AW: GPU-Mining-Kuriositäten: Die dritte Grafikkarte bei Micro Center kostet 10.000 USD
Ich finds immer wieder lustig. Mining hat keinen Wert weder wirtschaftlich noch sonst irgend wie. Irgendwann platz die Seifenblase und die Dummen sind die welche in sowas zuletzt investiert haben. Erinnert mich ein klein wenig an das Schneeball System.
Naja, so läuft nun mal Spekulation: Eine Aktie ist auch immer nur so viel Wert, wie der Anteil an der Firma, der dahinter steht. Devisen sind nur so viel Wert, wie der Finanzmarkt des jeweiligen Landes dahinter. Und bei jeder Spekualtion gilt: Je größer die Gewinnchancen, desto größer die Risiken.
Mit Cryptowährung kann man viel Geld verdienen - mehr als mit Investment in $$ oder Gold oder was auch immer - aber man kann eben auch schneller alles verlieren, als man "miningrig" sagen kann.
Ich fände es absurd, Geld dort anzulegen - aber das darf ja immer noch jeder selbst entscheiden. Der GPU-Engpass ist eine negative Folge der ganzen Sache, aber hat an sich mit dem Konzept dieser Alternativ-Währungen nichts zu tun.
P.S.: Die parallelen zum Schneeballsystem sehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht.
Die einzig vernünftige Lösung ist es direkt Miner-Karten anzubieten, die können hässlich, laut und ohne Monitoranschlüsse sein, mit einer einfachen Verpackung wo nur die GPU drin ist (bulk) - das würde gehen, das muss man aber erstmal produzieren. Dadurch würden die Gamerkarten mehr kosten, hätten aber eine längere Garantie und mehr Zubehör und es würde sich für Miner nicht lohnen, diese zu kaufen wenn sie ihre eigenen Modelle für weniger Kohle haben.
Ist das wirklich eine Lösung? Ich gehe mal davon aus, dass die PCBs, Kühlungen, Gehäuse etc. in nahezu unendlichem Maße da sind - der Engpass entsteht doch durch die GPU Chips? Und damit ist die Umverpackung doch egal. Das sorgt vielmehr dafür, dass der Hersteller entscheiden muss, in welchem Verhältnis er die Chip-Ausbeute auf die Kundengruppen aufteilt. Und wenn er sich da verschätzt haben wir im schlimmsten Fall haufenweise Miningkarten mit super GPUs drauf, die leider nicht verkauft werden, weil der Miningboom nachlässt. Diese Karten hätten dann viel schneller dem Gamingmarkt zugeführt werden können, wenn die Hersteller sich bei der Produktion nicht schon hätten entscheiden müssen.
Zu den anderen Vorschlägen (a la Registrierung per Steam o.Ä. und verkauf ausschließlich an Gamer): in meinen Augen kann ein Shop jederzeit entscheiden, wen er bedient und wen nicht. Sofern er für das Produkt nicht der Monopol-Händler ist, sei es jedem Vergönnt, sich seine Kunden auszusuchen. Solange er nicht nach rassistischen Gesichtspunkten seine Kunden auswählt (und selbst dann halte ich es für eine moralische Frage, diesen Laden zu boykottieren, keine Frage der staatlichen Regulierung, aber das ist jetzt OT). Sollte der ganze Markt dann mitziehen, dann muss ein Kartellamt prüfen, in wie weit da eingegriffen werden muss.
Nun aber
Herstellerseitig Kunden zu selektieren und einzene Käufergruppen auszuschließen halte ich für sehr kritisch. Wer bereit ist z.B. ein Radeonpack mit extra spielen zu kaufen, eine RGB Beleuchtung die ihm nichts bringt, auf Gewährleistung verzichtet usw., der sollte durch den Hersteller nicht gehindert werden, seine Karten fürs Mining zu kaufen.
Hier sollte man nicht aus persönlichem Frust (den ich ja verstehe und teile) alle Ideale über Bord werfen und gegen die "Bösen" hetzen. Erstmal die eigene Aussage vom Kontext trennen, ob man da wirklich dahinter steht: Produzenten sollen ohne jede rechtliche Grundlage einzelnen Kunden verbieten ihre Produkte zu nutzen oder die Nutzung gar technisch unterbinden.
Oh und vergesst bitte nicht: Auch die Zeiten, als der Rasberry Pi kaum zu bekommen war ist gleich zu behandeln: Der Rechner war nie als Mediaserver oder Smart-TV konzipiert, Raspberry hätte daher eine Nutzung von XBMC/Kodi & Co. technisch unterbinden sollen. Nur so hätte man die Preise für Programmierer und Schulen etc. stabil halten können.