ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
AW: Europäische Finanz/Währungskrise -- gibt es einen Ausweg?
"Nur" ist wohl absolut unangemessen, wenn man sich die enormen Kosten anguckt. Dazu kommt noch die Krankenversorgung. (Für viele Leute gehört zu einem Sozialstaat auch noch ein Sozialausgleich.)
Da ist dann trotz der ebenfalls nicht geringen Kosten ganz schnell die billigere Lösung, sich an weiteren Punkten einzumischen und z.B. durch Bildung oder Infrastrukturmaßnahmen die Zahl der Arbeitslosen gering zu halten.
Ich hätte auch das Rentensystem nennen können, hielt ein Problem, dessen Ursache 1,5 Jahrhunderte zurückliegt, aber für zu trivial. Eine Senkung der Renten würde zudem diejenigen härter treffen, die sich in der Vergangenheit eben nicht zu Lasten der Zukunft bereichert haben - da muss man vorsichtig sein (auch wenn ich prinzipiell dafür bin, den letzten Generationen die ******* teilweise in Rechnung zu stellen, die sie meiner hinterlassen haben).
Und das Rentenalter hat mir der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun. Hebt man das an, hat man halt Arbeitslose statt Rentner - für den Staat kein Gewinn. (abgesehen davon, dass es eine besonders perfide Art zur Senkung der Durchschnittsrente ist, weil gerade diejenigen, die am wenigsten Entscheidungsmöglichkeiten hatten, oft die größten Probleme haben, im Alter noch mal einen Job zu finden)
Noch nicht. Der Trend sollte wohl klar sein. Und wenn ich mir die enormen Investitionen in China angucke, scheint Wirtschaftspionage rein gar kein Thema zu sein, wenn man kurzfristig die Bilanz aufbessern kann. (in der Wirtschaft gilt ja längst das gleiche Prinzip: Die Folgen einer Belastung der Zukunft brauchen diejenigen, die heute entscheiden, nicht zu interessieren)
Weil eine Hyperinflation oder ein Staatsbankrot mit einem vollständigen Zusammenbruch der Wirtschaft oder gar der öffentlichen Ordnung einhergeht, der Sozialsysteme sowieso. Eine mehrheitlich nicht direkt agrarisch lebende Gesellschaft kann unter solchen Bedingungen ggf. nicht mal die Nahrungsversorgung sicherstellen, weil Importe (und damit z.T. der Betrieb von ölbasierten Fahrzeugen und Kraftwerken) unmöglich werden. Ehe alles auf einem niedrigen Niveau wieder läuft, würden Wochen, ggf. viele Monate vergehen - zu lang und selbst unter Vernachlässigung sämtlicher humanistischer Werte keine attraktive Alternative zu einer Stützung der bestehenden Wirtschaft, denn schließlich verliert ein Land unter solchen Bedingungen auch massiv an Produktionspotential. (Sowohl in Form von Arbeitskräften absolut als auch inbesondere in Form von qualifizierten Arbeitskräften, die auswandern, als auch in Form von Infrastruktur und politischer Stabilität, die -gerade in Griechenland
- wortwörtlich in Flammen aufgehen würden, wenn die Menschen ihre Existenz bedroht sehen)
Ich sagte, dass eine weitere Steigerung problematisch wird. Deutschland und andere Staaten werden z.T. schon jetzt international kritisiert, weil sie netto anderen Ländern das Geld aus der Tasche ziehen. Umgekehrt haben Unternehmen zunehmend weniger Interesse in Deutschland zu investieren (s.o., hier muss man einfach zu viel Geld mitbringen) - im Gegenteil: Es sind eher deutsche Unternehmen, die Geld ins Ausland stecken.
Lohnkosten sind letztlich eine Frage von Arbeitsaufwand und daraus resultierendem Lebensstandard. Wenn Kinderbetreuung zu teuer wird, werden andere Länder für Fachkräfte attraktiver, für nicht-Fachkräfte lohnt es sich eher, zu Hause zu bleiben und die Betreuung selbst zu übernehmen. Sicherlich sind das eher schwache Faktoren für internationale Unternehmen und Rente wirkt sich ausschließlich über die Binnenkonjunktur aus - aber was bringt es dir, wenn du für internationale Unternehmen attraktiv bleibst, aber die heimishe Wirtschaft vor die Hunde geht? Unterm Strich ein Nullsummenspiel (bzw. durch Übergangsreibung ein Verlust).
Und so teuer ist Kinderbetreuung nun auch nicht (für den Staat...), spart man dagegen an z.B. Infrastrukturprojekten, Bildung&Forschung oder gar an Subventionen, sollten die Auswirkungen auf die Attraktivität als Wirtschaftsstandort offensichtlich sein.
Aus niedrigeren Renten resultiert aber nicht mehr Geld, das für Löhne zur Verfügung steht.
Nö. Aber sehr oft mit Utopie. Denn für Vollbeschäftigung brauchst du Leute, die den Konzernen ihr Gehalt wert sind. Das Lohnniveau in Deutschland ist für die meisten Aufgaben, die niedrige oder keine Qualifikation erfordern aber zu hoch - und für die höherqualifizierten Aufgaben, die gerade dringend benötigt werden, haben viele nicht die passende Qualifikation. Wo also soll ein Gehalt für 6,8 Millionen ALGI/II/Amtsmaßnahm-ler herkommen?
Och, das ist aber auch eine eher neue Meinung. Eigentlich muß er ja nur für eine Grundsicherung im Alter und ein wenig Wohlfahrt für Arbeitslose sorgen.
"Nur" ist wohl absolut unangemessen, wenn man sich die enormen Kosten anguckt. Dazu kommt noch die Krankenversorgung. (Für viele Leute gehört zu einem Sozialstaat auch noch ein Sozialausgleich.)
Da ist dann trotz der ebenfalls nicht geringen Kosten ganz schnell die billigere Lösung, sich an weiteren Punkten einzumischen und z.B. durch Bildung oder Infrastrukturmaßnahmen die Zahl der Arbeitslosen gering zu halten.
Das sind ja auch noch zwei paar Schuhe. Wenn ich Leute sehe, die meinen, es wäre richtig, mit 55 bei 80% oder 90% der letzten Nettobezüge - am besten noch steuerfrei - in Rente zu gehen, dann muß ich nicht so furchtbar lange nachdenken, um darauf zu kommen, wer daran wohl schuld sein könnte. Die Dinge, die Du da stichwortartig benennst, sind ja nun für die Misere in Griechenland oder Portugal nicht ansatzweise verantwortlich.
Ich hätte auch das Rentensystem nennen können, hielt ein Problem, dessen Ursache 1,5 Jahrhunderte zurückliegt, aber für zu trivial. Eine Senkung der Renten würde zudem diejenigen härter treffen, die sich in der Vergangenheit eben nicht zu Lasten der Zukunft bereichert haben - da muss man vorsichtig sein (auch wenn ich prinzipiell dafür bin, den letzten Generationen die ******* teilweise in Rechnung zu stellen, die sie meiner hinterlassen haben).
Und das Rentenalter hat mir der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun. Hebt man das an, hat man halt Arbeitslose statt Rentner - für den Staat kein Gewinn. (abgesehen davon, dass es eine besonders perfide Art zur Senkung der Durchschnittsrente ist, weil gerade diejenigen, die am wenigsten Entscheidungsmöglichkeiten hatten, oft die größten Probleme haben, im Alter noch mal einen Job zu finden)
Du kannst nicht alles nach Asien oder Afrika auslagern, auch wenn das vor dem Hintergrund der Stückkosten sicherlich teilweise wünschenswert wäre. Allerdings ist ein sehr bestimmender Faktor in der Entscheidung für einen ausländischen Produktionsstandort auch die Rechtssicherheit vor Ort. Viele afrikanische oder asiatische Staaten können mit Europa da nicht mithalten. Was nützt mir ein Werk für mehrere Millionen Euro, wenn es wenige Jahre nach dem Bau plötzlich enteignet wird oder aufgrund bürgerkriegsähnlicher Zustände nicht mehr betrieben werden kann? Dazu kommt dann in der Zulieferindustrie noch der Stand der Technik. Man kann nicht jedes Hightech-Produkt in Afrika oder Asien fertigen lassen, weil die technischen Gegebenheiten entweder nicht bestehen oder die Gefahr der Wirtschaftsspionage viel zu groß wäre.
Noch nicht. Der Trend sollte wohl klar sein. Und wenn ich mir die enormen Investitionen in China angucke, scheint Wirtschaftspionage rein gar kein Thema zu sein, wenn man kurzfristig die Bilanz aufbessern kann. (in der Wirtschaft gilt ja längst das gleiche Prinzip: Die Folgen einer Belastung der Zukunft brauchen diejenigen, die heute entscheiden, nicht zu interessieren)
Ich bin mir nicht ganz sicher, was Du da jetzt genau meinst. Wieso sollte die absolute Grundversorgung plötzlich nicht mehr gesichert sein?
Weil eine Hyperinflation oder ein Staatsbankrot mit einem vollständigen Zusammenbruch der Wirtschaft oder gar der öffentlichen Ordnung einhergeht, der Sozialsysteme sowieso. Eine mehrheitlich nicht direkt agrarisch lebende Gesellschaft kann unter solchen Bedingungen ggf. nicht mal die Nahrungsversorgung sicherstellen, weil Importe (und damit z.T. der Betrieb von ölbasierten Fahrzeugen und Kraftwerken) unmöglich werden. Ehe alles auf einem niedrigen Niveau wieder läuft, würden Wochen, ggf. viele Monate vergehen - zu lang und selbst unter Vernachlässigung sämtlicher humanistischer Werte keine attraktive Alternative zu einer Stützung der bestehenden Wirtschaft, denn schließlich verliert ein Land unter solchen Bedingungen auch massiv an Produktionspotential. (Sowohl in Form von Arbeitskräften absolut als auch inbesondere in Form von qualifizierten Arbeitskräften, die auswandern, als auch in Form von Infrastruktur und politischer Stabilität, die -gerade in Griechenland
- wortwörtlich in Flammen aufgehen würden, wenn die Menschen ihre Existenz bedroht sehen)Letzteres ist in einer globalisierten Wirtschaft soger wesentlich leichter als je zuvor. Immerhin fallen ja auch immer mehr Handelsbeschränkungen. Und gerade Deutschland steht als einer der größten Globalisierungsgewinner sehr gut da. Wie Du auf die Idee kommst, wir könnten ausgerechnet an der Stelle ein Problem haben, ist mir nicht klar.
Ich sagte, dass eine weitere Steigerung problematisch wird. Deutschland und andere Staaten werden z.T. schon jetzt international kritisiert, weil sie netto anderen Ländern das Geld aus der Tasche ziehen. Umgekehrt haben Unternehmen zunehmend weniger Interesse in Deutschland zu investieren (s.o., hier muss man einfach zu viel Geld mitbringen) - im Gegenteil: Es sind eher deutsche Unternehmen, die Geld ins Ausland stecken.
Durch höhere Steuern lockt der Staat sicher keine Firmen an. Aber Sparmaßnahmen sollten eigentlich egal sein. Was stört es ein Unternehmen, ob wir hier viel oder wenig Rente zahlen? Oder ob wir viel oder wenig für Kinderbetreuung ausgeben? Im Endeffekt zählen da nur Lohn-, Lohnneben- und - je nach Branche - Energiekosten.
Lohnkosten sind letztlich eine Frage von Arbeitsaufwand und daraus resultierendem Lebensstandard. Wenn Kinderbetreuung zu teuer wird, werden andere Länder für Fachkräfte attraktiver, für nicht-Fachkräfte lohnt es sich eher, zu Hause zu bleiben und die Betreuung selbst zu übernehmen. Sicherlich sind das eher schwache Faktoren für internationale Unternehmen und Rente wirkt sich ausschließlich über die Binnenkonjunktur aus - aber was bringt es dir, wenn du für internationale Unternehmen attraktiv bleibst, aber die heimishe Wirtschaft vor die Hunde geht? Unterm Strich ein Nullsummenspiel (bzw. durch Übergangsreibung ein Verlust).
Und so teuer ist Kinderbetreuung nun auch nicht (für den Staat...), spart man dagegen an z.B. Infrastrukturprojekten, Bildung&Forschung oder gar an Subventionen, sollten die Auswirkungen auf die Attraktivität als Wirtschaftsstandort offensichtlich sein.
Im Endeffekt stehen wir aber alle besser da, wenn wir es schaffen, durch sowas die Arbeitslosigkeit zu drücken.
Aus niedrigeren Renten resultiert aber nicht mehr Geld, das für Löhne zur Verfügung steht.
Denn im Nachgang können wir dann auch spielend die Lohnnebenkosten senken. Wenn fast jeder in Lohn und Brot steht, ist es bspw. auch nicht nötig, Milliarden in die Arbeitslosenversicherung zu drücken. Mit "Geld aus dem Fenster werfen" hat das eigentlich nicht viel zu tun.
Nö. Aber sehr oft mit Utopie. Denn für Vollbeschäftigung brauchst du Leute, die den Konzernen ihr Gehalt wert sind. Das Lohnniveau in Deutschland ist für die meisten Aufgaben, die niedrige oder keine Qualifikation erfordern aber zu hoch - und für die höherqualifizierten Aufgaben, die gerade dringend benötigt werden, haben viele nicht die passende Qualifikation. Wo also soll ein Gehalt für 6,8 Millionen ALGI/II/Amtsmaßnahm-ler herkommen?




Wir brauchen wieder eine Währung die durch 100% Edelmetalle gestützt wird