Taugen chinesische Fahrzeuge dieser Kategorie etwas? Habe davon so nämlich keine Ahnung, wundere mich aber, dass die deutschen Hersteller gefühlt nur Straßenpanzer, die zwei Parkplätze brauchen, gebaut bekommen, während man in China relativ günstig Kompaktklasse gebaut bekommt. Oder ist das alles nur durch diese Übersubvention dort möglich?
Die Subventionen und die allgemein günstigere Arbeitskraft sind ein erheblicher Faktor. Europäische Hersteller müssen, selbst wenn sie in China produzieren, EU-Entwicklungskosten refinanzieren und außerdem müssen sie einiges von ihrem Gewinn an den chinesischen Staat abdrücken (i.d.R. Joint-Ventures mit >50% chinesischem Anteil, nicht zu zählen die 75% der Wertschöpfung, die bei komplett chinesischen Zulieferern liegen), während die chinesische Konzerne eben Zulagen vom Staat bekommen.
N anderer Faktor sind, gerade am billigen Ende, aber teils auch die Autos selbst. Sicherheit und Verarbeitung entsprechen da teilweise eher dem, was bei uns als Leicht-KFZ verkauft wird und kommen bei weitem nicht an europäische Designs ran, Innenraumabmessungen sind logischerweise auch nicht für Durchschnittsdeusche gerechnet und oben drauf sind chinesische Reichweitenangaben noch stärker geschönt, als die alten NEFZ-Angaben. Unterm Strich ist einiges, was da als "endlich eine Lösung" hochgehimmelt wird, nicht viel weiter als ein Zoe der ersten Generation, nur als 20-40% billiger gemacht.
Der Strom kostet nun mal Geld. Ebenso die Investition in die Ladeinfrastruktur. Beides muss in der Summe vom Konsumenten bezahlt werden. Keine Ahnung wie hoch der Anteil für die Infrastruktur beim Strompreis am Ende ist, aber da kann man ja seitens der Politik was drehen.
Netzausbau legt die Politik komplett auf die kleinen Endverbraucher um, während Großabnehmer (also auch Ladenetzbetreiber) das Geld in den Arsch geblasen bekommen. An dem Ende wird bei uns kräftig subventioniert, sodass die Allgemeinheit den Besserverdienern ihre Mobilität bezahlt. Künftig dann auch mit exklusiven Straßen für die oberen 10%, wenn es nach BMW geht...
Teurere Versicherung wird noch halbwegs durch keine KFZ-Steuer kompensiert.
Was wieder ne Subvention ist, kein Merkmal eines technisch überzeugenden Produkts.
Selbst wenn ich mal weiter fahren will, dann ist's, vorausgesetzt die Ladeinfrastruktur an den BAB stimmt, ok, wenn man nach 300-400 km nachladen muss.
Und was machst du, wenn du mal nicht auf der BAB, sondern auf der Autostrada oder Autoceste fährst? Innerhalb Deutschlands haben wir auch ein Bahnnetz, mit dem man allen Unkenrufen zum Trotz an einem Tag überall hinkommt.
Man sollte eh nach so einer Strecke eine ausreichend lange Pause machen.
5 Minuten sind ausreichend, um pinkeln zu gehen und auf der Beifahrerseite wieder einzusteigen.
So ein Wahnsinn wie bei meinen Eltern, wo mein Vater über Nacht in einem Rutsch von Kiel bis nach Passau gefahren ist, sollte gar nicht möglich sein.
Zu "über Nacht" kann ich nichts sagen, das hängt stark vom Biorythmus ab und davon, ob den Tag davor geschlafen hat oder schon erschöpft losgefahren ist. Aber Kiel-Passau sind laut 900 bis 950 km auf größtenteils sehr gut ausgebauten und, je nach Routenwahl, zu 1/3 sogar sehr leeren Straßen, nicht wenige davon unbeschränkt. Da sind die 8 h, die mit der Routenplaner rausschmeißt absolut realistisch. Und absolut unproblematisch.
Wen Autofahren derart belastet, dass er selbst mit Vorbereitung/gut ausgeruht gestartet nach weniger als 8 h platt ist, der sollte seine Fahrtauglichkeit allgemein überdenken. Ein anstregender Tag im Büro oder gar in einem handwerklichen Beruf ist weitaus anstrengender und kann 9 bis 10 h dauern, trotzdem ist die überwältigende Mehrheit der Deutschen danach noch in der Lage, 1 h nach Hause zu fahren.
Ich meine, dass es einer der wesentlichen Denkfehler ist, wenn man meint, dass man die eigentlich schon nicht mehr sinnvollen Reichweiten der Verbrenner auf E-Autos übertragen muss. Stattdessen sollte in den Köpfen langsam reifen, dass sich Mobilität verändert.
Ja, Mobilität verändert sich. Hin zu "anstatt einmal im Jahr für 3 Wochen in den Urlaub zu fahren, fliege ich dreimal im Jahr für je eine Woche in den Urlaub". Und die Klimazerstörung gehört massiv bekämpft, nicht die bisherige, weniger schädliche Variante, unmöglich gemacht.
-> Automatisierte Fahrzeuge (L4, ggf. auch L3) tun sich sehr schwer mit Mischbetrieb und benötigen anfangs ihre eigene Infrastruktur.
Was seine eigene Infrastruktur benötigt, ist nicht "autonom". Und als L4 oder gar L3 ein extremes Sicherheitsrisiko, denn wenn diese Fahrzeuge sich überfordert fühlen, übergeben sie schließlich an den Menschen, der dann erst recht nicht die Fahrerfahrung hat, um brenzlige Situationen zu meistern.
Die Infrastruktur für Fahrzeuge, die nicht für Mischbetrieb taugen, sieht so aus:
Das wäre eine Möglichkeit, zumindest auf den dreispurigen Autobahnen, die linke Spur für AVs zu reservieren, ähnlich wie den Diamond-Lanes in den USA für Carpooling. Wenn die Linke da reserviert ist, müsste es aber aus Sicherheitsgründen ein Tempolimit geben, damit Wechsel auf und aus dieser linken Spur für AVs sicher sind.
Nicht einfach "ein" Tempolimit. Sonderspuren ganz links funktionieren in den USA nur, weil die EIN Tempolimit für ALLE haben, dass auch quasi jeder fährt. Einschließlich LKW und Anhängergespannen. Nur deswegen können sich in den USA die Fahrzeuge nach Fahrtziel respektive Sonderrecht von links nach rechts sortieren und ihre Spuren in der Regel lange halten, während sie in Europa nach Geschwindigkeitswunsch sortiert sind. Wer Batterieautos ganz links fordert, fordert also automatisch auch maximal Tempo 80, eher Tempo 60 für alle.
Vielen Dank, BMW.
Anzumerken wäre noch, dass die USA trotz des auf diese Art stark verminderten Überholbedürnisses eine erhebliche Anzahl an Unfällen durch Rechtsüberholer haben und dass dort die Auf- und Abfahrsituation an das Verkehrskonzept angepasst ist. Das heißt es gibt entweder mehrspurige Parallelstraßen für den Lokalverkehr (5 Spuren Freeway, danaben baulich getrennt 3 Spuren von und zu den Auf- und Abfahrten und daneben noch einemal 1-2 Spuren zum auf- und abfahren. Also insgesamt
10 Spuren. PRO RICHTUNG) oder aber es gibt überhaupt nur alle paar dutzend Meilen eine Auf- oder Abfahrt. Da ein Ausbau in dieser Breite komplett ausgeschlossen ist, fordern Die Batterieautofahrer, die solche Bonzenspuren haben wollen, also automatisch auch die Schließung des Autobahnzugangs für jedes zweite bayrische Kaff, für vier von fünf Ruhrgebietsbewohnern und für 9 von 10 Abfahrten in Berlin. Lang lebe der Dauerstau auf den parallelen Landstraßen!
Nun aber sehe ich Automatisiertes Fahren so ein bissl wie die Kernfusion - das kommt immer in einer nicht näherrückenden Zukunft. Mittlerweile beobachte ich auch, dass in der Autoindustrie die Euphorie eher zur Ernüchterung bzgl. AVs geworden ist.
Es fand eine gewisse Angleichung an die technische Realität statt, ja.