Da wir begleitend auch OC-Tests durchführen und auch immer wieder die RAM-Skalierung prüfen, betreiben wir die Prozessoren für die eigentlichen CPU-Test gemäß der Herstellervorgaben soweit diese bekannt ist. Für Sockel-1151-CPUs wäre das die TDP von 95 Watt, bei Ryzen die maximal vorgesehene Leistungsaufnahme von 128 W. PCGH-Lesern trauen wir zu, dass sie dann selbst entscheiden können, wie weit sie darüber hinaus gehen wollen.
.gif)
Ohne manuelle Taktanhebung halten sich die Vorteile durch das Werks-OC der Mainboard-Hersteller übrigens in Grenzen, die von Performance-Wertung verbessern sich nur eingeschränkt. Da parallel auch der Auto-Vcore angepasst wird, explodiert der Stromverbrauch aber teilweise und ein 1151-Test ohne händische TDP-Vorgabe würde oft zu miserablen Effizienznoten führen. Werksergebnisse aus meinen Mainboard-Testtabellen für den i7-8700K in Prime95 27.7 (smallfft, AVX1-Unterstützung, Takt und Packpagepower):
- 3,9 GHz @95 W
- 4,0 GHz @95 W
- 4,3 GHz @113 W
- 4,3 GHz @133 W
- 4,3 GHz @177 W
- 4,6 GHz @200 W
Das letzte UEFI wurde noch vor Veröffentlichung des Tests zurückgezogen. Ohne händische TDP-Fixierung hat man bei Sockel-1151-Mainboards also eine Bandbreite von 10 Prozent bei Takt und Leistung und 100 Prozent beim Stromverbrauch. Letzterer kann sich je nach Kühlung natürlich auch negativ auf den Takt rückkoppeln. Das gilt erst recht für die Sockel-2066-Plattform, wo einige Mainboards mit Werkseinstellung knallhart bis in Throtteling rennen. Wir halten bei Sockel-1151-Tests daher 95 W für sinnvoll – die CPUs arbeiten wesentlich effizienter, die Leistung lässt sich mit jeder Platine erreichen und vor allem ist sie auf unterschiedlichen Platinen sehr ähnlich. Bei Tests ohne händisch fixierte TDP (so auch im von Intel beauftragten Test) ist dagegen Vorsicht geboten: Verbrauchsangaben sind gar nicht vergleichbar und die Taktraten können schwanken. (Die Retail-UEFIs von MSI- und Asus-Z370-Mainboards lagen in meinen Messungen aber dicht beieinander. Kann sich natürlich ein Jahr und eine Generation später geändert haben.)
Stromverbrauchsmessungen sind Standard in unseren Tests und je nach Ergebnis werden wir auch auf die TDP-Angaben der CPUs eingehen, auf alle Fälle werde ich aber in meinem Mainboard-Test deren Interpretation dokumentieren. (Für die Z390-Mainboard-Messungen kommt zwecks Vergleichbarkeit mit Z370/H370/B360-Ergebnissen aber weiterhin der i7-8700K zum Einsatz.)
5 Prozent Boost-Unterschied entsprächen je nach Hersteller bereits einem Sprung von zwei bis drei Modellen. Das wäre bei vergleichbarer Kühlung bedenklich viel. Aufgrund letzterer muss man bei unterschiedlichen Testbedingungen aber ohnehin der Boost-Takt stichprobenartig geprüft werden, bei meinen Mainboard-Messungen (wo es eher um 0,5 Prozent Leistungsunterschied geht) überwache ich sogar jeden einzelnen Durchgang. Alles andere würde ich als Pfusch bezeichnen.
Aber wer ohne Nachzudenken Quadcore-Konfigurationen mittestet und CPUs im GPU-Limit bencht, der macht vielleicht auch sowas.
.gif)
(Nur zu wessen Gunsten wirkt der Fehler?)