AW: Chef der Bundesagentur für Arbeit: lieber IT-Kurs als Computerspiele
Ich glaube manche bekommen hier die Aussage in den falschen Hals oder fühlen sich irgendwie persönlich angesprochen. Ich glaube nicht, dass der Herr Weise seine Aussage auf Menschen bezogen hat, welche sich eh schon im Bereich IT auskennen, oder englisch schon fließend sprechen. Seine eigentliche Grundaussage verstehe ich eher wie folgt:
"Menschen die die Bildung, welche man für Wirtschaft/Industrie 4.0 braucht, nicht besitzen, sollten sich lieber persönlich/privat weiterbilden, anstatt nur wenig "wertschöpfenden" Freizeitaktivitäten nachzugehen."
Damit bezieht er sich eher auf Menschen, die entsprechende Kenntnisse eben nicht haben. Des weiteren bezieht er sich sicherlich auch auf Menschen, welche AL sind, und 8-16 Stunden am Stunden am Tag am Computer/Fernseher sitzen und nichts tun, um sich weiterzubilden.
Sicherlich kann man, die nötigen Grundkenntnisse vorausgesetzt, auch mit Spielen, seine Englischkenntnisse weiter vertiefen. Jedoch funktioniert das nur bedingt, was Business English angeht und man muss auch gewillt sein, englisch zu lernen (im Normalfall liest man eher das Gegenteil, wenn bei einem Titel die deutsche Synchro schlecht ist, oder es überhaupt keine deutsche Übersetzung gibt). Auch was das Grundprinzip seiner Aussage angeht "Lieber weiterbilden als Spiele spielen", muss ich dem Menschen recht geben. Damit meint er sicherlich nicht, soweit ich das interpretiere, dass man seine komplette Freizeit damit verbringen soll sich weiterzubilden, sondern, auch seine Freizeit auch aufteilen kann.
Ich selbst habe auch während meiner Zeit auf Schule und Uni vor 15 Jahren sehr viel Zeit in Computerspiele gesteckt und ja, es hat alles gut funktioniert. Dennoch hätte es mir nicht geschadet, hätte ich die Hälfte oder auch nur ein Viertel der Zeit meine Nase in Sachbücher, anstatt in Spiele gesteckt. Das hätte mir beruflich und auch privat sicherlich des öfteren weitergeholfen. Spielerisch hätte ich dadurch nicht viel verloren. Vielleicht das erste mal Naxxramas 2 Wochen später gecleart, Molten Core nicht hundert Mal durch gerannt usw.
Jetzt, nochmal über die Lehrgänge, welche hier des öfteren kritisiert werden. Diese Lehrgänge sind keine, welche für fortgeschrittene Nutzer geeignet sind, und das sollen sie auch nicht sein. Es sind Basislehrgänge, welche rein darauf aus sind, den "Schülern" die Basics beizubringen. Nur mit dem Unterschied, das die "Lehrer" in dem Fall nicht die geringste "Autorität" haben. Zu meist sind das junge Dozenten, welche ebenfalls den Lehrgang so einfach wie möglich runterspielen wollen. Ich persönlich kenne selbst einige, welche diese Lehrgänge geleitet haben persönlich. Diese sagen, dass sie schon ein ordentliches Programm zusammenstellen, es aber verwerfen, sollte die Gruppe an sich nicht gewillt sein da überhaupt mitzumachen.
Der eigentliche Punkt dieser Lehrgänge ist aber nicht, den Arbeitslosen / Langzeitarbeitslosen etwas beizubringen, nein, es soll mehr eine Art "Beschäftigungstherapie"sein. Viele (nicht alle) Arbeitslose haben keinen geregelten Tagesablauf mehr. Um 12 aufstehen, sich mit Kaffee am PC setzen, nebenbei was knabbern und morgens um 3 den PC langsam wieder ausschalten. Durch den Lehrgang soll dann wieder sowas wie "Normalität" einkehren. Ebenfalls ist es bei einer Bewerbung hilfreich, wenn im Lebenslauf steht, dass man das Jahr in dem man arbeitssuchend war nicht nur ganz damit verbracht hat, auf dem Sofa zu liegen.
Viele scheinen das zu vergessen, wenn sie darüber schwadronieren, wie sinnlos es doch ist zu einem Office-Lehrgang zu gehen, obwohl man doch selbst alles kennt.