Die Fazits decken sich mit meiner Einschätzung. Man hat aufgeschlossen, es besteht aber noch Optimierungspotential. Vom Pumpgate mal abgesehen, was sich wohl bisweilen schon gelöst hat, ist folgendes mit das größte Manko:
Man verbrät erneut durch ein weiterhin nicht optimales Design zuviel Leistung, die auch noch gekühlt werden muss (man wird nicht umsonst auf ne WaKü gesetzt haben). Und Gewinn macht man mit diesem Ding wohl kaum, dafür ist die Leistung für höhere Preise zu gering (mag auch an den 4GB liegen) und der Auf- und Einbau von HBM mit der gesamten Fertigung zu komplex.
Das Speicherinterface soll nicht viel Energie verbraucehn, einer der Schwerpunkte bei der HBM-Entwicklung war die Effizienzsteigerung. Auch der Flächenverbrauch wäre mit GDDR5 höher ausgefallen. Aber selbst wenn dieser Speicherkontroller letztlich wenig mehr als ein sehr breites DDR1-Modell ist, wird er Entwicklungszeit verschlungen haben und in der Fertigung sind Silicon-Interposer und HBM auch nicht günstig. Diese Ressourcen hätte man meiner Meinung nach in Front- und Backend besser angelegt. Ein ausreichendes Speichersystem kann man gut von der R9 390X übernehmen und nur die neuen Komprimierungsmethoden implementieren.
Jein. Die Entwicklung schreitet ja ständig voran, GDDR5 ist ja tatsächlich übern Zenit, das ist allen Akteuren aber bekannt. Die Frage ist, ob HBM nicht zu früh eingesetzt wurde aufgrund der limitierten Größe von 4GB. Was bringt es mir, Technologievorreiter zu sein, wenn daraus kein Vorteil entsteht? Zumal ich die ganzen Wege als erster in der Fertigung bestreiten muss und AMD nicht gerade der solventeste Marktteilnehmer ist. Sie konnten auch aus 64bit kaum Nutzen ziehen, HBM ist JEDEC Standard.
Genau meine Meinung. Hynix hat gefühlt ein Dutzend Partner für die Entwicklung von HBM zur Serienreife und alle warten auf HBM2. HBM1 wird nur als Grundlage für die Prototypenentwicklung genutzt (selbst Nvidia zeigt Pascal-Entwürfe damit) – einzig AMD setzt die erste Generation in Großserie ein.
Ein HBM2-Design mit 3×2 GiB oder 3×4 GiB würde Platz auf der GPU für ein breiteres Front-/Back-End machen, käme mit einem kleineren Interposer aus, hätte weiterhin genug Bandbreite und auch die nötige Kapazität, um Nvidias GM200 zu überflügeln. Träumen wir also von Fury 2.0.
Bei Star Citizen wird es sicherlich auf DX12 und Vulkan hinauslaufen, Mantle ist ja in Vulkan aufgegangen. Daher wird es eher interessant, wie gut die Fury Vulkan unterstützt.
Über die hardwareseitige Unterstützung mache ich mir keine Sorgen. Da mit Mantle, Vulkan und DX12 sehr viele Aufgaben vom Treiber an die Engine des Spiels übergeben werden, ist eine gute Unterstützung durch AMD leicht realisierbar. Low-Level, low-effort so zu sagen. Spannend wird umgekehrt, wie die Spieleentwickler ihre Engines optimieren. Die haben in Zukunft nicht nur die Möglichkeit, jedes Detail der Hardware optimal einzupassen – sondern auch die Pflicht.
#ArkhamKnight
