Das spricht Carlo schön an.
("Lara's dreieckige Oberweite" - schön ausgedrückt

)
Wir sind auf dem Monitor und Bildschirm nur eine minderwärtige Wiedergabe der eigentlichen Bildaufzeichnung - sei es analog/chemisch oder Digital - des Ausgangsmaterials gewohnt.
Wenn etwas hochwertiges "so schlecht" wie auf dem TV wiedergeben wird, dann sagen wir: "das sieht ja gleich aus! Voll echt".
Dabei ist das Gezeigte weit weg vom tatsächlich Echten und selbst von der Aufzeichnung des Echten nach heutigem Stand der Technik.
Was heisst "Photorealismus"? Früher waren Photos "schlechter" - anders. Schwarz-weiss, verwaschen, mit Film-Korn, Lense-flare, Reflexionen, Überblendung, Tiefenunschärfe, Entfernungsdetails, Bewegungsunschärfe. Imperfektionen, fehl-Farben, abweichenden Farb-Temperaturen und Weißabgleich Belichtungsdauer und Schlieren. Das meint ihr?
Auf der anderen Seite wird es in nachgebildeten, künstlich virtuellen Umgebungen schwer, den Detailgrad der Realität so einzufangen/wiederzugeben, wie das ein Lichtbild tut. Kontrast, Texturdetail, usw.
Habt ihr euch mal Plattenaufnahmen von 1839 oder 1890 oder Film von 1950 angeschaut? Und ich meine nicht die alten ausgeswaschenen Kindheits-Polaroids aus dem Familienalbum (und selbst die sehen trotz der verblassenden Farben noch grandios aus, wenn man auf Details achtet).
Und das Lichtspiel, Reflexionen, Brechungen und Schatten aus der Realität, die das Photo aufgrund seiner Technik herausragend einfängt ... da können rechenintensive Tricks wie Raytracing/Pathtracing und Shader heute immer noch nicht mithalten. Den "Photorealismus" von 1836? Den kriegt man heute teilweise hin.
en.wikipedia.org
Die Geburt der Farbfotografie Als die Fotografie 1839 erfunden wurde, war sie ein Schwarz-Weiß-Medium, und das blieb fast einhundert Jahre lang so. Damals war die Fotografie ein anfälliger,...
photography.tutsplus.com
Allein schon bei der Farbtiefe können heutige Monitore und Medientechnik für Fernsehen und Computer nicht mehr mithalten. In der Unterhaltungselektronik wird gerade frisch auf 10bit Farbtiefe je Kanal gewechselt.
Klassisches Foto/Film hat hingegen keine "Farbtiefe", die man in bit ausdrücken könnte, wie sie bei Digitalen Medien existiert. Warum? Hier wird der Film mit Schichten von Silberhalogeniden bedampft, die Licht sensitiv auf verschiedene Farben reagieren. Je nach Hersteller und Filmmaterial hat man unterschiedlich große Farbräume - innerhalb dieser wird aber die Farbe in nahezu unendlichen Zwischenstufen dargestellt.
Digitale Medien rechnen Farben Zahlenwerte zu. Sie sind begrenzt. Analoger Film ist ... naja analog!
Ein heute gängiger digitaler Photosensor schafft theoretisch maximal ~4 Billionen = 4.398.000.000.000 Farben (2^(14*3) für einen 14-bit Sensor).
Bei 8bit Farbtiefe je Kanal sprechen wir von "TrueColor" mit 24-bit Color-Depth, also ~16Mio = 16.777.216 Farben.
Die jetzt sich etablierenden 10bit je Kanal nennt man dann "Deep Color", mit 30-bit Farbtiefe kommt man dann auf ~1Mrd = 1.073.741.824 Farbwerte.
Auch die Phototechnik entwickelt sich weiter, macht mit Technikwechseln auch qualitative Rückschritte etc.
Und über die Bildpunktdichte (die ja den Detailgrad entscheidend mit beeinflusst) von Film, Foto vs. Monitoren brauchen wir auch nicht reden.
Habt ihr eine Vorstellung, was klassischer "Chemie-Film" oder heutige Digital-Photographie für Auflösungen haben?
Was meint ihr, warum alte Klassik-Filme heute immer noch so geil aussehen in 4k oder 8k, wenn man das Source-material z.B. heute mit 2700dpi abscannt und alterungsbedingte Bildqualitätsverluste aufarbeitet/bereinigt?
Zum Vergleich: 35mm-Film wir geschätzt in etwa zwischen 13,7 bis 25 Megapixels (sagen wir mal grob 20 Megapixel im Mittel) an Bilddaten zu haben - sowas müsste man mind. mit
4.000 DPI abscannen, um es authentisch zu capturen und wiedergeben zu können.
Ein gewöhnlicher Farb-Drucker druckt ein Bild in 300 dpi mit einer Auflösung von 1200 ppi - jeder Bildpunkt wird mit 4 Farbpunkten wiedergegeben. Um den Dreh liegt auch handelsübliches Photopapier.
Und jetzt kommt ihr mit euren max. 4k-Monitoren mit ...was? ... 140ppi? Oder Apple's "Retina Dsplays" wie dem 6K Pro Display XDR mit 218ppi - und auch das hat nur 10bit je Farbkanal.
Here's how I found out what the real resolution of film is after developing. Here's how I used crowd-counting techniques to find out!
www.learnfilm.photography
Schon mal Colorbanding gesehen?
Und was ist dieses "perfekt"? Welcher Zustand? Welcher Status Quo soll erreicht werden?