Binning, Selektion und Pretesting bei CPUs und Grafikkarten: Wir erklären, wie es funktioniert

PCGH-Redaktion

Kommentar-System
Teammitglied
Jetzt ist Ihre Meinung zu Binning, Selektion und Pretesting bei CPUs und Grafikkarten: Wir erklären, wie es funktioniert gefragt.

Bitte beachten Sie: Der Kommentarbereich wird gemäß der Forenregeln moderiert. Allgemeine Fragen und Kritik zu Online-Artikeln von PC Games Hardware sind im Feedback-Thread zu veröffentlichen und nicht im Kommentarthread zu einer News. Dort werden sie ohne Nachfragen entfernt.

lastpost-right.png
Zurück zum Artikel: Binning, Selektion und Pretesting bei CPUs und Grafikkarten: Wir erklären, wie es funktioniert
 
Gutes Video, danke.

Mich würde noch Interessieren wie man die „binning“-Test (be)werten kann ?

Gibts da „bessere“ oder „schlechtere“ Tests/Verfahren bei CPUs ?

Ich denke Caseking macht sicherlich gute Arbeit. (Auch transparent wie getestet wird)

Bei Silicon Lottery ist das Testverfahren dagegen nicht ganz so transparent.
 
Gibts da „bessere“ oder „schlechtere“ Tests/Verfahren bei CPUs ?

Nein, nur "verschiedene".

Ein pretester hat ein gewisses Dilemma: Je härter er die CPUs testet desto geringere Taktraten kann er pretested anbieten. Insbesondere heutzutage wo das OC-Potential von CPUs im Vergleich zu vor 10-20 Jahren nur noch minimalst ausfällt ist das für den Pretester... sagen wir mal blöd gelaufen.

Wenn du dir als Pretester 100 Top-CPUs zum selektieren bereitlegst und hämmerst da mit LinpackXtreme rüber biste zwar sehr, SEHR sicher dass die CPUs den erreichen OC-Takt stabil machen, kommst aber nur gefühlte 100 MHz über dem Werkstakt raus. Das kannste keinem verkaufen.
Also gehste auf "sanftere" Tests über wie alten Prime95-Versionen ohne AVX und mit festgelegten FFT-Längen weil alles andere ja "praxisfern" ist (nein, ist es seit Jahren schon nicht mehr, jeder bessere freeware-encoder für Videos kann mittlerweile harten AVX2-Code als Beispiel). Da schaffste dann vielleicht 300 oder 400 MHz mehr "stabil" und das kann man gut verkaufen.

Was der Kunde will und was er bereit ist zu zahlen kann er sich ja selbst überlegen - soweit er das prozedere dahinter wie gestestet wird und was das bedeutet auch im Detail versteht. Ohne da den Pretestern was unterstellen zu wollen aber ich denke, dass denen sehr wohl bewusst ist, dass viele Leute nunmal nicht im Detail wissen was sie da genau kaufen (etwa dass ein eine Stunde Prime v26 1344FFT getesteter Prozessor eben nicht stabil ein 4K-Video in HEVC/x265 wandeln kann [ohne AVX-Offset] weil die Last dieser Anwendung größer ist als die von prime in der alten Version) - denn sonst würden sie es wahrscheinlich nicht tun. ;)


Es ist so gesehen ein nettes Angebot für einen Aufpreis Dies zu kaufen die selektiert sind... also etwas besser als der Durchschnitt. Man sollte nur nicht den Fehler machen zu glauben, dass die angepriesenen Taktraten tatsächlich immer und überall stabil sind. Für Leute, die sowieso von Hand übertakten und Spaß dran haben ists nett zu wissen dass man wenigstens bei der Siliziumlotterie nicht ins Klo greifen kann mit so einer CPU (allerdings wird man auch nie das golden Sample finden denn jeder pretester wird wenn er eine EXTREM gute CPU findet die sicher nicht so verkaufen...).
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja da hast du recht. Linpack Xtreme macht da wohl keiner.

Da hat mein „alter“ 9900K bei Stock 4,7 Ghz zugemacht. War bei 1,35 Volt und ner 5er LLC und das bei nem Maximus XI Gene.

Waren gute 250-260 Watt und trotz Köpfen waren die 100 Grad sehr sehr nah.

Also im Caseking TV video hat Roman gesagt,
das Prime in der 29er Version, Cinebench R15, Cinebench R20 sowie Firestrike gemacht wird/wurde.

Scheint mir immerhin härter zu sein wie bisher mit Prime 95 1344 ohne AVX.

Edit: Also ich habe das Gefühl mehr wie Stock Settings Todesstabil zu bekommen wird so dermaßen schwierig das ich’s fast einfacher hab nen 10900k zu kaufen statt den 10700k auf dessen Werte in 8-Core betrieb zu prügeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Edit: Also ich habe das Gefühl mehr wie Stock Settings Todesstabil zu bekommen wird so dermaßen schwierig das ich’s fast einfacher hab nen 10900k zu kaufen statt den 10700k auf dessen Werte in 8-Core betrieb zu prügeln.

Das meinte ich mit das OC-Potential moderner CPUs ist sehr nahe Null. ;)

Die Boosts sind mittlerweile so ausgereift dass händisches Eingreifen nicht mehr nötig ist es sei denn man will ganz spezielle Ergebnisse erreichen.
 
Das meinte ich mit das OC-Potential moderner CPUs ist sehr nahe Null. ;)

Die Boosts sind mittlerweile so ausgereift dass händisches Eingreifen nicht mehr nötig ist es sei denn man will ganz spezielle Ergebnisse erreichen.


Am Beispiel Ryzen 3700X und 3800X sieht man zudem, dass heute bereits der Hersteller selbst derjenige ist, der vorselektiert, damit er das Geld macht, nicht irgendein Onlineshop. Die gesamte XT Serie ist ja nix anderes, aber mit der Verspätung von Ryzen 4000 und der Tatsache, dass X570 und X550 bereits auf dem Markt sind, musste AMD ja irgendeinen Alibi Move machen.

Intel verkauft sowohl Xeons als auch i5 CPUs in ähnlich gestückelten Taktraten. Der 10400, 10500, 10600, 10600k, dazu jeweils eine T Variante die "weniger Strom" braucht, also einfach nochmal erheblich runtergetaktet werden muss, damit sie stabil läuft und eine KF Variante ohne funktionierenden Grafikkern.


Früher wäre das alles Ausschuss gewesen, inzwischen versucht man jeden Fitztel an Mehrleistung irgendwie in ein Produkt zu verpacken und zu verkaufen. Bei Grafikkarten ist es ja noch schlimmer, da versucht jeder aus 2% mehr MHZ auf dem Speicher einen 70€ Aufpreis zu generieren, der beim besten Willen nicht da ist.
 
Das ist ein richtig spannendes Thema.

Bei der Selektion müßten wir dann aber davon ausgehen, daß die Hersteller ab Werk alle CPUs/GPUs etc. testen, und dann ausliefern, ob die und diese eben hier und dort wirklich einsatzfähig ist (eine signifikante Anzahl von Stichproben mag ich glauben, alle wohl kaum), und den Anspruch erfüllen und warum dann anschließend nochmal die Verkäufer den Extratest machen müßen, damit die eigenen Verkaufsangaben auch stimmen.

Und das alles in einem höchst komplexen Fertigungsprozeß, welcher eigentlich schon per Defintion große Abweichungen verbietet.

Auf jedenfall informativ. Danke an Willi.
 
Beim Fazit kann ich nicht zustimmen, weil die Begründung im Sinne von "sonst würde jeder Recheneinheiten freischalten und keine "größeren Chips mehr kaufen" einfach auf den Grüßteil des Marktes nicht zutrifft.
 
Nicht nur beim herausschneiden, auch die Waferqualität ansich unterscheidet sind, Oberfläche, Biegung, Dicke usw.. Die Qualitätsmerkmale im Silizium entstehen zuweilen schon bei der Züchtung des Ingot. Heißt ein Teil des Wafer kann durchaus brauchbar sein, der andere eher nicht.

Binning und Selektion ermöglichen halt mehr zu verwenden. Anfänglich und zumeist bei neuen Serien existieren ja die "Deppenaufschläge" und Mondpreise, was klar auch mit der Asicquali zu tun hat, denn einige Partner kaufen nämlich was GPU's betrifft, die gleiche hohe Quali und deaktivieren dann einfach Teile auf vollwertigen Die's, weil es noch nicht genug gebinnte Die's gibt die in bestimmten Bereichen des Portfolie Verwendung finden könnten.

Das sind dann vollwertige Chips, die man früher auch aktivierbar nutzen konnte. Teildefekte sind teildefekt, dass zeigte die Fiji Nano damals sehr gut und den unterschiedlichen Güten bei aktivierbar oder nicht. Wenn man also Glück hatte (als Erstkäufer), bekam man einen vollwertig funktionsfähigen Chip, der einfach per Bios teildeaktviert wurde.

Nv hat es da unter Turing mit A und B Die's auf die Spitze getrieben.
 
Nano ist vollwertig – sogar höherwertig als Fury X. Da fand vermutlich eine Selektion der leckstromärmsten Kerne statt, während bei der Fury X dank AiO-Fluidkühler die taktfreudigsten installiert werden konnten und wurden.

MfG
Raff
 
Zurück