AW: 140mm Lüfter-Roundup 2016
Kann man den Lüfter eines Netzteils selber austauschen?
Natürlich "kann" man das, aber sicher nicht "bedenken/gedanken"-los! Erstens muss man wissen, worauf es im Bereich der Netzspannung ankommt, z.B. Kabelführung / Abstände / Isolierungen etc. Zweitens ist das natürlich ein nicht unerheblicher Eingriff in "der" Gerät und damit erlischt natürlich jedwede Garantie und Abnahme (CE/TÜV). Wenn dann der PC im wahrsten Sinne des Wortes anfängt zu brennen, zahlt vermutlich keine Versicherung mehr, wenn sie denn überhaupt herausbekommen sollten, dass Du den Lüfter gewechselt hast. Beides ist aber sehr weit weg von der Realität, vorausgesetzt, Du weißt, was Du tust und wie Du es tun musst. Als jemand der vor 40 Jahren seinen ersten Elektronikbaukasten geschenkt bekam und vor 30 Jahren Elektrotechnik studierte, ist das natürlich sehr leicht gesagt. Aber es ist wirklich kein Hexenwerk.
1.) Der neue Lüfter muss in etwa dieselbe max. Drehzahl aufweisen, wie der original eingebaute Lüfter. Wenn das Typenschild in Verbindung mit Google nichts hergibt, ist das meistens schwierig, da in den Netzteilen wirklich i.d.R. das billigste und einfachste verbaut ist. Meistens haben diese Lüfter nämlich KEIN Tachosignal, also nur zwei Drähte, Plus und Minus. Einfach an ein Mainboard hängen und Drehzahl messen ist also nicht.
2.) Beim Auseinanderbauen genau darauf achten, wo welche Kabel/Drähte laufen und ggf. fixiert sind. Diese zusätzlichen Arbeiten/Aufänder wurden nicht aus Jux und Dollerei vorgenommen, sondern um geforderte Abstände zwischen Nieder- und Hochspannung einzuhalten und auch um das evtl. mögliche Aufweichen/Schmelzen von Isolierungen zu unterbinden.
3.) Der neue Lüfter muss natürlich auch passen, ohne gar irgendwelche anderen Teile zu verbiegen oder gar abzudremeln!
4.) Muß man den i.d.R. 3poligen Stecker des neuen Lüfters durch den Stecker des Originallüfters ersetzen, denn die NT haben i.d.R. nicht die üblichen 3-Pin-Mainboardstecker, die Du kennst.
Alles in allem, man kann, aber entsprechendes Grundlagenwissen sollte vorhanden sein! Ich selber habe das schon erfolgreich bei einigen Netzteilen gemacht. Allerdings war der Gewinn nicht wirklich die Arbeit wert.
Wenn der Lüfter des Netzteiles eh nicht geregelt ist und bei >=1.000rpm läuft, ist es wirklich egal, welchen Du da einbaust, da sind alle einfach viel zu laut.
Ist er geregelt gewinnst man leiderauch nicht wirklich viel, da die Unterschiede (bei gleicher Drehzahl!) so gravierend auch nicht sind.
ERGO: Es gibt mittlerweile ja lüfterlose Netzteile, die machen gar kein Lüftergeraüsch. Und es gibt Netzteile mit geregeltem Lüfter, der erst ab einer bestimmten Leistung anläuft, meine ich mich zu erinnern.
Es gibt zwar auch Lüfter mit eingebautem Temparatursensor, aber da muss man wirklich genau wissen, wie und wo im Netzteil man etwas anheften darf (den Temperatursensor) oder besser auch nicht.
Also man kann, aber man muss auch einiges dabei bedenken.