News DDR5-Preise explodieren: RAM mieten statt kaufen?

PCGH_Sven

PCGH-Autor
In Zeiten, in denen die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher stark angezogen haben, lassen sich Speichermodule und RAM-Kits auch mieten statt kaufen. Doch ist das wirklich eine Alternative und wenn ja, für welchen Typ von Anwender?

Was sagt die PCGH-X-Community zu DDR5-Preise explodieren: RAM mieten statt kaufen?

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Ich sehe nicht viel Sinn.

Bei einem großen Unternehmen kostet alleine das Handling des Mietprozesses (Einkauf, Controlling, Lager, Einbau, Ausbau, Rückversand, Rechnungsstelle) mehr, als man selbst bei 2 Wochen Miete gegenüber dem Kauf einsparen würde. Da wird einfach gekauft und die Kosten über mehrere Aufträge abgeschrieben.

Ja, manche Unternehmen mieten/leasen sogar die Gardienen an den Fenstern, weil man so schön die Bilanzen aufhübschen kann (Stichwort Eigenkapitalrendite). Aber die würden dann einen kompletten Rechner mieten, zumal man für einen entsprechenden Auftrag i.d.R. nicht nur mehr RAM, sondern auch entsprechend mehr CPU-/GPU-Power braucht.

Und wenn man als kleiner Selbstständiger plötzlich mehr RAM für einen Auftrag braucht, aber die Liquidität/Einnahmen nur eine kurze Miete für 200 Euro statt eines Kaufes für 1100 Euro zulassen, sollte man dringend den eigenen Businessplan überdenken.

RAM als Gamer zu mieten ist noch bekloppter, als den Gaming PC auf Kredit zu kaufen. Da sind GeForce NOW und Co. die bessere Alternative.

So, und jetzt noch ein bisschen "Opa erzählt vom Krieg" zum Thema "Preisexplosion":

Hier kommen gerade mehrere Faktoren zu einem "perfect storm" zusammen.

1. Der bei RAM/Flash seit Jahrzehnten übliche Schweinezykus. Hohe Nachfrage->hohe Preise->hoher Profit->Ausbau der Produktion->Überangebot->sinkende Preise->sinkender Profit->weniger Produktion->hohe Nachfrage...

2. Ich nenne es mal "öffentliche Kartellabsprache über Branchennachrichten". Alle Hersteller leiden unter niedrigen Preisen. Plötzlich prognostiziert ein Branchendienst eine enorme Preissteigerung wegen abgebrannter Kunststofffabrik/Hochwasser/hohe iPhone Produktion/KI-Nachfrage/der Hund hat die Hausaufgaben gefressen... und über Nacht gehen überall die Preise nach oben. Aber dann kauft keiner mehr und ein paar Wochen später sind die Preise wundersamerweise wieder unten. Das wird bei RAM und SSDs ja regelmäßig versucht, geht aber oft in die Hose, weil halt keiner zu den Mondpreisen kauft. Diesmal sind die Erfolgschancen aber höher, denn...

3. Viele Leute fallen leider auf das "Du musst jetzt einen neuen Rechner mit Windows 11 kaufen" Märchen rein. Und...

4. Es ist November. Der DIY-Veteran weiß: "Im Oktober musst Du Deine Hardware für den Rest des Jahres gekauft haben". Denn jetzt beginnt die "Mein Sohn will einen Gaming-PC zu Weihnachten" Zeit, wo die Verfügbarkeit nach unten und die Preise nach oben gehen. Außerdem bereiten sich die Händler auf Black Friday und Co. vor, d.h. sie gehen langsam mit den Preisen hoch, um dann fette "Rabatte" anzubieten.


Und um die Preise mal ins Verhältnis zu rücken:

32 GB DDR5 6400 (sweet spot für Ryzen 9) kosten gerade etwa 200 Euro. Ja, das ist verglichen mit dem Sommer ein beachtlicher Anstieg. Aber im Gesamtbild nicht wirklich exorbitant. 32 GB werden auf absehbare Zeit für 90% der Anwender mehr als genug sein.

In die "kann man mit arbeiten, ohne zu leiden" Kategorie fallen für 90% der Anwender eher 16 GB für 100 - 130 Euro. Das waren Anno '96 noch 16 MB. Und für 2 PS/2 Module je 8 MB habe ich damals zusammen 750 DM bezahlt. Das wären nach 1:1 Umrechnung 380 Euro, mit Inflation und Mehrwertsteuererhöhung heute eher 600...650 Euro.

Über das "RAM ist so teuer!" Gejammer können wir alten Hasen nur müde lächeln... :ugly:

Was mich mehr ankotzt, ist die Preisentwicklung bei den Boards. Der 750 DM RAM steckte in einem 150 DM Board. 16 GB DDR5 zu "explodiertem" Preis ist immer noch billiger als ein halbwegs vernünftiges Board... :what:
 
Ich sehe nicht viel Sinn.

Bei einem großen Unternehmen kostet alleine das Handling des Mietprozesses (Einkauf, Controlling, Lager, Einbau, Ausbau, Rückversand, Rechnungsstelle) mehr, als man selbst bei 2 Wochen Miete gegenüber dem Kauf einsparen würde. Da wird einfach gekauft und die Kosten über mehrere Aufträge abgeschrieben.

Ja, manche Unternehmen mieten/leasen sogar die Gardienen an den Fenstern, weil man so schön die Bilanzen aufhübschen kann (Stichwort Eigenkapitalrendite). Aber die würden dann einen kompletten Rechner mieten, zumal man für einen entsprechenden Auftrag i.d.R. nicht nur mehr RAM, sondern auch entsprechend mehr CPU-/GPU-Power braucht.

Und wenn man als kleiner Selbstständiger plötzlich mehr RAM für einen Auftrag braucht, aber die Liquidität/Einnahmen nur eine kurze Miete für 200 Euro statt eines Kaufes für 1100 Euro zulassen, sollte man dringend den eigenen Businessplan überdenken.

RAM als Gamer zu mieten ist noch bekloppter, als den Gaming PC auf Kredit zu kaufen. Da sind GeForce NOW und Co. die bessere Alternative.

So, und jetzt noch ein bisschen "Opa erzählt vom Krieg" zum Thema "Preisexplosion":

Hier kommen gerade mehrere Faktoren zu einem "perfect storm" zusammen.

1. Der bei RAM/Flash seit Jahrzehnten übliche Schweinezykus. Hohe Nachfrage->hohe Preise->hoher Profit->Ausbau der Produktion->Überangebot->sinkende Preise->sinkender Profit->weniger Produktion->hohe Nachfrage...

2. Ich nenne es mal "öffentliche Kartellabsprache über Branchennachrichten". Alle Hersteller leiden unter niedrigen Preisen. Plötzlich prognostiziert ein Branchendienst eine enorme Preissteigerung wegen abgebrannter Kunststofffabrik/Hochwasser/hohe iPhone Produktion/KI-Nachfrage/der Hund hat die Hausaufgaben gefressen... und über Nacht gehen überall die Preise nach oben. Aber dann kauft keiner mehr und ein paar Wochen später sind die Preise wundersamerweise wieder unten. Das wird bei RAM und SSDs ja regelmäßig versucht, geht aber oft in die Hose, weil halt keiner zu den Mondpreisen kauft. Diesmal sind die Erfolgschancen aber höher, denn...

3. Viele Leute fallen leider auf das "Du musst jetzt einen neuen Rechner mit Windows 11 kaufen" Märchen rein. Und...

4. Es ist November. Der DIY-Veteran weiß: "Im Oktober musst Du Deine Hardware für den Rest des Jahres gekauft haben". Denn jetzt beginnt die "Mein Sohn will einen Gaming-PC zu Weihnachten" Zeit, wo die Verfügbarkeit nach unten und die Preise nach oben gehen. Außerdem bereiten sich die Händler auf Black Friday und Co. vor, d.h. sie gehen langsam mit den Preisen hoch, um dann fette "Rabatte" anzubieten.


Und um die Preise mal ins Verhältnis zu rücken:

32 GB DDR5 6400 (sweet spot für Ryzen 9) kosten gerade etwa 200 Euro. Ja, das ist verglichen mit dem Sommer ein beachtlicher Anstieg. Aber im Gesamtbild nicht wirklich exorbitant. 32 GB werden auf absehbare Zeit für 90% der Anwender mehr als genug sein.

In die "kann man mit arbeiten, ohne zu leiden" Kategorie fallen für 90% der Anwender eher 16 GB für 100 - 130 Euro. Das waren Anno '96 noch 16 MB. Und für 2 PS/2 Module je 8 MB habe ich damals zusammen 750 DM bezahlt. Das wären nach 1:1 Umrechnung 380 Euro, mit Inflation und Mehrwertsteuererhöhung heute eher 600...650 Euro.

Über das "RAM ist so teuer!" Gejammer können wir alten Hasen nur müde lächeln... :ugly:

Was mich mehr ankotzt, ist die Preisentwicklung bei den Boards. Der 750 DM RAM steckte in einem 150 DM Board. 16 GB DDR5 zu "explodiertem" Preis ist immer noch billiger als ein halbwegs vernünftiges Board... :what:
Der Beitrag war interessant zu lesen. Danke für Deine Mühe. 👍
 
Genau. Als wäre der ganze Abo-Wahnsinn da draußen nicht schon krass genug, fangen wir zukünftig auch noch an Abos für sämtliche Bauteile unserer Pcs abzuschließen. Was kommt dann? Ein Luft-Abo?
 
Diese Miet-Abzocke hat es ja auch bei Grafikkarten gegeben, als die Preise sehr hoch waren und hat sich überhaupt nicht durchgesetzt.

Aber wenn so ein RAM-Vermieter nur einen Dummen findet, hat sich das Geschäft für den Vermieter schon gelohnt.
 
Hardware mieten? So ein Blödsinn. Noch mehr mtl. Fixkosten an der Backe haben? Entweder hab ich das Geld zum Kaufen, oder eben nicht. Und dann lass ichs halt sein. So weit kommts noch.
 
Noch mehr mtl. Fixkosten an der Backe haben? Entweder hab ich das Geld zum Kaufen, oder eben nicht. Und dann lass ichs halt sein. So weit kommts noch.
Das ist ne Mindsetsache. Ich sehe das prinzipiell genauso wie du.
Gerade jüngere Leute haben dazu aber eine komplett andere Einstellung. Das geht beim neuen Iphone, geht übers Auto weiter und endet bei irgendwelchen Alltagsdingen, die über Klarna bezahlt - äh ich meine finanziert - werden.

Wer legt denn im Apple Store mal eben 1000€ auf den Tisch und nimmt das Gerät mit? Annähernd keiner.
Genauso selten zahlen die Leute 30k€ für einen neuen nackten Golf beim Händler einfach mal per Überweisung.

Dass das mit den Mikrokrediten doch so ne Sache ist, habe ich tatsächlich erst kürzlich mitbekommen. Bin für sowas glaube schon zu alt bzw. habe mir ausreichend finanzielle Bildung angeeignet. Letzteres aus Eigeninteresse.
 
Wer legt denn im Apple Store mal eben 1000€ auf den Tisch und nimmt das Gerät mit? Annähernd keiner.
Genauso selten zahlen die Leute 30k€ für einen neuen nackten Golf beim Händler einfach mal per Überweisung.
Der Trend ist wirklich erschreckend.
Es ist genau wie du sagst - und zwar so schlimm dass Verkäufer darauf gar nicht mehr vorbereitet sind. Als ich mein letztes Auto gekauft hatte meinte der Verkäufer am Ende, ob ichs mieten, leasen, anzahlen usw. wollte und ich sagte "ich wills kaufen". Also so mit Geld. Das ich schon habe. Den ganzen Betrag. Jetzt.
Der hat gekuckt wie ne Kuh im Gewitter... und meinte dann äh ja ok Moment das Formular dafür muss ich erst suchen gehen (Subtext: Sowas kommt praktisch nie vor).

Auch interessant: Darüber wird gar nicht mehr geredet. Ich hatte das Auto in der Chipkrise bestellt und das Ding hatte ne Lieferzeit von 521 Tagen (:fresse:) - und in keinem einzigen Gespräch oder Mail zwischen dem Händler und mir hat er gefragt wie ich zahlen will. Das kam erst gaaaanz am Ende als ich mit den Nummernschildern in der Hand vor der Karre stand und meine Bank schon informiert hatte dass in Kürze ein großer Betrag überwiesen werden soll.

Verrückte Zeiten. Um aufs Hardwarethema zu kommen: Hardware mieten müssten schon irre Spezialfälle sein,. sonst würde ichs nie machen. Ich könnte mir vorstellen wenn ich keinen starken PC hätte, aber mal was richtig fettes durchzocken will in einem (imaginären) 4-wöcheigen Urlaub dass ich mir dann für den einen Monat mal ne 5090 miete... aber das Szenario ist auch schon ziemlich gekünzelt. :ka:
 
Anbieter wie Grover u.a. bieten mittlerweile ausschließlich Langzeitmieten an. Da fängt die Mietdauer bei 6 Monaten erst an. Langzeitmieten für Privatpersonen sind die hinter letzte Abzocke. Jede Finanzierung einer Hausbank ist über die Laufzeit günstiger als eine Miete. Der Witz bei der Sache ist ja, wenn man schon keinen Kleinkredit von seiner Bank bekommt, ist eine Miete ebenso nicht möglich, weil die Bonitätsprüfung schlicht NEIN sagt.

Generell sind Mieten und hochverzinste Finanzierungen für reine Konsumgüter die allerletzte Idee, auf die man kommen sollte. Kurzzeitmieten für Privatpersonen sind nur dann interessant, wenn a) nur ein kurz andauernder Bedarf besteht und b) ein akuter Mangel an der Ware überbrückt werden muss. Sei es im Urlaub oder eben die RMA-Dauer. Gleiches gilt, wenn man schon in den Bereich der Produktivanwendungen kommt und sich hier einarbeiten möchte, ohne direkt voll Ausgaben tätigen zu müssen.
 
Verrückte Zeiten. Um aufs Hardwarethema zu kommen: Hardware mieten müssten schon irre Spezialfälle sein
Bei Firmen kann ich es irgendwo verstehen, wenn die ihre Hardware mieten. Im privaten Bereich nicht.
Ich könnte mir vorstellen wenn ich keinen starken PC hätte, aber mal was richtig fettes durchzocken will in einem (imaginären) 4-wöcheigen Urlaub dass ich mir dann für den einen Monat mal ne 5090 miete
Das würde bei mir Stress erzeugen, da ich das Spiel dann zwangsweise in diesem Zeitraum spielen muss. Das ist bei mir sehr phasenweise. Mal nutze ich den PC monatelang nicht fürs Zocken weil ich nicht genug Lust habe und dann gibts auch wieder Phasen in denen jeder Tag gezockt wird.
Der Witz bei der Sache ist ja, wenn man schon keinen Kleinkredit von seiner Bank bekommt, ist eine Miete ebenso nicht möglich, weil die Bonitätsprüfung schlicht NEIN sagt.
Bei vielen Klein-/Mikrokrediten wird scheinbar gar keine Bonitätsprüfung gemacht. Ansonsten würde es ja nicht klappen, dass sich Leute mit stattlichen fünfstelligen Summen verschulden für Konsum.
Generell sind Mieten und hochverzinste Finanzierungen für reine Konsumgüter die allerletzte Idee, auf die man kommen sollte.
Sollte...
Den Leute ist gar nicht bewusst, wie sich diese Zinsen auswirken.
 
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