Naja, ich denke es ist absolut unbestritten unter Historikern, dass die Maginotlinie für die Wehrmacht niemals zu durchbrechen gewesen wäre, da sie damals technisch und numerisch weit unterlegen war.
Man hätte sie durchbrechen können, die Verluste und der Zeitaufwand hätten aber in keinem Verhältnis zu dem militärischen Gewinn gestanden, zudem hätte man von alliierter Seite in der Zeit die dazu benötigt worden wäre bequem eine neue gut befestigte Auffangfront hochziehen können.
Aber es ging bei der Obsoletaussage auch nicht darum das man die Maginotline frontal durchbrechen hätte können, sondern eben darum das die Maginotline auf einen staren Krieg, wie im ersten Weltkrieg, ausgelegt war. Die Technik und Militärtaktik hatte sich aber inzwischen deutlich weiterentwickelt (naja gut, bei den Franzosen nicht, da waren die gleichen hochgreisen Köpfe im militärischen Stab, die schon im Ersten Weltkrieg dabei waren), so das es garnicht mehr nötig war sie frontal anzugehen.
Die Maginotlinie war durchaus sinnvoll, man hätte sie nur auch bis an die Nordsee ziehen müssen.
Was in der Qualität, wie sie im Elsass gebaut wurde unmöglich war, da schlicht unbezahlbar. Ursprünglich war sie ja umfangreicher geplant, wenn auch nicht bis zur Nordsee, aber schon da hat man man gekürzt und teilweise massiv bei der Qualität gespart.
Sicherlich nicht, eher enorm geschwächt, die Wehrmacht war noch ziemlich schwach als der Westfeldzug begann, gewonnen hat sie nur durch bessere Befehlsstruktur und bessere Offiziere, was die Niederlage aber eigentlich nur noch armseliger erscheinen lässt, Frankreich hatte nichts als Angst, deshalb haben sie auch nicht eingegriffen als sie noch in der Lage dazu waren.
Die Wehrmacht hat nicht nur wegen ihrer Befehlsstrucktur gewonnen, sondern wegen wesentlich mehr Gründen, unter anderem:
- der hohe Grad an Mobilität ihrer Panzer-Angriffsspitzen
- dem einsetzen von Panzern als selbstständige Waffengatung und nicht nur als Unterstützung der Infanterie (wie bei Engländern und Franzosen)
- das gute Zusammenwirken aus Angriffsspitzen und Luftwaffe
- der größeren Entscheidungsgewalt der Offiziere auf der unteren Führungsebene und dadurch flexiblere Reaktion auf sich ändernde Lagen
- massive Fehleinschätzungen auf alliierter Seite
usw.
Wie verschiedene Militärhistoriker schon oft so treffend festgestellt haben:
"Die Deutschen kämpften einen modernen Krieg, Frankreich und England hingegen hingen zu Beginn des Krieges militärisch noch vollständig in der Kriegsführung des Ersten Weltkriegs fest."
...mit der Sowjetunion arbeitete man hervorragend zusammen, da Deutschland geächtet war und die UdSSR ebenfalls.
Deutschland war spätestens nach der Rheinlandbesetzung kein wirklich geächtes Land mehr und die Zusammenarbeit mit den Russen war ehr ein Zweckbündnis von dem auch die Russen profitierten.
Hätte die Rote Armee im Winterkrieg gegen Finnland nicht so ein klägliches Bild abgegeben hätte Stalin vieleicht sogar nie einen Nichtangriffspakt mit Deutschland geschlossen.
Deutschland war also nicht mehr eingekesselt.
Ein Grund warum der Feldzug gut ging, ja.
Aber halt auch nur weil Frankreich und England nicht glaubten das Deutschland Polen in wenigen Wochen überrennen könnte. Man darf nicht vergessen, Polen hatte zu Beginn des Krieges immerhin eine der größten (allerdings auch nicht modernsten) Armeen in Europa.
Hätten Frankreich und England Polen durch eine Offensive im Westen entlastet und die Polen mit Ausrüstung versorgt wäre das wohl ganz anders ausgegangen.
Hat man aber eben nicht gemacht und mit einer Offensive im Westen wollte man sich Zeit lassen bis die Deutschen, wie man glaubte, sich in Polen etwas abgekämpft und festgefahren hätten, auch weil man nicht wusste wie gut befestigt der Westwall wirklich war (bzw. wieviel Propaganda doch am Ende nur in ihm steckte) und daher die massiven Verluste bei einer Offensive gegen selbigen fürchtete.
Außerdem war kaum einer der deutschen Offiziere für den Sichelschnitt Plan, diese Entscheidung hat Hitler getroffen.
Und Hitler war es der den Plan auch wieder sabotierte indem er aus reinem Machtgerangel mit der Generalität die Panzer anhalten ließ und es so ermöglichte das die eingeschlossenen Truppen evakuiert werden konnten.
Da zeichnete sich schon ab wie fatal Hitlers Einmischungen doch am Ende waren.
Da hatte das blinde Gefreite Huhn Hitler einmal erfolgreich ein briliantes militärisches Korn gfunden und hielt sich sofort für einen neuen Napoleon (was sein militärisches Können anging).
