Hier ist auch wieder so ein bisschen das Problem der Reviews im Netz. Bei den meisten Tests die ich gelesen habe, liefen die 7800x3D im Cinebench mit über 4,8Ghz AllCore. Ohne Optimierung. Wenn man sich dann die CPU selbst kauft und die läuft dann nur mit 4,5 im R23 schaut man eben erstmal blöd. Mittlerweile habe ich aber im Netz sogar sehr viele andere Userberichte gesehen die ähnlich unterwegs sind. Zugegeben nur zwei bei denen auch im R23 bei 4,5 Schluss ist ohne CO, aber dafür sehr viele die nur mit aggressiven/instabilen CO Werten die 4,8 erreichen bzw. irgendwo bei 4,6-4,7 unterwegs sind. Die CPU läuft dabei innerhalb der Spezifikation aber die Abweichungen scheinen doch sehr groß zu sein.
Als Reviewer kann ich dir zustimmen, denn wenn ich eine CPU teste, dann blende ich möglichst alle Limits aus, und dazu gehört auch die Temperatur. Ich nutze eine leistungsstarke 360er AiO, die mit 100 Prozent Drehzahl für Lüfter und Pumpe läuft. So etwas dürften die wenigsten daheim nutzen.
Allerdings habe ich privat auch einen 7800X3D im Einsatz und den habe ich ganz normal im Handel erworben, das ist also keine Special-, von Lisa Su unterzeichnete und mit Kusshand überbrachte Edition, sondern eine stinknormale CPU. Ich kann also auf ganz normale Erfahrungen zurückgreifen, die von mir zu Hause stammen, aus dem Privat-PC, der lautlos von mir konfiguriert worden ist. Und obwohl es natürlich Schwankungen innerhalb der Produktion geben kann (Silicon Lottery), schiebe ich persönlich den schwarzen Peter den Mainboard-Herstellern in die Schuhe.
Zur Veranschaulichung ist hier Material aus dem
Print-Test einiger AM5-Mainboards. Das Board auf der linken Seite nutze ich privat. Das Board rechts habe ich inzwischen vielfach hier im Forum gesehen, offenbar ist es sehr beliebt, warum auch immer. Wichtig ist hierbei, dass
dieselbe CPU für die Tests zum Einsatz gekommen ist.
Wie du siehst, ist das B650E nicht nur schneller im Spiel, sondern auch in allen anderen Benchmarks, außer dem Kopiertest, doch um den geht es hier nicht. Achte auch auf die niedrigeren Temperaturen und insbesondere auf den viel niedrigeren Verbrauch. Was meinst du, wo Teile der gesparten Watt hinfließen? In die CPU. Die taktet dann höher.
Einzig die Boot-Zeiten stimmen hier nicht, weil die Daten noch festgehalten wurden, bevor die UEFI-Versionen mit Memory Context Restore erschienen sind. Vielleicht hat Torsten die Funktion auch einfach abgeschaltet, es gibt mit dem Asrock-Board jedenfalls keine Probleme mehr mit langen Bootzeiten:
Gerade habe ich noch einmal einen kurzen Test mit CO -30 gemacht. Die Kernspannung ist hier sogar wieder um 0,03 Volt höher, als bei der Einstellung mit CO -25, trotzdem takten die Kerne noch etwas höher. Ich habe zudem den Eco-Mode aktiviert, aber das macht eigentlich keinen Unterschied, weil die CPU ohnehin an keines der Limits stößt.
Es gibt zudem noch eine weitere Variable, die viele nicht beachten: den Speicher. Wenn ich deine Zahlen richtig deute, dann nutzt du DDR5-6000 bei einer SoC-Spannung von 1,15 Volt. Du hast also bereits die Spannung optimiert, gut, ich jedoch beitreibe den SoC bei 0,96 Volt. Je niedriger hier die Spannung ist, desto eher profitieren davon die CPU-Kerne.
Die oben gezeigten Zahlen erreiche ich mit der Kombination aus dem genannten Board, meiner normalen CPU aus dem Handel und einer Eisbär Aurora 360, dessen drei Lüfter mit unhörbaren ~800 U./Min. arbeiten. Ansonsten habe ich hinten nur noch einen 140er-Lüfter, der bei ~600 U./Min beinahe stillsteht. Und da ist noch eine RTX 3090 drin, die ordentlich Hitze abgibt.
Da ich die ~4,83 GHz unter Volllast erreiche, sehe ich bei Teillast eigentlich immer die >5 GHz. Die meiste Zeit jedoch verbleibt die CPU in der Nähe des Basistakts, weil ich mein Fps-Limit bereits erreicht habe. Damit will ich sagen: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit einem 7800X3D durchaus die guten Review-Werte erreichen, oder sogar noch übertreffen kann. Aber mir darf man auch gerne unterstellen, dass ich mich damit gut auskenne und weiß, an welchen Schrauben ich drehen muss
