>> Auf Basis des Intel-7-Prozesses (10 nm) sollen im Laufe des Jahres weitere Produkte erscheinen.
das in Klammer ist nicht eindeutig. Hier ist gemeint, dass der Prozess früher bei Intel "10nm Prozess" genannt wurde. Es ist nicht so, dass die Transistoren tatsächlich 10nm groß sind.
Die tatsächliche Transistorgröße ist ja bei keinem Hersteller in der Art gemeint/benannt, also ja, was der Autor im Wesentlichen vor Augen gehabt haben dürfte ist, dass der Prozess mal als "10 nm" (intern P1274) entwickelt und eingeführt wurde, in der aktuellen Iteration vormals als "10nm++(+)" (
mal zwei, mal drei Plus, hier war Intel intern selbst inkonsistent) bezeichnet wurde, dann als "10nm Enhanced SuperFin" und jetzt für einen kompetetiven Vergleich in "Intel 7" umbenannt wurde, weil dieser Prozess halt unmittelbar mit TSMCs 7nm-Prozessen konkurriert.
Erwähnenswert wäre noch, dass Ann Kelleher auch für Intel 7 noch weitere Verbesserungen mit Blick auf Raptor Lake und Emerald Rapids SP in Aussicht gestellt hat.
>> In der zweiten Jahreshälfte sollen zudem Produkte auf Basis des Intel-4-Processes (7 nm) erscheinen und 20 Prozent mehr Transistor-Performance pro Watt bieten.
Nur 20% mehr Performence pro Watt? Das wundert dann doch
Und: welche Produkte sollen "erscheinen"? Oder doch nur in Produktion gehen?
20 % sind ein durchaus passabler Wert, denn bspw. TSMC gibt für seinen N5 vs. den N7 gerade mal +15 % an. Hinzu kommt dass dann aber noch lange nicht das Ende erreicht ist und ab Ende 2023 bereits Intel 3 mit weiteren Verbesserungen zur Verfügung stehen soll mit konkreten Produkten im folgenden Jahr (bspw. Granite Rapids SP).
Dagegen beim 2. Satz hat der Autor möglicherweise etwas durcheinandergebracht bzw. unglücklich formuliert, denn der Satz(teil) scheint sich auf das Jahr 2023 zu beziehen und wird bspw. Meteor Lake betreffen.
>> In der zweiten Jahreshälfte 2023 soll der Intel-3-Prozess (5 nm) in Serie gehen und noch einmal 18 Prozent pro Watt bringen. Für den Intel-20A-Prozess im ersten Halbjahr 2024 verspricht Intel 15 Prozent; für den Intel-18A-Prozess in der zweiten Jahreshälfte 2024 weitere 10 Prozent.
In Serie oder in Produktion? Da ist ein großer Unterschied, vor allem wenn man Produkte damit erwartet.
Intel spricht explizit von 2024 für Granite Rapids SP in Intel 3 als Auslieferungsdatum. Ob Arrow Lake auch in Teilen auf Intel 3 wechselt (leichter Migrationspfad) ist dagegen nicht ganz klar. Jedoch gab es eine Slide, die Arrow Lake gar in Verbindung mit Intel 20A stellte, das bereits im 1HJ24 zur Verfügung stehen soll, d. h. bereits Arrow Lake könnte erneut einen größeren Sprung machen, voraussichtlich dann im 2HJ2024.
Ergänzend wurde in diesem Kontext auch TSMCs N3 genannt, der möglicherweise für die iGPU (jetzt tGPU genannt) genutzt werden wird, ein komplett separiertes, Tile-basiertes Design. Hier ist nur nicht klar ob dieses schon in Verbindung mit Meteor Lake kommen wird oder erst mit Arrow Lake.
>> Raptor Lake: Die Auslieferung soll im zweiten Halbjahr 2022 starten und zweistellige Performance-Verbesserung liefern sowie verbesserte OC-Funktionen. Die CPUs in 10 nm werden mit bis zu 24 Kernen und 32 Threads feilgeboten werden.
Ist halt wieder Marketinggewäsch: 2-Stellig steigt die Performance wohl im MT Bereich aufgrund der zuständigen E-Cores.
Außer man meint auch die P-Cores: dann ist es sowieso eine BIS ZU Angabe: also in Ausnahmefällen legt man halt über 10% zu, das liegt wohl auch daran, dass DDR5 6400 in Gear 1 laufen könnte. An der Architektur liegts nicht, die wurde kaum angegriffen.
Nein, eigentlich eher nicht. Beispielsweise die kommunizierten Performance-Zugewinne von ADL waren auch Mittelwerte und nicht etwa der maximal erzielbare Peak-Wert im Einzel- oder gar Ausnahmefall. Das war was, was bspw. Ian Cutress mit als erstes prüfte, als er ein Sample in die Hand bekam und die Aussagen waren im Großen und Ganzen stimmig. Darüber hinaus bedeut "zweistellig" aber auch erst mal nur mindestens +10 % (ggf. gerundet ausgehend von +9,5 % ?

) und die Aussage wäre schon erfüllt, ein Ziel, das sich mit leichten Prozessverbesserungen, Optimierungen am Cache-Subsystem und an der Plattform sicherlich realisieren lässt.
Auf die Kernzahl wird sich diese Aussage zweifellos nicht beziehen, denn da könnte RPL gar große zweistellige Zugewinne verzeichnen, aber das wäre auch eine extrem schiefe Aussage, die selbst Intel eher selten unterläuft.
>> Meteor Lake: Meteor Lake in 7 nm wird 2023 die erste CPU sein, die auf Tiles setzt, von denen neben 20A bei Intel auch welche bei Zulieferern bezogen werden.
Was heißt dieser Satz?
Ein Fehlgriff des Autors, denn Meteor Lake wird Intel 4 nutzen für das Compute Tile, jedoch nichts mit Intel 20A zu tun haben. Die von mir schon oben zitierte Slide bringt Intel 20A ins Spiel, jedoch für den direkten Nachfolger Arrow Lake in 2024. Das "von Zulieferen bezogen" könnte sich u. U. auf dei i/tGPU im N3 beziehen.
>> Arrow Lake: Beerbt das eben besprochene Design im Jahr 2024.
Lunar Lake: "Im Rahmen seiner IDM-2.0-Strategie wird Intel sowohl interne als auch externe Prozesse nutzen, um marktführende Produkte zu liefern."
Also eigentlich nennt man nur 2 Codenamen, der Rest ist halt wieder irgendwas, das man sagt um etwas zu sagen.
Arrow Lake als unmittelbarer Nachfolger von Meteor Lake ist bereits bestätigt, von Lunar Lake weiß man dass dies ein deutlich fortschrittlicheres Design sein wird, möglicherweise der direkte Arrow Lake-Nachfolger, der damit bereits auf Intel 18A basieren könnte, denn 20A und 18A folgen zeitlich recht schnell aufeinander.
Das "auch externe Prozesse nutzen" ist hier tatsächlich etwas verwirrend, da Intel nicht umsonst auch TSMC-Kapazitäten besitzt. Zumindest in Verbindung mit Meteror und Arrow Lake wurde er N3 benannt, der dann für die iGPU (jetzt tGPU) infrage käme, wobei die Frage ist, ob schon in 2023 mit Meteor Lake oder erst ein Jahr später mit Arrow Lake?
>> Sierra Forest: Wird 2024 das heterogene Design mit E-Cores im Server- und Workstation-Bereich einführen und in 5 nm produziert.
Granite Rapids: Startet ebenfalls 2024 und führt das bekannte Design mit P-Cores fort, die in 5 nm produziert werden sollen.
WIrd interessant wie es im Markt angenommen wird und wie AMD reagieren wird
Das wird der Markt zweifellos gut aufnehmen, weil der Bedarf riesig ist und bspw. Cloud-Installationen hier spezielle Anforderungen stellen.
Zur Reaktion könnte man sagen, dass AMD schon "reagiert" haben wird mit Bergamo im 1HJ23 und die ARM-Konkurrenz wird nochmals davor schon im 2HJ22 "reagiert" haben, so bspw. Ampere Computing. Ob AMD schon in 2024 ein größeres Update bieten können wird, ist bisher unklar.
Intel wird aber auch hier mit dem etwas späteren Eintritt mit einem für dieses Segmente angepasstes Server entsprechend reagieren, denn auch Sierra Forest wird in Intel 3 gefertigt werden, also in etwa einem TSMC-N3-Äquivalent.
Ab Ende bleibt wie immer: Abwarten un Tee trinken ob die Planung so aufgehen wird ...