Das ist aber nichts, was man der Demokratie zurechnen kann. Das liegt schlicht daran, dass die liberale Demokratie lange kaum Verbreitung fand. Und ganz besonders daran, dass die Länder mit nennenswerten Bodenschätzen keine waren, zum Gros auch heute nicht sind, eben weil es die westlichen liberalen Demokratien nicht wünschen (Diktatoren sind billiger und schneller zu überzeugen).
Das liegt schlicht an der Sache selbst.
Demokratien, wie wir sie kennen, sind immer in irgendeiner Weise miteinander verbandelt. Sei es in militärischen Bündnissen wie die Nato oder bei Handelsbeziehungen.
Also -- aus welchem Grund sollte jetzt z.B. Deutschland Frankreich angreifen?
Es würde der Nato Fall gelten, alle anderen Nato Staaten würde Frankreich unterstützen. Deutschland wäre innerhalb von 10 Minuten Platt gemacht.
Das gleiche anders herum.
Japan ist nicht Mitglied der Nato. Aber wieso sollten jetzt Staaten wie Frankreich, Deutschland oder wer auch immer Japan angreifen?
Weil die Japaner zu gute Elektroautos haben?
Es gibt schlicht keinen Grund für ein demokratisches Land ein anderes demokratisches Land anzugreifen. Man könnte es der Bevölkerung auch schlecht verkaufen und ich weiß auch nicht wie die rechtliche Lage in Deutschland aussieht. Welcher Fall müsste eintreten, damit Deutschland nach deutschem Recht ein anderes Land den Krieg erklären kann?
Kann der Bundeskanzler das? Kann das Parlament das? Ich hab da keine Ahnung.
Von daher sehe ich nicht, dass eine westliche Demokratie eine andere westliche Demokratie angreifen würde. Es gibt sowieso nichts zu gewinnen.
Und dass Geheimdienste westlicher Staaten Konkurrenten sind, ist ja ein offenes Geheimnis.
Abgesehen davon sehe ich die kommenden Kriege sowieso eher darin begründet, dass es um Strategie geht. Man beeinflusst dort, wo man sich wirtschaftlichen Nutzen von erhofft.
Daher sind die Chinesen auch groß in Afrika drin. Das machen sie ja nicht, weil sie sich um die Menschen dort sorgen. Das machen sie, um sich Zugang zu Bodenschätzen zu sichern.
Darauf würde ich nicht wetten. Es ist eher die Frage, was ein Spanien tun würde, wenn die Katalanen Munitionsdepos und Waffenlager der Polizei erstürmen würden. Das Ding am Bürgerkrieg ist, dass er eben nicht mit Panzern und Flugzeugen geführt werden muss. 1.000.000 Personen, die sich mit dem Bewaffnen, was sie gerade in die Finger kriegen und sich auf ein paar 1000 Polizisten stürzen, sind kein Spaß.
Spanien müsste in Menschenmengen schießen und das als EU-Mitglied. Der Flächenbrand wäre kaum aufzuhalten.
Spanien hat sich mit der Verhaftung der Katalonischen Regierung auch keinen Gefallen getan.
Grossdemo in Barcelona: "Freiheit fur die politischen Gefangenen" - ZDFmediathek
Das Problem ist eher, dass die katalanische Wirtschaft sich aus Katalonien verabschieden würde, wenn sich die Region tatsächlich abspalten sollte, denn die katalanische Wirtschaft und Banken wollen ja im Euro Raum bleiben und der wäre Geschichte, wenn sich Katalonien abspaltet.
Daher halte ich das für sehr aufgebauscht. Die Wogen glätten sich auch wieder. Darüber mache ich mir keine Gedanken.
Genauso wie Nord Italien.
Da haben sie ein Referendum abgehalten, das aber keinerlei politische Auswirkungen hat.
Da haben schlicht ein paar Rechtsnationalisten auf dicke Hose gemacht und mehr nicht.
Bayern labert jedes Jahr davon, sich abzuspalten, damit sie nicht mehr in den Länderfinanzausgleich einzahlen müssen. Aber Bayern weiß auch, dass sie alleine keine Überlebenschance haben und daher sind das jedes Jahr nur heiße Worte.
Wie gesagt: nur weil du die Definition so eng fast, heißt das nicht, dass diese tatsächlich den Schutz vor Krieg bildet.
Es gibt auf deine Behauptung ja die berühmte Persiflage: "„Sobald ein Land wirtschaftlich so weit entwickelt ist, dass es über eine ausreichend große Mittelschicht verfügt, um eine Kette von McDonald’s-Restaurants zu unterhalten, wird es ein McDonald’s-Land, und Menschen in McDonald’s-Ländern führen nicht gern Kriege, sondern stellen sich lieber nach Big Macs an.“
Und tatsächlich: Ein Land, in dem mind. ein McDonalds steht, hat noch keinem anderen Land den Krieg erklärt, in dem auch mind. eines steht.
McDonalds garant für Weltfrieden?
Im Kosovo brennt übrigens schon lange wieder die Luft.
Natürlich bietet das keinen Schutz. Nur ist es eben in der Geschichte noch nie vorgekommen und daher denke ich, dass das auch nicht vorkommen wird.
Ich fragte ja oben schon, welche rechtlichen Grundlagen geschaffen werden müssen, damit Deutschland einen Angriffskrieg startet?
Verteidigen -- das ist logisch. Dann wird die Bundeswehr aufgescheucht und der einzige Hubschrauber, der fliegen kann, hebt ab.
Und die Russen werden in keinem westlichen Land einmarschieren. Da kommen höchsten ein paar reiche Russen und kaufen die Läden leer.
Es gibt viele Stellen in Europa, die gar nicht so befriedet sind, wie mancher glaubt. Viele Konflikte sind schlicht eingefroren, aber eben ungeklärt und können jederzeit wieder aufbrechen.
Die Gefahr dafür ist in den letzten Jahren definitiv größer geworden.
Welche meinst du?
Baskenland mit dem Terror der ETA?
Soweit ich weiß, hat die ETA ihre Waffen abgegeben.
Ich glaube daher nicht, dass sich da noch was anbahnen kann.
Nordirland sehe ich auch nicht mehr. Heute lebt dort eine andere Generation. Die Zeiten ändern sich.
Balkan?
Da kann immer mal was passieren. Keine Frage. Aktuell scheint es da aber sehr stabil zu sein.
Belgien?
Glaube ich wie gesagt nicht. Dann könntest du auch die Niederlande mit rein nehmen. Da leben ja auch mehrere Völker.
Klar gibt es viele Völker innerhalb der Staaten Europas, aber ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass plötzlich die Friesen zu den Waffen greifen oder dass die Schotten gegen London stürmen.
Zustände wie in der Türkei mit den Kurden kann ich mir hier nicht vorstellen.
Die Bundeswehr würde militärisch gegen die Hessen vorgehen, weil sie gegen die Sachen stänkern. Hört sich echt absurd an.