AW: David Gaider verlässt Bioware
Von welchem Rest reden wir da? Ich sagte ja, eine Frage der Relation. Nehmen wir nur die story-getriebenen CRPGs, dann sieht es für Dragon Age plötzlich nicht mehr so gut aus...
Ich rede in der Regel vom gesamten Rest, ich habe mich nie auf igendwelche Genres festgelegt, wenn du es einschränkst, werden bestimmte Spiele immer schlechter, andere vielleicht besser. Und was war denn im Fantasy-Bereich denn, auch in moderner Neuzeit, denn nicht dem immergleichen Muster von "Gut gegen Böse" oder ein Held rettet die Welt? Die Bücher von Sapkowsi und Martin waren - meines Wissens - die ersten Werke, die mir jetzt einfallen, welche aus der farbenfrohen Fantasy eine düstere gemacht haben, The Witcher baute darauf auf und Dragon Age war das erste eigenständige Spiel, welches auf dem Niveau ausprobiert hat, weder Baldur's Gate noch Gothic oder Diablo waren düsterer als Origins.
Ich finde persönlich, dass HL 1 und 2 zu den most overrated games ever gehören. Vor allem, wenn man sie aus heutiger Zeit betrachtet.
Finde ich eben auch, aber was war dann der Grund, wieso man die Spiele in den Himmel lobt, trotz ihrer banalen Story, die im Prinzip von dir kritisierte Grundthema haben? Lag's an der Inszenierung, am Leveldesign oder am Gameplay? Es gab zu ihrer Zeit schon bessere Shooter, aber gerade die Story wird immer wieder als erstes hervorgehoben, wenn es zum HL geht, dabei war sie einerseits simpel und konfus zugleich.
Two Worlds z.B., riesenaufwändiges Spiel aber trotzdem ohne große Lore inhaltlich irgendwie platt wie eine Flunder.
Nur weil man ein neues Universum schafft, muss das nicht gut oder interessant sein. Für Aufwand gibts nun mal keine Punkte im Entertainment, nur für Qualität..
Was hätte man am Hintergrund groß anders machen sollen? Immerhin bleibt in DA ja die Frage, woher die Dunkle Brut eigentlich kommt, und wie das mit den Erzdämonen ist (bitte keine Spolier, sollte sich das in Inquisition klären), darüberhinaus bot eben der Magier/Templer-Konflikt nochmal Stoff für gewisse moralische Kniffe, nur leider wurde das zu mau umgesetzt, insbesondere in DAII.
Sorry, aber sehe ich überhaupt nicht so. Das war vielleicht eine Nuance, die das Spiel vom storytechnischen Totalabsturz bewahrt hat, mehr aber imo auch nicht. Rausgerissen hat es das nicht (zumal man eh immer nur EINE Geschichte spielt). Die Anzahl der Origins ist also im Prinzip völlig egal. Und wenn man die schwächste verwischt bei seinem Playthrough dann ist es sogar negativ für die Story...
Tja, das Problem ist: Wer sah oder sieht das genauso? Du monierts dauernd, DA wäre ein Möchtegern-HdR-Verschnitt, aber vielleicht trifft das ja genau die Zielgruppe?
Außerdem: Versetze dochmal HdR in die heutige Zeit. Worum geht's da? Ach ja, herzensgute Helden treten gegen dunkelböse Monstren an und versuchen eine Fantasy-Welt zu retten. Da zeichnet sich in The Witcher aber die Welt deutlich grauer ab.^^
Art Design =/= World Design
Ich sagte ja, ich fand' das Art-Design bei beiden grundsätzlich in Ordnung.

Mich haben halt eben nur immer die gleichen Tapeten gestört.
Naja, schon ein wenig unfair der Vergleich. Da ein absolutes Nischen-RPG von einem Newcomer aus Polen, dort ein großes RPG von einem etablierten US Studio. Außerdem sahen die Charaktere in Witcher 1 menschlicher bzw. realistischer aus als die Comic-Brei-Grafik aus Dragon Age. Während die (wenigen) Gesichter in den Hexerspielen von Hand modelliert wurden (und das sieht man auch), sind die allermeisten Gesichter in Dragon Age generische 0815 Gesichter aus dem Editor, viele von denen mit seltsamer bis völlig unglaubwürdiger Physiognomie...
Die Gesichter waren in der Tat sehr comichaft, hatten aber eine tolle Mimik, während die Animationen in TW ziemlich starr waren - viele sahen eben ziemlich ausdruckslos in einem Gespräch bei sehr wenigen Animationen starr durch die Gegend, das fing bei Geralt selber schon an. Immerhin wurde das in der Enhanced-Edition deutlich besser.
Natürlich war Witcher 1 auch nicht perfekt. Aber insgesamt war die Atmo trotzdem zwei Klassen besser als DAO IMO. Musik in DAO war gut, in Witcher 1 war sie überragend in Verbindung mit der Optik, dem Setting, dem World Design, den Quests usw. Witcher 1 hat vor slawischer Melancholie nur so vibriert (und hatte dadurch seinen eigenen, ungewohnten, frischen Reiz), während Dragon Age leider immer nur das wannabe LOTR Fantasymärchen sein wollte.
Dieses Fantasymärchen habe ich aber auf allen Origins durchgespielt, mehr als 6 Mal sogar. TW hat mich zwar auch eine Zeit lang fansziniert, wegen verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten und der Alchimie habe ich das Game auch auf allen drei Schwierigkeitsgraden (gerade letzteres wird ja erst auf "Schwer" so richtig interessant) gespielt, am Ende war ich aber froh, die drei Enden zu kennen, und das ganze endlich rum zu haben. Ein viertes Mal habe ich TW nur wegen der Enhanced Edition gespielt, war dort zwar wegen der zahlreichen Verbesserungen begeistert, konnte mich aber trotzdem nie so fesseln, wie Origins.
Heute finde ich es schade, wie sich das entwickelt hat, mit DAII wollte man mehr den Mainstream bedienen und bekam mit Inqusition offenkundig nicht mal mehr vernünftige Charaktere hin.
Wie schon eingangs erwähnt, ich weiß nicht, was sich Gaider dadurch erhofft hatte, vielleicht hatte er den Erfolg linearer, actionlastiger Konsolentitel und später den von Skyrim vor Augen und plötzlich Dollarzeichen auf denselbigen.
