News Mehr Sound für Elektroautos: Neue Regelungen für künstliche Motorgeräusche geplant

Wo kann man sich das Ende aller Tage mal in der echten Welt ansehen?
Wo nicht? Nur weil das nicht die Tiere betrifft, die im Supermarkt leben...
Warum auch?
Kosten die nötigen Fahrten per Bus 50-100 € im Monat, könnte man von selbst darauf kommen, dass das rein finanziell mglw. Unfug ist.
Schon mal was vom Deutschlandticket gehört?
Dieses Märchen vom Auto als Selbstzweck ist echt auf "ich klebe mich mal irgendwo fest" Niveau.
Gibt es auch, darum geht es aber nicht.
Hier? Nächste Haltestelle in knapp 1 km Entfernung (nicht dass das ein Problem wäre, nur um es zu erwähnen) fährt der tagsüber 2x pro Stunde, 2024 waren es noch 3x und ab ~19:00 und am Wochenende gibt es eine ganze Fahrt pro Stunde.
Dann kostet der Mist pro Einzelfahrt 3,80 €. Bei vorhandenem Auto ist das für Gelegenheitsfahrten so attraktiv wie eine Wurzelbehandlung. :rollen:
Ja, der Status Quo ist bekannt... Liest du eigentlich immer nur mal kurz grob rein, was das Thema ist und haust dann deinen generellen Frust zu dem Thema raus?
 
Wo kann man sich das Ende aller Tage mal in der echten Welt ansehen?
Mh, meinste vor Ort? Na, da müsstest Du wohl eine ewige Rundreise antreten ... Also Vorstufen davon hat es in kleinerer Dimension an verschiedenen Orten ja bereits gegeben: Flut im Ahrtal, Lawinenabgang bspw. in der Schweiz (Wikipedia-Link, Auflistung, Lawinen werden begünstigt durch Starkregen und Erwärmung von Gestein > Bergteile werden instabil) Flut in Region Valenzia (Wikipedia-Link), riesige Flächenbrände in Griechenland (Tagesschau-Link) ... Für einige war es das Ende ihres Lebens (bspw. 236 Tote in Spanien Herbst 2024), ihres Besitzes.
Geht es mehr um wissenschaftliche Daten (bspw. Statistik über die Anzahl von Extremwetterereignissen pro Jahr/zehnt, Klimaerhitzung, Schäden-Berechnungen von Rückversicherungsgesellschaften) und Modellierungen (bspw. Temperaturentwicklung über längere Zeiträume hinweg basierend auf Messdaten und Physik) - dann müsstest Du Dir entsprechende Berichte oder Zusammenfassungen durchlesen, Vorträge anhören/ansehen ... Bspw. Vortragsreihe "Time is up" vom (Kriminal)Biologen Dr. Mark Benecke:
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Kosten die nötigen Fahrten per Bus 50-100 € im Monat, könnte man von selbst darauf kommen, dass das rein finanziell mglw. Unfug ist.
Und wie hoch sind demgegenüber die Gesamtkosten (also Steuern, Versicherung, Reparaturen, Kaufpreis) auf einen Monat umgelegt für ein Auto?

? Nächste Haltestelle in knapp 1 km Entfernung (nicht dass das ein Problem wäre, nur um es zu erwähnen) fährt der tagsüber 2x pro Stunde, 2024 waren es noch 3x und ab ~19:00 und am Wochenende gibt es eine ganze Fahrt pro Stunde.
Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass der ÖPNV ausgebaut werden müsste.

Dann kostet der Mist pro Einzelfahrt 3,80 €. Bei vorhandenem Auto ist das für Gelegenheitsfahrten so attraktiv wie eine Wurzelbehandlung. :rollen:
Na, die Idee wäre ja, mittels einer (radikalen) Verkehrswende das Auto überflüssig zu machen, so dass kein Auto vorgehalten werden müsste.

Aber man kann ja auch 20 km mit dem Fahrrad fahren, bei Wind und Wetter, Regen, Eis und Schnee... :stupid:
Das geht mit entsprechender Kleidung und Bereifung ggf. mit E-Motorunterstützung. Ein Freund von mir fährt mit dem Rad über Land bei Bedarf mit Spikes ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei vorhandenem Auto
Das ist der fehler im Denkprozess der immer wieder kommt. "Das Auto ist doch da" ist gleich bedeutent mit kostet ja nur Benzin. Selbst ohne D-Ticket ist der ÖPNV und auch der Fernverkehr günstiger als die meisten Autos.

Selbst E-Autos sind da kaum in der Lage diese kosten Differenz auszugleichen.

Btw was mir eingefallen ist Soundmodule gibt es ja schon.
So schön bis 30km/h mit dem Schiffsdiesel durchs Dorf.
 
Btw was mir eingefallen ist Soundmodule gibt es ja schon.
So schön bis 30km/h mit dem Schiffsdiesel durchs Dorf.
"Soundmodul für z.B Crawler, Monstertrucks V8 Motor Sound"
😯 Pscht! Bring die Leute nicht noch auf komische Ideen. Wenn die Leute Bock auf Verkehrsgeräusche haben, können sie ja an die Autobahn oder Hauptstraße ziehen und schallisolierende Fenster ausbauen ...
 

Das ist kein Sonderfall. Wenn man von auch auch nur einigermaßen von Vernunft ausgeht, also Wohnortwahl passend zum Lebensmittelpunkt, Nutzung von ÖPNV in den Städten und von Fahrrädern für <10 km, dann ist die Langstrecke neben dem Ausflugsverkehr (km versus km?) die letzte Bastion des PKW.

Je länger die Strecke, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Teilstrecken dieser von mehr Personen nachgefragt werden - umso mehr drängt sich der Kollektivverkehr als Lösung auf.

Nö. Umso länger die Strecke, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass konkrete andere Personen einen Großteil der Strecke teilen. Natürlich kann man auch mit einer Aneinanderreihung von Nachbarschaftsshuttles vom Nordkap nach Gibraltar fahren, praktisch oder zeiteffizient ist das aber nicht. Funktionierender ÖPV braucht zur Gesamtstrecke passende Verkehrsmittel, sowohl hinsichtlich Routen / Anzahl der benötigten Anschlüsse, als auch hinsichtlich Geschwindigkeit / Haltestellendichte. Je länger die Strecke, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass man die nötige Personenmenge für Kollektivverkehr zusammenbekommt.

Woran sich dagegen unabhängig von der Strecke überhaupt nichts ändert: Etwaiger Indivdualbedarf für die ersten paar und die letzten paar Kilometer. Wenn die nicht mit ÖPNV gehen, ist alles dazwischen egal. Gleiches gilt für etwaige einhergehende Transportaufgaben (und etliche gute Gründe für Langstrecke gehen mit größerem Gepäck einher).

Ich vermute, Du spielst auf die Grenzstromdebatte an, die wir ja schon mal hatten. Das sehe ich anders.

Dann sollten wir es an dieser Stelle bei einem "einig, das nicht einig" belassen, um uns nicht noch weiter von der Überschrift zu entfernen.

In Angesicht der Zuspitzung der ökologischen Krisen sollte grundsätzlich Klima- und Naturschädliches eigentlich keine Daseinsberechtigung haben.

Das könnte ich als radikale Meinung akzeptieren, würde dann aber auch die konsequente Anwendung erwarten. Ohne Ausnahmen. Gleichrangige Absage u.a. an klima- und naturschädliche Batterieautos.

Leichte E-Autos - gäbe es die auch aus China oder Japan nicht?

Nein. Allenfalls für Kurzstrecke, aber da haben wir gerade in Deutschland auch mehr als genug Pioniere und in Frankreich genauso. Aber Kurzstrecke sollte man, wenn man nicht gehbehindert ist, eben ganz ohne PKW machen, damit Lärm & Co innerorts aufhören.

"Langstrecke" und "kleine leichte Batterieautos" schließen sich dagegen praktisch komplett aus, weil Batterien halt scheiße schwer sind. Auf der Mittelstrecke erscheinen Batterieautos erst konkurrenzfähig, wenn man ausblendet, dass ein für 80-90% der Bevölkerung ausreichender Verbrenner mit <1 t Gesamtgewicht und geringem Luftwiderstand gebaut werden könnte, sondern stattdessen einen mit >1,5 t und dem Profil einer Schrankwand nimmt. Letzterem um eine weitere halbe Tonne schwerer und noch einmal 15 cm höher zu machen, fällt dann halt in Relation kaum noch auf. Und das ist nur die nötige Änderung für Batterieautos auf der Mittelstrecke. Auf der Langstrecke muss man zusätzlich zu diesem Ausgangsirrsinn dann auch noch eine extrem teure Infrastruktur hinklotzen. (Zugegeben: Die steht in Deutschland mittlerweile weitestegehend und in Teilen Europas zur Hälfte. Ich halte es weiterhin für einen verdammt großen Fehler, dass man in den letzten zwei Jahrzehnten Abermilliarden in diesen Scheiß versenkt hat, anstatt erneuerbaren Energien und Stromnetze auszubauen. Aber nachdem dieses Kind zur Hälfte in den Brunnen gefallen ist, ist einer der Nachteile von Batterieautos spürbar kleiner geworden.)

Naja, mein Fokus wären nicht Autos und ÖPNV. Es gibt ja genügend Auto-Fans, die sich gerne mit der Frage beschäftigten, wie sie weiterhin Autos nutzen könnten. Wichtiger wäre es aus meiner Perspektive bzw. aus äußeren Bedingungen (ökologische Krisen) heraus, sich zu überlegen, wie mensch Autonutzer:innen in den ÖPNV kriegt.

Dafür sorgen, dass es selbigen gibt, in möglichst guter Qualität, und dass er billiger ist.
Wobei man letzteres imho nicht an diesem Endsymptom, sondern grundsätzlich klären sollte: ÖPV ist deutlich weniger CO2-, dafür aber deutlich mehr Personalintensiv als der eigene PKW. Solange Energie billig und Personal teuer ist, ist klar, wer gewinnt. Ich habe heute ein Bahnticket für 90 € gekauft, anstatt die gleiche Strecke für ~60-70 € Benzin in tendenziell kürzerer Zeit, ohne den Ärger einer Zugbindung und mit einer 80:20 Chance auch noch bequemer zurückzulegen. Und das ist der Ist-Zustand für eine Verbindung zwischen zwei Großstädten mit direkter ICE-Trasse und Start- und Zielpunkt in der Nähe von zwei größeren Lokalbahnhöfen.

Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn weniger idealistische Leute lieber Auto fahren. (Was ich ihnen aber halt trotzdem vorwerfe, solange sie Partein wählen, die genau diesen Missstand aufrecht erhalten.)


Naja, ja, aber halt auch nur in der Nähe von Städten. Aber die Bebauung ist einfach zu dünn, als dass es alles in der Nähe geben kann (inklusive der Bahnhöfe), was man braucht oder will.

Weiß nicht, was du als "Nähe" definierst, aber 10 km Fahrrad sind für >90% der Bevölkerung nun wirklich zumutbar und wie verdammt wenig Gebiete in Deutschland es gibt, wo die Lücken zwischen Ansiedlungen größer sind, sieht man jedes Mal, wenn eine WKA gebaut werden soll.

Wenn es nach mir ginge, würde ich sagen, dass man sich mit damit arrangieren muss, wenn man "im Grünen" (also in Häusern mit kleinen Gärten zwischen viel mit Autos vollgestelltem Asphalt) leben will, aber das ist halt auch nicht ganz fair, weil jetzt halt über ein halbes Jahrhundert das Versprechen galt, dass es egal ist, wo man wohnt, weil man ja überall mit dem Auto hinfahren kann.

Wo bitte schön gab es dieses Versprechen? Insbesondere mit dem Zusatz "billig, zahlen müssen andere"?

Das Leben "im Grünen" war schon immer ein Privileg. Ein Versprechen von Luxus, dass in einer sogenannten Leistungsgesellschaft, in der es nur Wenigen auf Kosten anderer gut geht, von Erstgenannten Letztgenannten vor die Nase gehängt wurde, wie die sprichwörtliche Möhre vor den Esel. Man muss nur die Bevölkerungszahl Deutschlands durch die vorhandene Fläche (insbesondere der flache Teil davon, ggf. nach Abzug von etwas Natur) teilen und sich Gegende mit dieser durchschnittlichen Bevölkerungsdichte angucken um sehr schnell zum Schluss zu kommen: Nein, "wir" werden nie mehrheitlich "im Grünen" leben. Das ist schlichtweg unmöglich. Und es möglichst viele Leute machen zu lassen, ist halt energetischer und ökologischer Wahnsinn, führt zu einem Verkehrsoverhead ala USA.


Ach, zum Thema ... Ich probiere demnächst mal die humane Sound"modul"-Variante beim Fahrradfahren aus, um Fußgänger:innen präventiv zu warnen. Nicht, dass sie unter meine zwei Räder geraten: *Rrrrönn-rrrönn, rrröööön, rrröööön* Das könnten E-Auto-Fahrer:innen doch auch machen - Fenster herunterkurbeln, äh, Fensterhebertaste drücken und zum Fenster hinaus lautieren: *Rrrrönn-rrrönn, rrröööön, rrröööön* :ugly:

Der Klassiker wäre die Spielkarte an den Speichen.
Beliebter sind in letzter Zeit aber Bluetooth-Speaker, die voll aufgedreht dafür sorgen, dass jetzt auch Radfahrer (und Fußgänger!) ihren Mitmenschen genauso auf die Nerven gehen können, wie bis dato nur die Klischee-3er/GTI/Harley-Fahrer.


Und wie hoch sind demgegenüber die Gesamtkosten (also Steuern, Versicherung, Reparaturen, Kaufpreis) auf einen Monat umgelegt für ein Auto?

Sowas hängt massiv vom gewählten Auto ab. Ich stehe exkl. Anschaffung an meinem Wohnsitz z.B. bei 88 Euro inkl. VK.
Verzichte ich auf die VK, "ziehe" in einen "besseren Vorort und wähle ein gleich großes (~perfekt für Pärchen, ausreichend für Familie mit kleinem Kind), gleich altes Modell mit vergleichbarem Leistungsgewicht, aber von einem Hersteller, der bei Arschlochfahrer weniger hoch im Kurs steht (und leider Erognomie für sein Topmodelle reserviert), entfallen 50 € und die Steuer sinkt auch noch einmal um 8 €. Das sind dann 30 €/m Basiskosten für die Mobilität eines 2-Personenhaushalts an Stelle von 130 € Deutschlandticket (weitere Einsparungen durch nicht-zu-Premium-Vertragswerkstatt-gehen kommen hinzu). Von der Differenz kann man Sprit für 10000 km pro Jahr bezahlen respektive, wenn man umweltbewusst nur halb so viel unterwegs ist, über die Zeitspanne eines Autolebens >10000 € Anschaffungskosten ansparen. Das reicht natürlich nicht ganz für den Neuwagenkauf, aber bei geschickter Hand am Gebrauchtmarkt kommt man der Sache schon erschreckend nah. Und in diesen Summen ist auch schon der Italien-Urlaub mit drin, den das Deutschlandtickt nicht bieten kann.
Autos werden halt noch viel heftiger subventioniert als letzters.

(Anm: XT1024 hat ausdrücklich von "bei vorhandenem Auto" gesprochen. Wenn man ein solches ohnehin gelegentlich für Transportfahrten oder Touren an den Arsch der Welt benötigt, die ÖPV unmöglich bedienen kann, dann ist "haben" ganz schnell billiger als Deutschlandticket + mieten. Als ich es vor dem letzten Kauf durchgerechnet habe, wäre allein 1x pro Jahr ein Auto für den Urlaub zu mieten so teuer gewesen, wie der Neukauf.)
 
ÖPV ist deutlich weniger CO2-, dafür aber deutlich mehr Personalintensiv als der eigene PKW.
Was? Wie kommst du darauf?
Weiß nicht, was du als "Nähe" definierst, aber 10 km Fahrrad sind für >90% der Bevölkerung nun wirklich zumutbar und wie verdammt wenig Gebiete in Deutschland es gibt, wo die Lücken zwischen Ansiedlungen größer sind, sieht man jedes Mal, wenn eine WKA gebaut werden soll.
Dann frag mal >90% der Bevölkerung, für wie zumutbar sie das hält. Es mag ein Henne-Ei-Problem sein, aber ich glaube, man darf wirklich nicht unterschätzen, wie wenig ausdauernd und wie komfortbedürftig viele Leute aktuell sind. Davon abgesehen reicht es ja natürlich nicht, in den nächsten Ort zu fahren, wo man einkaufen und vielleicht sogar einen passenden Arzt finden kann, sondern man will ja natürlich auch ins Kino und auf Konzerte gehen usw. und dann muss man fix >20km zurücklegen. Das ist widersprüchlich, aber so schätze ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung die meisten Leute, die so wohnen, ein.
Wo bitte schön gab es dieses Versprechen? Insbesondere mit dem Zusatz "billig, zahlen müssen andere"?
Das wurde vielleicht nie explizit so gesagt, aber niemand kann mir erzählen, dass diese Erwartungshaltung nicht spätestens ab den 1960ern immer stärker propagiert wurde und man erst vor ein, vielleicht zwei Jahrzehnten da mal etwas vom Gas gegangen ist.
Das Leben "im Grünen" war schon immer ein Privileg.
Nicht zwingend. Das hatte ja lange auch handfeste Nachteile.
Nein, "wir" werden nie mehrheitlich "im Grünen" leben. Das ist schlichtweg unmöglich. Und es möglichst viele Leute machen zu lassen, ist halt energetischer und ökologischer Wahnsinn, führt zu einem Verkehrsoverhead ala USA.
Mehrheitlich nicht, aber so eine Art zu leben kann und darf meiner Meinung nach auch existieren, wenn der Trade-Off halt inkauf genommen wird und nicht erwartet wird, dass der Rest der Bevölkerung dafür aufkommt, dass man alles haben kann. Und natürlich ohne diese kreuzbescheuerte weitflächige Aufteilung in Wohn- und Gewerbegebiete, wie sie in den USA existiert. Das setzt dem ganzen wirklich die Krone auf.
 
Was? Wie kommst du darauf?

N Bus braucht weniger Sprit als viele Einzelautos, aber auch ~5 Fahrer extra, wenn er die ganze Woche über verfügbar sein soll. Dazu Reinigungspersonal, Kontrolleure, anteilig Servicemitarbeiter, Haltestelleinstandsetzung, etc.? Der Personalanteil an den Wartungskosten ist afaik auch höher. Ein Auto hat halt nicht vier bis sechs elektrisch angetriebene Türen (mit afaik bis zu je vier Motoren bei wirklich aufwendigen Systemen), deren Ersatzteile zwar bezahlbar respektive bei Instandsetzung vielleicht nicht einmal nötig sind, aber nicht von alleine in den Bus hüpfen.

Hier z.B. werden allein die direkten Fahrerkosten mit >50% der Energiekosten eines Standardbusses angesetzt, insgesamt über 110000 €/a. Ein PKW verbraucht pro Personenkilometer ein Vielfaches, hat aber 0 € Fahrerkosten. Wären die Fahrer halb und der Sprit doppelt so teuer, stünde der ÖPNV ganz schnell ganz anders dar. Aber während Spritkäufer nicht einmal den direkt angerichteten Umweltschaden geschweige denn z.B. die diplomatischen Oportunitätskosten mittragen müssen, bislang nicht einmal die CO2-Emissionen, wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (bei dem ja auch noch was ankommen soll) die Finanzierung eines Großteils der gesellschaftlichen Einrichtungen in Deutschland abgezweigt. Lenkungswirkung: Bloß nichts machen, dass Mitarbeiter braucht (wie ÖPNV), lieber Energie ohne Ende verschwenden!

Es mag ein Henne-Ei-Problem sein, aber ich glaube, man darf wirklich nicht unterschätzen, wie wenig ausdauernd und wie komfortbedürftig viele Leute aktuell sind.

Also sorry, aber 10 km Fahrrad hatte selbst vor der Einführung von E-Bikes in den meisten Teilen Deutschlands nichts mit "ausdauernd" zu tun und die liegt nun schon bald zwei Jahrzehnte zurück. Seitdem ist das gar nichts mehr.
"Komfortbedürfniss" mag was anderes sein. Wenn ich das nächste mal das Bedürfniss habe, geradeaus zu gehen, aber da steht ein Auto, werde ich auch einfach mal oben drüber trampeln. Ist ja "nicht zumutbar", dass man seine Fortbewegungsart den Bedingungen anpasst.

Davon abgesehen reicht es ja natürlich nicht, in den nächsten Ort zu fahren, wo man einkaufen und vielleicht sogar einen passenden Arzt finden kann, sondern man will ja natürlich auch ins Kino und auf Konzerte gehen usw.

Achja, wer kennt sich nicht: Die Mega-Kulturzentren überall dort, wo "die Bebauung einfach zu dünn ist, als dass es alles in der Nähe geben kann". Täglich überregional bedeutende Konzerte, zu denen man einfach hin MUSS. Man kann sich das als Städter gar nicht vorstellen, aber die Landbevölkerung kommt gar nicht mehr zum Arbeiten, weil sie ständig nur auf Partys ist, tausende Kilometer kommen so binnen kürzester Zeit zusammen!

Das wurde vielleicht nie explizit so gesagt, aber niemand kann mir erzählen, dass diese Erwartungshaltung nicht spätestens ab den 1960ern immer stärker propagiert wurde und man erst vor ein, vielleicht zwei Jahrzehnten da mal etwas vom Gas gegangen ist.

Fasse zusammen: Es wurde nie gesagt. Aber wenn Leute exakt dass erzählen, weigerst du dich auch nur zuzuhören.

Weißt du, was dagegen sehr wohl gesagt wurde? Schon deutlich früher? Und mit genug Reichweite, dass es sogar in die Verfassung steht? Sowas wie ein Grundrecht auf ein gesundes Leben. Also ohne Dreck, ohne Lärm und unter Erhalt der Natur. Vielleicht könnte man sowas mal über die eingebildeten Wünsche einiger weniger stellen?

Mehrheitlich nicht, aber so eine Art zu leben kann und darf meiner Meinung nach auch existieren, wenn der Trade-Off halt inkauf genommen wird und nicht erwartet wird, dass der Rest der Bevölkerung dafür aufkommt, dass man alles haben kann.

Ja, unter diesen Bedingungen kann er das. Und der erste Trade-Off ist halt, dass man auch wirklich im Grünen LEBT. Und nicht nur abends mal dahin fährt, wenn man seine Ruhe haben will (vorbei an den Behausungen von Leuten, die auch gerne ihre Ruhe hätten, stattdessen aber Pendlerverkehr ertragen müssen). Faires "Leben im Grünen" bedeutet schlichtweg, dass man nicht mehr in der Stadt. Also auch keinen Lohn für einen städtischen Job bekommt, kein städtisches Kulturangebot nutzt, keine Infrastruktur wie in der Stadt zur Verfügung haben. Auf all das zu bestehen und zusätzlich noch die Vorteile des Landlebesen zu beanspruchen, ist einfach nur Paraistismus an der Gemeinschaft.

Einige wenige Leute müssen auf dem Land leben, weil einige Arbeiten nur dort erbracht werden können. Denen kann man ein gewisses Entgegenkommen vom Rest zusprechen bzw. schlichtweg gemäß freien Markt angemessene Löhne für diese Jobs. Genau diese Leute pendeln aber eben ohnehin keine lange Strecken, arbeiten ja vor Ort, und nach den vorherrschenden Beschreibungen der Arbeitszeiten in der Agrarbranche haben sie auch kaum Zeit, mal zum Kino o.ä. in die Stadt zu fahren. Für die paar eine Sonderlösung zu finden, wäre also gar kein Problem. Das Problem sind mehrere hundertausend Haushalte von Leuten, deren gesamter Lebensentwurf darauf ausgelegt ist, jeden Tag zweimal 30, 40, 50, 80 km Auto fahren. Und das bei näherem Nachfragen in aller Regel mit der Begründung "aber in der Stadt könnte ich mir ja keine 170 m² plus Grundstück leisten und für die zwei (oder drei) Autos wäre auch kein Platz" :wall: .
 
Nö. Umso länger die Strecke, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass konkrete andere Personen einen Großteil der Strecke teilen.
Diese "Logik" erschließt sich mir nicht. Bsp.: eine Person will von HH nach M. Mit dem ICE können das 8 Halte sein. Auf dem Weg können alle Leute mitfahren, die eben eine Teilstrecke (HH nach H, Göttingen ... ) oder auch die ganze Strecke mitfahren wollen. Mit dem (Privat(genutzten)Auto würde hingegen nur eine Person befördert werden. Diese muss Pause machen, schon alleine wegen dem Aufladen oder andererseits ist die Batterie so groß, dass es ohne ginge. Mit letzterem würde das Auto aber wesentlich schwerer und ressourcenintensiver und somit entsprechend ineffizienter.
Was es bräuchte, ist eine Steuerungspolitik, die Autos deprivilegiert und ÖPV fördert.
Ansonsten gingen für die letzten Kilometer notfalls ein Taxi. Gepäck passte ins Gepäckabteil. Und der große Vorteil: mensch kann als Passagier ausruhen, arbeiten o.ä. als Fahrer:in muss mensch sich auf das Fahren konzentrieren bzw. beschränken.

Das könnte ich als radikale Meinung akzeptieren, würde dann aber auch die konsequente Anwendung erwarten. Ohne Ausnahmen. Gleichrangige Absage u.a. an klima- und naturschädliche Batterieautos.
Naja, Autos für die wenigen Leute abgelegen auf dem Land, wo ein ÖPNV nicht lohnt. Gäbe es gut ausgebauten ÖPNV inkl. Rufbus, dann bliebe wohl ein recht geringer Autobedarf.
Ich unterstütze auch den Punkt mit den Berufswege-Distanzen. Hier müssten u.a. Mieten gesenkt werden, damit Leute Wohnungen entsprechend ihrer Bedarfe mieten/tauschen können (kürzere Wege, mehr Wohnfläche für Familien).
Neubau auf dem Land und allgemein EFH-Neubau müssten gestoppt werden.

Zugegeben: Die steht in Deutschland mittlerweile weitestegehend und in Teilen Europas zur Hälfte.
Jupp. Das zeigen ja auch diverse Youtuber:innen. Autos sind halt allermeist unnötiger Luxus und Ergebnis der vergangenen Verkehrspolitik. Ich entdeckte auch einen Youtube, der gar sein Berufsalltag als E(!)-LKW-Fahrer in Europa zeigt ...

Wobei man letzteres imho nicht an diesem Endsymptom, sondern grundsätzlich klären sollte: ÖPV ist deutlich weniger CO2-, dafür aber deutlich mehr Personalintensiv als der eigene PKW.
Das könnte evtl. Ergebnis der Strukturpolitik (Wirtschaft, Verkehr) sein: was wird wie subventioniert (auch durch geringere Bepreisung). Zudem müssen Autos produziert, repariert, gereinigt, gefahren ... werden. Auch darin steckt Zeit und Arbeitskraft. Fragt sich eben, wie stark Ökologie u.a. bezüglich der gesamtgesellschaftlichen Organisation von Mobilität gewichtet werden sollte - angesichts der zugespitzten Krisen, meine ich, so stark wie möglich.

Der Klassiker wäre die Spielkarte an den Speichen.
Beliebter sind in letzter Zeit aber Bluetooth-Speaker, die voll aufgedreht dafür sorgen, dass jetzt auch Radfahrer (und Fußgänger!) ihren Mitmenschen genauso auf die Nerven gehen können, wie bis dato nur die Klischee-3er/GTI/Harley-Fahrer.
1. war meine Anmerkung ein Scherz 2. kämen wir so von einem zum anderen

Anm: XT1024 hat ausdrücklich von "bei vorhandenem Auto" gesprochen.
Okay. Klar, wenn mensch Handwerker:in o.ä. ist und von daher über ein Auto verfügt, sieht es etwas anders aus. Aber auch da kann mensch je nach (körperlicher Verfasstheit) Fahrradinfrastruktur und Wegstrecken bspw. das (E-)Fahrrad nehmen ...

Als ich es vor dem letzten Kauf durchgerechnet habe, wäre allein 1x pro Jahr ein Auto für den Urlaub zu mieten so teuer gewesen, wie der Neukauf.
Okay. Ich erinnere mich, dass wir die Diskussion schon hatten. Wenn mensch erst gar kein Auto hat, ergibt sich auch ein anderes Planungssetting ...

Und nicht nur abends mal dahin fährt, wenn man seine Ruhe haben will (vorbei an den Behausungen von Leuten, die auch gerne ihre Ruhe hätten, stattdessen aber Pendlerverkehr ertragen müssen).
Die Region Karlsruhe soll einen guten ÖPNV haben, vernahm ich. Laut einer bereits recht alten Doku, soll mensch da bspw. mit Straßenbahn(?) über Land bei respektabler Geschwindigkeit in umliegende Siedlungen kommen. Hier ein Link zu einer aktuellen Übersichtskarte (PDF) angeschlossener Orte der KVV (Karlsruher Verkehrsverbund). Laut KVV: "Rund 250 Bahn- und Buslinien bringen KVV-Kund*innen von der Innenstadt in die Region und umgekehrt. Insgesamt umfasst das Gebiet des KVV eine Fläche von rund 3.500 Quadratkilometern. Verbunden durch ein einheitliches Tarifsystem." Guter ÖPNV ginge also schon. Würde der in anderen vergleichbaren Regionen ebenfalls umgesetzt, dann wäre wenigstens Dein beschriebener Verkehrsstress eingedämmt. Ich weiß, Du bist dafür und ich brauche Dich nicht überzeugen. Ich wollte mal (für die Mitlesenden) ein Positivbeispiel aus Deutschland bringen. Meist wird in Diskussionem aufgezeigt, wie schlecht ÖPNV ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
N Bus braucht weniger Sprit als viele Einzelautos, aber auch ~5 Fahrer extra, wenn er die ganze Woche über verfügbar sein soll. Dazu Reinigungspersonal, Kontrolleure, anteilig Servicemitarbeiter, Haltestelleinstandsetzung, etc.? Der Personalanteil an den Wartungskosten ist afaik auch höher. Ein Auto hat halt nicht vier bis sechs elektrisch angetriebene Türen (mit afaik bis zu je vier Motoren bei wirklich aufwendigen Systemen), deren Ersatzteile zwar bezahlbar respektive bei Instandsetzung vielleicht nicht einmal nötig sind, aber nicht von alleine in den Bus hüpfen.

Hier z.B. werden allein die direkten Fahrerkosten mit >50% der Energiekosten eines Standardbusses angesetzt, insgesamt über 110000 €/a. Ein PKW verbraucht pro Personenkilometer ein Vielfaches, hat aber 0 € Fahrerkosten. Wären die Fahrer halb und der Sprit doppelt so teuer, stünde der ÖPNV ganz schnell ganz anders dar. Aber während Spritkäufer nicht einmal den direkt angerichteten Umweltschaden geschweige denn z.B. die diplomatischen Oportunitätskosten mittragen müssen, bislang nicht einmal die CO2-Emissionen, wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (bei dem ja auch noch was ankommen soll) die Finanzierung eines Großteils der gesellschaftlichen Einrichtungen in Deutschland abgezweigt. Lenkungswirkung: Bloß nichts machen, dass Mitarbeiter braucht (wie ÖPNV), lieber Energie ohne Ende verschwenden!
Das halte ich spätestens volkswirtschaftlich betrachtet für eine ganz schöne Milchmädchenrechnung. Fast alles davon brauchen Autos auch in irgendeiner Form auch, nur mehr davon, wenn ein Bus viele Autos ersetzt.
Also sorry, aber 10 km Fahrrad hatte selbst vor der Einführung von E-Bikes in den meisten Teilen Deutschlands nichts mit "ausdauernd" zu tun und die liegt nun schon bald zwei Jahrzehnte zurück. Seitdem ist das gar nichts mehr.
"Komfortbedürfniss" mag was anderes sein.
Erzähl das nicht mir, erzähl das Leuten, die große Augen machen und einen für verrückt erklären, wenn man bei etwas Wetter für so eine Strecke das Fahrrad genommen hat.
Achja, wer kennt sich nicht: Die Mega-Kulturzentren überall dort, wo "die Bebauung einfach zu dünn ist, als dass es alles in der Nähe geben kann". Täglich überregional bedeutende Konzerte, zu denen man einfach hin MUSS. Man kann sich das als Städter gar nicht vorstellen, aber die Landbevölkerung kommt gar nicht mehr zum Arbeiten, weil sie ständig nur auf Partys ist, tausende Kilometer kommen so binnen kürzester Zeit zusammen!
Das sind dann halt oft eine der nächsten kleineren Städte oder irgendwas zwei, drei Orte weiter. Hin und zurück sind das schnell 40 km für eine Tour.
Weißt du, was dagegen sehr wohl gesagt wurde? Schon deutlich früher? Und mit genug Reichweite, dass es sogar in die Verfassung steht? Sowas wie ein Grundrecht auf ein gesundes Leben. Also ohne Dreck, ohne Lärm und unter Erhalt der Natur. Vielleicht könnte man sowas mal über die eingebildeten Wünsche einiger weniger stellen?
Du, von mir aus könnten wir morgen anfangen, dass alles einzupreisen, das Verbrenner-Aus hätte man von mir aus vor fünf Jahren schon beschließen können und ein Tempolimit und eine generelle Verkehrsberuhigung in Wohngebieten kann mir auch nicht schnell genug kommen. Aber das Landleben hat sich dem Autowahn angepasst und das wieder zurückzudrehen wird auf extrem wenig Gegenliebe aus der Richtung stoßen.
Ja, unter diesen Bedingungen kann er das. Und der erste Trade-Off ist halt, dass man auch wirklich im Grünen LEBT. Und nicht nur abends mal dahin fährt, wenn man seine Ruhe haben will (vorbei an den Behausungen von Leuten, die auch gerne ihre Ruhe hätten, stattdessen aber Pendlerverkehr ertragen müssen). Faires "Leben im Grünen" bedeutet schlichtweg, dass man nicht mehr in der Stadt. Also auch keinen Lohn für einen städtischen Job bekommt, kein städtisches Kulturangebot nutzt, keine Infrastruktur wie in der Stadt zur Verfügung haben. Auf all das zu bestehen und zusätzlich noch die Vorteile des Landlebesen zu beanspruchen, ist einfach nur Paraistismus an der Gemeinschaft.
Naja, wenn eine öffentliche Verbindung besteht, z.B. weil da eh eine Bahn langfährt, die zwei Städte verbindet, soll mir das recht sein. Solche Orte sind ja jetzt schon sehr begehrt. Aber selbst da wird noch viel Auto gefahren, weil solche Verbindungen halt oft nur sternförmig sind.
Das Problem sind mehrere hundertausend Haushalte von Leuten, deren gesamter Lebensentwurf darauf ausgelegt ist, jeden Tag zweimal 30, 40, 50, 80 km Auto fahren. Und das bei näherem Nachfragen in aller Regel mit der Begründung "aber in der Stadt könnte ich mir ja keine 170 m² plus Grundstück leisten und für die zwei (oder drei) Autos wäre auch kein Platz" :wall: .
Ja, das sehe ich genauso. Ich weiß nur nicht ob es nicht sogar noch mal deutlich mehr Haushalte sind.
 
Diese "Logik" erschließt sich mir nicht. Bsp.: eine Person will von HH nach M. Mit dem ICE können das 8 Halte sein. Auf dem Weg können alle Leute mitfahren, die eben eine Teilstrecke (HH nach H, Göttingen ... ) oder auch die ganze Strecke mitfahren wollen.

Echt? Mit nem ICE kann ich von Nordersteht nach Eppendorf fahren?
Und mit diesem ICE von Fulda nach Fürth?

Ne, da hält der größtenteils gar nicht, obwohl es Abschnitte "auf dem Weg wären". Die von dir rausgepickten acht Halte sind ein ziemlicher Sweetspot, da nimmt schon ein paar Leute extra mit und trotzdem ist der Zeitverlust auf der ganzen Strecke verschmerzbar. Aber zwischen HH und München deckt man mit acht Haltestellen nur einen Bruchteil der Fläche ab. Du mindestens zwei, teilweise drei weitere Ebenen ÖPV (Bus/Express-Bus/S-Bahn/RB/RE/IC, streiche je nach Region die drei, die fehlen). On top kommt, gerade auf dieser Route, gegebenenfalls noch ICE Sprinter als fünftes Level, und das war jetzt nur der eine Abschnitt. Wenn die Person nicht nach München, sondern ohne Verkettung langsamerer Verbindungen nach Mailand will, bräuchte man noch eine sechste Zuggattung on top.

Das meine ich mit "konkreten Anteil der Strecke": Ein Verkehrsmittel zu teilen funktioniert so lange gut, wie alle in die gleiche Richtung wollen, sich die Entfernungen nicht um mehr als ~Faktor 2 unterscheiden, sodass die Haltestellendichte kompatibel bleibt und schlussendlich muss auch noch eine hinreichende lokale Häufung an einzelnen der möglichen Haltestellenorte her. Bei Hamburg und München kein Problem, Hannover und Nürnberg klappt auch noch gut, da gibt es genug Verkehr aus und in die Stadtzentren oder zumindest aus nahe genug gelegenen Bereichen, dass man in einer Unterverteilerebene auskommt. Aber z.B. Eschede? Hätte es da nicht einmal einen unfreiwilligen Endhalt gegeben, wüsste hier vermutlich niemand, dass es überhaupt an einer ICE-Trasse. Wenn ich da von Scharnhorst nach Pellheim bei Dachau will, muss ich erstmal zum Bus laufen, dann nach Eschede zum Bahnhof fahren, dann mit dem RE nach Hannover zum ICE. Am anderen Ende das gleiche, nur mit S-Bahn statt ICE.

Und das ist die unmittelbare Folge der minimalen Wahrscheinlichkeit, dass jemand von Scharnhorst nach Pellheim will. Eine Direktverbindung, wie sie im kurzen z.B. von Scharnhorst nach Eschede Bahnhof kein Problem ist, lohnt sich nach Pellheim nicht. Umso länger die Strecke, umso schwieriger wird es, genug Leute zusammenzutrommeln, ohne x Zwischenebenen einzuschieben. Und diese Ebenen wiederum machen die Tour nicht nur unbequemer, sondern auch massiv langsamer. Das ist das Dilemma des Kollektivverkehrs auf langen Strecken. In dem Fall sind es "nur" 8,5 Stunden für 650 Straßenkilometer, weil ich bewusst Orte in Hörweite der von dir genannten, direkten Bahnverbindung gewählt habe, welche umgekehrt eine schlechte Autobahnanbindung haben. Nehme ich stattdessen z.B. Beverstedt (bei Bremen) und Hainewalde (Nähe Görlitz), habe ich eine Kette von 7 Verkehrsmitteln und eine 25% längere Fahrzeit gegenüber 630 km Auto, obwohl Start- und Zielort für Kollektiv- wie Individualverkehr ähnlich mieß liegen. Das ist einfach der Kompromiss "ÖPV".
(Mein erster Versuch, eine ÖPV-Worst-Case-Fußnote aus Südbayern nach Koratien dranzuhängen, scheitert gerade daran, dass Google gar keine Verbindung findet, außer 5 h Auto :D )

Warum Kollektivverkehr überhaupt praktikabler werden sollte, wenn Leute weiter fahren, erschließt sich mir dagegen überhaupt nicht. Selbst wenn deine Annahme, dass man einfach nur viele Menschen unterwegs braucht, die ganze Wahrheit wäre, hätte der ICE doch überhaupt kein Problem, eine Gruppe von Hamburg nach Göttingen, eine weitere von Hannover nach Fulda, etc. zu transportieren. Kurze Routen würden, selbst bei Betrachtung von nur einer Hierarchieebene, mindestens genauso gut funktionieren und sobald deine Strecke irgendwo abzweigt, bereits besser, weil nur ein Teil der Leute statt alle am Knick umsteigen muss.

Diese muss Pause machen, schon alleine wegen dem Aufladen

Fehler gefunden :P .
Genau deswegen ist, wenn man Autos allgemein noch akzeptiert, imho auf Langstrecken (insbesondere jenseits des noch überschaubaren HH-Münchens) der Verbrenner weiter im Rennen. Selbst mit nur einem Fahrer kann man HH-Mailand entspannt an einem Tag mit einem kleinen Verbrenner-Kompakten machen. Mit zwei Fahrern sogar Hannover-Rom. Unter den Batterieautos kämen für solche Touren nur die dicksten Schiffe mit den größten Akkus und der schnellsten Ladetechnik in Frage, das aber auch nur mäßig und keins davon möchte ich in Hamburg, Mailand oder Rom fahren geschweige denn parken. Zusätzlich zum Aufwand im 2,5-Tonner braucht man natürlich auch die Schnellstladesäulen entlang der Strecke. Das ist ziemlich Aufwand, um 80/100 l Benzin durch Strom zu ersetzen, der noch lange nicht richtig sauber ist.

Naja, Autos für die wenigen Leute abgelegen auf dem Land, wo ein ÖPNV nicht lohnt. Gäbe es gut ausgebauten ÖPNV inkl. Rufbus, dann bliebe wohl ein recht geringer Autobedarf.

Exakt, zumindest was den Alltag angeht. Und dieser geringe Bedarf findet dann auch noch unter den Optimalbedingungen für heutige Batterieautos statt: typischer Aktionsradius von <50 km, Spitzen maximal bis 100 km, um eine baulich entspannte, also für Solar und eigene Ladestation geeignete Wohnlage. Würden die Leute vernünftige Lebensentwürfe pflegen, bräuchten wir vielleicht 200-400 tausend solche Leichtfahrzeuge für "aufm Land" und je nochmal so viele können Pflege- und Taxidienste im gesamten Land übernehmen. Den Rest des Alltagsverkehrs sollten ÖPV und eben überwiegend Fahrrad machen. Das Ergebnis wäre Natur auf dem Land und Ruhe in den Städten, übrig blieben nur noch größere Ausflüge und einmal im Jahr ein Urlaub bei den Leuten, die beides nicht in eine Stadt führt.

Das ist dann der Teil, von dem ich sage: In der Summe so überschaubar, dass eine Nutzung von Verbrennern an dieser Stelle nicht unser drängendstes Problem ist. (Ggf. sogar auf Dauer ein vernachlässigbares, wenn wir den Flugverkehr drastisch reduzieren. Denn wer das jahreszeitlich anfallende P2L nicht auffrisst, kann man es auch in den Tank eines 1-t-Verbrenners kippen, anstatt ein 2,5-t-Langstreckenbatterieauto über den Umweg Kraftwerk und Schnellstlader damit zu füttern.)

Fragt sich eben, wie stark Ökologie u.a. bezüglich der gesamtgesellschaftlichen Organisation von Mobilität gewichtet werden sollte - angesichts der zugespitzten Krisen, meine ich, so stark wie möglich.

Ökologie ist die Grundlage von allem anderen. Erst wenn die gewährleistet ist, kann man anfangen, irgendwelche zusätzlichen Gewichte zu verleihen. Sonst landet man in der Situation in der wir heute sind: Das einem buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

1. war meine Anmerkung ein Scherz 2. kämen wir so von einem zum anderen

Die Anmerkung war halt ein guter Bogenschlag zurück zum Thema:
Künstliche Lärmerzeugung ist nicht neu, sondern an Kinderfahrrädern spätestens seit den 60ern (mutmaßlich weit davor) immer mal wieder verbreitet gewesen. Und kein einziges Mal hat der Rest der Gesellschaft mit "wow, geil, viel sicherer!" reagiert, sondern jedes einzelne Mal "schalt den scheiß Lärm ab oder es setzt was". Warum sollte das bei Batterieautos @Fahrradtempo auf einmal anders sein?

Okay. Klar, wenn mensch Handwerker:in o.ä. ist und von daher über ein Auto verfügt, sieht es etwas anders aus. Aber auch da kann mensch je nach (körperlicher Verfasstheit) Fahrradinfrastruktur und Wegstrecken bspw. das (E-)Fahrrad nehmen ...

Da gibt es noch viel mehr Anlässe, mein persönliches hatte ich ja schon mal geschildert und hier auch erneut angedeutet. Wir brauchen einfach Bedingungen, unter denen der ÖPV auch gegenüber einem bereits vorhandenen Auto preislich attraktiv wird und, s.o., imho wäre das bereits der Fall, wenn wir Energie und Arbeit jeweils fair besteuern würden. Vielleicht nicht auf ganzer Linie, Familie mit drei Kindern würden auch dann noch mehr bei der Bahn höhere Regelpreise zahlen - aber wenn die mit einem vollbesetzten Familienbomber fahren, ist die pro Kopf Bilanz gar nicht so mal schlecht. Aktuell haben wir aber eine Situation, in der selbst eine Einzelfahrt mit der Bahn teurer ist, als das Benzin fürs Auto (von noch stärker subventioniertem Diesel ganz zu schweigen).


Die Region Karlsruhe soll einen guten ÖPNV haben, vernahm ich. ... Ich weiß, Du bist dafür und ich brauche Dich nicht überzeugen. Ich wollte mal (für die Mitlesenden) ein Positivbeispiel aus Deutschland bringen. Meist wird in Diskussionem aufgezeigt, wie schlecht ÖPNV ist.

Wird als potentielles Ziel für den nächsten Umzug notiert :ugly: .
 
Ich täte mich ja gerne Beteiigen um aufzuzeigen, dass ein Automobil fast immer teurerer ist wie der ÖPV. aber hier geht es um die Geräuschmodule bei E-Autos.
Eventuell kann die Moderation das Thema abtrennen und in einen eigenen Thread überführen?
 
Ich täte mich ja gerne Beteiigen um aufzuzeigen, dass ein Automobil fast immer teurerer ist wie der ÖPV. aber hier geht es um die Geräuschmodule bei E-Autos.
Eventuell kann die Moderation das Thema abtrennen und in einen eigenen Thread überführen?

Mach am besten ein Startpost, in dem du den konkreten Ansatz nennst. Die Posts hier haben ja trotz allem immer noch versucht, zum News-Thema zurückzukommen.

Ich glaube, irgendwo hatten wir auch schon einen allgemeinen Verkehrsthread, aber auf die schnelle finde ich nur meine alten Karteileichen.
 
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