AW: 24"er: HP ZR24W / Dell U2410 / Asus PA246Q / Fujitsu P24W6 - oder ganz anders?
Um die ganze Sache mal abzuschließen:
Nach einem ZR24w von surffact (akzeptable Lieferzeit, problemlose 14-Tage-Rücknahme - aber einfach tauschen war nicht drin) und zweien von ARLT (etwas teurer und ohne billig-Maus, dafür mit 4 Wochen Pixelfehlergarantie, und der erste war schon mal von jemandem getestet - aber abholen und neuschicken läuft reibungslos) bleibe ich jetzt dabei. Eigenschaften nach meiner Einschätzung:
- leider
nicht lautlos sobald man die Helligkeit unter die normalen "90" regelt, fängt er an zu summen. Bis ~80 und noch einmal um die 20 rum ist das Summen sehr leise und wird auf 90 cm Entfernung von meinen Festplatten weitesgehend kaschiert (ohne Festplatten und wenn ich mich drauf konzentriere, höre ich es auch aus >3 m Entfernung noch - aber ich da ja auch n bissl empfindlich). Bei 50-60 ist er noch ein Stück lauter, dass könnte in sehr leiser Umgebung störend sein. Immerhin: Das Geräusch an sich angenehm tief. Kein 50 Hz Brummen, aber wer noch ein paar hörbare Lüfter hat, dürfte es leicht übertönen.
Das alles gilt für alle drei Exemplare. Unterschiedliche Erfahrungsberichte würde ich somit auf Serienstreuung des Hörvermögens der Tester, nicht der Monitore, zurückführen
-
Pixelfehler: Hatte keiner der drei
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Blickwinkel: Farbstabilität ist IPS-typisch 1a, Helligkeit und Kontrast in horizontaler Richtung ebenfalls.
In vertikaler Richtung dagegen kommt es zu einer deutlichen Abdunklung bei ~45-70° Betrachtungswinkel. D.h. wenn ich vor dem Schreibtisch stehe, läuft ein abgdunkelter Balken quer übers Bild. Ebenfalls verbesserungsdürftig ist der Glanzeffekt. Viele Tester beschreiben den als S-IPS typisch und den HP nicht als besonders schlecht - aber mein alter Dell ist da meilenweit vorraus. Horizontal ist bis ca. 40-45° Betrachtungswinkel alles okay, aber vertikal geht es schon bei 20-25° (!) los. Der optische Eindruck ist dann ähnlich wie bei einer schlechten Entspiegelung, wenn helle Gegenstände in der Nähe sind - nur dass der Glanzeffekt auch bei komplett abgedunkeltem Raum auftritt. Erst ab einem Abstand von 70, besser 80 cm bleibt man auch den Ecken davon verschont. Wer näher dransitzt, sollte testgucken. In den meisten Fällen stört es nicht (nur extrem dunkle Partien werden spürbar aufgehellt - z.B. Bilder von schwarzen Objekten sind meist noch okay), aber wenn z.B. Filmgenuss mit mehreren Personen könnte schwierig werden. Nutzung im Pivotmodus erscheint mir komplett sinnlos.
Imho ein bißchen schade um die ganzen IPS-Panels, wenn das heutzutage standard ist.
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Bildformat: Überraschenderweise sind die 0,269 statt 0,255 mm Pixelgröße doch spürbar - in der Praxis fallen sie mir sogar eher auf, als die 320 Pixel mehr Breite

(aber 26" wäre trotzdem die bessere Größe für mich)
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Overdriveartefakte kann ich keine wahrnehmen...
- ...eine Besserung der
Reaktionszeit bei Aktivierung des Overdrives aber auch nicht (Standard: aus). Da im gleichen Menü auch dynamischer Kontrast aktiviert werden könnte (mit CCFL afaik unmöglich?), vermute ich, dass es schlichtweg gar keinen (regelbaren) Overdrive gibt und nur die Firmware unzureichend adaptiert wurde (gilt für alle drei Panels). Die Reaktionszeit als solche spricht jedenfalls auch dagegen. Wenn ich bei PixPerAn großzügig bin, dann ist er 2 ms schneller, als der alte Dell - aber in Spielen sehe ich selbst im direkten Vergleich keinen Unterschied. PCGH hat in der 08 24 ms gemessen, tomshardware bei meinem 2001FP seinerzeit iirc 22 bis 34 ms. Schlierenfrei ist das nicht und wie prad.de auf bedingte Hardcoregamer-Tauglichkeit kommt, ist mir schleierhaft.
- ohne Overdrive ist auch der
Inputlag kein Problem. PCGH hat 8 ms gemessen - ich kann mangels DSLR nur feststellen, dass er sogar einen ticken schneller ist, als mein alter
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Farbwiedergabe ist beim dritten okay. Deutlich kälter, als mein alter - aber der war auch etwas zu warm. Spontaner abgleich mit print-Vorlagen lässt keine Korrektur als sinnvoll erscheinen. Aber: Das galt nicht fürs erste Panel. Da habe ich z.T. 20% nach unten korrigiert, um den blauen/kalten Eindruck loszuwerden. Wer beim Anblick seines ZR24w erfriert, sollte also mal einen zweiten ranschaffen - ggf. hat er einfach das untere Ende der Fertigungstolleranz erwischt. Wer (semi-)professionell Bilder bearbeiten will, kann mit der Herstellerkallibrierung in dieser Klasse natürlich nichts anfangen.
Die Zahl der unterscheidbaren Farbnuancen ist in den Randbereichen definitiv angestiegen (solange man nicht korrigieren muss) - sicherlich auch dank des höheren Kontrastes.
- mangelnde
Helligkeit kam von vorneherein nicht in Frage und der HP erfüllt diese Erwartungen. Frontal kommt er nicht ganz an meine Schreibtischlampe an, aber eine 25 W Birne schlägt der locker. Daraus ergeben sich drei Dinge:
1 Die Schwächen bei der Entspiegelung sind vollkommen egal, heruntergelassen Rolläden gehören der Vergangenheit an. (sowas sollte man in Notebooks bauen...

)
2 Runterregeln ist Pflicht, "90" ist selbst tagsüber höchstens in dunklen Spielen nutzbar, mit Text imho nie - somit lässt sich auch die Summerei nicht vollständig umgehen
3 In sonst lichtlosen Räumen reicht der Helligkeitsregler imho nicht mehr ganz aus, man muss zusätzlich den Kontrast absenken.
Verschärft wird letzterer Punkt durch die Grundfrequenz des Backlights bzw. dessen (PWM)Regelung (einfacher Test: Bewegt einen Stift schnell vor dem Display - und guckt, ob er einen verwischten Viertelkreis, oder mehrere klar unterscheidbare Schatten hinterlässt, weil das Licht pulsiert). Es ist zwar nicht gleich 50 Hz Leuchtstoffröhrengeflacker, aber bei Helligkeit "0" spüre ich subjektiv eine höhere Belastung der Augen. Da regel ich bei Textarbeit lieber ein bißchen mehr mit dem Kontrast (was ja auch angenehmer ist) und lass das Backlight ein bißchen höher.
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Schwarzwert ist, wie man an meinen Hinweisen auf den Kontrast erkennen kann, ein deutlicher Fortschritt. Andere könnens vielleicht noch besser, gegenüber dem alten Dell bin ich im Paradies, was Spiele angeht. Bei Schwarz-auf-Weiß ist er, wie gesagt, schon fast zu gut. Da wäre ein Funktion zum speichern von Profilen am Monitor toll gewesen.
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Entspiegelung ist, wie angedeutet, nicht ganz so gut, wie beim Dell 2001FP, aber immer noch okay.
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Interpolationsqualität ist gut, aber dass er kein 1920x1080 beherrscht, ist peinlich wird bei einigen Spielen eine Umstellung der Grafikkartenoptionen erfordern

Nunja - aller vorraussicht nach ist der Anteil der Titel, die ich unter Win7 spielen werde und die kein 1600x1200/1920x1080/1920x1200 unterstützen, gering und somit kann ich meiste Zeit über bei GPU-Skalierung bleiben.
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Mechanik&DesignBedienung: Verarbeitung ist sehr gut, Anmutung edel. Klarer Fortschritt gegenüber meinem Dell, der bei naher Betrachtung doch eher Plastikcharme versrühte - die sauber eingepasste (echt-)Alublende des HP macht sich bemerkbar. Auch von hinten sehr solide und hochwertige Anmutung - trotz der großzügigen Lüftungsschlitze (Licht tritt keines aus). Der große, flache Fuß ist ~das beste, was ich mir vorstellen könnte (n bissl leichter verstellen geht natürlich immer

) und bietet alle nötigen Verstellmöglichkeiten. Kleine Schönheitsfehler: In den Ecken hat HP ca. 2 mm tiefe Aussparungen zwischen Display und Rahmen gelassen. Erscheint sinnlos und macht den Eindruck hervorragender Spaltmaße zunichte. Zweites Manko: Das Kopfgelenkt ist mit dem doch etwas schwereren Display gut belastet. Merkt man zwar nur, wenn man Tasten drückt - aber dann schwingt das ganze Display.
Und Tasten drückt man häufiger. Denn es gibt genau 0 Funktionen, die ohne OSD ansteuerbar sind. Einzig die "+" Taste ist mit einem Schnellzugriff auf das Eingangsmenü belegt - aber selbst da muss man dann noch den neuen Eingang auswählen und mit "Menü" bestätigen. Warum man hier nicht direkt durchschalten kann, weiß nur HP. Warum man nicht auch die "-" Taste z.B. mit der doch recht oft benötigten Helligkeitsregelung verknüpft auch (immerhin: Sie steht im Menü ganz oben). Das größte Rätsel aber ist die "OK"-Taste. Spontan konnte ich im OSD keine einzige Stelle finden, an der ihre Funktion nicht identisch zu "Menü" ist. Nur außerhalb des OSDs kann sie eben dieses nicht aufrufen, sondern löst die ach-so-oft-benötigte Auto-Kallibrierung durch, sonst/somit ist sie eigentlich komplett überflüssig.
Fazit:
You get what you pay for.
330 - 350 € (surffact/ARLT) für einen 24" 1920x1200 IPS Monitor sind eine Kampfansage. Vor allem wenn er Mechanik und Design der absoluten Oberklasse bietet. Dass man da nicht ganz perfekte Farbwiedergabe bekommt und das Netzteil nicht weit über Durchschnitt hochwertig ist, lässt sich wohl kaum vermeiden. Das "lautlos" für einen Monitor "weit über Durchschnitt" wäre, ist aber für die Monitorindustrie als ganzes ein Trauerspiel - gleiches gilt in Bezug auf den Glanzeffekt für die IPS-Panelhersteller und erst recht bei den Reaktionszeiten. Das sich ein top-aktueller Monitor, der als einer der besten seiner Art gilt und mit 5 ms beworben wird, nicht von einem 6 Jahre alten 16 ms Modell abheben kann, ist einfach nur peinlich. Selbst Festplatten, ach was sag ich: Selbst Mäuse und Tastaturen haben sich in dieser Zeit mehr entwickelt. Das es bei der Bildqualität aus extremen Winkeln sogar Rückschritte gibt, ist geradezu lächerlich.
Soviel zum allgemeinen - spezifisch für den ZR24w kann man somit eigentlich nur drei Dinge kritisieren.
1. Die mangelnden vertikalen Blickwinkel. Keine Ahnung, was HP hier falsch macht - aber wenn ein Display bei mittleren Winkeln schlechtere Qualität liefert, als bei extremen und das auch nur in einer Richtung, dann geht das definitiv besser und mein alter Dell macht vor, wie.
2. Das mangelhafte Backlight. Ein IPS-Display richtet sich, auch zu dem Preis, nicht an den ganz ahnungslosen Käufer und muss somit nicht mit 400 cd/m² protzen. 300 cd/m² wären und sind den meisten mehr als genug. Das so der Regelspielraum am unteren Ende bestenfalls "ausreichend" ist und es zudem zu einem leichten Flimmern kommt, ist schlecht. Auch hier macht der 2001FP vor, was besser wäre. Zugegeben: Der war seinerzeit auch in der 800 € Klasse. Aber wärend das bei Displaybeschichtungen noch eine Rolle spielt, ist die Gesamthelligkeit und Frequenz des Backlights nun wirklich nichts, wo zwei- geschweige denn dreistellige € Beträge eine Rolle spielen
3. Das OSD. Das ist sogar ein 0 Cent Fall - und bei ZR24w auch einer von IQ=0. Wenn sich ein Handyhersteller erlauben würde, null von drei Tasten für sinnvolle, z.T. dringend benötigte Schnellzugriffe zu nutzen, wären zwei Tage später die ersten Firmwaremods da, bei Monitoren wird man wohl drauf verzichten müssen.
Eine Berechtigung hat der ZR24w trotzdem. Die Konkurrenz verlangt schlichtweg 30% mehr und das ist für zwei der drei Fehlerchen definitiv zu viel, zumal man dafür -laut Testberichen- weitere Probleme in Kauf nehmen muss. Die großen Kritikpunkte teilt sich der HP gar mit zwei bis dreimal so teuren Modellen. Das ist nicht gut, aber wer im Moment einen Monitor diesen Formates sucht, bekommt eben kein bessere Angebot.
Wer noch warten kann (ich kann es nicht - mitlerweile macht die eine Spalte des 2001FP Regenbogen und 960 Pixel nutzbare Breite sind echt zu wenig), sollte es imho. Der Dell U2410M hat ein ähnliches, ggf. identisches Panel, ähnlichen Preis, die gleiche Ausstattung und Dell kann auch gute Standfüße bauen. Die Grundprobleme (Glanz, Reaktionszeit, Geräusche) wird er vermutlich nicht beheben (aufs Netzteil kann man ja mal hoffen - aber die Chancen, dass es da besser wird, sind bei Dell wohl kleiner, als dass sie Inputlag oder Overdriveartefakte vermasseln), aber bei Backlight und OSD würde ich mir Hoffnungen machen - und mit viel Glück bessern sich vielleicht die Blickwinkel.
Edit:
Einen Kritikpunkt habe ich noch vergessen zu erwähnen. Das Ding braucht 4-5 Sekunden, bis es an an ist. Den POST-Screen verpasst man fast vollkommen und das arbeiten an zwei Rechnern zeitgleich ist quasi nicht möglich. Auch das eine Sache, die der alte Dell viel besser konnte - aber das ist vielleicht auch wieder ein Punkt, den man in dieser Preisklasse akzeptieren muss.