Blog Alkis Blog #1 - Winterschreck

Incredible Alk

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Der Winter kommt. Jedes Jahr. Unweigerlich.
Wo viele sofort an Schneeballschlachten, Winterferien, Glühwein und Weihnachtsgeschenke denken kommt mir leider immer spontan eines ins Hirn: Chaos duf deutschen Straßen.

Und nein, ich rede nicht von der alljährlichen Streusalzknappheit wenn dieses Jahr wieder mal Rekordmengen an Schnee gefallen sind und es wieder ach so unerwartet war dass es im Winter tatsächlich kalt sein und häufiger schneien könnte.
Es geht um das kollektive Chaos, das ganz ohne Zutun irgendwelcher stark erschwerenden Umstände alle Jahre wieder veranstaltet wird.

Da ist man das ganze Jahr über gezwungen, wegen seiner Arbeit öfter eine dieser gut ausgebauten Schnellstraßen zu benutzen die das deutsche Volk so stolz Autobahn nennt. Das funktioniert auch immer wunderbar, man sieht jeden Mogen gefühlt auf der gleichen Strecke die gleichen Leute in den gleichen Autos telefonieren, rumkramen, essen, trinken, sind im Rückspiegel schminken und am Radio rumfummeln. Die Verkehrsdichte ist akzeptabel und man kommt nicht unbedingt rasend schnell aber dennoch zügig bei rund 130 km/h ans Ziel.

Doch dann fällt das Thermometer schlagartig unter 0°C - was die meisten Autofahrer natürlich erst schockiert realisieren, wenn sie morgens aufgrund eines ausgeprägten Eispanzers nicht in ihr Auto sehen können. Natürlich konnte man damit nicht rechnen und hat daher auch keine Mittel zur Hand um großartig und vor allem großflächig die Sicht zu verbessern. So kommt es, dass mir immer wieder früh morgens bereits erste Herzinfarkte drohen wenn mir wieder getarnte Scheibeneisbomber in Schlangenlinien entgegenkommen deren 30x30cm Igluguckloch es eben nicht erlaubt sicherer zu fahren.

Man entkommt trotzdem auf wundersame Weise irgendwie dem Blechschaden und schafft es auf Bundesstraßen, auf denen dann auch der letzte fahrende Iglu von der Scheibenheizung zerstört wurde. Nun ist es leider so, dass es im Winter auch noch verdammt lange dunkel ist. Alleine das scheint viele Verkehrsteilnehmer bereits dazu zu bringen, alle Geschwindigkeiten jenseits der 80 km/h auf ansonsten völlig freien geraden Bundesstraßen für völlig undenkbar zu deklarieren. Sollte es dann tatsächlich auch noch so weit kommen, dass eine Schneeflocke sichtbar auf der Windschutzscheibe landet, wird automatisch mit einer, besonders für Rentner (warum sind von denen eigentlich so viele morgens um 6 unterwegs...?) beeindruckend schnellen Reaktionszeit in den Notlaufmodus geschaltet.
Dieser verbietet Geschwindigkeiten über 60 km/h grundsätzlich, schränkt das Sichtfeld des Fahrers auf ein Minimum nach vorne ein um Hirnkapazität zu schonen und blockiert auch sonst alle Grundfertigkeiten hinsichtlich des Führens eines Kraftfahrzeuges. Die frei befahrbare Autobahn, auf der man mittlerweile angekommen ist, ist nun einer Arena gewichen in der wohlgemerkt die etwa gleiche Zahl an Verkehrsteilnehmer wie vorher verbissen um jeden Spurwechsel im entstandenen Stau kämpft. Geschätzte 2-5% "Notlaufprogrammfahrer" haben es mal wieder geschafft den Verkehr komplett zum erliegen zu bringen.

Mittlerweile daran gewöhnt sitze ich nun also beim Standgas im 2. Gang bei ruhiger Musik in meinem Wagen und beobachte weiter wie schon im Sommer jeden Mogen gefühlt auf der gleichen Strecke die gleichen Leute in den gleichen Autos telefonieren, rumkramen, den Rückspiegel keinesfalls mehr benutzen und an der Scheibenlüftung rumfummeln.
 
Du hast das "Oh my f* god eine Kurve. Da muss man das Auto um die Kurve tragen" vergessen ;) Aber sonst erinnert mich das ganze leise an etwas :D
 
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