalität ist ein moderneres, politisches Konstrukt und hat viel mit einem abgrenzenden Hoheitsgebiet zu tun.
Ja
Biologisch kann man da nichts sehen.
Gibt trotzdem Menschen die das tun, was falsch ist, aber trotzdem gibt es Menschen die das tun.
Wenn ich sage, dass man den Deutschen nicht als Rasse sehen darf, dann geht das so an die Leute die Menschen in Rassen einteilen und nicht an andere.
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Salve,

man kann das doch ganz griffig gestalten anhand von Beispielen .

Meiner persönlichen Meinung nach (man kann e auch anders sehen) kann diese Nation z.B. jetzt also nach 31 Jahren durchaus auf eine Menge Dinge der Wiedervereinigung stolz sein, denn aus meiner eigenen Erfahrung weiss ich, dass viele Leute aus dem Ausland daran gezweifelt haben, dass es innerhalb so "kurzer" Zeit überhaupt möglich ist den Lebensstandard und die Umgebung auf etwa gleiches Level zu heben. Viele meinten das wäre ein Klotz der mindestens 50 Jahre in Anspruch nimmt und es würde Deutschland wirtschaftlich massiv hemmen.

Anderes Beispiel für Eigenarten in Deutschland ist die Direktheit, mit der viele Expads, Besucher und "Zugezogene" erst nach einer Weile "fertig" werden, manche gar nicht.
Hier gibt es halt so gut wie gar nicht den alltäglichen nichtssagenden Smalltalk zwischen Fremden und wenn Jemand eine Frage stellt, bekommt er in der Regel auch eine direkte Antwort z.B. ich habe morgen abend keine Zeit, deine neue Brille gefällt mir nicht, das könnte man eventuell besser oder anders machen etc......
Wenn man in den USA einen Vortrag z.B. für die Firma erstellt und erhält und nicht mindestens ein amazig oder outstanding hört, kann man davon ausgehen, es war eher schlecht, wenn man hier in Deutschland hört, das war gut, kann man Voraussetzen, das die Leistung auch gut war.
 

seahawk

Volt-Modder(in)
Wo zauberst du denn jetzt den Nationalstolz hervor? Ich habe hier niemanden davon schreiben sehen, vielleicht habe ich das übersehen.

Die Gemeinsamkeit ist, dass sie unter den gleichen Rahmenbedingungen aufgewachsen sind. Und "Kultur", als Oberbegriff für eine ziemlich große, ungeordnete und nicht immer widerspruchsfreie Sammlung von Werten, Orientierungen, sozialen Erwartungshaltungen, erlernten Handlungs- und Betrachtungsweisen etc. etc. etc. entwickelt sich eben nicht im luftleeren Raum, in den Köpfen von Menschen oder durch einen abstrakten "Weltgeist" (sorry Hegel, aber zum Glück wurdest du ja später noch auf die Füße gestellt), sondern durch/unter eben jene/n Rahmenbedingungen. Das ist letztlich das, was dahinter steckt, wenn gesagt wird, dass Menschen aus Land ABC eine so andere "Mentalität" hätten als "wir". Das wird halt eklig, wenn diese "Mentalität" nicht reflektiert wird (so wie ich das auf materialistischer Grundlage oben getan habe), sondern als irgendwie "natürlich" oder gar "gottgegeben" und somit nicht oder kaum veränderlich angesehen wird. Quasi als essentialistische Eigenschaft von Menschen aus einer bestimmten Region. Und das ist natürlich völliges Bullenexkrement.

@Sparanus:
Kleiner semantischer Unterschied: stolz auf "sein" Land sein oder stolz auf die eigene Nationalität (wie seahawk es formulierte). Da sehe ich schon große Unterschiede.

Sehe ich nicht, evtl. weil ich auch in anderen Ländern gelebt habe und mich viel mit Charakter- und Persönlichkeitsmodellen befasst habe. Klar gibt es kulturelle Unterschiede im Hinblick auf die Bewertung von bestimmten Dingen wie z.B, Pünktlichkeit. Schaut man sich dann z.B. Charaktmodelle wie das DISG-Modell an, dann wird eine Person mit überwiegend gewissenhafter Ausprägung (blau) immer pünktlicher sein als ein gelbe Person. Und eine "blaue" Person aus Deutschland wird sehr wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten mit einer "blauen" Person aus Südeuropa haben, als mit einer extrem gelben Person aus Deutschland.
 

HenneHuhn

Volt-Modder(in)
Sehe ich nicht, evtl. weil ich auch in anderen Ländern gelebt habe und mich viel mit Charakter- und Persönlichkeitsmodellen befasst habe. Klar gibt es kulturelle Unterschiede im Hinblick auf die Bewertung von bestimmten Dingen wie z.B, Pünktlichkeit. Schaut man sich dann z.B. Charaktmodelle wie das DISG-Modell an, dann wird eine Person mit überwiegend gewissenhafter Ausprägung (blau) immer pünktlicher sein als ein gelbe Person. Und eine "blaue" Person aus Deutschland wird sehr wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten mit einer "blauen" Person aus Südeuropa haben, als mit einer extrem gelben Person aus Deutschland.
Das ist aber schon wieder keinerlei Gegenargument gegen... ja gegen was genau versuchst du eigentlich so krampfhaft gegen an zu argumentieren?

Die unglaubliche Erkenntnis, dass es individuelle Charakterentwicklung gibt, spricht jedenfalls nicht im Geringsten gegen die Tatsache, dass die meisten Menschen, die in einer bestimmten geographischen Region leben, auf Grundlage der dort vorherrschenden Kultur(en) sozialisiert werden. Das ist ja keine Programmierung, die dem Individuum aufgezwungen wird und ihn wie einen Roboter lenkt. Und steht in ständiger Wechselwirkung mit den individuellen Charakterzügen eines Menschen. Also wie er/sie bestimmte Dinge handhabt etc.
 

Ja---sin

Software-Overclocker(in)
Salve,

man kann das doch ganz griffig gestalten anhand von Beispielen .

Meiner persönlichen Meinung nach (man kann e auch anders sehen) kann diese Nation z.B. jetzt also nach 31 Jahren durchaus auf eine Menge Dinge der Wiedervereinigung stolz sein, denn aus meiner eigenen Erfahrung weiss ich, dass viele Leute aus dem Ausland daran gezweifelt haben, dass es innerhalb so "kurzer" Zeit überhaupt möglich ist den Lebensstandard und die Umgebung auf etwa gleiches Level zu heben. Viele meinten das wäre ein Klotz der mindestens 50 Jahre in Anspruch nimmt und es würde Deutschland wirtschaftlich massiv hemmen.
Nicht zu vergessen, dass daran auch ein sehr großer Anteil der "Gastarbeiter" aus dem Ausland haben - also können auch die ganzen ersten Generationen an Arbeitsmigranten stolz darauf sein, dieses Land zu einem hohen Qualitätsstandard mit verholfen zu haben.

Sehe ich nicht, evtl. weil ich auch in anderen Ländern gelebt habe und mich viel mit Charakter- und Persönlichkeitsmodellen befasst habe. Klar gibt es kulturelle Unterschiede im Hinblick auf die Bewertung von bestimmten Dingen wie z.B, Pünktlichkeit. Schaut man sich dann z.B. Charaktmodelle wie das DISG-Modell an, dann wird eine Person mit überwiegend gewissenhafter Ausprägung (blau) immer pünktlicher sein als ein gelbe Person. Und eine "blaue" Person aus Deutschland wird sehr wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten mit einer "blauen" Person aus Südeuropa haben, als mit einer extrem gelben Person aus Deutschland.
Ich kenne mich nicht aus mit diesen Persönlichkeitsmodellen. Meine Annahme wäre, dass auch Persönlichkeit durch soziale Gegebenheiten beeinflusst wird, in Form von Verstärkung/Schwächung bestimmter Persönlichkeitsanteile. Nehmen wir als Beispiel, die mehrmals erwähnte Eigenschaft der Pünktlichkeit: In einer Gesellschaft, in der Pünktlichkeit enorm wichtig ist und Unpünktlichkeit soziale Ächtung erfährt, werden Menschen, jeglicher Persönlichkeit, zur Pünktlichkeit konditioniert. Das Gleiche gilt für Dons Beispiel über die deutsche Direktheit: In anderen sozialen Gemeinschaften/Kulturen wird eine schonungslose Direktheit sozial geächtet, sodass Menschen sich angewöhnt haben Kritik indirekt zu äußern oder sogar vermeiden Kritik zu äußern, da es unhöflich gilt und Höflichkeit in dieser sozialen Gemeinschaft einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert hat und somit auch als Schlüssel zur sozialen Teilhaber fungiert.
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Nicht zu vergessen, dass daran auch ein sehr großer Anteil der "Gastarbeiter" aus dem Ausland haben - also können auch die ganzen ersten Generationen an Arbeitsmigranten stolz darauf sein, dieses Land zu einem hohen Qualitätsstandard mit verholfen zu haben.
Ja absolut, die haben mit ihrer Arbeitsleistung, Steuern und Abgaben ganz genauso dazu beigetragen.

Das Gleiche gilt für Dons Beispiel über die deutsche Direktheit: In anderen sozialen Gemeinschaften/Kulturen wird eine schonungslose Direktheit sozial geächtet, sodass Menschen sich angewöhnt haben Kritik indirekt zu äußern oder sogar vermeiden Kritik zu äußern, da es unhöflich gilt und Höflichkeit in dieser sozialen Gemeinschaft einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert hat und somit auch als Schlüssel zur sozialen Teilhaber fungiert.
Schon, wobei ich immer noch nicht in meinem Leben einsehen kann, dass die Zusage zu einem Treffen/Verabredung und das Nichterscheinen als höflicher gelten soll, als eine direkte Absage.
Das ist in den USA gang und gebe und ich habe US Freunden, die hier zum Studieren, Arbeiten oder zu Besuch herkommen, eindringlich davor gewarnt, es in Deutschland genauso zu machen, denn hier wird das Zusagen zu einem Treffen und dann Nichterscheinen (ohne Absage) als sehr sehr große Unfreundlichkeit/Unhöflichkeit empfunden.
 
Oben Unten