Aber die Tatsache, dass eine Erhöhung des Chipsatz(und somit auch Cache usw)takts scheinbar manchmal anständige Leistungsschübe verschafft, zeigt, dass der aktuelle "High End Rückstand" nicht nur an den PiledriverModulen liegt, sondern eben auch an der veralteten Bauweise des "drumherum".
Das dem so ist, beweißt Kaveri eigentlich ganz gut, wenn man ihn mit Core i3 vergleicht. Ein Steamroller-Modul ist zwar nicht ganz auf Augenhöhe, aber auch nicht viiieeel schlechter, als ein Haswell-Kern. Beim FX kommt die Decoder-Limitierung von Bulldozer, die Fertigung, aber auch die veraltete Infrastruktur hinzu.
Und wenn man durch ein neues, moderner Drumherum (und SteamrollerModule) 10% mehr Leistung erreichen würde,
dann würde die Gesamtperformance bereits nur noch 19% hinter einem 4770K liegen. (Bitte den Cb Test verzeihen, aber da ist die Prozentrechnung einfach angenehmer^^)
Geht man von Full HD Spielen aus, dann wären es sogar nur 10% Vorsprung
Die Limitierung in Spielen ist ein anderer Schuh, das kannst du nicht gegeneinander aufrechnen. Wenn schnelle Intel-CPUs einen Teil ihrer Leistung nicht zeigen können, dann könnten das auch beschleunigte FX nicht. Aus 10% Leistungsgewinn würden vielleicht 7% längere Benchmarkbalken resultieren (geratene Zahlenwerte).
Der Maximalverbrauch könnte vielleicht (laut einer nachfolgenden Milchmädchenrechnung) auch gesenkt werden.
Idle 8350:
69 Watt
Idle 7850K:
27 Watt (Das Feld geht von 25 Watt (A8-7600) bis 4770K (30 Watt). Hier sind sehr niedrige Unterschiede vorhanden, obwohl die Maximalperformance sehr stark variiert. Also gehe ich von einer Art "Grundlast" von vielleicht 20 Watt aus, im Gegensatz zu einer deutlich höheren bei der AM3+ Plattform.
Die Rechnung geht aufgrund der unterschiedlichen Testsysteme nicht auf. Schon allein GTX680 (beim FX) vs. HD7750 (beim A10) machen einen riesen Unterschied in Sachen Idle-Verbrauch.
Allein durch Chipsätze würde ich maximal 10 Watt Einsparpotential erwarten. Der HT-Link muss halt auch gefüttert werden und der wurde als High-Speed Server-Interconnect entwickelt - nicht als Stromsparwunder, das mit möglichst einfachen Schaltungen auskommt.
Dazu kommt natürlich noch die unterschiedliche Fertigung der CPUs selbst, die sich spätestens unter Last bemerkbar macht - es sei denn, du willst ein komplett neu gefertigtes DIE haben. (woran wohl kaum zu glauben ist, wenn man bedenkt, dass AMD seit der Bulldozer-Vorstellung genau einen DIE in genau zwei Silizium-Revisionen mit 8 Kernen herausgebracht hat - auch wenn diese ewig gleiche Ansammlung von Transistoren mittlerweile wohl unter dem dritten Codenamen verkauft wird, wenn man Berlin mitzählt)
Wenn diese ganzen Rechnungen aufgehen würden, dann würde sich eine "Rückstandsaufholung" bis 2016 in meinen Augen schon deutlich realistischer anhören. (Auch wenn Intel nicht schläft)
Wenn AMD tatsächlich komplett neue Chipsatz entwickeln und einen komplett neuen Chip mit Kernen der Steamroller-Generation in einer neuen Fertigung rausbringen würde, dann könnten sie eventuell tatsächlich in Sachen Leistung mit Haswell gleichziehen, wenn auch bei sehr hoher TDP, und ggf. bei gedrosselten Mittelklassemodelle die Effizienz von Sandy Bridge schaffen. (Ivy glaube ich nicht, dafür müsste dann auch eine neue Fertigung her)
Nur: Dieses "wenn" beinhaltet mehr Entwicklungsaufwand, als AMD in den letzten 3 Jahren in die AM-Plattform investiert hat. Vermutlich soviel Manstunden, wie in den gesamten FM2/FM2+ samt CPUs geflossen sind. Und es würde reichen, um (im Schnitt über Effizienz und Leistung) den Rückstand auf Intels CPU von 2012 (IB) aufzuholen. Bis 2016. Mit einer CPU und Plattform, die in Sachen Herstellungskosten dann vermutlich auf dem Niveau von Skylake-E liegt...
Ich bin weiter dafür:
AMD soll sich auf die A6/A8/A10 APUs und die Raubkatzen-Kerne konzentrieren. Kein ARM, keine FX, keine Sockel-F-Optereons, nichts Ultra-Mobiles und auch keine weiteren Architekturen. Dafür ist man einfach zu klein und es lohnt sich 1000 mal mehr, wenn man dank dieser Konzentration aller Kapazitäten auf nur zwei Projekte im Jahre 2016 ein-zwei CPUs hat, die in Sachen Leistung
und Effizienz maximal 2-3-4% hinter, ggf. sogar vor Skylake-DT/H und den Silvermont-D&T-Nachfolgern liegen, als wenn man 4 Chips hat, die "nur" 10-20% langsamer als Ivy Bridge-DT/-E & Silvermont sind, bei "nur" 10-30% mehr Verbrauch. Letzteres mag Fanboys glücklich stimmen, die "keinen bedeutenden Rückstand mehr sehen" (und sicherlich wird man damit gut spielen können, solange der Netzwerkcode besser als bei BF ist, weil weiterhin kein Entwickler KI oder Physik vorrantreibt). Aber es verkauft keine großen Stückzahlen und bringt somit wieder kein Geld für echte Fortschritte ein. Selbt 10 zweite Plätze in 10 Nischen können in der IT nicht einen ersten in einer Nische ersetzen.