3.Weltkrieg

Das Tragikomische ist - Nein, angreifen im Sinne einer Invasion wird man sie vermutlich wirklich nicht. Stattdessen stiftet man Verwirrung in den sog. sozialen Netzwerken, verbreitet Kremlpropaganda, schuert Ressentiments, bedient Vorurteile und stachelt politische Lager gegeneinander auf. Ist billiger, diskreter - und mindestens genau so gefaehrlich.

Das derartiges Vorgehen funktioniert, hat der Russe ja nun von den Amerikanern lernen können.

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Das sind nicht nur die Amerikaner. Da sind auch europäische Demokratien (btw EU≠Europa) gerne dabei. Im Iran beispielsweise (Operation Ajax).
Oder wie war das mit den "Willigen"?
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Auch (wenn auch kaum noch aktuell) die Rolle der westlichen Demokratien in Syrien ist völkerrechtlich mehr als fraglich. Denn der UN-Sicherheitsrats legitimierte keine militärische Intervention und da Syrien ein souveräner Staat ist, bestimmt es selbst, wen es im Fall der Fälle um Hilfe bittet und ins Land lässt. Wir alle sind dann halt trotzdem...

Was ich damit sagen möchte: Demokratie schützt vor rein gar nichts und sie ist auch nicht weniger aggressiv. Es ist reiner Zufall, dass die Interessenlagen die Jahre nach WW2 so gelagert waren, dass wir uns nicht an die Gurgel gehen mussten.
Wenn man den Frieden einem Gebilde zurechnen möchte, dann der NATO. Und die ausführende Gewalt hinter dieser ist nun mal die US-Armee.
Entgegen dem, was immer verbreitet wird ("die EU brachte bisher 70 Jahre Frieden!" [die EU wurde am 1. November 1993 gegründet, 48 Jahre davon herrschte also Frieden unter souveränen Staaten mit erweiterten Handelsabkommen]), ist tatsächlich die Angst vor einem NATO-Bündnisfall und somit dem Auftreten der amerikanischen Militärmaschinerie der Friedensgarant. Sonst nichts.
Demokratie schützt genauso wenig wie Neutralität, und nein, die Schweiz ist kein gutes Beispiel für Neutralität.
 
Die Beispiele oben zielten auf deine Sätze:

Das Völkerrecht gibt es ja nicht ohne Grund und die Demokratie ist nicht per se die Lösung für alle, wie man (und vor allem viele Minderheiten) vielleicht gerade schmerzlich im Nahen und Mittleren Osten merkt. Dass ein Staat ein anderes politisches System führt, macht ihn weder minderwertiger noch kriegslüsternder.
Die großen Eingriffe zum eigenen (wirtschaftlichen) Vorteil und Angriffskriege der letzten Jahrzehnte gingen von (auch europäischen) Demokratien aus. Das ist unangenehm, aber doch die Wahrheit.
Und zu den Angriffskriegen innerhalb der EU hatte ich ja bereits ähnliches gesagt.
Auf staatlicher Ebene dürfte eine Kriegserklärung wohl in nächster Zeit unwahrscheinlich sein. Ich kann aber nicht ausschließen, dass manches Volk (oder zumindest größere Teile davon) sich nicht doch gegen die eigene Regierung stellt und die Straßen anzündet, sich dann dem Nachbarstaat zuwendet und dort weiter macht.
Bürgerkriege in der EU oder in Europa kann ich mir durchaus noch vorstellen. Vielleicht sogar heute noch mehr als vor einigen Jahren und daran ist die EU nicht unschuldig.

Darum geht es aber nicht.
Es ging darum, ob ein freiheitliches, demokratisches Land ein anderes freiheitliches, demokratisches Land angreift.
Und das gab es halt noch nie.
Und weder der Irak, noch Syrien oder Iran oder sonst ein arabisches Land ist eine freiheitliche Demokratie.
Dass der Irak Kriegt Unsinn war, müssen wir doch nicht diskutieren.

Und um deinen Punkt noch mal aufzugreifen.
Ich glaube nicht, dass die Katalanen sich jetzt absetzen und einen Bürgerkrieg anfangen. Womit auch. :ka:
Mehr als ein paar Polizisten haben sie nicht und die werden sich garantiert nicht da mit hineinziehen lassen.
Genauso in Belgien. Auch da gibt es schon lange Uneinigkeiten. Aber einen offenen Bürgerkrieg sehe ich nicht.
Und Jugoslawien war damals weder freiheitlich noch demokratisch.

Das einzige, was mir wirklich einfällt, war der Nordirland Konflikt. Da haben nationalistische Gruppen erbitterte Kämpfe geführt und die Bevölkerung musste darunter leiden.
Aktuell herrscht Waffenstillstand, wenn ich nicht irre.

Also für mich liest sich das fast wie die Geschichte mit Russland und der Krim, bzw. Ostukraine, nur das die Russen vorher der Ukraine kein Kaufangebot unterbreitet haben. :D

Ja, eben. :D
Die USA haben sich ein Stück Land geholt und es eingesagt, weil sie stärker waren als der andere.
Das kannst du aber noch unter Kolonialismus setzen, denn schließlich gab es nur 13 Gründerstaaten der USA. Alle anderen kamen später dazu.
Die USA haben sich also Stück für Stück bis zum Pazifik ausgebreitet und alles eingesackt, was dazwischen war.

Andererseits hat die Sowjetunion auch eine Menge eingesackt und das ist gerade mal 100 Jahre her und was Stalin da gemacht hat, muss man auch nicht näher beleuchten. Echt schlimm damals. :(
Ich bin ja irgendwie froh, dass meine Vorfahren sich aus all den Konflikten herausgehalten haben, damit ich geboren werden konnte. :daumen: :D
Lieber ein Feigling und lebendig als ein Held und tot. ;)

Es ist auch äußerst unwahrscheinlich das Russland das Baltikum anektiert und damit einen Krieg gegen die NATO anfängt.
Wofür? Nur für eine Landverbindung nach Kaliningrad?
Wer bitte glaubt das Russland dafür einen Krieg gegen die NATO anfängt denn es einfach nie konventionell gewinnen könnte, selbst wenn es erstmal Erfolg haben sollte und es schafen täte das Baltikum zu besetzen?

Glaube ich auch nicht. Ich denke sowieso, dass das mit der Ostukraine eher ein Unfall war.
Putin wollte die Krim und hat sie gekriegt. Die Russen im Osten dachten dann, dass sie sich auch abspalten können und haben schwer losgelegt, doch Putin hatte eigentlich gar kein Interesse daran und jetzt hat er eben den Kram an der Backe und wird ihn nicht mehr los.

Die Ukraine war etwas anderes als Estland, Lettland und Litauen.
Davon darauf zu schließen Russland würde dort etwas vergleichbares machen ist zimlich abwägig. ;)

Solange Weißrussland treu zu Russland steht. :D
 
Darum geht es aber nicht.
Es ging darum, ob ein freiheitliches, demokratisches Land ein anderes freiheitliches, demokratisches Land angreift.
Und das gab es halt noch nie.
Und weder der Irak, noch Syrien oder Iran oder sonst ein arabisches Land ist eine freiheitliche Demokratie.
Das ist aber nichts, was man der Demokratie zurechnen kann. Das liegt schlicht daran, dass die liberale Demokratie lange kaum Verbreitung fand. Und ganz besonders daran, dass die Länder mit nennenswerten Bodenschätzen keine waren, zum Gros auch heute nicht sind, eben weil es die westlichen liberalen Demokratien nicht wünschen (Diktatoren sind billiger und schneller zu überzeugen).

Und um deinen Punkt noch mal aufzugreifen.
Ich glaube nicht, dass die Katalanen sich jetzt absetzen und einen Bürgerkrieg anfangen. Womit auch. :ka:
Mehr als ein paar Polizisten haben sie nicht und die werden sich garantiert nicht da mit hineinziehen lassen.
Darauf würde ich nicht wetten. Es ist eher die Frage, was ein Spanien tun würde, wenn die Katalanen Munitionsdepos und Waffenlager der Polizei erstürmen würden. Das Ding am Bürgerkrieg ist, dass er eben nicht mit Panzern und Flugzeugen geführt werden muss. 1.000.000 Personen, die sich mit dem Bewaffnen, was sie gerade in die Finger kriegen und sich auf ein paar 1000 Polizisten stürzen, sind kein Spaß.
Spanien müsste in Menschenmengen schießen und das als EU-Mitglied. Der Flächenbrand wäre kaum aufzuhalten.
Spanien hat sich mit der Verhaftung der Katalonischen Regierung auch keinen Gefallen getan.
Grossdemo in Barcelona: "Freiheit fur die politischen Gefangenen" - ZDFmediathek
Genauso in Belgien. Auch da gibt es schon lange Uneinigkeiten. Aber einen offenen Bürgerkrieg sehe ich nicht.
Und Jugoslawien war damals weder freiheitlich noch demokratisch.
Wie gesagt: nur weil du die Definition so eng fast, heißt das nicht, dass diese tatsächlich den Schutz vor Krieg bildet.
Es gibt auf deine Behauptung ja die berühmte Persiflage: "„Sobald ein Land wirtschaftlich so weit entwickelt ist, dass es über eine ausreichend große Mittelschicht verfügt, um eine Kette von McDonald’s-Restaurants zu unterhalten, wird es ein McDonald’s-Land, und Menschen in McDonald’s-Ländern führen nicht gern Kriege, sondern stellen sich lieber nach Big Macs an.“
Und tatsächlich: Ein Land, in dem mind. ein McDonalds steht, hat noch keinem anderen Land den Krieg erklärt, in dem auch mind. eines steht.
McDonalds garant für Weltfrieden?
Im Kosovo brennt übrigens schon lange wieder die Luft.

Es gibt viele Stellen in Europa, die gar nicht so befriedet sind, wie mancher glaubt. Viele Konflikte sind schlicht eingefroren, aber eben ungeklärt und können jederzeit wieder aufbrechen.
Die Gefahr dafür ist in den letzten Jahren definitiv größer geworden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist aber nichts, was man der Demokratie zurechnen kann. Das liegt schlicht daran, dass die liberale Demokratie lange kaum Verbreitung fand. Und ganz besonders daran, dass die Länder mit nennenswerten Bodenschätzen keine waren, zum Gros auch heute nicht sind, eben weil es die westlichen liberalen Demokratien nicht wünschen (Diktatoren sind billiger und schneller zu überzeugen).

Das liegt schlicht an der Sache selbst.
Demokratien, wie wir sie kennen, sind immer in irgendeiner Weise miteinander verbandelt. Sei es in militärischen Bündnissen wie die Nato oder bei Handelsbeziehungen.
Also -- aus welchem Grund sollte jetzt z.B. Deutschland Frankreich angreifen?
Es würde der Nato Fall gelten, alle anderen Nato Staaten würde Frankreich unterstützen. Deutschland wäre innerhalb von 10 Minuten Platt gemacht.
Das gleiche anders herum.
Japan ist nicht Mitglied der Nato. Aber wieso sollten jetzt Staaten wie Frankreich, Deutschland oder wer auch immer Japan angreifen?
Weil die Japaner zu gute Elektroautos haben?
Es gibt schlicht keinen Grund für ein demokratisches Land ein anderes demokratisches Land anzugreifen. Man könnte es der Bevölkerung auch schlecht verkaufen und ich weiß auch nicht wie die rechtliche Lage in Deutschland aussieht. Welcher Fall müsste eintreten, damit Deutschland nach deutschem Recht ein anderes Land den Krieg erklären kann?
Kann der Bundeskanzler das? Kann das Parlament das? Ich hab da keine Ahnung.

Von daher sehe ich nicht, dass eine westliche Demokratie eine andere westliche Demokratie angreifen würde. Es gibt sowieso nichts zu gewinnen.
Und dass Geheimdienste westlicher Staaten Konkurrenten sind, ist ja ein offenes Geheimnis.

Abgesehen davon sehe ich die kommenden Kriege sowieso eher darin begründet, dass es um Strategie geht. Man beeinflusst dort, wo man sich wirtschaftlichen Nutzen von erhofft.
Daher sind die Chinesen auch groß in Afrika drin. Das machen sie ja nicht, weil sie sich um die Menschen dort sorgen. Das machen sie, um sich Zugang zu Bodenschätzen zu sichern.

Darauf würde ich nicht wetten. Es ist eher die Frage, was ein Spanien tun würde, wenn die Katalanen Munitionsdepos und Waffenlager der Polizei erstürmen würden. Das Ding am Bürgerkrieg ist, dass er eben nicht mit Panzern und Flugzeugen geführt werden muss. 1.000.000 Personen, die sich mit dem Bewaffnen, was sie gerade in die Finger kriegen und sich auf ein paar 1000 Polizisten stürzen, sind kein Spaß.
Spanien müsste in Menschenmengen schießen und das als EU-Mitglied. Der Flächenbrand wäre kaum aufzuhalten.
Spanien hat sich mit der Verhaftung der Katalonischen Regierung auch keinen Gefallen getan.
Grossdemo in Barcelona: "Freiheit fur die politischen Gefangenen" - ZDFmediathek

Das Problem ist eher, dass die katalanische Wirtschaft sich aus Katalonien verabschieden würde, wenn sich die Region tatsächlich abspalten sollte, denn die katalanische Wirtschaft und Banken wollen ja im Euro Raum bleiben und der wäre Geschichte, wenn sich Katalonien abspaltet.
Daher halte ich das für sehr aufgebauscht. Die Wogen glätten sich auch wieder. Darüber mache ich mir keine Gedanken.
Genauso wie Nord Italien.
Da haben sie ein Referendum abgehalten, das aber keinerlei politische Auswirkungen hat.
Da haben schlicht ein paar Rechtsnationalisten auf dicke Hose gemacht und mehr nicht.
Bayern labert jedes Jahr davon, sich abzuspalten, damit sie nicht mehr in den Länderfinanzausgleich einzahlen müssen. Aber Bayern weiß auch, dass sie alleine keine Überlebenschance haben und daher sind das jedes Jahr nur heiße Worte.

Wie gesagt: nur weil du die Definition so eng fast, heißt das nicht, dass diese tatsächlich den Schutz vor Krieg bildet.
Es gibt auf deine Behauptung ja die berühmte Persiflage: "„Sobald ein Land wirtschaftlich so weit entwickelt ist, dass es über eine ausreichend große Mittelschicht verfügt, um eine Kette von McDonald’s-Restaurants zu unterhalten, wird es ein McDonald’s-Land, und Menschen in McDonald’s-Ländern führen nicht gern Kriege, sondern stellen sich lieber nach Big Macs an.“
Und tatsächlich: Ein Land, in dem mind. ein McDonalds steht, hat noch keinem anderen Land den Krieg erklärt, in dem auch mind. eines steht.
McDonalds garant für Weltfrieden?
Im Kosovo brennt übrigens schon lange wieder die Luft.

Natürlich bietet das keinen Schutz. Nur ist es eben in der Geschichte noch nie vorgekommen und daher denke ich, dass das auch nicht vorkommen wird.
Ich fragte ja oben schon, welche rechtlichen Grundlagen geschaffen werden müssen, damit Deutschland einen Angriffskrieg startet?
Verteidigen -- das ist logisch. Dann wird die Bundeswehr aufgescheucht und der einzige Hubschrauber, der fliegen kann, hebt ab.
Und die Russen werden in keinem westlichen Land einmarschieren. Da kommen höchsten ein paar reiche Russen und kaufen die Läden leer. ;)

Es gibt viele Stellen in Europa, die gar nicht so befriedet sind, wie mancher glaubt. Viele Konflikte sind schlicht eingefroren, aber eben ungeklärt und können jederzeit wieder aufbrechen.
Die Gefahr dafür ist in den letzten Jahren definitiv größer geworden.

Welche meinst du?
Baskenland mit dem Terror der ETA?
Soweit ich weiß, hat die ETA ihre Waffen abgegeben.
Ich glaube daher nicht, dass sich da noch was anbahnen kann.
Nordirland sehe ich auch nicht mehr. Heute lebt dort eine andere Generation. Die Zeiten ändern sich.
Balkan?
Da kann immer mal was passieren. Keine Frage. Aktuell scheint es da aber sehr stabil zu sein.
Belgien?
Glaube ich wie gesagt nicht. Dann könntest du auch die Niederlande mit rein nehmen. Da leben ja auch mehrere Völker.
Klar gibt es viele Völker innerhalb der Staaten Europas, aber ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass plötzlich die Friesen zu den Waffen greifen oder dass die Schotten gegen London stürmen.
Zustände wie in der Türkei mit den Kurden kann ich mir hier nicht vorstellen.
Die Bundeswehr würde militärisch gegen die Hessen vorgehen, weil sie gegen die Sachen stänkern. Hört sich echt absurd an.
 
Wir waren schon mehr als einmal nach dem WW2 auf Konfrontationskurs. Die Begründung dafür liegt nicht in "Konsumgütern", sondern in Dominanz.
Berühmt-berüchtigt beispielsweise die "Atombombe Deutsche Mark", die unbedingt entschärft werden musste, bevor die Situation eskalierte.
Aber wie ich jetzt schon mehrfach gesagt hatte (und du nun brav wiederholst): Dank der NATO ist nie viel passiert. Dank ihr gehen NATO-Mitglieder nicht aufeinander los. Denn niemand möchte von den Amerikanern auseinander genommen werden. Die USA sind übrigens Schutzmacht Japans. Auch ohne NATO-Mitgliedschaft.
Und genau das macht den Europäern an Trump auch am meisten Angst: wenn der einzige nennenswerte Schiedsrichter keine Lust mehr hat, die Schöngeister der Länder Europas zu trennen, steigt das Risiko für innereuropäische Konflikte.
Deshalb gibt man plötzlich Gas bei der Dezentralisierung der nationalen Streitkräfte und einer EU-Armee.
Das hat alles nichts mit Demokratie zu tun. Es benötigt lediglich zwei Demokratien, deren Völker sich gegenseitig stark genug anwidern und schon knallt es auch zwischen zwei demokratischen Staaten. Das kam bisher nicht vor, reines Glück und auch der NATO geschuldet.
Frieden ist weit komplexer und nicht an einer Staatsform festzumachen. "(Liberale) Demokratie einführen und dann herrscht Frieden" ist genauso doof wie die McDonalds-These.
Auch eine Diktatur kann friedlich sein und mit den Nachbarstaaten wunderbar zurecht kommen. Man benötigt dafür jedoch einen Diktator, der nicht völlig freidreht. Einer der Lieblingssätze unserer Linken ist "Der Kommunismus/Sozialismus funktioniert! Es hat ihn nur noch niemand richtig gemacht!" Kann sein. Nur find mal eine Gesellschaft, die es "richtig macht". Bisher hat es noch keiner der vielen Versuche hinbekommen.
Und so funktioniert auch die Demokratie zwar in westlich geprägten Kulturen recht gut, findet aber schnell ihre Grenzen, wenn man sie in kulturell und religiös weniger homogenen Gesellschaften anwendet. Dort wird aus der Demokratie schnell eine Diktatur der Masse, die dann rigoros gegen unbeliebte Minderheiten demokratisch legitimiert vorgeht.

Wir haben übrigens eine Parlamentsarmee. Da wir uns problemlos an Angriffskriegen beteiligen können (Merkelchen ist ja damals sogar extra zu Bush gereist und hatte versichert, dass ein Deutschland unter ihr zu der Koalition der Willigen gehören würde), dürfte es auch nur Makulatur sein, ob ein demokratisches Deutschland Kriege erklären kann. Wenn wir an einem solchen Punkt angelangt sind, werden notfalls die nötigen Änderungen beschlossen oder das Recht schlicht ignoriert.
Dass man damit durchkommt, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben.

Die Beschaffung von Waffen ist dann auch nicht das Problem. Wenn ein Land in den Kriegsmodus schaltet, wird natürlich auch die Industrie umschalten. Zumal Kriegserklärungen zwischen Nationen auch eine gewisse Vorlaufszeit haben und die Kontrahenten entsprechend zuvor schon mit der Aufrüstung anfangen.

Aber das alles sind nur generelle Dinge. Wie nun auch schon dreimal gesagt, halte ich einen Krieg zwischen europäischen Nationen mittelfristig auch für unwahrscheinlich.

Was aber geht, sind Bürgerkriege. "Waffen abgeben" bedeutet nicht, dass man keine neuen Waffen beschaffen kann. Gerade die IRA oder die genannte ETA dürften damit keinerlei Probleme haben, die alten Strukturen wieder zu aktivieren. Gerade die ETA hat erst in diesem Jahr damit BEGONNEN, Waffen und Sprengstoff abzugeben. Entwaffnet sind die meines Wissens nach noch lange nicht.

Eine individuell mangelhafte Vorstellungskraft bedeutet nicht, dass etwas nicht sein wird. Gerade das sollte Katalonien gerade zeigen.
Ich hätte auch nie gedacht, dass Arnold Schwarzenegger mal Gouverneur wird, Trump Präsident, die CDU zur SPD, Kim Wasserstoffbomben zündet, ...
Es sind nicht die Dinge, die ich mir vorstellen kann, die mich umtreiben. Es sind die, die man so gar nicht kommen sieht.
 
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Wenn ein Volk zufrieden ist und im Wohlstand lebt, ist die Gefahr eines Krieges extrem gering.
In einer Diktatur lebt das Volk nicht zufrieden, egal wie groß der Wohlstand ist.
Daher geht da immer eine Gefahr von aus.
Aber solange Deutschland, Frankreich und andere EU Staaten im Wohlstand leben -- und das tun sie -- geht davon schlicht keine Gefahr aus.
Und -- jetzt mal im Ernst -- so einen Spinner wie Trump wird die Demokratie aushalten. Der Nachfolger Trumps im Oval Office wird wieder eine andere Politik machen.
 
Nur ist der Wohlstand in der EU alles andere als gesichert. Vor allem nicht in Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland. Auch bei uns nicht, wenn man nur an den Target2Saldo denkt. Richtig ist: nicht nur der Wohlstand bestimmt den Frieden. Denn das es nur dieser wäre, ist eine zutiefst kapitalistische Weltsicht. Es soll tatsächlich noch Völker geben, die nicht nur dem schnöden Mammon verfallen sind. Und weil wir das kaum nachvollziehen können, gibt es auch die Differenzen mit den östlichen EU-Staaten.
Der zweite Punkt, die Zufriedenheit, dürfte in der EU auch schon lange keine Rekorde mehr aufstellen.
Auch Zufriedenheit und Wohlstand sind noch nicht des Friedens Kern. Aspekte wie Sicherheit, Perspektive, Gesundheit, Mitbestimmung gehören dort hinein. Das Feld ist weit und nicht jeder Punkt hat dieselbe Gewichtung.

Nebenbei sind Völker unter Diktatoren nicht per se unzufrieden oder das Leben schlecht. Es kommt auf den Diktator an. Das beste Beispiel war ja gerade Syrien vor dem Arabischen Frühling.
„In keinem anderen Land dieser Region leben so viele verschiedene Völker mit unterschiedlichen Religionen und Sprachen wie in Syrien“, erklärt Prof. Dr. Werner Arnold, Inhaber des Heidelberger Lehrstuhls für Semitistik und Organisator des Kolloquiums: Araber, Westaramäer, die ostaramäischen Assyrer und Syrer, Armenier, Tscherkessen, Tschetschenen, griechisch sprechende Muslime aus Kreta, Dom, Kurden, Türken und Turkmenen. Gesprochen werden hauptsächlich semitische, aber auch indoeuropäische und Turksprachen. Zudem sind alle großen Religionsgemeinschaften – Islam, Christentum, Judentum – vertreten. Dass das Zusammenleben auf friedliche Weise funktioniert, liegt, so Werner Arnold, „nicht zuletzt an der überkonfessionellen Doktrin der arabisch-nationalistischen Baath-Partei, die in der Hauptstadt Damaskus regiert.“
Das syrische Modell friedlicher Koexistenz: Muslime, Christen, Juden - Kommunikation und Marketing - Universitat Heidelberg

Diktatoren haben nämlich die angenehme angewohnheit, religiösen Extremismus nicht zu dulden. Syrien war tatsächlich ein Land, in dem alle koexistieren konnten, ohne dass totaler Wahnsinn ausbrach. Es ist leider so, dass manche Ecken in dieser Welt bis heute nicht klarkommen, ohne dass jemand den Daumen drauf hält. Früher dachte man darüber anders, doch heute ist das gar nicht mehr so einfach und pauschal zu beantworten.
Für uns im Westen sind solche Gedanken innerlich kaum auszuhalten, aber Ideale sind eben nicht immer realitätskonform.
Aus Syrien würde eine reine Demokratie dasselbe machen wie aus dem Irak.

Zu Trump und dieser Art des bashings habe ich auch eine andere Meinung. Die Demokratie muss ihn "nicht aushalten", sie hat ihn ins Amt gebracht. Er ist ein Teil der Demokratie. Man kann ihn menschlich ablehnen, selbstverständlich auch seine Politik. Deswegen muss man sich aber nicht unbedingt in einen "Rausch" hetzen, wie es so viele dieser Tage tun. Zumal sich viel davon wie erwähnt auf die Unsicherheiten der Europäer zurückführen lässt, die mit ihrem bashing (es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über irgendwelche Nichtigkeiten [wie Frisur, ob er einen Hamburger gegessen hat, wie die Stimmung seiner Schnürsenkel war] Artikel verfasst werden) überspielen, dass sie ohne die USA kaum mehr als Sprücheklopfer sind, die zwar gerne Kritisieren und sich gegebenenfalls auch mal den USA anschließen, wenn es denn gerade in die eigene heile Welt passt, aber schwerlich alleine den eigenen Stall sauber, gar die Welt zusammenhalten können und ohne Aufpasser womöglich wieder in alte Muster zurückfallen, sich an die Gurgel gehen.
Ein Trump kann sicherlich wirtschaftlich Schaden anrichten (bisher geht es der US-Wirtschaft jedoch absolut blendend und ein Rekord jagt den nächsten), ja sogar Kriege ausbrechen lassen (aber da steht sein Zähler momentan bei 0; zum Vergleich: Bush startete 4 bewaffnete Konflikte, Obama 3). Aber ich sehe nicht, dass ein Trump irgendwo die demokratische Grundordnung in den USA gefährdet.
Ganz im Gegenteil. Die amerikanische Demokratie hat genügend Selbstschutzmechanismen.

Das hat sie anderswo nicht oder sie greifen einfach nicht wie erhofft.
 
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Im Vergleich zu anderen Ländern geht es auch Leuten, die bei uns im Armut leben, hervorragend.
Was nicht heißt, dass es nicht auch besser sein könnte.

Und hohe Werte an der Börse sind doch heute nur noch Luftnummern, da sie auf keinerlei wirkliche Leistungen beruhen sondern immer nur Vorstellungen sind.
Wie kann es sein, dass ein Unternehmen wie Facebook, das nichts produziert, wertvoller an der Börse ist als Unternehmen, die tatsächlich Werte produzieren?
Daran merkt man doch schon, dass die Börse absolut an der Realität vorbei agiert.
 
Wertschöpfung ist vielschichtig. Der Wert einer Ware ist ja nun nicht abhängig von der materiellen Manifestation. Das ist das alte Lied von "geistiger Arbeit" vs. "Muskelschmalz".
Tatsächlich produziert Facebook geradezu atemberauende Massen an Datensätzen, die in den richitgen Händen schier unermesslichen Wert besitzen können.
Wenn dir daraus beispielsweise jemand ein Modell bastelt (und das ist tägliches Handwerk) und dir anhand dessen voraussagt, wie sich bestimmte Menschen bzw. Zielgruppen verhalten, wo du am besten Werbung schaltest, um diese mit deinem eigentlichen Produkt optimal zu erreichen, so kann dieses nicht nur über Erfolg und Misserfolg deiner Bestrebungen entscheiden, es kann diese gar überhaupt erst rentabel machen und somit den Wert des eigentlichen Produkts weit überschreiten.
Denn 100.000 Paar Schuhe im Lager besitzen keinen Wert (im schlimmsten Fall sind sie dein Ruin), wenn die Personen, die genau diese gerne kaufen würden, nie erfahren, dass sie existieren.
Mit Facebook habe ich da gar keine größeren Probleme.

Aber es gibt da in der Tat einige Bereiche bspw. im Finanz- und Bankensektor, die durchaus hinterfragt gehören.
 
@Taskmaster

Es gibt weltweit sehr viele Hotels da liegen zum Teil Millionen Beträge als totes Kapital im Keller in Form von Wein und Sekt im 20 Flaschen auf Lager wovon im Jahr eine verkauft wird nur von 1nem Wein a 3500€ VK.

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Die Russen sind immer böse. :D

Warum funktioniert denn dort nicht einmal ein Rechtstaat?

Warum sind denn Putin und Konsorten Multimillionäre,

während die "normalen " Leute in der Pampa noch in Holzhütten hocken? :D

Was hat das eine bitte mit dem anderen zu tun?

Kannst du genauso gut fragen warum es in Deutschland fast 1 Million Menschen gibt die sich keine eigene Wohnung mehr leisten können, oder warum jemand wie Ursela von der Leyen, Thomas de Maizere, Gerhard Schröder, oder Schäuble ein Vermögen in Millionenbereich besitzt während andere für ihre Arbeit kaum über ALG II liegen.
 
Kannst du genauso gut fragen warum es in Deutschland fast 1 Million Menschen gibt die sich keine eigene Wohnung mehr leisten können, oder warum jemand wie Ursela von der Leyen, Thomas de Maizere, Gerhard Schröder, oder Schäuble ein Vermögen in Millionenbereich besitzt während andere für ihre Arbeit kaum über ALG II liegen.

Absolut richtig!!!

Meiner Meinung nach liegt dort der Hase im Pfeffer. Die Dicken die da oben aktuell sitzen sind meiner Meinung nach das raffgiriegste und verlogendste was es an Regierung bisher gab. Die wollen immer mehr und mehr und reden denen die es ihnen geben können nach dem Mund. Alles für das Geld, alles für die Lobby, das Volk interessiert die nicht.

Da ist der "böse Russe" schnell und gern der Buhmann
 
Die Dicken die da oben aktuell sitzen sind meiner Meinung nach das raffgiriegste und verlogendste was es an Regierung bisher gab. Die wollen immer mehr und mehr und reden denen die es ihnen geben können nach dem Mund. Alles für das Geld, alles für die Lobby, das Volk interessiert die nicht.

Ganz genau und darum traue ich Denen auch zu hier einen Krieg vom Zaun zu brechen. Die machen sich so vorzeitig aus dem Staub, wir können dann den Mist ausbaden und wenn dann alles vorbei ist kann man den Überlebenden ja wieder prima Sachen verkaufen und für Hungerlöhne Arbeiten lassen um sich ihre neue Zukunft aufzubauen.
Nur, wenn es zu einem Krieg Nato- RF kommt, wird da Nichts mehr übrig sein wohin diese Dicken zurückkehren könnten, aber das scheint Denen nicht ganz Bewusst zu sein.
 
Was sollte dabei so ungewöhnlich sein? D liegt relativ zentral, hat eine gut ausgebaute Infrastruktur (im Vergleich zu anderen EU Ländern) und verfügt eh über viele Natostutzpunkte aus der Post WK Ära. Ist doch ein logischer Vorschlag. Das hat nichts mit einem Krieg zu tun.

Komisch nur das du nicht auf die enormen Manöver der Russen eingehst. Diese werden schon ignoriert, die NATO ist aber ein böser Aggressor Richtung Ost...
 
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