News 5D-Speicher: Kristallspeicher soll in Rechenzentren eingesetzt werden

Oh, welche Fälle hast du da noch im Kopf?
Beispiele für Durchbrüche in der Speichertechnik die tatsächlich breite Anwendung gefunden haben und die alte Technik verdrängen?
Schon mal was von den komischen (E)EPROMs da gehört? Das sind so Feldeffekttransistorenanordnungen mit denen man "NMOS-NAND-Gatter" bauen kann... wegen diverser Quanteneffekte kann man da Daten elektrisch speichern und muss nicht nicht weiter Bereiche auf Bändern oder Scheiben magnetisieren. Kurioser Hightech-Shit sag ich dir.
:-D
 
Kernfusion ist immerhin eine fortlaufende Forschung, die war nie weg. Vergleichbar vielleicht mit der tollen Idee "OLED" für Blickwinkel und Reaktionszeiten bei Monitoren. Die hatte man schon in den 90ern, seit den 0er wird sie einem ständig versprochen und jetzt ist man langsam soweit, dass sie praktisch eingesetzt wird, aber noch lange nicht optimal für alle Anwendungsgebiete ist. Aber wirklich (nicht-)revolutionäre Wundertechniken zeichnen sich dadurch aus, dass die Nachteile so offensichtlich und so groß sind, dass sie komplett in der Versenkung verschwinden, bis sie Jahre später jemand erneut "erfindet". Bei Reaktoren könnte man da SMR, MSR, HTGR und FNR/Brüter nennen. Die wurden alle schon in den 40ern und 50ern erdacht, spätestens in den 70ern ausprobiert und wegen Nachteilen/Risiken verworfen, aber seitdem alle 10 Jahre von irgendwem als Zukunft der Energieversorgung angepriesen; meist auf der Suche nach Risikokapital und staatlicher Förderung.

Im Heimelektronik-Bereich würden mir, neben mehrdimensionalen optischen Datenspeichern, noch CPUs mit komplett virtualisierter Architektur oder, als Software-Gegenstück, permanent emulierende Betriebssystem einfallen, reine Sprachbedienung und Streaming-Online-Konsolen. Die meisten Wanna-Be-Alternativen zu Flash fallen auch in diese Kategorie sowie bislang sämtliche großen Versprechen zu Siliziumalternativen. (Davon zu unterscheiden ist die parallel laufende, vorbereitende Forschung für den Zeitpunkt, an dem man Si tatsächlich nicht mehr weiterkommt.)
 
Beispiele für Durchbrüche in der Speichertechnik die tatsächlich breite Anwendung gefunden haben und die alte Technik verdrängen?
Nö, andersrum, was es nicht geschafft hat, obwohl vielversprechend.
dass mindestens ein weiterer großer Durchbruch an der gleichen Stelle nötig wäre um es tatsächlich praktikabel zu machen. Bisher ist das dann doch eher selten passiert.
Also Beispiele für durchgefallene an sich aber theoretisch total bahnbrechende, praktisch aber nie umgesetzte (wegen fehlendem Durchbruch an anderer Stelle) Ideen. Ist kein gängeln, hörte sich für mich so an, als ob du da 10 Themen direkt vor Augen hättest. :-)

@PCGH_Torsten Thx für die Beispiele, falls das nachfolgende zu weit vom Thema wegführt, gerne ignorieren:

Vergleichbar vielleicht mit der tollen Idee "OLED" für Blickwinkel und Reaktionszeiten bei Monitoren. Die hatte man schon in den 90ern, seit den 0er wird sie einem ständig versprochen und jetzt ist man langsam soweit, dass sie praktisch eingesetzt wird, aber noch lange nicht optimal für alle Anwendungsgebiete ist.
Ok, da war die Langlebigkeit das Problem, wenn ich mich recht entsinne. Das wäre also so ein Beispiel, was woanders noch ein Durchbruch bräuchte, wo wir heute schon viel näher dran sind. OLED wird ja auch praktisch schon eingesetzt, nur auf kleineren Displays. Da ist der Sprung also eher die Skalierbarkeit und Lebensdauer, oder so.

Bei Reaktoren könnte man da SMR, MSR, HTGR und FNR/Brüter nennen. Die wurden alle schon in den 40ern und 50ern erdacht, spätestens in den 70ern ausprobiert und wegen Nachteilen/Risiken verworfen, aber seitdem alle 10 Jahre von irgendwem als Zukunft der Energieversorgung angepriesen; meist auf der Suche nach Risikokapital und staatlicher Förderung.
Ja, das meinte ich ja auch, alle Nase lang ist man da kurz vorm Durchbruch, wenn Geld gebraucht wird. :-D
So etwa Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe seit >50 Jahren. Kann man wunderbar bei RTL Samstag Nacht nachschauen.
mehrdimensionalen optischen Datenspeichern
Mehrdimensional meint aber nicht die mit mehreren Speicherschichten, weil die gibt es doch (dachte ich). - nachgeschaut - ah, die mulit-layer, die ich meinte, sind immer nur 2, ggf. noch auf beiden Seiten. Ist zwar auch mehrdimensional, aber nicht das, was man damit eigentlich meint.

CPUs mit komplett virtualisierter Architektur
... keine Ahnung, was virtualisierte Architektur sein soll. Ein nicht real vorhandener Prozessor ? Ich glaube dir direkt, dass es das so noch nicht gibt.

permanent emulierende Betriebssystem
ich nehme an, das ist was anderes als virtuelle Umgebungen

reine Sprachbedienung
Da könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass das mit KI (die jetzt schon sehr gut Sprache versteht - ich sprech mal nicht von deren Hallus) durchaus umsetzbar sein kann/wird. Da wäre dann - so es denn irgendwann mal umgesetzt wird - die KI die bisher fehlende Komponente (also der Durchbruch).

Streaming-Online-Konsolen
Ist das nicht Steam Deck quasi? Und recht nah auch die nvidia-Online Angebote?

Wanna-Be-Alternativen zu Flash
... da bin ich raus :) ...

sämtliche großen Versprechen zu Siliziumalternativen
Die sind - soweit ich weiß - meist nur theoretisch durchgedacht und - wenn denn mal überhaupt - ggf. als rudimentärer Laborprototyp realisiert worden. Oder letzteres sogar noch nicht mal.
 
"Skalierbarkeit" und oft auch "Haltbarkeit" sind Euphemisen für "es ist nicht nur teurer, sondern auch noch schwächer als bestehende Technik". Ein OLED mit 80-90 cd/m² hat schon lange keine Alterungs-/Einbrennprobleme mehr. Aber neben Kontrast, Reaktionszeit und Blickwinkel auch nur die Helligkeit eines alten CRTs und einer der Erfolgsgründe von LCDs war, dass sie den besseren Trade-Off zwischen diesen Parametern bieten. OLED als "revolutionäre" Technik zu "entdecken", um die Nachteile von LCDs zu eliminieren, war also schon immer lächerlich. Die Herausforderung bestand darin, deren Vorteile beizubehalten/ein OLED ohne Nachteile zu bauen. Und dafür braucht/-e es mühsame, Jahrzehnte währende Entwicklungsarbeit, nicht eine revolutionäre Idee und einen leuchtende Glasscheibe im Labor.

Ähnliches gilt auch für Massenspeicher: Die Welt ist intern wie extern von Magnet auf Flash umgestiegen, um teure, große Laufwerkstechnik einzusparen, Zugriffe extrem und mittlerweile auch Geschwindigkeit zu beschleunigen. Höhere Kosten pro Medium, geringere Haltbarkeit und lange Zeit auch ein gestiegener Platzverbrauch wurden dafür bewusst in Kauf genommen. Eine optischer Speicher, der jetzt genau den Gegenteiligen Trade-Off bietet, hat schlichtweg keinen Markt. Genauso gut könnte ein Genetiker jetzt mit "Pferd 2.0: Verwertet jetzt auch Lignin" gegen Benzinkutschen antreten: Geile Idee ja, technischer Fortschritt ja, aber wenn es nicht 3 Monate in der Garage alleinlassen kann, um dann 130 km/h für dreimal drei Stunden mit nur kurzen Pausen dazwischen runterzureißen, dann will es niemand haben.

Zu den von mir genannten Technikbeispielen:
- SMRs werden von Westinghouse, Areva & Co immer wieder vorgeschlagen (die wollen halt ihre Entwicklungen aus dem marin-militärischen Bereich ein zweites Mal für viel Geld verkaufen), aber die anderen Reaktortechniken werden tatsächlich immer wieder von neuen Start-Ups und neuen Politiker-/Lobbyisten-Generationen ausgegraben. Also keine Kette von Scheininsolvenzen, sondern um einen Zyklus von Leuten, die "ist für mich neu" nicht von "ist ein Fortschritt" unterscheiden können, bevor ein paar Milliarden versenkt wurden.
- DVDs haben teilweise zwei Layer, erfolgreiche Blu Rays ebenfalls. Triple+-Layer-Blu-Ray hat sich schon nicht mehr durchgesetzt – Lese- und erst Recht Schreibtechnik für viele Ebenen ist einfach zu teuer.
- Virtualisierte CPUs versprechen, vollkompatibel zu bestehenden ISA zu sein, in dem sie deren Befehle in Echtzeit in eine supertolle, neuartige, interne Struktur (meist sehr simpel und extrem parallel) übersetzen, wobei letztere für absolut überragende Leistung sorgt. Quasi x86=>Microcode-Translation auf Stereoiden. Es gibt immer irgendein Start-Up, dass so eine Revolution verspricht (aus den letzten Jahren fällt mir Tachyum ein), aber das Versprechen wird nie eingelöst. Transmeta war am erfolgreichsten, aber nur weil sie rechtzeitig die Überfliegerambitionen gestrichen und sich eine damals von AMD, ARM und Intel ignorierte Nische gesucht haben.
- Technisch unterscheidet sich eine Emulation von einer Virtualisierung dadurch, dass die Eigenschaften der Hardware komplett maskiert werden. Und es gibt immer wieder jemanden, der auf dieser Basis ein Über-Betriebssystem schaffen will. Typischerweise wird 100-prozentige-x86-Windows-Kompatibilität versprochen. Mal auf Microsoft-freier Linux-Basis, in letzter Zeit oft von Microsoft selbst für ARM-Systeme, nie mit Erfolg.
- Reine Sprachbedienung: Es geht nicht nur um die Fähigkeit der Technik (wie alt sind Siri und Alexa als Schmalspurimplementationen jetzt?), sondern um den Sinn: Wer will seinen Computer denn im Sekundentakt Befehle vorbeten oder sich für einen längeren Text den Mund fusselig reden?
- Das Steam Deck kann streamen (was eher lokal genutzt wird), aber normalerweise berechnet es selbst. Als reiner Streaming-Client war z.B. die Ouya lange Zeit in den Medien. (Letztlich als lokale Android-Konsole erschienen – mit der Leistung eines Streaming-Clients.)
- PCRAM (!=PC-RAM), R(e)RAM, FRAM und verschiedene MRAMs wollen/sollen seit Ewigkeiten Flash verdrängen. Ich hatte in der 12/2015 mal einen Überblick, abseits von echten Exoten wie Racetrack und Millipede (beide aufgegeben) sind diese Revolutionäre immer noch im Rennen, ihrem Ziel aber keinen Millimeter näher gekommen. (Insbesondere MRAM hat einige Nischen für sich gefunden und wird deswegen aktiv weiterentwickelt, aber eben ohne Heilsversprechen.)
- Siliziumalternativen: Ja, Laborprototypen – wie bei allen anderen der genannten Techniken auch. Also Beispiel-Aufbauten, bei denen man alle Nachteile ignoriert, um den einen Vorteil zu demonstrieren. Genauso, wie es die Forscher in der News gemacht haben – und unzählige vor ihnen, zurück bis zum Tesa-Speicher und darüber hinaus. Wirklich revolutionär wäre es dagegen, mal die Nachteile zu lösen, statt nur zum x-ten Mal eine in der Summe nicht konkurrenzfähige Idee zu zelebrieren.
 
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