AW: Crytek rät Sony und Microsoft den Umstieg auf Free-2-Play-Modelle
Ich weiß nicht, wieso, aber ich bezweifle, dass dieser Kerl wirklich das meint, was er da vor sich hin blubbert. Crytek hat in letzter Zeit exakt das von sich gegeben, was zuvor oder kurz darauf auch EA von sich gegeben hat. Ich denke einfach, dass EA dieser Firma vorschreibt, was sie zu sagen haben. Anders kann ich mir dieses Geblubber und diesen plötzlichen "Gesinnungswandel" Cryteks nicht erklären.
Ich meine...es mag ja sein, dass der ein oder andere Publisher durch Free2Play leben kann und das Free2Play im Moment durchaus erfolgreich ist. Aber ob es DER Trend wird und DIE Zukunft der Branche, wage ich einfach zu bezweifeln. Die großen Publisher stürzen sich alle wie die Geier auf einen Haufen, sehen nur Dolla über Dollar und erkennen dabei keine einzige der folgenden Nachteile:
- Der typische Casual Gamer spielt ein Spiel meist nur oberflächlich. Das habe ich selbst schon mehr als oft genug erfahren. Er spielt ein Spiel womöglich durch oder zockt es mal an und springt daraufhin gleich zum nächsten Game.
- Für den Core Gamer ist Free2Play einfach nichts, weil die meisten Titel wenig interessant sind und wenig bieten.
- Die meisten Free2Play-Games setzen mehr oder weniger auf Pay2Win. Ausnahmen gibt es zwar, aber die könnte man an einer Hand abzählen.
- Die großen Publisher werden definitiv (leider) auch auf Pay2Win setzen.
- Die Firma könnte pleite gehen und der Spieler, der (übertrieben ausgedrückt) 1000 Euro im Monat in das Spiel investierte, hat alles umsonst investiert.
Im schlimmsten Fall schreibt der Publisher mit diesem Konzept keine schwarzen Zahlen und somit fallen gerade Firmen wie Crytek auf die Nase. Dann sagt EA, Crytek habe Mist gebaut und kündigt das Studio. Oder schließt es ganz. Also sollte man lieber aufpassen, ob man nicht etwas zu euphorisch an die Sache heran geht. Gerade bei solch riskanten Dingen. EA müsste sich also auch im Extremfall arg auf Ingamewerbung stützen, was widerum nicht immer im Sinne der Spieler ist.
So, jetzt mal zu der Behauptung, Sony und Microsoft würden es in Zukunft schwer haben, würden sie nicht auf Free2Play setzen:
ABSOLUTER SCHWACHSINN!!!
Der Kerl tut ja so, als würden diese beiden Unternehmen von seiner Firma oder von EA abhängig sein. Sind sie aber nicht. Eher ist es umgekehrt der Fall. Warum?
Wenn Microsoft zu dieser Free2Play-Geschichte "Nein" sagt und (im schlimmsten Fall) Crytek keine Spiele mehr für die XBox entwickeln lässt, verliert Crytek im Jahr einiges an Umsatz. Das selbe gilt für Sony. Der Verlust für die beiden Konsolenhersteller wäre vermutlich nur gering oder nicht vorhanden, da es sicher Entwickler geben wird, die dann diese Lücke füllen werden.
Es mag, wie gesagt, sein, dass Free2Play gerade im kommen ist, aber es ist völliger Bullshit, dass der Retailhandel nicht mehr rentabel ist oder dass Free2Play die Zukunft der Branche wird. Nicht, solange es noch Firmen wie CD Projekt, id software oder andere gibt, die noch schöne Spiele in den Retailhandel bringen. Es wird eine Nische im Markt schließen und sich etablieren. Mehr aber auch nicht.
Zitat aus dem Artikel von pcgames.de:
"Wir machen F2P-Spiele mit hoher Qualität. Das ist die CryEngine 3, das steckt eine Menge Geld drin.", betont Yerli.
Lieber Herr Yerli,
Eine zugegebenermaßen gute Grafikengine allein macht noch lange kein Spiel, das auch qualitativ wie spielerisch überzeugen kann.
Aber mal nebenbei... Die Aussage "Spieler würden für jeden Schuss extra zahlen." mag zwar EAs momentane F2Play-Euphorie durchaus gut repräsentieren, aber war eigentlich eine eher bewusst übertriebene Aussage. Selbst EA ist nicht so blöd, um die Spieler nach jedem Magazinwechsel zur Kasse zu bitten. Aber es zeigt doch auf der anderen Seite auch, dass man von EA kein Free2Play, sondern Pay2Win erwarten sollte. Und damit werden sie leider wohl auf lange Sicht auf die Schnauze fallen.
Mag ja sein, dass EA auch mal gute und unterhaltsame Free2Play-Games auf den Markt bringen wird. Aber ob das Bezahlmodell, was neben der Qualität das wichtigste ist, fair bleibt? Nein, nach dieser Aussage muss man mit unfairem Pay2Win rechnen.