Whatsapp ist mal wieder so etwas was ich nicht nachvollziehen kann. Von allen Systemen, die sich die Masse hätte aussuchen können, müssen sie/wir eines der unsichersten und ein Zentrales nehmen, von dem sogar von Anfang an die Kostenpflichtigkeit bekannt war. Und spätestens seit der Geschichte mit der Sicherheitslücke und der Problembehebung, die weithin als "Anwalt" wegen seiner fundierten IT-Kenntnisse bekannt ist, war doch klar, wohin die Reise geht. Ich möchte ja niemandem vorwerfen, dass er Geld verdienen möchte, aber ich finde den Terminus "Profitgeier" gerade sehr angebracht (Dabei geht es mir nicht um die neuen Kosten, sondern vielmehr um die Relation dieser mit der Softwarequalität und dem Kundenumgang). Freie Marktwirtschaft funktioniert einfach nicht
Dabei gibt es interessante Alternativen, wie zum Beispiel das Retrosharenetzwerk. Komplett dezentral dank Distributed Hash Tables und dazu noch mit PGP verschlüsselt. Somit gibt es bei diesem Netz eine technisch begründete Garantie, dass es kostenlos bleibt und eine Verschlüsselung ist auch vorgeschrieben.
Da hätten die ganzen Leute auch gleich bei ICQ bleiben können. Da gibts wenigstens alternative Clients.
Ich ahne schon die Antworten: "Whatsapp funktioniert reibungsloser als vergleichbare Systeme". Das kann ich als Besitzer eines älteren Smartphones nicht beurteilen, aber es kann ja nicht sein, dass es an gut funktionierenden IM Clients mangelt. Vielmehr muss das Problem sein, dass sich die Nutzer von der fehlenden Homogenität anderer Netze abgeschreckt fühlen. Aber inzwischen ist es schon zu spät, denn der Marktanteil von Whatsapp hat die kritische Masse überschritten, ähnlich wie bei Skype. Einzig Google könnte mit Google Talk noch etwas ausrichten, wenn sie die IM Funktionen stärker an die Telefonfunktionen binden. Aber dann hagelt es vermutlich Beschwerden von der Wettbewerbaufsicht und Datenschutzverbänden.
Ein wahrer Teufelskreis, dieses Instant Messaging.