AW: Anhänger der Demokratie werden weniger!
Konservativ ist rechts der Mitte. Man will Werte bewahren oder zurück zu alten Werten. Das ist eine Tendenz, die in der AfD sehr stark vertreten ist. Die CDU war auch mal konservativ, bevor sie von Merkel "modernisiert" wurde. Es hieß ja auch mal in der CDU: "Rechts der CDU darf es keine Partei geben." Das impliziert, das konservativ Richtung rechts geht.
Zum Thema Moral könnte ich jetzt vieles sagen. Z.B. dass die CDU die Leute vertreten muss, die sie gewählt haben und das waren keine arabischen Flüchtlinge. Oder ich könnte sagen, wer die ganze Welt retten will, der muss zu den UN gehen und nicht in die deutsche Politik. Oder ich könnte an das erinnern, was am Reichstag steht, nämlich: "Dem deutschen Volke." Oder ich könnte sagen, das Merkel einen Eid darauf geleistet hat, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Ich könnte auch sagen, dass der Staat stets Jurist sein sollte und niemals Moralist. Oder dass die Flüchtlinge derjenige Staat aufnehmen sollte, der für sie ursächlich ist und das sind in erster Linie die USA mit ihrem Greater-Middle-East-Project. Aber was ich auch sagen könnte, letztendlich sind wir uns doch sicher einig, dass die Vernunft bei der Entscheidung, wie viele Flüchtlinge ein Land aufnehmen sollte, eine sehr wichtige Rolle spielt. Die Mengen, die wir aufgenommen haben, sind offensichtlich schon zuviel. Und im Kontext der Vernunft sollte man auch über eine Obergrenze sprechen, die mit der Integrationsfähigkeit des Landes in einem, nun, vernünftigen Verhältnis steht.
Wie rechts die CDU noch ist ist eigentlich egal, denn auch zu Zeiten, wo Merkel noch nicht an der Macht war, waren wohl die meisten Mitgliedern eher gegen Nationalsozialismus... also können auch Rechte gegen ein anderes "Rechts" sein. Demnach ist man nicht automatisch links, nur weil man rechts ablehnt.
Zu viel ist relativ. Für Sachsen scheint jeder einzelne zu viel zu sein, hier dagegen habe ich noch keinen einzigen gesehen und auch von keinem irgendetwas mitbekommen, außer dass wir ein paar Wochen auf eine andere Sporthalle ausweichen mussten. Was ja kein Problem ist. Hier ist also noch viel Platz.

Mit Vernunft würde ich da nicht kommen, zumindest nicht in Deutschland. In Zeiten, wo SUVs seit Jahren dermaßen boomen scheint es mit Vernunft nicht weit her zu ein.

Im Ernst, wenn es um Menschenleben geht kann man das mMn nicht gegen kleine wirtschaftliche Einschnitte oder abstrakte Existenzängste einiger weniger aufwiegen. Im Grunde könnten wir, wie oben geschrieben, vorübergehend locker deutlich mehr aufnehmen. Wenn man z.B. Steuerschlupflöcher stopfen würde. Will man aber nicht, obwohl es vernünftig wäre. Das Zahlen von Steuern ist einigen eben nicht zuzumuten und das ist erhaltenswerter als das Leben von offensichtlich als minderwertig angesehenen Menschen.
Ich hab das auch lange Zeit so gesehen. Wie soll ich auf etwas Stolz sein, das nicht aus meiner Leistung erwachsen ist? Dennoch gibt es da Gegenargumente. Z.B. kann ein Vater auf sein Kind stolz sein. Einfach, weil er es gezeugt hat. Dazu hat er ja an sich nichts Großartiges getan, außer das er ... naja, du weißt schon. Und davon ausgehend, dass das Gefühl von Stolz auf Dinge zutreffen kann, für die man persönlich keine große Leistung erbracht hat, kann man Menschen auch den Nationalstolz zugestehen. Manche Menschen scheinen das zu brauchen und auch zu wollen. Ich frage dich, was spricht dagegen? Dies kann ja auch in einem gesunden Patriotismus seinen Ausdruck finden. Es muss nicht notwendigerweise in etwas Krankes und Extremes wie etwa den Nationalsozialismus ausarten. Und die Vehemenz, die die AfD an den Tag legt, hat ja vielleicht nur den Grund, dass sie sich nicht gehört fühlt und gegen gewaltige Mühlen kämpft, die auf dem Rücken einer gigantischen Migrationspolitik in die gesellschaftlichen Strukturen eingreifen.
Naja, am Ende hat Nationalstolz selten zu etwas Gutem geführt. Wenn man sich der möglichen Folgen bewusst ist und dementsprechend nicht NPD oder so wählt spricht nichts dagegen, jeder kann ja denken was er will. Wie gesagt, MIR ist das zu absurd und primitiv.
Natürlich darf man die Schreckenstaten der Nazis nicht vergessen. Die moralische Katastrophe, die damals stattfand, muss präsentes Mahnmal bleiben. Deswegen muss man aber nicht das Rechte, das moderne Rechte, für ein Schreckgespenst erklären. Rechts ist ein normaler Bestandteil der Politik und in gemäßigter Form vertretbar und legitim, genauso wie links in gemäßigter Form vertretbar und legitim ist. Links bedeutet nicht gleich Kommunismus und rechts nicht gleich Nationalsozialismus.
Gemäßigt geht das alles klar in Ordnung. Nur wenn man sieht, was eine solche Politik in Osteuropa und der Türkei hervorbringt und wie die (freie!) Presse hierzulande bezeichnet und behandelt wird muss man sich doch Sorgen machen, ob die aktuell an Kraft gewinnenden Rechten wirklich mit unserem Staat vereinbar sind und keine Gefahr für unsere Grundrechte. Wer "Lügenpresse" schreit, Journalisten verprügelt und gleichzeitig Compact usw. liest muss sich zurecht ankreiden lassen, dass er die Pressefreiheit tendenziell für weniger schützenswert hält.
Ich glaube nicht, dass er das tut. Hast du dafür Belege? Aber, wie gesagt, ich will ihn nicht in Schutz nehmen. Es ist sein Ast, auf dem er sitzt. Und wenn er sich missverständlich, emotional und leidenschaftlich ausdrückt, dann muss er auch damit rechnen, wenn manche ihn für rechtsextrem halten.
Er hat wortwörtlich gesagt, dass er sich sein "Deutschland Stück für Stück zurückholen will", und zwar explizit das von vor 1945. Seitdem habe eine Umerziehung stattgefunden und er will eine "erinnerungspolitische Wende um 180°", was in diesem Fall z.B. bedeutet, dass der Holocaust nicht als Gräueltat, sondern als Glanztat gelten soll. Außerdem hat er das Holocaust-Mahnmal als "Mahnmal der Schande" bezeichnet, das, weil es unschöne Erinnerungen hervorruft, so nicht existieren dürfte. Spätestens da kam es mir echt hoch...
Manches mag entweder einfach nicht durchdacht gewesen sein (er hat sicher nicht die Bedeutung der 180°-Wende gerafft...), dann ist er einfach dumm und taugt wenig zum Politiker, oder es war einfach anhand des NPD-Urteils Berechnung und der Test, wie weit man mittlerweile gehen kann. Falls es so sein sollte ging der wohl nach hinten los.
Wie gesagt, ich denke kaum, dass man so einen in irgendeiner Partei lassen kann. Selbst die NPD ist doch klug genug, sowas eher nur hinter verschlossenen Türen zu äußern. Ich denke auch, dass Höcke wohl kaum ungestraft davonkommt und bei der Wortwahl auch eher nicht zum Märtyrer taugt... außer beim rechten Flügel, aber der dürfte kaum ausreichen, um die 5%-Hürde zu knacken, siehe NPD.
Ja, okay. Da werde ich mal drüber nachdenken. Ich glaube aber, die Sozialisation ist so extrem prägend für einen Menschen, dass Leute, die mit Sharia, Theokratie und ohne die Gleichstellung von Mann und Frau aufgewachsen sind, das nur schwerlich ablegen können. Und irgendwie ist es schizophren, dass wir hier, nach unseren Werten handelnd, massenhaft Leute aus einem Kulturkreis aufnehmen, der mit unseren Werten so mal gar nichts zu tun hat - der sich sogar teilweise diametral entgegengesetzt zu unseren Werten gestaltet.
Sozialisation ist aber auch nur ein Teil. Sonst hätte es ja auch bei uns keinen Fortschritt gegeben. Bewegungen wie die 68er sind ohne Widerstand gegen diese Sozialisation nicht denkbar, genau wie der arabische Frühling, auch wenn der leider zu wenig bewirkt hat. Und in der DDR waren es ja auch nicht nur die ganz alten, die in der Weimarer Republik aufgewachsen sind, die das System gestürzt haben, trotz Indoktrination von klein auf.

Gerade heute ist es durch das Internet einfach wie nie, auszubrechen, ob in die eine oder andere Richtung. Siehe arabischer Frühling, IS, Trump, neue Rechte... alles so ohne Internet nicht möglich.