AW: Wikileaks: 16-jähriger Hacker verhaftet - erster Erfolg für Anonymous-Gegner
Mathe oder Physik? Viel Spaß...
Die hohe Kunst der Mathematik natürlich. Ich will gar nicht wissen was die Physiker mit meiner schönen Fourier Theorie anstellen

Ok ich mag sie eigentlich gar nicht, und schön ist sie auch nicht, but anyway...
Ich glaube, wir sind uns in den meisten Punkten einig, argumentieren einfach auf einer komplett anderen Ebene
Ich werde immer wieder missverstanden deswegen. Bin halt Mathematiker
Das Vertragsmodell geht nicht von IST Zustand aus, sondern von einem Naturzustand, in dem jeder Mensch frei tun und lassen kann, was ihm beliebt, also alle Freiheiten hat. Damit man sich nicht gegenseitig bekämpft und die Stärke der Gemeinschaft nutzten kann, wird ein Staat gegründet. Insofern gibt man schon Freiheiten auf. Denn dann ist verbindlich festgelegt, was erlaubt ist, und was nicht. Das Modell hat mal irgend ein toller Philosoph erstellt, ka. mehr welcher.
Kanns aber raussuchen, falls sich jemand für Staatsphilosophie interessiert.
Freiheit bezieht sich hier übrigens nicht auf die Mittel oder Gelegenheit, etwas zu tun (genug Geld haben einen neuen PC zu kaufen) sondern um ein allgemeineres "Erlaubt sein". Das ist ja in jedem Fall gewährleistet, wenn es keine Regeln gibt. Das Geld ist aber nicht in jedem Fall vorhanden. (Was viele von uns sicherlich regelmässig feststellen müssen^^)
Ob jetzt Geheimhaltung teil des Vertrages ist, oder nicht, ist zweitrangig. Es geht darum, dass die gewählten Organe in ihrer Pflicht gehindert werden, dies also auch einen entsprechenden Vertrag brechen kann.
Das ganze Problem entsteht natürlich erst dadurch, dass diese gewählten Organe nicht ideal arbeiten, und es da zum einen erwünscht sein kann Lücken zu haben, die Missstände aufdecken, andererseits aber auch schadet.
Und gerade weil der böse Diktator sich nicht an die Regeln hält, sind Löcher im ersteren Fall erwünscht.
Da hält sich das gewählte Organ nicht an den Vertrag, also muss dieses Konsequenzen erfahren. (Problem Militärstaat, wo die Konsequenzen nicht mehr durchgesetzt werden)
Zur Dämonkratie,... ähm Demokratie meine ich natürlich (so ein Tag lang DSA hinterlässt Spuren)
Ich meinte nicht, dass wir/ihr in der Mitte zwischen Ideal und Katastrophal sind/seid, sondern eben dazwischen. (Meine Wortwahl macht ab und zu Sinn^^) Also unser/euer System S ist Element des offenen Intervalls (perfekt, katastrophal), wenn man diese Qualität auf eine Achse projiziert. Und nicht deren Mittelwert
Wenn man nun festlegen will, wann Geheimhaltung notwendig ist, müsste man doch in einer direkten Demokratie darüber abstimmen ==> Widerspruch. Macht ja keinen Sinn.
Also wenn man davon ausgeht, dass Geheimhaltung notwendig ist, ist man gezwungen jemandem zu vertrauen, der diese einstuft, ob das jetzt angenehm ist oder nicht.
Deine Richtlinie ist also nur ein Verschieben des Problems (wie du, wenn ich das richtig sehe, bereits gesagt hast)
Was WikiLeaks genau will, ist mir letztendlich egal. Mich interessiert der Effekt, den es hat. Ob Anarchisten, Kommunisten, oder was.weiss.ich.isten dahinter stecken, spielt daher keine Rolle.
Und ob sie intern, oder auch extern ein System zur Beurteilung der Dokumente haben, ist auch egal, da sie die einzigen sind, die sich dieses System auferlegen können, also auch wieder abwerfen können.
Es ist keine Kontrolle von aussen, oder, für die Demokratie noch viel fundamentaler, keine Kontrolle von den Wahlberechtigten (ein besseres Wort, dass niemanden meiner nördlichen Nachbarn zu falschen Assoziationen verleiten könnte finde ich gerade nicht

)
Im weitesten (und überspitzten) Sinne also eine Anarchie des Informationsflusses, die allgemein im Internet zu beobachten ist.
Ob jetzt eine Regierung WikiLeaks als ein Ekzem betrachtet, weiss ich nicht. (WikiLeaks wüsste es sicher

) Aber im Prinzip dient es als, wie du gesagt hast, Whistleblower, wie eine zusätzliche Überwachungsfunktion für die gewählten Vertreter. Denen wird noch einmal mehr auf die Finger geschaut. Und da dies auf solch grosse Zustimmung stösst (wie man hier im Forum unschwer erkennen kann) ist das klar ein Zeichen, dass die im Vertrag definierten Kontrollwerkzeuge nicht mächtig genug sind.
Ganz offensichtlich reicht es vielen nicht all paar Jahre neben diesem oder jenem Kopf ein Kreuz machen zu können. Oder alle paar Monate mal mitentscheiden zu können. Also an Misstrauen fehlt es nicht
Wenn ich die Diskussion von meiner Seite soweit mit folgendem Fazit beenden dürfte:
WikiLeaks und seine grosse Zustimmung seitens der Bevölkerung ist für mich ein Zeichen für bestehendes Misstrauen und Unzufriedenheit mit der Organisation. Sowohl jener der Länder, der Firmen und der Erde im allgemeinen.
Der Ausdruck derjenigen nimmt aber von beiden Seiten (Regierung, Bevölkerung) beunruhigende Formen an. Beide greifen zu unlauteren Mitteln um ihre Position zu verteidigen, brechen also den Vertrag.
Damit sich dies nicht wiederholt, müssen die bestehenden Systeme soweit verbessert werden, bis wieder alle mit dem Vertrag einverstanden sind. WikiLeaks ist da ein guter Anstoss, aber keine Lösung.
Diese zu finden, ist Aufgabe der Politik und nicht eines Informatikforums.
Also ende ich hier und machen wieder weniger intellektuellen Aussagen, wie "Fu** the system" und "Sch*** Politik" Platz, wie sie halt so in ein Forum gehören
Vielen Dank an alle, die sich an der spannenden Diskussion beteiligt haben und weiterhin werden.
PS.: Mit meiner Erklärung zur Zensur hab ich nicht mein Verständnis davon gegeben, sondern eine Definition, wie ich den Begriff verwenden wollte; beschränkt auf die o.g. Argumentation.