Verbrauch und Effizienz nicht verwechseln!
AVX512 lastet eine CPU besonders gut aus und ist so überproportional schneller mit der Rechnung fertig, braucht damit also am Ende weniger Energie für das selbe Ergebnis.
Ich muss mal kurz die Prämisse erläutern, weil es nur einen sehr bestimmten Aspekt der CPU und Anwendung her nimmt. AVX-512 veranschaulicht dieses Energiedilemma. Mal abgesehen davon, dass AVX-512 wahrscheinlich noch viele Jahre keine Relevanz für Gamer haben wird (wenn überhaupt jemals).
Ich finde den Artikel nicht wieder indem Computerbase feststellte, dass die Taktrate einer relativ aktuellen Intel CPU bei AVX-512 stark abfällt während der Energiebedarf und die Wärmeabgabe stark anstiegt. Kurioserweise
schreiben sie zum Ryzen 9 7950X:
AMD versucht es dabei nicht direkt mit der stromhungrigen Brechstange, die Intel seinerzeit nutzte. Stattdessen werden bei AMD für AVX512 zwei 256-Bit-Operationen zusammengeschaltet, heraus kommt dann AVX512.
Dazu möchte ich auch noch den
Test der 11000er Generation von Intel werfen. Da wird relativ deutlich, dass der Energiebedarf nicht das einzige Problem bei hohen Powerlimits sind, sondern auch die Abwärme. In seinem
Unfugvideo demonstriert Linus, dass auch die stärkste Kühlung einem Problem nicht Herr werden kann: Thermodynamik. Kurzfassung: Linus versucht mit einem 5000W Kühlaggregat für Laser einen 13900K zu kühlen und darf feststellen, dass die Prozessortemperaturen nicht besser wurden.
Ich sehe an meinem eigenen 5900X, dass die Temperaturen sehr schnell auf die 90°C springen und wieder abfallen und das ohne die Kühlung hochzufahren.
Ich finde dieses Thema Energie, Abwärme und Leistung sehr interessant, da in letzter Zeit häufiger hohe Powerlimits Ursache für gute Momentaufnahmen waren, aber mit PL1 und PL2 die Leistung einbricht. Daran sieht man auch schon Notebookkonfigurationen scheitern.
Was will ich eigentlich sagen? Bei SSDs mit QLC Flash habe ich schon in mehreren Tests gesehen, dass angemerkt wurde, dass die Schreibrate irgendwann einbricht. Die Frage ist, wann das wirklich relevant ist. Produziert man schon 50 GB mit mehr als 500 MB/s und schafft es den Cache vollzuschreiben? Beim Download von Call of Duty mit Sicherheit nicht.
Bei der Auswahl der Hardware ist mir zumindest bewusst(er) geworden, dass ich deutlich mehr Zeit in Recherche stecken muss, wenn ich das Optimum für meinen Use Case finden möchte. Es muss nicht immer die Samsung EVO SSD sein. Oftmals wird die 25% günstigere SSD die Aufgabe ein paar Daten zu Speichern und gelegentlich mal ein paar Gigabyte zu schreiben, vergleichbar gut erledigen.
Wenn meine Workloads eher kurzer Natur sind (kurz etwas in Excel durchrechnen lassen oder einen Datenbankquery), juckt mich das Powerlimit kaum. Kodiere ich ein Video oder crunshe mal so richtig Daten, so dass die CPU unter Dauerlast steht, wähle ich vielleicht eine CPU mit geringerer (theoretischer) Peak Rechenleistung und setze eher auf eine CPU, die ihre Leistung auch dauerhaft halten kann.
Da in Spielen die CPU nie zu 100% ausgelastet ist, zählen diese Werte auch nur begrenzt.
Genau so sind nicht immer Mittelklassekarten die mit den meisten FPS/Watt. Entscheident ist wie nah der jeweilige Chip am sweet spot betrieben wird. Kleiner Chip mit hohem Takt bedeutet meist eher niedrige Effizienz.
In der letzten Generation war daher die 6800 Vanilla das effizienteste Produkt bevor Ada alle überholt hat. (Die Tabellen mit 7900 zeigen leider deutlich weniger Karten, RDNA3 reiht sich dort zwischen 6800 und 40xx ein)
Die 4090 schluckt eine Menge Strom, sticht aber in den Benchmarks deutlich heraus. FPS/Watt ist bei der Karte trotz 400W (ich schaue es jetzt nicht nach) grandios!
Worüber rege ich mich auf? Eigentlich nur über das Betreiben von Hardware außerhalb des Sweet Spots inbesondere nach oben, um bloß die besten Benchmarkergebnisse unter bestimmten Kriterien zu erreichen.
Alles Tutti. Belehrt mich, falls ich etwas falsch sehe.