News Das Ende einer Ära? Sony stellt die Produktion von Blu-ray-Discs bald ein

Ich weiß gar nicht wann ich das letzte mal Rohlinge gekauft habe. Ist sicher schon 15 Jahre her. Hab auch noch welche im Schrank rumfliegen. Vermissen werde ich das ewige Brennen von Daten oder Musik CD,s sicher nicht. Und wenn Sony dicht macht ist jetzt auch kein Beinbruch. Gibt sicher noch den ein oder anderen Produzenten. Hab beim Stöbern grad gesehen. Selbst leere Musik Kassetten gibt es immer noch zu kaufen. Aber teuer.
 
In der IT-Security gibt es regelmäßig die Erkenntnis, dass Bequemlichkeit der größte Feind von Sicherheit ist. Alle guten Bemühungen seitens Experten und Aktivistinnen helfen am Ende wenig, wenn der Endverbraucher nicht bereit ist, auch nur ein Fünkchen Mitarbeit zu leisten.

Ich denke, dass Bequemlichkeit auch der größte Feind der Freiheit ist, aus denselben Gründen.

Für’s Erste mag es nur die Rohlinge betreffen, die zugegebenermaßen seit knapp 20 Jahren gegen Festplatten kein wirklich konkurrenzfähiges Backup-Medium mehr sind, und bis auf die CD, die selbst als gepresster Tonträger mittlerweile am Markt kaum noch eine Rolle spielt, wird sich kaum jemand mit seinem Brenner noch „echte“ Video-DVDs oder -BDs erstellen, wo eine MP4-Datei heute weitaus handlicher ist. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sony auch der industriellen Blu-ray den Stecker ziehen wird. Und leider gibt ihnen der Massenmarkt auch noch recht, weil nur wenigen Leuten wirklich die Konsequenzen einer solchen Entwicklung klar sind – Streaming ist ja sooooo bequem!

Schon jetzt ist es üblich, dass Filme und Serien wegen abgelaufener Lizenzen, die auch niemand erneuern will, auf Nimmerwiedersehen verschwinden (zumindest auf den offiziellen Kanälen); und mittlerweile sind Firmen wie Sony auch so dreist, ihren Kunden selbst den Zugriff auf Content, den diese dem eigenen Wortlaut des Anbieters nach „gekauft“ haben, wieder zu entziehen, mit Verweis auf Seite 88 in der EULA, wo drinsteht, dass sie sich das Recht herausnehmen, etablierte Begriffe mit einer juristisch wohldefinierten Bedeutung ihrem Gutdünken nach umzudeuten. Filme werden offen oder klammheimlich einfach mal nachträglich geändert und zensiert und die alten Fassungen aus dem Verkehr gezogen – Star-Wars-Fans können ein Lied davon singen, aber auch Disney hat diesbezüglich eine lange Chronik, insbesondere bei deutschen Synchronfassungen, von denen „Arielle“ nur der Fall mit der größten Aufmerksamkeit war. Dass solche Maschen überhaupt von so vielen Menschen stillschweigend hingenommen werden, kann ich mir nur damit erklären, dass wir mittlerweile so mit Content von allen Seiten bombardiert werden, dass immer genug Ablenkung vorhanden ist – es ist schon jetzt mehr da, als der Einzelne im Leben einmal konsumieren kann, da kommt es ihm auf einen Film mehr oder weniger auch nicht an, wenn er sich nicht gerade besonders dafür interessiert. Und die Zeit, die er aufwenden müsste, um sich dagegen zu wehren, kann er auch damit verbringen, seine Watchlist abzuarbeiten, die schneller wächst als er schauen kann – einmal mehr hat die Bequemlichkeit über die Freiheit gesiegt.

Wie wird das dann erst aussehen, wenn die Industrie keine physischen Kopien mehr herausgibt, die der Endverbraucher außerhalb ihres Einflussbereichs aufbewahren und nutzen kann, und damit ihren feuchten Traum Wirklichkeit werden lässt – absolute Kontrolle über allen Content?

Physische Kopien retten Kultur. Von „Nosferatu“ wissen wir heute nur, weil diverse Kinobetreiber ihre Filmkopien vor der gerichtlich angeordneten Vernichtung versteckt haben.

Die einzige valide Alternative zu Discs wären für mich DRM-freie MP4-Files oder MKV-Files in gleicher Qualität, inklusive Surround-Ton/Atmos, HDR, 3D (bei älteren Filmen) etc.. Und die wird uns die Industrie erst recht nicht geben, wo sie schon Blu-rays und DVDs mit Abspielschutz bis zum gehtnichtmehr gespickt und bei UHD (siehe unten) nochmal mächtig einen draufgesetzt hat. Wenn es irgendwann keine neuen Discs mehr geben sollte, bleibt einem wirklich nur noch die hohe See.
Die Bildqualität interessiert z.B. fast keinen mehr, den Ton sowieso niemand und die meisten haben auch kein Problem mit nahezu zweistelligen Abonnementabschlüssen.
Man muss dazu sagen, dass der Enthusiastenmarkt immer eine Nische war. Die nötige technische Ausstattung muss man sich erst einmal leisten können und wollen, und dann braucht man vor allem für die Soundanlage auch den Platz (und muss trotzdem so gut wie immer Abstriche aufgrund der Raumakustik machen). Die große Mehrheit in Deutschland wohnt zur Miete – der Anteil derer, die in ihrer Wohnung einen dedizierten Kinoraum haben, dürfte äußerst überschaubar sein. Und die meisten interessieren sich einfach mehr für die Inhalte als für die Technik oder Gestaltung – und selbst das oft eher oberflächlich.
Die 8K Blu Ray war schon in der Schublade, sie wurde nur mangels Erfolg der UHD Blu Ray beerdigt. Schade, denn da hätte man Discs mit bis zu 1TB bekommen, was erlaubt hätte, die Filme mit mehreren hundert MBit auszuliefern, statt nur 45MBit, bei den 8K Streamingdiensten (immerhin hat man da etwas, das ungefähr so gut, wie die 4K UHD Blu Ray ist).
Mir fehlt ja so ein bisschen die Fantasie dafür, was man außerhalb professioneller Umgebungen mit 8K ernsthaft anfangen will. Schon im Profibereich ist das aufgrund der enormen Datenmengen nicht lustig zu handhaben. Bei der ersten 8K-Übertragung der Olympischen Spiele musste NHK von einer Kamera 16 (!) HD-SDI-Kabel ziehen, um die hohe Bandbreite übertragen und trotzdem bis zum Ü-Wagen kommen zu können. Und das alles für eine Handvoll TV-Geräte, die zu diesem Zeitpunkt 8K zeigen konnten.

Aber was ist eigentlich der Nutzen von 8K? Naja, wie bei 4K bereits bzw. generell höheren Auflösungen, bewirkt es eigentlich nur, dass man bei gleichbleibender Bilddiagonale den Sitzabstand reduzieren oder bei gleichbleibendem Sitzabstand ein größeres Bild haben kann, ohne das Pixelraster zu bemerken. Im Kino, wo ich den Sinn noch eher sähe, will niemand noch näher an die Leinwand, die erste Reihe ist traditionell für die Loser, die keine anderen Sitzplätze mehr bekommen haben. Wem Ton wichtig ist, der wird sich sowieso einen Platz in der Mitte, im Sweet Spot suchen. Schon jetzt ist in jedem vernünftig eingerichteten Kino mit 4K das Problem mit dem Pixelraster bei zu wenig Distanz gelöst.

Welches Problem will man damit im Heimbereich noch lösen? Die Vorreiter bei 8K-TV sind, wie so oft, die Japaner. Mit UHD reicht bereits die 1,5-fache Bilddiagonale als Sitzabstand, dass man das Pixelraster nicht mehr sieht. Und wenn ich mir jetzt vorstelle, wie klein eine durchschnittliche japanische Wohnung verglichen mit unseren ist, da frage ich mich ernsthaft, was die sich da für Riesenoschis von Fernsehern reinstellen wollen, dass da eine ernsthafte Nachfrage nach 8K besteht.

Und dann bleibt natürlich noch die Frage, was ein 8K-Fernseher bringen soll, wenn das Material fehlt, mit dem man ihn bespielen will. Ich sagte, dass die Datenmengen im Profibereich schon kaum zu handhaben sind; im Consumerbereich muss man das auch noch in ein massenmarkttaugliches Format pressen. Wenn man die Datenmenge nicht vergrößern kann oder will (die Einschränkungen bei optischen Datenträgern mögen wegfallen, aber auch bei Streaming will Bandbreite eingespart werden), geht das nur durch effizientere Kompressionsverfahren. Oder man macht Abstriche bei der Qualität, was einen wieder zu der Frage führt, wozu man dann überhaupt 8K will.

Im Gaming-Bereich sieht es nicht besser aus. Schon jetzt hat man hardwareseitig Mühe, UHD auch nur mit 60 fps flüssig darzustellen, geschweige denn mit 120 fps und mehr. Raytracing und Pathtracing lassen den Bedarf an Rechenleistung so sehr ansteigen, dass entsprechende Spiele in dieser Auflösung selbst mit Nvidias Top-Grafikkarten ohne aktivierte „KI“-Schummeleien nicht spielbar sind. Und dann träumen Sony & Co. schon von 8K?

Aber gut. Andere Länder, andere Sitten. Wir bauen sinnlose Autos, die bauen sinnlose Fernseher.
Natürlich hat sich das Blu Ray Forum, mit ihren enormen Lizenzgebühren, selbst ins Knie geschossen. Damit wurde verhindert, dass die Blu Ray die DVD als normalen Datenträger ablösen konnte. Dass PCGH, Gamestar und PC Games weiterhin nur mit DVD ausgeliefert werden dürfte da seinen Grund haben.
Den größten Bock hat die Blu-ray Association immer noch mit dem Abspielschutz für UHD-BD geschossen, indem sie auf dem PC dafür zwingend Intel SGX voraussetzen. Nicht nur wurden AMD-CPUs damit von vornherein kategorisch ausgeschlossen, sondern nun wurde SGX von Intel auch schon vor einigen CPU-Generationen eingestellt; was zu der absurden Situation geführt hat, dass Cyberlink, der Marktführer für BD-Abspielsoftware, seinen Kunden dazu raten musste, eine ältere Intel-CPU einzusetzen, wenn sie alle beworbenen Features der Software nutzen wollen. In der neuesten PowerDVD-Version wird kein Support für UHD-Discs mehr angegeben. Die Tatsache, dass die Blu-ray Association nie Anstalten gemacht hat, ihre Anforderungen mal anzupassen und UHD-Blu-rays auf modernen Rechnern wieder lauffähig zu machen, zeigt, dass das beabsichtigt ist. Alles, was nur ein Stück offener ist als die abgeschottete Umgebung eines UHD-Blu-ray-Players, der notfalls auch mit einem bösen Software-Update aus der Ferne gebrickt werden kann, ist der Contentmafia schon ein Dorn im Auge, wie man auch an ihrer seit jeher mächtigen Hasslatte für Linux-User sehen kann.
 
Ganz Einstellen kann Sony die BD eh nicht da sie mit der PS5 nach wie vor auf Rohlinge angewiesen sind, es sei den natürlich die UHD BD wird separat betrachtet. Ein Einstellen der normalen Blu Ray wäre so oder so verständlich!
Ist dir entgangen, dass Sony die Playsi nun auch ohne Laufwerk anbietet? Im Gaming-Bereich konnte sich die Blu-ray sowieso nie richtig durchsetzen, auch nicht bei der X-Box oder bei Retail-Versionen für den PC.

Die Blu-ray krankte halt auch an ihrem Kopierschutz und den Länderversionen. Hatte selbst schon das Problem, dass man sich mal einen Film auslieh und dann war er mit dem Player zu Hause nicht abspielbar – nein danke, bei DVD gab es dieses Dilemma nicht. Bei Streaming sowieso nicht...
Ich möchte auch gar nicht wissen, auf wie vielen Blu-rays das neue GTA 6 erscheinen müsste. Hat da echt noch jemand Bock, mit zehn oder noch mehr Scheiben zur Installation herumzuhantieren? Also ich nicht.
 
Die Blu-ray krankte halt auch an ihrem Kopierschutz und den Länderversionen. Hatte selbst schon das Problem, dass man sich mal einen Film auslieh und dann war er mit dem Player zu Hause nicht abspielbar – nein danke, bei DVD gab es dieses Dilemma nicht. Bei Streaming sowieso nicht...
Da hast du aber irgendein Memo nicht bekommen und dann noch Pech gehabt. Bei der DVD gibt es neun Regionalcodes, die Hersteller/Verleiher sind verpflichtet, ihre DVDs zu codieren und DVDs mit Regionalcode 0 (alle Regionen) sind die absolute Ausnahme. Bei der Blu-ray gibt es drei Regionalcodes, die Implementierung ist optional und etwa 70 % aller erhältlichen Blu-rays sind codefrei bzw. für alle Regionen freigegeben.

Und bei Streaming hast du Geoblocking, das in weit größerem Umfang zum Einsatz kommt und das sich nur mit VPN oder Piraterie umgehen lässt – wobei VPN-Nutzung aus Sicht der Contentmafia auch schon als „Piraterie“ zählt.
 
Ist dir entgangen, dass Sony die Playsi nun auch ohne Laufwerk anbietet? Im Gaming-Bereich konnte sich die Blu-ray sowieso nie richtig durchsetzen, auch nicht bei der X-Box oder bei Retail-Versionen für den PC.

Die Blu-ray krankte halt auch an ihrem Kopierschutz und den Länderversionen. Hatte selbst schon das Problem, dass man sich mal einen Film auslieh und dann war er mit dem Player zu Hause nicht abspielbar – nein danke, bei DVD gab es dieses Dilemma nicht. Bei Streaming sowieso nicht...
Ich möchte auch gar nicht wissen, auf wie vielen Blu-rays das neue GTA 6 erscheinen müsste. Hat da echt noch jemand Bock, mit zehn oder noch mehr Scheiben zur Installation herumzuhantieren? Also ich nicht.
Ist dir entgangen das es ein seperates Disc Laufwerk für die 5 gibt?
So lange es ein separates oder integriertes Laufwerk für die Generation gibt sind sie auf Rohlinge angewiesen, um für diese Generation Games auf Disc zu produzieren. GTA 6 wird auf einer einzelnen UHD Blu Ray Disc für die PS5 erscheinen, das steht schon fest.

Wie es bei der PS6 aussieht, steht auf einem ganz anderem Blatt. Aktueller Supportende der PS5 ist Ende 2027.

Ich bin seit Jahren Blu Ray Nutzer und hatte nie mit meinen Playern Probleme mit den Länderversionen. Ebenso nicht bei Nativ gekauften Blu Rays aus den USA.

Streaming an sich hat gravierend andere Probleme, das fängt bei Kunden verarsche an. UHD Qualität gebucht, der Laie erkennt es nicht mal das er keine UHD Qualität auf dem Monitor hat. Stellenweise gibt aber auch nur fokussierte Qualität, Ränder unscharf und Pixelig.
Gerne wird das Problem dann bei Glasfaster 1 GBit auch auf die langsame private Internetleitung seitens Netflix Support geschoben.
Das als Fortschritt zu betitteln... also mein Konto sagt Rückschritt!
 
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