Nein.
DU biegst Dir die Realität, wie DU sie brauchst.
Das kannst Du nie im Leben belegen.
Was soll man da belegen? Die Bitrate beim Livestream?
Da kannste einfach jeden Player auf Twitch.TV aufmachen und guggen was da an Bitrate gesendet wird. Auch Youtube Player hat die Statistiken.
Die Realität ist complex und DU unterschätzt massiv wie hoch der Bedarf bei speziellen Zielgruppen ist und das dieser wächst und nicht schrumpft - die Leitungen hier aber NICHT mitwachsen.
Nein.
Ich muß nicht verstehen, daß ich Deinen überzogenen Lebensstandard mitfinanziere.
Du finanzierst bei mir nichts, ich zahle für meine 500er Leitung 70€ im Monat. Gut, 69,iwas. Das REICHT auch um die Kosten dafür zu decken. Für Glasfaser würde ich auch 150€ zahlen. Weil das verdammt noch mal das einzige Arbeitswerkzeug ist was ich NICHT selbst ersetzen oder reparieren kann.
Und die Landbevölkerung kann auch mal tiefer in die Tasche greifen für IHRE Leitungen die halt mitten in nirgendwo verlegt werden.
Nur weil unser Land nicht so irre groß ist wie die USA oder Russland, heißt das ja nicht das wir hier in jedem Kuhkaff die gleiche Infrastruktur haben müssen wie im Ballungsgebiet.
Falls Du immer noch die falsche Brille auf hast: es geht um den Telekomnetzausbau in Deutschland.
Und falls es dir nicht aufgefallen ist, die WELT ist GLOBAL, die Grenzen sind (normalerweise) OFFEN, man kann sich überall hinbewegen und wir sind hier in einem der reichsten Länder auf dem Planeten, da kann man auch erwarten das HIER mit die beste Infrastruktur existiert und das unsere Nachbarn uns nicht auslachen sondern bewundern. Bei den Autobahnen haben wir diesen Status erreicht, bei den Datenautobahnen - nicht wirklich. Lass dir das noch mal durch den Kopf gehen.
Hier geht es nicht um pure Notwendigkeit, da könnte man auch mit 16Mbit/s ADSL leben. Hier geht es um Lebensqualität, gesparte Zeit und die Tatsache das wir an der Speerspitze sein sollten. Auch um neue Wirtschaftsrichtungen zu erobern braucht man gute Leitungen heutzutage. Einfach weil viele interessante Firmen mit einigen wenigen Leuten in einem Wohnzimmer starten (wie das auch bei uns war - es gab ein Projekt, es gab 2-3 Leute, es hat angefangen und alles war online und mittlerweile sind wir so 70 Leute und die Hälfte arbeitet dauerhaft im Home Office!). Ich weiß wovon ich rede, ohne gutes Internet hätten wir gerade mal 2/3 der Mitarbeiter und müssten die in ein Office stecken anstatt sie in der Welt zu verteilen.
Sorry, das ist schon absolute geistige Abwesenheit, was Di hier vorführst.
Dann gugg mal über deinen Tellerrand. Ich weiß ich bin ein absoluter Poweruser der online und nur online seine Brötchen verdient. Nur das ich nicht alleine bin, dieser Bereich wächst massiv - wir sind aber unsichtbar weil wir gar nicht aus den Wohnungen rausgehen zum arbeiten. Und praktisch ALLE Kollegen die das machen, sitzen in Städten, in relativ großen Städten. Wir haben nur einen Ami der in der Pampa wohnt (und sich zum Haus Glasfaser legen lassen hat weil das Haus einfach mal 5x billiger war als ein vergleichbares in einer dicht besiedelten Gegend!), die anderen sind in LA und New York. HQ ist Tel Aviv. Unser Bulgare sitzt in Sofia und die Liste geht endlos so weiter, nicht nur bei mir sondern bei anderen Firmen auch - z.B. die remote worker bei Restream.io - einer der Kollegen ist in Moskau, ist aus der Pampa dahin gezogen. Ballungsgebiete sind Vorreiter bei neuen Technologien und entsprechenden Leuten die diese entwickeln, umsetzen und auch testen - war immer so und wird auch so bleiben. Warum zum Geier sollte man Glasfaser in der Pampa finanzieren? Da wird ja auch keine Autobahn gebaut, kein neuer Bahnhof mit ICE-Anschluss, kein Flughafen, nichts. Die haben eine schmale Landstraße und fertig.
Das ist nicht abwertend gemeint, ich würde auch gerne mal aufm Land rumeiern und chillen und n Haus haben statt ner Wohnung, ne Garage haben statt mein MTB in der Wohnung zu reparieren und viele andere Vorteile. Ich hab aber die Zivilisation viel zu lieb um das zu tun, es gibt Menschen die es in der Stadt nicht lange aushalten und aufs Land ziehen, ich gönne denen auch ihre Natur, ihre Ruhe, Platz, Frischluft und alles andere. Nur habe ich eine klassische Vorstellung was Landleben ist und was Stadtleben ist. Landleben ist gechillt und hat mit dem digitalen Alltag herzlich wenig zu tun. Kühe und Pferde und Hühner statt Internet-Verteilerkasten und Netflix-Banner. Ich gönne es den Leuten absolut das sie da gechillt leben können - ohne Fahrraddiebstähle und Demos jeden Tag, ohne den ganzen Mist der in Großstädten zum Alltag geworden ist. Das einzige was sie dafür tun müssen - mehr Geld für Sachen ausgeben die halt aufm Dorf sich nicht lohnen. Du hast kein Taxi da in 5min. Du hast keine 5 Bankfilialen, Du hast keinen ICE (oder oft nicht mal nen Regionalzug mehr). Du hast keinen Kino, keine 50 Restaurants bei Lieferando und keinen Flughafen in 30min mit den Öffis erreichbar. Das sind halt die Eigenschaften vom Leben aufm Land.
Du bezahlst halt auch für ein paar Minuten parken etliche Euros.
Ja, nur das ich als Stadtbewohner mich dafür entscheiden kann autofrei zu leben - und das mache ich. Gibt ja Mietwagen wenn man wirklich mal was von A nach B fahren muss. Die Landbewohner haben diesen Luxus nicht, sonst kommen die aus ihrem Dorf nicht raus. Das ist auch der Unterschied zwischen Stadt und Land, man kann es ja auch dabei belassen und nicht versuchen die Leute in der Stadt zu Autofahrern zu machen und die aufm Land zum autofreien Leben bewegen. Genau so wie mit der Dienstleistung Internetanschluss - die sind unterschiedlich zwischen Stadt und Land (meistens). Wer Auto fahren will, zahlt dafür. Wer ne dicke Leitung irgendwo haben will wo die meisten Leute noch nicht mal ne Ahnung haben wo es auf der Karte zu suchen wäre - der zahlt dafür. Nicht wir zahlen, der der die Dienstleistung eben haben will. Wenn ich in der Stadt ne geile Wohnung mit Dachterrasse im Zentrum haben will werde ich auch zahlen - und zwar viel. Das ist aber mein Wunsch und mein Problem wie ich das finanziere. Ich frage da keinen - kannste mir bitte die Penthouse-Bude da oben finanzieren?
Weil Du es halt nicht begreifst / begreifen willst.
Noch mal, da gibt es nichts zu begreifen. Wir haben noch Städte mit Gebieten wo kein vernünftiges Internet vorhanden ist (ne Schande für das Land), aber gleichzeitig wird die Pampa mit subventioniertem Glasfaser vernetzt, das ist doch schief und krumm, vor allem weil in der Stadt wesentlich mehr Leute schneller angeschlossen werden können.
Egal wem ich das erzähle - Israeli, Amerikaner, Kanadier, Russe (wir haben halt Leute aus aller Welt in der Firma) - die sagen mir ganz klar - die Deutschen spinnen. Einst hatten wir mit die beste Infrastruktur mit den Autobahnen, das muss sich auch mit Glasfaser wiederholen, das wir wieder an der Spitze stehen werden. Und dafür ist alles vorhanden - Geld, Technologie, genug Mitarbeiter, genug Firmen die das übernehmen können, gute Voraussetzungen (wir haben hier kaum Erdbeben oder Tornados die Kabel kaputtmachen, wir haben ne sehr einfache Geologie die das verlegen sehr einfach gestaltet etc.). Aber eines fehlt - der Wille der Leute das Projekt zu finanzieren, weil es nun mal privatwirtschaftlich ist und sich für die Firmen lohnen muss. Was soll ich hier also begreifen?
Übrigens, Grundversorgung Internet rein über Privatwirtschaft wird nie ordentlich klappen. Bei Wasser und Energie gibt es ja die Stadtwerke, bei der Internetinfrastruktur ist der Anteil ihrere Leitungen minimal. Und wie ich die Politik aktuell sehe, will ich die auch nicht in dem Infrastrukturprojekt haben, sonst haben wir BER2.0 in digital.