Nach dem Muster kann man so ziemlich alles zur Religion erklären, sofern Personen oder Ideen gottgleiche Verehrung beanspruchen und auch erfahren.
Der Grad zwischen rein weltlicher Idiologie und dem übernatürlichen Glauben / Religion ist auch sehr schmal und überschneidet sich an vielen Punkten und im Grunde ist es genau so, das sich am Ende alle Idiologie auch religiöser Züge bedient und deren Strickmuster nutzt.
Das mag nicht zuletzt auch daran liegen das Glaube / Religion mit eines der ersten und ältesten von Menschen geschaffenen künstlichen Denkkonstrukte ist, welches halt ohne das physische Kräftemessen große kaum antastbare Macht und Einfluss generiert hat (Schamanen besitzen in primitiven Gesellschaften mindestens eine gleichrangige bis höhere Autorität wie der Stammesanführer) und genau darum geht es ja am Ende letztlich genauso immer bei jeder Form von weltlicher Idiologie ("Schläue" über Kraft, um sich die Macht und Einfluss zu sichern), nur das diese sich in der Regel nicht auf die spirituelle Unantastbarkeit und übernatürlichen Natur als Basis ihrer Legitimation beruft, sondern sich den Anstrich gibt sich auf (bisweilen scheinwissenschaftliche) Fakten und Belege, für ihre Richtigkeit zu stützen und die Menschen so von der Überlegenheit dieser idiologischen Position zu überzeugen.
Und das hieße, dass keine Religion gar nicht möglich ist, weil sich Menschen immer etwas basteln werden, mit dem sie pauschal alles abdecken, was sie sich nicht rational erklären können bzw. wofür sie ein handliches Konzept zu benötigen meinen.
Doch keine Religion ist möglich, keine Idiologie allerdings nicht, da man sich natürlich immer etwas konstruieren wird was versucht alles zu erklären, die Frage ist nur halt auf welcher Basis diese Erklärungen fußen (Wissenschaft, oder machtmanipulativen Scheinfakten) und wie fähig man ist diese Erklärungen halt auch neuen Erkentnissen anzupassen, sobal es sie gibt.
Genau da liegt halt auch der Unterschied zwischen vielen Religionen und extremen Idiologien und dem "allgemeinen gemäßigten idiologischen Weltbild" das jeder besitzt.
Erstere passen Erkentnisse oft nur so an das sie in die eigene religiöse Sicht der Dinge passen, oder biegen bisweilen für ihre Idiologie / Religion die Dinge so zurecht das sie den eigenen Standpunkt möglichst untermauern.
Alle anderen passen ihre Idiologie in der Regel ehr den gewonnen Erkentnissen an und verschieben bisweilen dadurch dann eben auch ihre eigene Position.
Dann wäre beispielsweise der Glaube an unendliches Wirtschaftswachstum und das damit verbundene Heilsversprechen eine Religion ... und beispielsweise die von mir bereits zuvor erwähnten Krawatten doch noch eine "religöse Textilie", die in Amtsstuben nichts verloren hat.
Nur ist die Krawatte eine Ecke älter als die Mähr vom unendlichen Wirtschaftswachstum und dem Heilsversprechen der Konsumgesellschaft, davon ab ist sie ja kein einheitliches Sinnbild dafür, das wäre wohl ehr die Marketing getriebene Werbung.
Wenn dann hätte sich da bei der Krawatte die "Religion" nur ein bereits vorhandenes Obejekt einverleibt, so wie die Christen das Kreuz, welches die Römer und andere antike Reiche zvor schon lange zum hinrichten benutzt haben.
Aber ansonsten ja, die Wirtschaftstheorie vom unendlichen Wirtschaftwachstum in Verbindung mit Konsum entsprechen in ihren Zügen einer Religion, inkl. Heilsversprechen (allen geht es dann viel viel besser) und deren Wirtschaftstheoretiker entsprechen den weltlichen Predigern religiöser Institutionen und die Menschen die danach leben den Gläubigen, das ist so.
