Gesetzeslage und Regierung sei dank, müssen sich die Atombetreiber darum nicht kümmern, die Endlagerung muss der Staat suchen, oder willst du den Atomkonzernen die Endlagerungssuche überlassen?
Überlassen sicherlich nicht (wobei die Bundesregierung nachweislich auch nicht geeignet ist, siehe Gorleben) - aber zumindest finanzieren. Und zwar ohne Limit.
Die Abwrackung, bzw. der Abbau der Atomalangen ist schon im Strompreis enthalten, wurde damals von Rot/grün zum Automausstieg so festgelegt.
Bislang weiß man nichtmal, wie viel so ein Rückbau kosten wird. Man weiß ja nichtmal, wann er stattfinden wird und wieviel Inflationszuschlag noch draufkommt. Also zu welcher Höhe will man jemanden verpflichten?
(davon abgesehen taucht das Wort "Rückbau" im Atomgesetzt nicht einmal auf - hast du einen Link für diese Festlegung?)
Das größte Problem bei der Endlagerung sind populistische Lokalpolitiker, die das Endlager möglichst nicht unter ihrem Dorf sehen wollen, da das den Wählern meist nicht gefällt...
Das sind nicht nur Lokalpolitiker, sondern auch Regional-, Landes- und Bundespolitiker. Deswegen steckt die Bundesregierung ja weiter gutes Geld in eine längst als ungeeignet befunde Endlagerung in einem Salzstock. Aktuelle Richtung der Forschung und der Bestrebungen in anderen Ländern wäre eher möglichst hartes und dauerhaftes Gestein - und dann lägen potentielle Standorte nicht mehr in der norddeutschen Tiefebene, sondern mitten im Union-Kernland.
(und schon die erste Suche, die zu Gorleben geführt hat, wurde bekanntermaßen massiv von politischen Kriterien beeinflusst...)
Ganz wertfrei:
Der Energiekonzern E.ON will das bayerische Atomkraftwerk Isar1 nicht vom Netz zu nehmen. Ein Unternehmenssprecher sagte: „Isar1 erfüllt alle Sicherheitsvorschriften. Es gibt keinen Grund den Reaktor vom Netz zu nehmen.”
Das wird alles noch einiges an Trouble bringen...
Für wen?
Für die Regierung nicht, die will nur die nächsten zwei Wochen "dagegen" demonstrieren. Das gelingt eher noch besser, wenn E.ON ein bißchen rumzickt. Da kann man dann viele Interviews geben, ohne das sich was tut.
Für E.ON auch nicht. Die haben mit ihrer Aussage recht und einen gültigen Vertrag mit der aktuellen Regierung. Solange die Oppositionsklage bezüglich der undemokratischen Änderung der Gesetze nicht durch ist, dürfen sie das Kraftwerk betreiben. Wenn Merkel noch ein bißchen Druck macht, können sie ggf. sogar guten Willen bekunden und es "abschalten". Für die verbleibenden zwei Monate, bis das Moratorium durch ist und man wieder den normalen Betrieb aufnehmen kann. Die Zwischenzeit nutzt man halt für Wartungsarbeiten, die ohnehin mal eine Abschaltung erfordert hätten.
Und für die Bevölkerung... Unser Trouble mit der Atomkraft begann vor über 49 Jahren und da wird sich jetzt auch nicht plötzlich was ändern.