AW: Der 24-Fps-Mythos: Warum 24 Frames in Spielen nicht flüssig ist - Bild- und Videobeweise
Zuerst einmal: Das Youtube-Video im Beitrag ist für die Katz'. Ich sehe da zwar einen Unterschied, aber der ist nur ein Bruchteil von dem, was man merken dürfte, denn das Youtube-Video hat in 720p lediglich 29,97 FPS. Sprich es gibt weder für das 24 FPS Video auf der linken Seite noch für das 60 FPS Video auf der rechten Seite einen gemeinsamen Nenner, das Resultat ist übelstes Ghosting und Matsch auf beiden Seiten, mal ganz abgesehen von der generellen Ruckelorgie, die es selbst bei "echten" 29,97 FPS geben würde.... Um den Unterschied zu verdeutlichen müsste man eine Framerate für die rechte Seite wählen, die einem Vielfachen von 24 FPS entspricht, z.B. 72 FPS. Dann das Video auf 72 FPS rendern und NICHT YouTube oder andere Videoportale zur Darstellung nutzen, sondern die originale Videodatei auf einem Filehoster oder einfach einem normalen Server zum Download anbieten.
Zum Thema selbst:
Ich bekomme Schwierigkeiten noch einen Unterschied ab ca. 80 FPS im Vergleich zu höheren Frameraten zu erkennen (auf meinem 120Hz Monitor), aber alles unter 80 FPS stört mich je nach Spiel gering bis extrem.
In Battlefield 3 reichen mir meine ~45 FPS auf mittleren/hohen Details aus, aber in Rennsimulationen wie rFactor geht alles unter 80FPS überhaupt nicht. Wenn man da Runde um Runde mit Abweichungen von zweistelligen Tausendstelsekunden um die Strecke donnert, sieht und braucht man eine enorm hohe Framerate (da gibt es z.B. auch kein Motion-Blur, aber das würde auch nur über das Problem hinwegtäuschen und es nicht lösen). Konstante 120 FPS bei VSync liegen da bei mir eh meist an, aber sobald die Framerate auf etwa 60 fällt, merkt man das schon an einfallenden Rundenzeiten, leichten Verbremsern, nicht optimal getroffenen Einlenkpunkten etc.
Da ist schon was dran, dass gerade im eSport hohe Frameraten wichtig sind, gerade was Rennsimulationen und schnelle Shooter angeht. Selbst bei Strategietiteln merken das die Cracks der Szene, wenn sie eine höhere Framerate haben.
Ach ja, BluRays am PC anzuschauen empfinde ich als unerträglich mit diesem 23,976 FPS Monstergeruckel, das geht mal gar nicht. Da bekomme ich Kopfschmerzen ohne Ende. Allerdings gibt es ja zum Glück Abhilfe für viele Videoformate, die zumindest einen Großteil der Symptome bekämpft:
Smooth Video Project
Ich schaue mir damit meine Filme mit doppelter oder dreifacher Framerate an, damit das erträglich wird. Das Motion-Blur geht natürlich nicht damit weg, was dann im flüssigen Video extrem unnatürlich aussieht. Das bekommt man nur weg, wenn der Film bereits mit höherer Framerate (sprich kürzerer Verschlusszeit der Kamera pro Bild) aufgenommen worden wäre.
Einen Vorgeschmack auf die "Hochrechnung" durch mehr Zwischenbilder von 24 FPS auf 60 FPS sieht man aber hier:
Original 24p Video
Video mit interpolierten 60 FPS
Peter Jackson's The Hobbit wird zum Glück mit 48p anrollen, endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung! Der uralte Standard mit den 24 Bildern/Sekunde für Film wurde nämlich vor gut einem Jahrhundert eingeführt, und zwar nicht aus wissenschaftlichen Gründen ("mehr sehen wir eh nicht" - was ein Schwachsinn!) oder Willkür, sondern aus Kostengründen!
Damals war die Produktion eines Films sehr teuer, was die Materialien anging. Gerade der Film (damit meine ich den Film, der für die Aufnahmen genutzt wurde, sprich das Zeug auf den Filmrollen) war damals extrem teuer. Um also möglichst optimal Kosten zu sparen, musste man den Film so langsam wie möglich bei der Aufnahme durch die Kamera laufen lassen, da jeder vergeudete Meter Film den Verlust von kostbaren $ bedeutet hätte. Allerdings musste man auch so schnell wie nötig den Film durchlaufen lassen, und hier ist nicht das Bild der entscheidende Faktor gewesen, sondern der Ton. Um also eine nicht allzu kratzende Akustik hinzubekommen, musste man den Film so schnell durchlaufen lassen, dass man bei dieser Geschwindigkeit etwa 24 Bilder pro Sekunde untergebracht hat.
Aus diesem Grund soll es bis heute weiterhin als Standard herhalten? Ganz ehrlich: Weg mit dem Scheiss! Dann soll die Filmindustrie nicht die Auflösung der digitalen Filmtechnik immer weiter in die Höhe kurbeln, wenn der Datendurchsatz für ein flüssiges Bild noch nicht ausreichend ist. Demnächst wird dann noch 16k mit 11,988 FPS als neue Revolution eingeführt oder was? "Ein gestochen scharfes Bild, wie die Realität!" - ja, aber nur solange sich nichts im Bild bewegt, denn dann kommt bei so langen Verschlusszeiten nur noch Brei raus... Man könnte dann also bei Kameraschwenks von hochgerechneten 640x360er Bildern sprechen (wegen der Verschlusszeit, suuuuper lang!), die sich in einem Diaprojektor befinden, der ziemlich flott einzelne Bilder darstellt, die kurz hintereinander aufgenommen wurden.
FullHD (1920x1080), bei mindestens 72 FPS wäre doch mal ein schöner Standard! Endlich schöne, realistischere Filme!

Jackson macht mit FullHD in 3D und 48p ja schonmal den Anfang...
