Ich sehe nicht viel Sinn.
Bei einem großen Unternehmen kostet alleine das Handling des Mietprozesses (Einkauf, Controlling, Lager, Einbau, Ausbau, Rückversand, Rechnungsstelle) mehr, als man selbst bei 2 Wochen Miete gegenüber dem Kauf einsparen würde. Da wird einfach gekauft und die Kosten über mehrere Aufträge abgeschrieben.
Ja, manche Unternehmen mieten/leasen sogar die Gardienen an den Fenstern, weil man so schön die Bilanzen aufhübschen kann (Stichwort Eigenkapitalrendite). Aber die würden dann einen kompletten Rechner mieten, zumal man für einen entsprechenden Auftrag i.d.R. nicht nur mehr RAM, sondern auch entsprechend mehr CPU-/GPU-Power braucht.
Und wenn man als kleiner Selbstständiger plötzlich mehr RAM für einen Auftrag braucht, aber die Liquidität/Einnahmen nur eine kurze Miete für 200 Euro statt eines Kaufes für 1100 Euro zulassen, sollte man dringend den eigenen Businessplan überdenken.
RAM als Gamer zu mieten ist noch bekloppter, als den Gaming PC auf Kredit zu kaufen. Da sind GeForce NOW und Co. die bessere Alternative.
So, und jetzt noch ein bisschen "Opa erzählt vom Krieg" zum Thema "Preis
explosion":
Hier kommen gerade mehrere Faktoren zu einem "perfect storm" zusammen.
1. Der bei RAM/Flash seit Jahrzehnten übliche Schweinezykus. Hohe Nachfrage->hohe Preise->hoher Profit->Ausbau der Produktion->Überangebot->sinkende Preise->sinkender Profit->weniger Produktion->hohe Nachfrage...
2. Ich nenne es mal "öffentliche Kartellabsprache über Branchennachrichten". Alle Hersteller leiden unter niedrigen Preisen. Plötzlich prognostiziert ein Branchendienst eine enorme Preissteigerung wegen abgebrannter Kunststofffabrik/Hochwasser/hohe iPhone Produktion/KI-Nachfrage/der Hund hat die Hausaufgaben gefressen... und über Nacht gehen überall die Preise nach oben. Aber dann kauft keiner mehr und ein paar Wochen später sind die Preise wundersamerweise wieder unten. Das wird bei RAM und SSDs ja regelmäßig versucht, geht aber oft in die Hose, weil halt keiner zu den Mondpreisen kauft. Diesmal sind die Erfolgschancen aber höher, denn...
3. Viele Leute fallen leider auf das "Du musst jetzt einen neuen Rechner mit Windows 11 kaufen" Märchen rein. Und...
4. Es ist November. Der DIY-Veteran weiß: "Im Oktober musst Du Deine Hardware für den Rest des Jahres gekauft haben". Denn jetzt beginnt die "Mein Sohn will einen Gaming-PC zu Weihnachten" Zeit, wo die Verfügbarkeit nach unten und die Preise nach oben gehen. Außerdem bereiten sich die Händler auf Black Friday und Co. vor, d.h. sie gehen langsam mit den Preisen hoch, um dann fette "Rabatte" anzubieten.
Und um die Preise mal ins Verhältnis zu rücken:
32 GB DDR5 6400 (sweet spot für Ryzen 9) kosten gerade etwa 200 Euro. Ja, das ist verglichen mit dem Sommer ein beachtlicher Anstieg. Aber im Gesamtbild nicht wirklich exorbitant. 32 GB werden auf absehbare Zeit für 90% der Anwender mehr als genug sein.
In die "kann man mit arbeiten, ohne zu leiden" Kategorie fallen für 90% der Anwender eher 16 GB für 100 - 130 Euro. Das waren Anno '96 noch 16 MB. Und für 2 PS/2 Module je 8 MB habe ich damals zusammen 750 DM bezahlt. Das wären nach 1:1 Umrechnung 380 Euro, mit Inflation und Mehrwertsteuererhöhung heute eher 600...650 Euro.
Über das "RAM ist so teuer!" Gejammer können wir alten Hasen nur müde lächeln...
Was mich mehr ankotzt, ist die Preisentwicklung bei den Boards. Der 750 DM RAM steckte in einem 150 DM Board. 16 GB DDR5 zu "explodiertem" Preis ist immer noch billiger als ein halbwegs vernünftiges Board...