30 Mbits bei 120 Mbits Leitung durch POWERLINE

Ein Phasenkoppler ist natürlich ideal (wenn man bei Powerline überhaupt von "ideal" reden kann), um den "Phasen-Sprung" zu realisieren. I.d.R. reicht bei den 1200er Geräten jedoch die parallele Führung der Phasen über mehrere Meter. Wenn es eine Wohnung mit eigenem Sicherungskasten ist, werden die Phasen aus dem Keller bis dahin nach oben parallel geführt und das Signal kann "springen", ansonsten muss halt die Strecke zum Herd in der Küche dafür her halten. Die neuen Geräte kommen aber auch komplett ohne Phase aus (zumindest die von Devolo) und nutzen im Zweifel nur Schutz- und Neutralleiter, aber dies reicht i.d.R. nicht für die maximale Bandbreite. Wer aber schon nicht bohren möchte, wird hoffentlich tunlichst die eigenen Finger von einem Phasenkoppler lassen.

Des weitern gilt: Jeder FI-Schalter und jeder Stromzähler dämpft das Signal gewaltig, wenn es über diesen geführt werden muss. Dies ist beispielsweise bei mir der Fall (FI in der Wohnung, Keller ist anderweitig abgesichert), trotzdem komme ich auf diese relativ guten Werte.
 
@Kossmann: Das finde ich ja interessant, das Thema Dlan. Herd in Verbindung mit Dlan habe ich schon oft gehört. Aber nie genauer hinterfragt.
Was hat das mit Herd und dLan auf sich?

Dlan ist eine Wunderbare Geschichte, nur muss man Wissen wie man es optimal einsetzt.
 
Der Herd hat damit erst mal nichts zu tun, aber ...

Wir haben i.d.R. Dreiphasenwechselstrom zu Hause. Ganz einfach für Laien ausgedrückt: 3 verschiedene stromführende Kabel, die vom Energieversorger kommen. Diese kommen dann irgendwann im Sicherungskasten an und werden dann über die einzelnen Sicherungen im Haus bzw. der Wohnung verteilt - im Idealfall so, dass die Last relativ gleichmäßig verteilt ist. Es besteht also theoretisch nur eine 1:3 Chance, an Anfang und Ende einer Powerline-Verbindung auf derselben Phase zu sein. Nun muss das Signal der Powerline-Geräte aber irgendwie von der einen zur anderen Phase kommen, eine direkte Verbindung gibt es aber nicht. Hier hilft entweder ein Phasenkoppler oder der hochfrequente Übersprung der Signale - die einzelnen Kabel im Haus wirken wie Sende- und Empfangs-Antennen (Radio, Handy, ...), jedoch nur mit sehr geringer Reichweite (für ihre eigenen Signale, Amateurfunker werden einem bei "geringer Reichweite" sofort in´s Wort fallen, dort stören die Powerline-Adapter i.d.R.)...

Und nun kommt der Herd in´s Spiel. Ein Herd (Backofen und Kochfeld) wird mit allen drei Phasen angeschlossen (eine für Backofen, eine für linke und eine für rechte Seite des Kochfeldes). In der Leitung vom Sicherungskasten bis zur Herdanschlussdose in der Küche werden also alle drei Phasen im selben Kabel verlegt und können sich dort "unterhalten" (hochfrequenter Phasensprung). Daher ist ein Phasenkoppler bei PowerLine-Adaptern der neuen Generation (mit hohen Frequenzen und damit hoher theoretischer Datenübertragungsrate) i.d.R. nicht mehr notwendig, v.a. da dieser auch Geld kostet und vom Elektriker im Sicherungskasten installiert werden muss (es gibt auch eine billige Variante für die Herdanschlussdose (oder andere Stelle, wo man alle Phasen hat), die sieht aber so aus, als würde die Feuerwehr bald kommen müssen).
 
Okay also hab ich das richtig verstanden, das der Herd nur ins Spiel kommt, weil dort auch alle drei Phasen, genau wie im Sicherungskasten ankommen? In der Theorie.. In der Praxis wird sich doch wohl niemand einen Phasenkoppler hinter den Herd montieren, wenns 'einfacher' auch am Sicherungskasten geht?

Ja Dlan ist schon eine Laune der Natur. Du schreibst ja das Phasenkoppler eigentlich nicht mehr notwenig sind, aber ich habe damit extrem gute Erfahrung gemacht. Zwar nur die eine, aber das war beeindruckend. Selbe Strecke, Selbe Dose, ein Unterschied von über 500Mbit netto.
Bestimmt irgendwelche Störeinflüsse die für mich nicht begreifbar sind. Bin kein Elektriker. :D
 
Ja, für den hochfrequenten Phasensprung müssen die 3 Phasen über eine gewisse Strecke parallel geführt werden - und dies ist auf dem Weg zur Herdanschlussdose i.d.R. der Fall.

Der Herd muss gar nicht angeschlossen sein, es geht nur um die Leitung vom Sicherungskasten zur Herdanschlussdose, in der alle 3 Phasen parallel geführt werden. Zum Sicherungskasten selbst führen natürlich auch alle drei Phasen, jedoch sind dies dickere Kabel und diese werden ggf. einzeln zugeführt und es ist mal so, mal so, mal so. Wenn man dann noch im Mehrfamilienhaus einzelne Sicherungskästen pro Wohnung mit eigenem FI-Schutzschalter hat, kann man die Phasenkopplung auf dem Weg dahin fast vergessen, denn der FI-Schutzschalter frisst einiges an Übertragungsgeschwindigkeit. Hinter dem Sicherungskasten hat man aber i.d.R. immer eine lange Leitung, welche alle 3 Phasen parallel zur Herdanschlussdose führt und dort können die Signale "springen".

Wenn man im Netz nach Phasenkopplern sucht, findet man die für den Sicherungskasten (für die Hutschiene) und diesen einen kleinen schwarzen Kasten mit 3 Drähten für die 3 Phasen. Diesen könnte man einfach selbst anschließen... davon rate ich persönlich jedoch ab. Das Ding sieht für mich aus, als käme es direkt aus China und würde irgendwann in Flammen aufgehen.

Ja, ein Phasenkoppler ist natürlich besser als ein hochfrequenter Übersprung - er ist quasi "ideal" im Powerline-Bereich. Das Problem sind nur die Kosten für Koppler und Elektriker, der diesen in den Sicherungskasten setzt. Wenn man dazu noch die Kosten für die Powerline-Adapter selbst rechnet, kann man i.d.R. direkt eine LAN-Verkabelung realisieren.

Wenn wirklich keine LAN-Verkabelung möglich sein sollte, empfehle ich die Devolo 1200er und wenn die Datenraten dann nicht ausreichen sollte, kann man immer noch über den Phasenkoppler nachdenken. Und wie schon gesagt: Die Powerline-Adapter immer in eine Wandsteckdose stecken, nicht in Mehrfachsteckdosen. Weitere Störeinflüsse sind auch gerne Trafos (v.a. für LED- oder Halogen-Lampen).
 
Genau was du sagst würde ich auch empfelen, erst mal die Adapter, und dann den Phasenkoppler. Wobei ich auch glaube das es einen Unterschied macht, ob es ein 0815 Phasenkoppler ist, oder eben dieser von Devolo mit RJ45 Buchse. Das wäre aber vermutlich auch noch zu diskutieren ^^

Meinst du echt das ist teurer als eine LAN-Verkabelung?
Das Powerline Gerät auf Hutschine von Devolo aká Phasenkoppler, kostet ~150,- EUR. Das anschließen hat keine Stunde gedauert. (externer Elektriker circa. 60€)

Das eigentliche Problem war, das dort wo der Sicherungskasten ist (OG), keine TAE Dose vorhanden war. Nach langem Überlegen habe ich dann ein neues Kabel von der Außenglocke übers Dach, unter den Dachpfannen ins OG gelegt. So sind zwar alle anderen Dosen 'tot' aber es wird nur die eine TAE Dose gebraucht, da alles andere jetzt aus jeder beliebigen Steckdose kommt.
Für knapp 200€ bekommt man doch keine Vollhaus LAN-Verkabelung? (Material, Personal, Zeit, Aufwand)

Weil der Auftrag bzw Wunsch vom Kunden war einfacher und zuverlässiger Internetempfang im gesamten Haus. Ich kam dabei schnell auf Powerline und den Phasenkoppler.
Ich wüsste nicht wie ich mit eingesetzten Geld und Aufwand dem Kunden sonst ein vergleichbares Angebot erstellen sollen. Ein Nachmittag, knapp 200€, Auftrag erfüllt. Für die LAN-Verkabelung würde ich warscheinlich heute noch GRÜBELN.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Devolo mit Netzwerkanschluss (RJ45) ist ein vollwertiger Powerline-Adapter für die Hutschiene mit gleichzeitiger Phasenkopplung - wenn man am Sicherungskasten einen Netzwerkanschluss benötigt, ist es Ding eine sinnvolle Investition. Ansonsten reichen wohl auch die Dinger von Allnet. Ein Phasenkoppler ist ja vom Grundprinzip nichts anderes als ein paar Kondensatoren.

Eine komplette Verkabelung bekommt man für 200,- Euro natürlich nicht hin, aber hier ging es ja nur um die Strecke zwischen zwei Stockwerken bzw. ein Loch durch die Decke, 5-10m Kabel und zwei Netzwerkdosen.

Das Problem mit dem Telefonkabel hatte ich auch mal. Du hast i.d.R. 4 Adern in der Telefondose. Wenn du die anderen Dosen weiterhin (analog, nicht ISDN) benötigst, einfach 2 der 4 Adern für den Rückweg (zur Außenglocke oder andere zentrale Stelle) nutzen und vor dort zur bis dato toten Dose.
 
Nur brauchst du jetzt für jede Lan(Steck-)dose einen DLAN Adapter während man bei einer Lan Verkabelung einfach ein x-beliebiges Kabel reinstecken kann.
Richtig. Und das muss erst mal zu stande kommen. Kabel verlegen, alte Steckdosen umfunktionieren, Neue Dosen schaffen, etc pp.
Für mich kein Vergleich im gegensatz zur Powerline Lösung.

Bei einem bereits hochgezogenem Haus ists einfach das Haus mit Powerline auszurüsten, als die Heimwerkermannschaft anrücken zu lassen um RJ45 Büchsen in die Wand zu meißeln.
Was für den Kunden die richtige Variante ist, das darf er schon selbst entscheiden.
 
Wenn man ein komplettes Haus "verkabeln" möchte, hat dLAN natürlich auch seine Vorteile, das ist schon richtig. Man ist wesentlich flexibler - wenn der PC oder Netzwerkdrucker von einem Raum in den anderen gestellt wird, wird einfach alles umgesteckt und fertig. Man benötigt kein Patchfeld und großen Switch (und irgendwo Platz dafür), sondern nur seinen Router und die dortige Powerline-Einspeisung. Wenn man dann nur 2-3 Räume "verkabeln" muss, halten sich die Kosten in Grenzen und es ist für den Otto-Normal-Verbraucher sicher eine sehr gute Alternative zur großen LAN-Verkabelung... und dann kann man auch den Phasenkoppler direkt mit installieren, darauf kommt´s dann nicht mehr an.
 
Okay. :-)

Was lässt sich jetzt für den TE festhalten?

Übertragung zwischen zwei Räumen:
- Powerline Adapter ausreichend
-- Circa 1/3 weniger Leistung als auf der Verpackung angegeben

Vollübertragung im Haus
- Powerline Adapter ausprobieren
- Phasenkoppler in Betracht ziehen falls das bisherige Setup nicht zufriedenstellend ist
-- Übertragungsrate steigt unglaublich!
-- Anfälligkeit für Störungen wird gemindert
 
Noch etwas, was bis jetzt vergessen wurde: Wenn Powerline nur zwischen zwei oder drei Räumen realisiert werden soll und die Phasen "ausreichend durcheinander" verteilt sind (also nicht eine Phase pro Etage, sondern Phasenverteilung pro Raum), kann man am Sicherungskasten natürlich so umklemmen (lassen), dass die Räume auf derselben Phase liegen. Dies hilft auf jeden Fall und man kann sich den Phasenkoppler sparen.

Des weiten gehört in die Liste noch der Hinweis mit den Wandsteckdosen: Keine Adapter in Mehrfachsteckdosen (oder andere "komische" Steckdosen (z.B. fliegende Litzenkabel hinter Holzwänden, die irgendein "Experte" mal gebastelt hat)) - immer die Adapter mit integrierter Steckdose kaufen, die dann für alle dortigen Geräte genutzt wird. Diese haben nämlich einen Filter integriert, so dass die angeschlossenen Geräte nicht stören (im Gegensatz zu den Geräten in der benachbarten Steckdose).
 
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