RAM Chips kosten in der Produktion einfach nichts. Verkauft werden die dann mit 500% Gewinn. Da will doch jeder mit machen...
So einfach ist das eben nicht. Man muss viele Millionen in technische Entwicklung stecken, um da am Markt zu bleiben. Und noch schlimmer, Milliarden in den Aufbau der Fabriken bzw. Produktionskapazitäten, was zudem noch mehrere Jahre Zeit kostet.
Dies hat in Konsequenz zu üblen Schweine-Zyklen beim RAM geführt:
RAM Preise sind hoch. Alle bauen Fabs. Fabs sind fertig, Überangebot an RAM, die Preise sinken derart stark, dass alle RAM Hersteller damit Verluste machen. Demensprechend investiert keiner mehr viel in neue RAM Fertigung. Spätestens bei der nächsten RAM Generation herrscht dann ein Mangel an Produktionskapazitäten und damit an RAM. Die Preise für RAM steigen massiv und der Zyklus beginnt von vorne.
Dass das Geschäft mit der Herstellung von RAM so volatil ist war übrigens der Grund dafür, dass Siemens damals seine Mikroelektroniksparte in Infineon abgetrennt und dann verkauft hat. Das sah einfach in den Geschäftsberichten zu krass aus, wenn diese eine Sparte je nach Stand im RAM-Zyklus das gesamte Konzernergebnis in den guten "RAM Jahren" verdoppelt oder in den schlechten auf Null gesenkt hat. Das sah für konservative Anleger, die bei Siemens in einen traditionellen soliden Industriekonzern investieren wollten, einfach zu unsicher oder gar unseriös aus, wenn die Jahresergebnisse derart stark schwanken.
Aber zurück vom historischen Exkurs zur Gegenwart: Wegen zwei Jahren RAM-Krise baut keiner für Millarden neue RAM-Fabriken, die dann erst in frühestens 3 bis 4 Jahren den Betrieb aufnehmen, wenn die Krise voraussichtlich bereits zu Ende ist und evtl. sogar ein Überangebot von RAM am Markt herrschen könnte. RAM stellt man eben nicht wie Brötchen her, wo man mit relativ geringem Aufwand und kurzer Vorbereitungszeit einfach ein paar mehr backen kann wenn die Nachfrage danach hoch ist und wieder ein paar weniger, wenn die Nachfrage wieder sinkt.